Kindermarketing: vzbv, AOK und DANK fordern Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel

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Es gibt eine neue Forderung, die sich unter anderem auf TV, Streaming und Radio zwischen 6 und 23 Uhr auswirken soll. Der AOK-Bundesverband, der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) (gehört zu „Deutsche Diabetes Gesellschaft“) fordern zum Schutz von Kindern und Jugendlichen umfassende Werbebeschränkungen für ungesunde Lebensmittel.

Influencer-Werbung für Ungesundes sollte die Bundesregierung komplett untersagen, heißt es in dem nun veröffentlichten gemeinsamen Positionspapier. Für TV, Streaming und Radio spricht sich das Bündnis für ein Werbeverbot zwischen 6 und 23 Uhr aus. Für Plakatwerbung sollte eine 100-Meter-Bannmeile im Umkreis von Kitas, Schulen und Spielplätzen gelten. Konkret nennt man TV, Radio,
Print, Kino, Online (einschließlich Social Media, Streaming- und Messenger-Dienste), In-Game-Advertising, In-App-Advertising, Produktplatzierungen, Außenwerbung, Werbung am Verkaufsort (POS), Direktmarketing, Eventmarketing sowie Sponsoring.

Gesunde Lebensmittel, die die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfüllen, sollen von den Verboten nicht betroffen sein, so das Positionspapier. SPD, Grüne und FDP hatten sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, die an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit einem hohen Zucker-, Fett- und Salzgehalt einzuschränken.

Die Einhaltung der Vorgaben muss von staatlichen Institutionen kontrolliert werden, so die Unterzeichner. Eine ausreichende personelle und technische Ausstattung sowie rechtliche Befugnisse sind sicherzustellen. Bußgelder sollten eine abschreckende Höhe aufweisen. Eine Ombudsstelle für Hinweise durch Bürger und andere Marktteilnehmer auf mögliche Verstöße sollte geschaffen werden.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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23 Kommentare

  1. Wie sind wir eigentlich so alt geworden ohne Verbote?

    • Keine Sorge, es geht nur um ein Werbeverbot. Du darfst auch weiterhin (vorerst) den ganzen ungesunden Mist kaufen und in deine Kinder stopfen.

    • Es gab damals nicht die Möglichkeiten wie es sie heute gibt.
      Wenn in Pokémon Rot und Blau andauernd Werbung für Monster Energy gewesen wäre.
      Wenn mir meine Kindheits-Influencer „Peter Lustig“ , „Captain Blaubär“, „Tabaluga“ , „Tigerente“ usw jeden Tag ins Gesicht gelogen hätten und mir mit direkten Empfehlungen und indirekten Produktplacement versucht hätten die ungesunde Scheiße als Gold zu verkaufen , dann wäre ich niemals der Vater geworden, der ich heute bin.
      Kinder brauchen unseren Schutz !!! Wenn sie einmal mündige Erwachsene sind können sie selbst entscheiden, aber unsere Gesellschaft sollte sich nicht schützend vor Konzerne stellen damit diese ihren Wirtschaftlichen interessen mit irreführender Werbung erfüllen.

      Ich wäre ja sogar für ein generelles Werbeverbot , Werbung hat schon lange nichts mehr mit Produktinformation zu tun, sondern ist eine von Wirtschafts- und Medienpsychologen betriebene Manipulations-Kampagne

      • André Westphal says:

        Werbung hatte noch nie mit Produktinformationen zu tun: Werbung ist in erster Linie emotionale Ansprache, die zu Neugierde und Interesse am Produkt / der Marke führen soll. Werbung an sich ist völlig legitim, dass es gesetzliche Grenzen gibt, ist aber auch richtig so.

    • Weil es früher keine Aufklärung in dem Bereich der Werbung und Einfluss von Zucker auf die Entwicklung von Kindern gab.
      Es gab Zeiten als Rauchen noch als Gesundheitsfördern vermarktet wurde oder später als die Babynahrungshersteller behaupteten, dass sei gesünder als Muttermilch und Frauen deswegen früher abstillten. Die „informativen Unabhängigkeit“ gibt es erst seit 20 Jahren.
      Wissen ist nie absolut und unterliegt immer einen Wandeln. Auf neue Erkenntnisse und dem daraus entstehenden gesellschaftlicher Wandel muss reagiert werden.
      „Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete, er kennt weder Gründe noch Gegengründe.“ (Anselm Feuerbach)

  2. In meiner Jugend gab es nicht so viel Schei… zu Kaufen und vor allem nicht in diesen Mengen wie heute.
    Vor allem wurde in meiner Jugend nicht so viel mit Chemie und Palmfett gearbeitet.
    Leider liest auch keiner was im kleingeruckten auf den Verpackungen steht, wenn es von der Farbgebung denn überhaupt zu lesen ist!
    Da ist alles drin nur nicht das was die Verpackung einem suggerieren will.
    Ne Zweckgebundene Zucker und Fett Steuer, die dem Gesundheitswesen zugutekommt, wäre nicht schlecht.

    • Keine Ahnung wann deine Jugend war, meine war in den 70ern. Da war genau so viel Palmfett und Chemie in den Süßigkeiten wie heute, wahrscheinlich sogar mehr. Nur so viele verschiedene Sorten Zucker gab’s da noch nicht :-).

  3. Ganz schön hart die Forderung. Grundsätzlich bin ich ja dafür, aber dann dürfte eigentlich fast für kein industriell hergestelltes Lebensmittel mehr Werbung gemacht werden. Was auf alle Fälle verboten gehört, ist Werbung die suggeriert, dass ein Lebensmittel gesund sein könnte. Bestes Beispiel Nutella, die haben es geschafft sich als „Brotaufstrich“ zu positionieren, obwohl das eigentlich ganz klar eine Süßigkeit ist. Dazu Werbung mit Sportlern – es gibt bestimmt eine Menge Leute, die darauf reinfallen.

