„Kena: Bridge of Spirits“ angespielt – Gut aussehendes und forderndes Action-Adventure

„Kena: Bridge of Spirits“ gehörte zu den Spielen, die mich von den PlayStation Showcases am meisten interessiert haben. Das Studio Ember Lab kommt eigentlich aus der Animations-Ecke und hat bereits unter anderem für Coca-Cola gearbeitet und sonst viel mit Kurzfilmen, etc. zu tun gehabt. Kena ist das Videospiel-Debüt und zeigt sich von seiner besonders guten Seite. Nun, da das Spiel für PlayStation 4, 5 und für PC im Epic Games Store erschienen ist, habe ich ein paar Stunden mit dem Spiel verbracht, das im Vorfeld als eine Art Pixar-Film zum Spielen gehandelt wurde.

Ihr spielt Kena, eine sogenannte Geisterführerin, deren Aufgabe es ist, herumirrenden Seelen zu helfen, ihre letzte Ruhe zu finden. Eure Reise soll dabei am heiligen Bergschrein enden und auf dem Weg dahin, müsst ihr gegen die sogenannte Verderbnis kämpfen, welche die Natur vergiftet und Dämonen hervorbringt.

Doch ihr seid dabei nicht allein. Kleine, schwarze Pauschbälle helfen euch dabei, die sich Rott nennen und die ihr in der Umgebung suchen müsst, um mehr davon zu bekommen. Ihr befehligt die kleinen Helfer, die euch Gegenstände herumschieben, Gegner bei Laune halten oder die Verderbnis fressen. Die Umgebung und die Grafik ist dabei wirklich gut. Models sehen detailliert und liebevoll gestaltet aus und das betrifft nicht nur die Hauptcharaktere.

Auch die Natur ist so liebevoll zusammengebaut, dass eine richtig gute Atmosphäre entsteht, die licht-malerisch und auch musikalisch unterlegt ein tolles Erlebnis bildet. Da hat man sich richtig Mühe gegeben und man zeigt auch, dass man Erfahrung mit solchen Szenerien hat. Zwischendurch wird das Ganze durch vorgerenderte Video-Zwischensequenzen gepimpt, die die Story vorantreiben und in puncto Qualität dann schon fast auf dem Niveau eines Pixar-Streifen liegen. Eben jene Zwischensequenzen stottern leider manchmal etwas, hier muss Ember Lab noch nachbessern, denn an der Wiedergabe eines Video-Files wird die PS5 wohl nicht scheitern.

Bezüglich Performance sind meine Erfahrungen gemischt. Wer den Qualitätsmodus auswählt, bekommt 4K-Auflösung und sehr gute Detaileinstellungen bei 30 fps serviert. Bei der Performance-Einstellung ist man mit geringerer Auflösung unterwegs, dort ist das Ziel aber bei 60 fps, die man meiner Meinung nach bekommt. Hier und da gibt es gerade bei größeren Effekt-Sequenzen ein paar Drops aber das ist eher selten der Fall. Ich habe mich dann auf den Qualitätsmodus festgebissen.

Auf der Suche nach dem Bergschrein bewältigt ihr allerlei Kämpfe, die mit der einfachen Steuerung gut zu bestreiten sind, aber hier und da doch recht herausfordernd sein können. Man ist nicht auf dem Niveau eines Dark Souls aber man muss schon aufpassen, dass man nicht zu viele Schläge einsteckt. Zwischendurch gibt es allerlei Rätsel zu lösen, um Türen zu öffnen. Gegenstände an bestimmte Stellen schieben, Steine in einer bestimmten Reihenfolge zu aktivieren, etc. Alles kein Hexenwerk, aber auch nicht so einfach, dass man direkt beim ersten Nachdenken darauf käme. Die Rott sind dabei hilfreich und man benötigt mit der Zeit auch mehr davon, um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Mit der Zeit kommt man dann logischerweise in den Modus, wo man immer wieder dieselben Dinge machen muss, aber das gehört irgendwie ja auch dazu.

Während dieser Aufgaben sammelt ihr Karma, mit dem ihr eure Fähigkeiten aufwerten könnt. Das ist kein komplexer Skill-Tree, sondern besteht im Großen und Ganzen darin, euer Energieschild, den Stab und den Bogen mit neuen Möglichkeiten zu bestücken und den Rott auch neue Fähigkeiten zu verpassen. Ist recht übersichtlich und man muss sich nicht mit langem Build-Bauen auseinandersetzen.

Wollt ihr mal eine Pause von euren Abenteuern machen, dann kehrt ihr in euer Dorf zurück, das auch mit der Zeit von Verderbnis befreit wird und damit mehr Möglichkeiten freischaltet. Die Rott kann man mit der Zeit auch mit Hüten ausstatten, was die Kerle noch knuffiger macht. Wann es wohl Plüschtiere von den Viechern gibt?

Meiner Meinung nach hat Ember Lab mit Kena ein tolles Action-Adventure gebaut. Es bietet eine gute erzählte Story (ich würde gern etwas mehr über Kena erfahren), wunderschöne Grafik und Musik und es schafft mit einem simplen Spielprinzip ein paar Stunden eures Lebens zu stehlen. Der Preis von knapp 40 Euro ist meiner Meinung nach sehr fair, wenn man auf heutige Normalpreise von 60 bis 70 Euro schaut. Ihr mögt das Genre? Dann schaut euch Kena an.

Kena im PlayStation Store

Kena im Epic Games Store

 

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7 Kommentare

  1. Stefan Weiß says:

    Für mich neben The Ascent das Spiel des Jahres.

    • Oliver Posselt says:

      The Ascent habe ich mir auch mal angeschaut, werde aber irgendwie nicht warm damit.

      • Stefan Weiß says:

        Echt nicht? Ich fand alleine schon den Soundtrack bombastisch. Gut und ich mag das Setting extrem. Einzig die Steuerung mit Maus und Tastatur war etwas gewöhnungsbedürftig, aber besser als mit Controller. Der ging für mich gar nicht.

  2. Ein sehr schönes Spiel. Habe es fast durch, glaube ich jedenfalls… Spiele aber auch im Story-Modus, also easy-peasy 😀 Werde aber, wenn ich durch bin, auch mal den Standard-Modus ausprobieren.

  3. 30 FPS bei einem action adventure? Ugh, im Leben nicht.

    Wird auf dem PC gezockt

  4. Die Videos stottern, weil sie in 24 Frames vorliegen. Deshalb wirkt das so merkwürdig kaputt, wenn man vom 60fps-Gameplay plötzlich in diesen Videos landet.

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