
Caschy hatte sich vor einiger Zeit im Blog das Mini-Laufband Mobvoi Home im Test angeschaut. Kürzlich hatte es mich nun leider getroffen und ich lag mit COVID-19 bzw. genauer gesagt der Omikron-Variante flach. 14 Tage Quarantäne wurden mir ebenfalls beschert. Da gab es natürlich mit zunehmender Genesung den Wunsch nach Bewegung, dem man in einer kleinen Mietwohnung kaum nachkommen kann. Daher passte es wie die Faust aufs Auge, dass mir das Kingsmith WalkingPad X21 zum Test angeboten worden ist. Meine Eindrücke von diesem doppelt zusammenklappbaren Laufband möchte ich daher an dieser Stelle mit euch teilen.
Dazu vorweg: Meine Ausgangsbasis ist eine etwas andere als bei Caschy. Der nutzt schon seit Jahren ein Laufband. Ich selbst gehe zwar ebenfalls seit Jahren regelmäßig zum Joggen, habe aber bisher immer meine Runden im Park, Wald, am Strand etc. gedreht. Es ist also das erste Mal, dass ich regelmäßig ein Laufband nutze. Doch zunächst zu einigen Eckdaten des Kingsmith WalkingPad X21.
Kingsmith WalkingPad X21 – Technische Daten
- Geeignet für Spannung: 220 V
- Strombedarf: 918 Watt
- Minimale Geschwindigkeit: 0,5 km/h
- Maximale Geschwindigkeit: 12 km/h
- Maximales Gewicht des Nutzers: 110 kg
- Gewicht des Laufbands: ca. 40 kg
- Maße des Geräts: 710 x 955 x 226 mm (zusammengeklappt) / 1.420 x 720 x 1020 mm (auseinandergeklappt)
- Breites des Lauf-Bereichs: 460 mm
- Länge des Lauf-Bereichs: 1.210 mm
- Farbe: Space Grey
- Lieferumfang: Laufband, Stromkabel, Öl, Inbusschlüssel, Sicherungskabel, Kurzanleitung, Anleitung, Halterung für Smartphone oder Tablet
- Preis: 797 Euro
Zur Verfügung gestellt wurde mir das Testmuster vom Händler Geekmaxi, welcher das Laufband derzeit mit dem Code „WalkingPadX“ für 797 Euro anbietet. Geliefert wird aus der EU, es fallen also keine Einfuhrumsatzsteuern oder Zollgebühren an. Auch die CE-Zertifizierung ist gegeben und es liegt ein passendes Stromkabel bei. Doch zurück zur weiteren Technik: Vergleicht man nun das Kingsmith WalkingPad X21 mit dem von Caschy getesteten Mobvoi Home, dann fallen gleich mehrere Unterschiede ins Auge. So wiegt das X21 deutlich mehr, es bietet eine größere Fläche zum Laufen und es ist eben zusammenklappbar, was sehr viel Platz spart.
So sieht das Kingsmith WalkingPad X21 komplett zusammengeklappt aus.
Die maximale Geschwindigkeit, die ihr darauf erreichen könnt, ist jedoch identisch und beträgt auch hier 12 km/h. Der Preis hingegen fällt deutlich höher aus und liegt aktuell etwa beim Händler Geekmaxi, der mir freundlicherweise das Testmuster zur Verfügung gestellt hat, derzeit bei rund 850 Euro. Da muss man schauen, denn dafür gibt es auch schon Modelle mit nochmals größerer Fläche. Der Bonus ist hier eben die Möglichkeit des doppelten „Faltens“, wodurch der Platzbedarf wirklich erheblich sinkt.
Ausstattung und Verarbeitung des Kingsmith WalkingPad X21
Feine Sache: Zur Pflege des Laufbands liegt direkt im Lieferumfang eine kleine Flasche Silikonöl (20 ml) bei. Des Weiteren gibt es eine Halterung für Smartphones / Tablets, solltet ihr während des Trainings z. B. Videos konsumieren wollen. Das Kingsmith WalkingPad X21 kam dabei in einem Karton mit üppiger Polsterung an, sodass schon zwei Personen notwendig sind, um das Gerät durchs Treppenhaus zu schleppen. An der Oberseite sitzen vorne gleich mehrere Anzeigen. In der Mitte ruht auf dem Drehknopf, über den ihr per Druck das Training starten, stoppen bzw. pausieren könnt ein kleiner Screen, der euch auch anzeigt, ob die App verbunden ist.
