Kein 4K: Disney+ bietet aktuell maximal 1440p

Disney+ drosselt aktuell, wie auch die anderen Streaming-Anbieter, die Qualität. Deswegen steht auch derzeit leider kein Dolby Atmos zur Verfügung. Nun kann man natürlich immer viel diskutieren, denn wenn die Bitrates gesenkt werden, kann das je nach Inhalt ganz unterschiedlich stark wahrnehmbar sein. Bei Disney+ wirkt sich das aber offenbar nach Prüfung und Vergleich mit dem US-Angebot recht deutlich aus. So müssen Abonnenten aktuell auf 4K verzichten.

Ob die aktuellen Drosselungen wirklich sinnvoll sind, darüber wird viel diskutiert, denn einige IT- und Internet-Koryphäen halten die Maßnahme für sinnfrei bzw. bezeichnen sie als PR-Masche der EU-Politik, die bei den Streaming-Anbietern gern gesehen ist, da sie dadurch Kosten sparen. Formal ist die Argumentation der Politik jedenfalls, dass man so die Infrastruktur entlasten wolle.

Dass Disney+ aktuell kein Dolby Atmos bietet, ist gemeinhin bekannt und nachgewiesen. Allerdings liefert der Streaming-Anbieter eben auch kein 4K mehr in der EU. Die höchste Auflösung, die aktuell ausgespielt wird, liegt bei 1440p – also 2.560 x 1.440 Pixeln. Das erklärt übrigens auch indirekt das Fehlen von Dolby Atmos. Disney+ koppelt das hochwertigste Tonformat nämlich an die höchste Auflösung. Wird kein 4K ausgeliefert, dann fehlt automatisch auch Dolby Atmos bei diesem Streaming-Anbieter.

Netflix geht da übrigens anders vor und bietet zwar noch 4K an, reduziert aber dafür die Datenrate stark. Was zu einem besseren Resultat führt – ein hochauflösendes Bild mit mickriger Bitrate oder ein niedriger aufgelöstes Bild mit solider Bitrate – das hängt auch vom Inhalt ab. Disney+ greift aber sogar noch härter durch: Titel, die in HD gelistet sind, liefert man derzeit nicht mit 1080p (1.920 x 1.080 Pixel), sondern nur mit 720p (1.280 x 720 Pixel) aus.

Tja, wann wird Disney+ nun wieder „hochschalten“ und 4K sowie Dolby Atmos anbieten? Das ist aktuell offen. Wie übrigens das Verhalten bei Disney+ herausgefunden wurde, fragt ihr euch vielleicht? Das geht über einen Apple TV 4K und die Entwicklerfunktionen, dann bekommt man detailliertere Angabe zu den jeweiligen Signalen. Hier kann man dann mal an dieser Stelle eine Lanze für das Nischenmedium Ultra HD Blu-ray brechen: Mit Disks können einem derlei Sperenzchen nicht widerfahren.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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40 Kommentare

  1. Das ist doch ein Mist.
    Ist das erst seit kurzem so oder bereits seit dem Start, der in Deutschland ja ohnehin gleich gedrosselt erfolgte?
    Mit einer leicht reduzierten Bitrate kann sich ja jeder abfinden aber eine so starke Reduzierung ist unverhältnismäßig.

    • und wahrgenommen hast du es bis du den Artikel gelesen hast auch nicht. Immer dieses rumgeheule

      • Horst-Peter Koopmann says:

        Ich hatte es sofort wahrgenommen, das schon ab Tag 1 bei mir nur FHD statt UHD ankam.
        Das hatte ich im Support-Chat nachgefragt, dort wurde mir gleich gesagt, das UHD wegen Corona weitestgehend als FHD ausgeliefert wird. Ich kann damit leben, für UHD sitze ich eh zu weit weg (55-Zoll TV, 3,5-4m Abstand).
        Außerdem ist für mich der Preis von D+ immer noch sehr gut und letztendlich kommt es mir auf die Inhalte an und nicht darauf, das jetzt in der letzten Qualitätsstufe zu sehen.

