Keine E-Scooter auf deutschen Gehwegen

Da gehen sicherlich nicht nur bei Caschy die Mundwinkel nach unten, er hatte ja im Februar den Ninebot Segway ES2 getestet: E-Tretroller sollen zwar im deutschen Straßenverkehr in Zukunft eine Rolle spielen, aber es gibt Änderungen an der Umsetzung. So heißt es, dass Gehwege für die elektrischen Roller am Ende doch tabu sein sollen.

Damit will der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den Warnungen von Experten entsprechen. Ursprünglich war vorgesehen das Fahren auf Gehwegen in Schrittgeschwindigkeit zuzulassen. Die Länder hatten aber Kritik daran geübt. Scheuer gibt nun nach und erklärt seine Entscheidung: „Mir geht es darum, neue Formen der Fortbewegung so zu ermöglichen, dass sie niemanden gefährden.

Zuvor war geplant, dass E-Scooter, die schneller als 12 km pro Stunde sind, auf Radwegen fahren sollen. Langsameren Modellen wäre erlaubt gewesen in Schrittgeschwindigkeit auf Gehwegen zu eiern. Dieser Gedanke gefiel aber einigen Bundesländern und auch dem Verkehrsausschuss des Bundesrates am Ende nicht. So seien die Gefahren für Kinder, ältere und sehbehinderte Menschen auf Gehwegen zu groß.

Scheuer betont, dass es am Ende wichtig sei für alle Beteiligten eine befriedigende Regelung zu finden: „Wir brauchen jetzt im Sommer das ‚Ja‘ der Länder – und nicht erst in der Weihnachtszeit, wenn Schnee liegt.“ Bekanntermaßen stimmt der Bundesrat am 17. Mai über die Verordnung ab. Der Verkehrsausschuss der Länderkammer empfahl bereits mehrheitlich E-Tretroller generell auf Radwege zu verbannen.

Verständlich sind die Bedenken: Im Straßenverkehr gibt es leider viele nicht sehr rücksichtsvolle Menschen und auf Gehwegen radelt schon mancher Radfahrer umher und auch das ein oder andere Skateboard begegnet mir hier in Kiel oft unverhofft. Da auch noch E-Scooter ins Spiel zu bringen, könnte auf Dauer für Fußgänger anstrengend werden. Es gab auch Bedenken, dass eine Aufteilung der E-Scooter in zwei Kategorien in der Praxis nur schwer zu überwachen sei – für den Laien schon gar nicht, der am Ende aber als Fußgänger darunter womöglich leide.

Letzten Endes wird das Ergebnis damit wohl sein, dass E-Roller wie Fahrräder behandelt werden und auf Radwegen verbleiben. Nur in Ausnahmefällen sollen sie auf andere Verkehrsflächen wechseln dürfen. Für euch eine passende Entscheidung?

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117 Kommentare

  1. Die Deutschen werden es schaffen auch die kleinste Innovation tot zu reglementieren.
    Wo muss denn am Elektro Roller oder E-Skatebord das Nummernschild und die TÜV Plakette dran?

    Diese Diskussion kotzt mich schonwieder so an – anstatt jeder etwas Rücksicht nimmt – NEIN…. FUßWEGE sind für Fußgänger – sollen die Rollstuhlfahrer gefälligst auch auf der Straße fahren.

    Bald wird es eigens für die Elektrofahrzeuge Schilder und Autobahnspuren geben – Leck mich am Arsch wird das GEIL

  2. Wenn Radweg dann aber auch Gleichgerechtigkeit mit 25kmh ohne versicherung wie beim ebike! Alles andere ist frecht dann!

    • Ein Pedelec fährt nicht ohne Kraftaufwand, die Roller eben schon – das ist der Unterschied.

      • Soweit ich gelesen habe braucht der E-Roller auch Muskelkraft bevor der E-Motor losgeht. Also kein Unterschied zum Pedelec.

  3. Yes! Ich freue mich schon… Mitten in Berlin. Hauptverkehrsachse. Und dann mit 20kmh mitten auf der Spur… Hinter mir alle Autos!

    Geil! Mach ich sofort… Wird ein riesen Spass!

  4. Wenn damit die 20 km/h-Grenze fällt, soll es mir Recht sein. Ich habe nämlich auch einen ES2 und der ist schneller.

  5. aus sicht der autofahrer: ein verkehrsteilnehmer auf einem roller ist so gross und so auffällig wie ein fussgönger, er hat aber ein tempo drauf wie ein radfahrer. da wird es viele unfälle geben bei den der rollerfahrer den kürzeren zieht. klar bekommt der autofahrer die schuld, der rollerfahrer kann seinen roller aber umbauen zu einem rollstuhl. 😉

    wenn ich bei uns in der innenstadt die radfahrer erlebe die durch die fussgängerzone donnern und um 18:01 uhr sich mit gewallt ihrer platz in der vollen fussgängerzone erkämpfen (weil es ist ja ab 18 uhr erlaubt dort zu fahren) seh ich schwarz wenn dann noch die roller mit dabei sind. da nimmt doch keine sau rücksicht auf fussgänger… 🙁

  6. Kein Mensch braucht ein elektrisches Rollerchen, außerdem ist Radfahren viel gesünder, da mehr Muskelgruppen, sowie Herz und Lunge gut beansprucht werden. Kleine Kinder können gern auf Gehwegen fahren und Erwachsene sollten nicht zu Kindern werden!