Links und rechts davon gibt es monochrome Anzeigefelder für die bisher investierte Trainingszeit, eure aktuelle Geschwindigkeitseinstellung, die zurückgelegte Strecke und die verbrannten Kalorien. Zur Genauigkeit dieser Werte äußere ich mich noch. Die Anzeigen sind hell und gut lesbar, auch während des Laufens auf höchster Geschwindigkeit. In der Mitte rastet dann die Sicherung ein, wie man sie von solchen Geräten kennt. Ihr klippt euch ein Bändchen an die Kleidung, steckt die Sicherung ein und solltet sie dann beim Laufen aus dem Gerät fliegen, stoppt das Laufband zur Sicherheit.
Das Laufband lässt sich doppelt zusammenklappen. Es kann dann ohne weitere Ständer frei stehen. Unter dem Laufband sind zudem Rollen, ihr könnt es also leicht angeschrägt durch die Wohnung schieben. Um es auszuklappen, müsst ihr innen an einen schwarzen „Hebel“ fassen, der leicht nach oben gezogen werden muss – ansonsten bleibt das Kingsmith WalkingPad X21 gesichert. Diesen Mechanismus finde ich nicht so vertrauenserweckend und vermute hier eine mögliche Bruchstelle.
Den Sicherungsmechanismus für das Ausklappen finde ich weniger gelungen.
Auch wenn es auf den Bildern so aussehen mag, als würde das Gehäuse aus Aluminium bestehen: Das trifft auf den äußeren Rahmen zu, bis auf die Oberseite mit den Bedienelementen. Der hellgraue innere Rahmen ist aber aus Plastik. Allerdings kommt auch weiteres Metall zum Einsatz, etwa für die Faltscharniere und die innere Konstruktion des Laufbands. Stellt ihr fest, dass sich das innere Laufband beim Einsatz zu weit nach rechts oder links bewegt, dann gibt es hinten zwei Sechskantenschrauben, über die ihr dies mit dem beiliegenden Inbusschlüssel korrigieren könnt.
Etwas abenteuerlich: Der Drehring um das zentrale Display ist nur locker befestigt und lässt sich nach oben abziehen. Sehe ich auch kritisch: Verbindet ihr das Laufband vor dem Auseinanderfalten mit dem Strom und habt die Sicherung angesteckt, könntet ihr es theoretisch auch schon anschalten und es läuft los – dadurch kann es zu Beschädigungen kommen. Hätte man vermeiden können, schließlich wird das Band auch deaktiviert, wenn die Sicherung herausfliegt.
So sieht das Laufband halb ausgeklappt aus. Benutzbar ist es so natürlich nicht.
Insgesamt wirkt das Kingsmith WalkingPad X21 durchaus wertig, aber gerade die innere Sicherung zum Auseinanderklappen hätte ich mir stabiler gewünscht. Ansonsten gibt es hier nichts zu meckern, zumal sich sogar die Lage des inneren Bandes manuell korrigieren lässt.
Die App-Anbindung
Kingsmith liefert auch eine Begleit-App namens KS Fit. Die App hat aktuell nur 2 von 5 Sternen im Play Store. Ihr Funktionsumfang ist eher rudimentär, aber sinnvoll. Beispielsweise könnt ihr die Startgeschwindigkeit des Laufbands in der App nach oben oder unten korrigieren. Ab Werk sind es sonst 2 km/h. Ihr könnt auch die maximale Geschwindigkeit heruntersetzen. Außerdem speichert die App eure bisherigen Laufdaten. Sie lassen sich auch zu Google Fit exportierten.