        • Ach Steffen, schließen Sie mal nicht von sich auf andere. Nur weil Sie die Unterschiede nicht wahrzunehmen vermögen, heißt es nicht, dass auch andere Tomaten auf den Augen haben.
          Hier kommt es auch auf den Monitor/Fernseher an. Auf dem 4k/65 Zoll Fernseher meines Freundes, wo wir regelmäßig Filme drauf schauen, sieht man es halt deutlich. Wenn du auf nem 20 Zoll Monitor Filme konsumierst, ist es kein Wunder, dass du keinen Unterschied siehst.

  2. Einfach VPN einschalten und gut ist, geht sogar auf dem FireStick super bequem.

    Sollte hier jeder User hinbekommen, ist eine Sache von 1-2 Minuten.
    VPN ist inzwischen bei mir dauerhaft aktiviert, auch für Netflix und Prime.

    Netter Nebeneffekt: Die Kataloge sind viel gefüllter und Filme werden früher sichtbar, kleines Beispiel: Frozen 2.

    Da ich finde, dass sich die Anbieter mit ihrer Drosselung in einer dunklen Grauzone befinden, habe ich mich eben auch in diese begeben. Gleiches Recht für alle 🙂

    • Streng genommen sollte man in so einem Fall einen Teil der monatlichen Kosten erstattet bekommen.

      • Dann ließ – streng genommen – nochmal die AGB 😉

        • Gut klar, da sind die abgesichert, da keine fixe Qualität teil des Vertrags ist – wie denn auch, es kann an anderen Stellen wie der eigenen Internetleitung ja auch Probleme geben.
          Stumm akzeptieren muss man den Umstand ja dennoch nicht.

          • Naja … was magst du denn machen, als das still zu akzeptieren? Kündigen, irgendwo kommentieren, einen Brief schreiben, die Zahlung verweigern?… wow, da wird der Disney-Vorstand sicher persönlich vorbeikommen und sich entschuldigen.

            Sie liefern dir die Inhalte, du kannst sie dir anschauen … wenn dir das Angebot (oder die Auflösung) nicht passt, wirst du nicht gezwungen, dein Abo nach der schon bezahlten Laufzeit fortzusetzen.

            • Man kann sich zumindest mal an den Support wenden. Mehr als „Router neu-starten“ kommt da als Rückmeldung natürlich nicht, aber bei einer Vielzahl solcher Beschwerden tut sich ggf. ein bisschen was.
              Und ja, man wird nicht gezwungen das Abo fortzusetzen.

    • Macht denn Netflix mit VPN keine Zicken? Früher hat Netflix bei fast allen VPN Fehlermeldungen angezeigt, wenn man etwas streamen wollte.

    • Laufen VPN’s denn zuverlässig bei Disney+?

      Netflix blockt ja ziemlich heftig sehr viele VPN’s

      • Ich vermute einfach mal, dass Netflix zur Zeit lockerer drauf ist. Habe jedenfalls mit Windscribe keinerlei Probleme bei Netflix.
        Das sah vor Corona tatsächlich anders aus.

  3. Disney+ nutzt doch nur die Gelegenheit aus um Bandbreite und kosten zu sparen (wie die meisten auch) – angemessen wäre es zu echten Stoßzeiten zu drosseln, aber so ist das schon etwas frech 😉

    • Nur dass du halt nicht für UHD zahlst …

      • Natürlich zahle ich für UHD. Die haben damit geworben und ich habs mir deswegen geholt.

      • Klaro zahlt er für UHD. Disney+ wirbt damit und beschreibt den Service sogar im Nutzungsvertrag, Und Verträge sind nun mal ein zweiseitiges Geschäft: einer bekommt eine definierte Leistung, der andere dafür normalerweise Geld. Und da UHD Bestandteil der Leistung ist, zahlt man eben auch dafür.