    • Wer redet denn hier über Gesundheit? Dementsprechend schadet das Auto gleich in 3 Facher hinsicht, der Fahrer bewegt sich nicht und sitzt sogar und verpestet dabei noch die Umwelt.
      Die E-Scooter machen erst dann Sinn, wenn man zukünftig Schritt für Schritt die Autos aus den Städten verbannt (bis auf gewisse Ausnahmen).
      Wir sind ja hier aber in Deutschland, wo Innovation verboten wird und Sesselpupser das sagen haben. Mal davon abgesehen, dass die meisten Deutschen genau solche Sesselpupser sind. Ich würde mir da eher Koppenhagener zustände wünschen.

  7. Chris R. says:

    Ich glaube, dass weniger Radfahrer auf den Gehwegen fahren würden, wenn die Radwege vernünftig wären. Ich fahre auch lieber auf dem Gehweg oder auch gleich auf der Straße, und das nicht, weil ich es so toll finde oder um die anderen zu ärgern, sondern schlicht und einfach, weil die Radwege vielfach in einem schlechten Zustand sind. Und was diese Roller angeht bin ich der Meinung, dass generell Fahrzeuge mit Motor weder auf dem Fußweg noch auf dem Radweg fahren sollten, ausgenommen vielleicht motorisierte Rollstühle.

  8. Als Inline-Skater finde ich es in Ordnung, wenn die langsamen Roller vom Gehweg verbannt werden. Es reicht, wenn man als Skater auf Fußgänger achten muss und nicht auch noch auf E-Roller.
    Als Skater muss man den Gehweg benutzen. Der Radweg ist lt Urteil des BVerwG für Skater tabu.

  9. Ich sehe das langfristig positiv. Sorgt es doch dafür, dass der Bedarf an ordentlichen, großzügigen und geschützten Radwegen (die man dann wohl irgendwann in „Alternative-Mobilitäts-Wege“ umbenennen sollte) steigt. Das ist zwar zugegebenermaßen etwas für die nächsten 20 Jahre und bis dahin muss man sich warm anziehen, aber vielleicht klappt es dann in Deutschland auch mal mit der Alternative zum Auto…

  10. Leider gelten rote Ampeln in meiner Stadt nicht für Radfahrer. Da wird dann kurz auf den Gehweg gewechselt, mit den Fußgängern die Straße überquert und auf der anderen Seite dann wieder auf die Straße gewechselt. Sofern man überhapt die Straße verwendet, oft wird auch statt dem Radweg der Gehweg verwendet. Ich gebe es zu. Wenn ich so einen Idioten sehe mache ich mich als Fußgänger so breit wie möglich, und gehe mittig, denn Radweg ist in dieser Straße immer leer und könnte bequem benutzt werden.

  11. Also ich bin dafuer,
    1. dass die e-Tretroller auf dem Radweg fahren und nur dort,
    wo es explizit erlaubt ist auch auf dem Gehweg.

    2. Kinder auf dem e-Tretroller einen Helm tragen muessen

    3. Kinder ab 14 Jahren (mit Helm) auf einem solchen e-Tretroller
    bis 20 km/h fahren duerfen

    4. e-Tretroller ab 10 km/h bis 20 km/h versicherungspflichtig werden

    5. e-Tretroller schneller als 20 km/h wie Mopeds behandelt werden
    – „auf der Strasse fahren“, „Mopedfuehrerschein“, „versicherungsflichtig“

    6. Kinder ab 12 Jahren (mit Helm) auf einem solchen e-Tretroller
    bis 10 km/h fahren duerfen

    Warum?

    Die Kinder muessen es ja irgendwann lernen und
    dies geht meiner Meinung nach nur durch Üben/Training.

    Im Alter von 12 Jahren kann man den Kindern (denke ich)
    noch die gegenseitige Ruecksichtnahme beibringen:
    „Ich fahre bei erhoehtem Verkehrsaufkommen bewusst etwas langsamer.“
    „Ich steige auch einmal ab, wenn es schwierig wird und versuche nicht die Vorfahrt zu erzwingen.“
    „Wenn ich abgestiegen bin, dann bewege ich mich wie ein Fussgaenger weiter und dies ist nicht schlimm und dies tut mir nicht weh.“

    Nur durch Training koennen die Kinder so etwas lernen.
    Also muss man den Kindern auch erlauben zu trainieren.

    Also ein wenig Mut zum kalkulierten Risiko!

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