Ich würde da aber wohl doch eher auf einen Fitnesstracker setzen, den viele Menschen, die regelmäßig laufen, wohl ohnehin besitzen. So erschienen mir weder die Angaben zu der zurückgelegten Strecke noch den verbrannten Kalorien sonderlich realistisch. Das dürfte für das Band auch schwer sein: Schließlich kann es euren Puls beispielsweise nicht messen. Auch Angaben zur Schrittlänge oder ähnliches fehlen. Lediglich die Kadenz, also die Trittfrequenz, gibt es noch. Ärgerlich: Mir ist es zudem einige Male passiert, dass ich am Band das Training pausierte und zu lange wartete – dann wird das Ganze als neues, separates Workout erfasst und ihr könnt euch quasi im Kopf später alles selbst zusammenrechnen.
Was da auch besser gehen könnte: Nach einer Pause schaltet das Laufband nicht wieder auf eure zuletzt angelegten Einstellungen zurück, sondern fängt wieder im Standard-Modus an. Beispiel: Ihr verausgabt euch mit 12 km/h, pausiert kurz – dann setzt das Band nicht wieder bei 12 km/h fort, sondern auf dem niedrigen Startwert – ab Werk eben 2 km/h. Also müsst ihr selbst wieder am Drehregler justieren. Ihr könnt das Laufband nach der Verknüpfung mit der App, die bei mir übrigens kurz und schmerzlos direkt funktionierte (via NFC), auch über die mobile Anwendung starten und pausieren.
An dieser Stelle wird das Sicherungsband für den Läufer eingesteckt.
Letzten Endes ist die App ganz ok, ist aber zur Auswertung von Trainings zu spartanisch. Hier greift man sich hier doch lieber einfach den Fitnesstracker und nutzt eine umfangreichere App des Anbieters der Wahl – Amazfit, Fitbit, Xiaomi oder wer auch immer es in eurem Falle ist. Zumal KS Fit im Übrigen aktuell nicht auf Deutsch übersetzt wurde. Da müsst ihr mit Englisch vorliebnehmen.
Praxistest des Kingsmith WalkingPad X21
Stecker angesteckt, Power-Button an der Unterseite umgelegt, Sicherung für den Läufer eingestöpselt: Dann kann es losgehen – ob mit oder ohne App ist dann euch überlassen. Ihr könnt die App KS Fit also verknüpfen / nutzen, müsst dies aber nichts zwangsweise. Das Training startet, sobald ihr nun den zentralen, übergroßen Button drückt. Auf diese Weise könnt ihr es auch pausieren. Ein langer Druck beendet das aktuelle Training dann komplett – das passiert aber auch automatisch, wartet ihr zwischendrin rund 3 Minuten.
Das Kingsmith WalkingPad X21 ist zusammengeklappt wirklich platzsparend.
Ein Hinweis zur Sicherheit: Mir passierte es als Tollpatsch beim Laufen, dass ich das Bändchen durch meine Armbewegungen herausriss. Dann stoppt das Laufband ziemlich abrupt, wodurch der Gleichgewichtssinn arg gefordert wird. Pausiert oder stoppt ihr sonst das Training, fährt das Band langsam stufenweise herunter, was ein Anhalten erleichtert. Bei mir trat hier ein Laufband-Neulingen sicherlich bekannter Effekt auf: Nach dem Training wurde mir kurz schwindelig, was wohl dem Laufen „auf der Stelle“ geschuldet ist und vielen Anwendern so ergeht.
Ich war positiv überrascht: Die Lauffläche mit 460 mm Breite war auch mir mit 190 cm Körpergröße groß genug. Allerdings sitzen die Anzeigen für mich sehr niedrig, will ich sie im Blick behalten, muss ich stark nach unten blicken. Das betrifft dann auch ein mobiles Endgerät auf der beiliegenden Halterung und ist auf die Dauer für den Nacken nicht so angenehm. Weniger hoch gewachsenen Menschen dürfte es da besser ergehen. Was man unbedingt braucht: Eine rutschfeste Bodenschutzmatte. Senkt leicht den Geräuschpegel und verhindert, dass sich das Gerät beim Training bewegt. Solche „Wanderungen“ konnte sich sonst nach den ersten Trainings durchaus beobachten.