    • Dass Nutella pures Gift für den Körper ist und sicher nicht gesund, dürfte sich selbst in eher bildungsfernen Schichten herumgesprochen haben. Hoffe ich mal sehr :).

  4. Und ein Werbeverbot für Autos die schneller als 130 fahren?

  5. Während man mit Diabetes eine normale Lebenserwartung haben kann, sterben Kinder an Essstörungen mitunter bevor sie 25 werden.

    So eine Blödsinnskampagne, die Kindern einen völlig falachen Umgang mit Essen aufzwingt, gehört geächtet.

    Weder gibt es gesunde, noch ungesunde Lebensmittel. Süßigkeiten sind zudem keine Lebensmittel im eigentlichen Sinne. Allerdings überlebt man mit 5 Snickers in der Tasche etliche Wichen länger, als mit 5 Möhren.

  6. Längst überfällig eine solche Regelung.

    Aber was erwarte ich in einem Land in dem bis vor kurzem selbst noch für Zigaretten im kino geworben werden durfte.

  7. Ich bin über 60 und bekam Zuckerei – wer kennt das noch – damit „der Junge groß und stark wird“, Schokopudding und nesquik und es gab gute Wurst auf die Stulle , Schmalz mit Salz bei Oma und Quark mit marmelade verrührt . eis am Stiel oder den kleinen Becher mit einer HälfteSchoko und der anderen Vanille . kinderSchokolade und N..küsse die man noch so nennen durfte. Und auf dem Brot unter Wurst oder Käse war Butter … und ich bin nun schon ü60 und noch immer kein Zucker und kein herzinfarkt . Gut ich habe nie geraucht oder in größerem Maße Alk getrunken , also ein paar risikofaktoren die wegallen . Aber ein leben ohne Salzstangen , Treets , Nutella oder Hanuta – nee danke . Ich bin froh nicht heute Kind sein zu müssen – alles so reglementiert . überwacht , mit Argusaugen von angeblichen Besserwissenden überwacht … unfrohe Kindheit macht unfrohe Erwachsene. Ich habe nen Bauch – na und ? Ich bin psychisch gesund und fühle mit auch mit Übergewicht wohl . Das ist wichtig das ich mich mit mir im Reinen fühle und der Art wie ich als Kind und Erwachsener gelebt habe und noch lebe . Die Druckfarbe für Eure lebensmittelampel könnt Ihr Euch gern sparen – ohne mich . Da werde ich farbenblind !

    • Ja, Andreas. Früher war alles besser. Da durfte man sogar noch N****kuss zum Schaumkuss sagen. /s

      • Hallo Klunkstein, das hat nix mit „früher war alles besser “ zu tun. Sondern mit meiner lebenserfahrung einer zugegeben sorglosen und auch unkomplizierten Kindheit . Ich hatte glücklicherweise eine funktionierende Familie , in der jemand da war wenn ich aus der Schule kam. Und wo ich essen konnte und durfte was mir schmeckte . Das war übrigens oft deftige „hausmannskost“ und nix teures oder schicky-micky-Mram. Und es hat mir nichts geschadet , keine Frikadellen mit ordentlich hack und dicker brauner Soße , Erbsen Möhren und kartoffeln oder leber mit gebratenen Zwiebeln , und ja Kuchen und Knabbeerkram gabs auch . Ich möchte einfach auch für Kinder heute ein unbekümmertes Leben , wo sie nicht alles an kalorien Zucker oder sonswas zugeteilt bekommen wie alte leute ihre Pillen im Seniorenheim. Leben ist wie ne Wurst – es schmeckt nur wenn man richtig von abbeissen kann und nicht alles in dünnsten Scheibchen zugeteilt bekommt. Ich bin froh daß ich heute selber entscheiden kann wie ich lebe und werde mir für die 20 oder 25 Jahre die ich noch habe meine Unbekümmertheit erhalten solange ich selbständig bin.

    • Wo wird das denn heute mit Argusaugen überwacht? Ich würde heute kein Kind sein wollen aufgrund der Digitalisierung, aber des Essens wegen?

    • Peter Brülls says:

      „ … und ich bin nun schon ü60 und noch immer kein Zucker und kein herzinfarkt“

      Kommt noch. Zumindest mit Wahrscheinlichkeit.

      Als Vater kann ich übrigens sagen: Kinder leiden nicht, wenn man sie nicht jeden Tag mit irgendwelchen Schlickerkram füttert, sondern behalten einfach ihren normalen Geschmackssinn, anstatt Triple-Cola-Mit-Zucker als „normalsüß“ zu empfinden.

  8. Bitte auch auf Influencer-Marketing achten! Ich glaube diese Werbeform ist bei den Kindern erfolgreicher und wird kaum reguliert.
    Gezeigt von offen un‘ ehrlich über ViktoriaSarina.

  9. Man könnte mal damit anfangen, Ferrero die Marke „Kinder“ zu verbieten. Die haben sogar die Top Level Domain dazu.

    In nem Standard Fernseh Werbeblock sind ~3 Ferrero Werbespots. Die haben halt das fetteste Werbe Budget. Garantiert auch für Lobbyisten, so dass ein Gesetz garantiert niemals kommen wird.

  10. Jetzt kommt eine ganz ganz ganz verrückte Idee.

    Einfach nicht kaufen. Problem solved.

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