Die Scharniere wirken robust.
Beim Auseinanderklappen, insbesondere beim zweiten Element „knatscht“ das Band jedes Mal, was aber normal ist. Während des Laufens wiederum macht das Kingsmith WalkingPad X21 keine auffälligen Geräusche, eine gewisse Betriebslautstärke entsteht aber natürlich. Etwa konnte ich nicht bei meiner normalen Fernsehlautstärke „Cobra Kai“ schauen – da mussten schon Kopfhörer her. Laut Hersteller kann man da auf maximaler Geschwindigkeit schon einen Geräuschpegel von 75 dB erzeugen. Mir persönlich reicht die Maximalgeschwindigkeit von 12 km/h übrigens locker aus, schon 10 km/ sind für mich recht zügig. Ob ihr aber auf Dauer bei dieser Beanspruchung mit dem Laufband glücklich werdet? Schwer zu sagen, da lohnt sich dann sicherlich doch eher ein größeres Modell.
Als Größen-Referenz: Mit 190 cm kann ich das Laufband dennoch gut nutzen.
Während die Breite des Laufbands mir vollkommen ausreichte, ist die Länge natürlich so eine Sache. Ich bin nie aus Versehen hinten an den Rand geraten, aber es kommt eben schon das Gefühl auf, dass da nicht viel Platz ist. Wobei dies eben auch der echte Vorteil des X21 ist: Das kriegt man selbst in einer 2-Zimmer-Wohnung irgendwo in einer Ecke untergestellt. Dies ist aus meiner Sicht das zentrale Kaufargument. Übrigens setzt Kingsmith auf mehrere Schichten: Dadurch läuft man auf dem X21 recht angenehm, Gehen bis 6 km funktionierte bei mir beispielsweise auch barfuß, ohne dass ich danach Probleme gehabt hätte.
Fazit
Das Kingsmith WalkingPad X21 platziert sich zwischen Mini-Laufbändern bzw. Home-Office-Bändern zum Gehen und „echten“ Laufbändern. Der Preis von 797 Euro bei Geekmaxi (Rabattcode: WalkingPadX), von denen das Testmuster stammte, ist eher mit Letzteren gleichzusetzen, was vor allem dem Design geschuldet ist: Zusammengefaltet benötigt das Gerät nur 0,16 Quadratmeter Platz. Meine Wohnung etwa ist zu klein für ein größeres Modell, das X21 kriege ich aber gut unter. Das doppelt faltbare Design ist hier also ein entscheidendes Kaufargument. Denn für die benötigte Größe an Stauraum bietet man seitens des Herstellers durchaus viel.
Dennoch gibt es Kritikpunkte: Klar, hätte ich gerne eine größere Lauffläche, primär in der Länge, und die Verarbeitung des Sperrmechanismus im zusammengeklappten Zustand könnte hochwertiger sein. Hier kann ich leider nichts zur Langlebigkeit sagen. Die Begleit-App bzw. die erfassten Daten des Laufbands sind zudem eher spartanisch und nach meinem Eindruck recht ungenau. Hier zieht man doch lieber das Fitness-Wearable der Wahl zurate.
Insofern ist das Kingsmith WalkingPad X21 durchaus ein schönes Gerät für ein wenig Training zu Hause. Die (im zusammengeklappten Zustand) kompakten Maße lassen sicherlich den ein oder anderen aufhorchen. Wer aber beabsichtigt, das Gerät täglich zu nutzen und genügend Platz hat, ist da sicher mit einem größeren Modell zum vergleichbaren Preis besser bedient. Ich gehöre da mit meiner kleinen Wohnung genau zur Zielgruppe und habe das X21 im Testzeitraum gut beiseitestellen und nutzen können. Ich denke für 1-2 Trainings in der Woche, wenn das Küstenwetter die Runde am Park ungemütlich erscheinen lässt, ist das Kingsmith WalkingPad X21 eine gute Lösung.
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