    • welche Stoßzeiten? 7-24 Uhr? Wenn so viele Daheim sind und durchgehend konsumieren gibt es nicht mehr DIE Stoßzeit wie sonst. Es wir quasi 24/7 mehr als sonst. Bei Disney kann man das quasi gar nicht abschätzen in D/EU da sie ja hier quasi erst mit Corona gestartet sind.
      Hmmmm? Disney und Corona zur gleichen ZEIT? Hmmmmm… vielleicht sollte man Disney verbrennen, die sind sicher dran schuld…

  4. Bitte Leute, hört doch auf zu meckern. Das ist das Problem unserer Gesellschaft. Will mehr, will neuer, will schneller, will geiler, will schärfer. Aber mit dem was man gerade bekommt, ne damit gebe ich nicht nicht zufrieden. Das ist ein Riesen Problem der Gesellschaft. Ehrlich, nehmt es gerade mal so hin, und ja, natürlich zahlt man den vollen Preis, aber man bekommt doch Inhalt. Nur nicht in 4K. Klar, somit kann man dann nicht vor allen stehen und sagen, hey ich schaue Mickey Maus in 4K. Nein, Leute, so kann und wird es auf Dauer in unserer Gesellschaft nicht weiter gehen. Danke für den Bericht.

    • Mimimi, Menschen wollen mehr als Wasser und Brot. Gib halt Deinen Rechner ab, den brauchst Du doch nicht wirklich! 😉

      Es ist doch Unsinn, den Wunsch nach „mehr“ als Problem unserer Gesellschaft zu deklarieren. Das Streben nach „mehr“ ist vielmehr der Antrieb, der dazu führt, dass es uns überhaupt noch gibt. Sonst würden wir noch heute wie Carolin in der Steinhöhle sitzen und darüber fabulieren, dass man doch eigentlich mit dem zufrieden sein sollte, was man aktuell hat. Mit der Einstellung hätte sich nicht einmal eine Gesellschaft konstituiert.

    • Dem kann ich nur zustimmen. Immer mehr, immer mehr… Statt sich mal mit dem zufrieden zu geben, was wir haben. Es geht uns scheinbar immer noch zu gut, leider merken das immer weniger Leute.

  5. Hab jetzt wieder angefangen, hin und wieder das Nischenmedium UHD Bluray zu nutzen. Es ist einfach ein Unterschied wie Tag und Nacht (wenn der Film hochwertig produziert wurde natürlich) zum Streaming, auch schon vor Corona.
    Kann ich jedem empfehlen das mal auszuprobieren, vor allem in Kombination UHD/OLED (man muss ja nicht jeden Film kaufen, leihen geht auch).

    • Wo leihst Du UHD Bluray aktuell?

    • Jupp, ich bin ebenfalls ein Befürworter der 4K UHD BluRay – das läuft dann auch ohne Zwangs-Drosselung seitens des Anbieters. Da kann dir dann auch Niemand plätzlich einen Film oder eine Serie aus dem Sortiment nehmen, weil die Scheibe im Regal wirklich deine ist. Erst gestern Cliffhanger von 1993 in 4K gesehen – trotz des Alters ein wunderbar scharfes und detailliertes Bild, da merkt man schon, dass 4K per Stream – selbst bei Apple – nicht ganz da ran kommt. Einfach mal wieder auf Scheibe setzen, muss ja nicht immer der volle Katalog für unter 10 Euro sein oder?

  6. Ich frag mich ob die Videokonferenzen auch auf 1/2 oder 1/4 Quali runtergedrosselt werden von den Anbietern.

    • Kann ich mir nicht vorstellen. Ein Streaming-Anbieter kann entscheiden, mit welcher Datenrate er seine Inhalte streamt. Videokonferenzen müsste der Server aber downsamplen. Das spart im Endeffekt zwar Bandbreite, würde aber enorme Rechenpower und einen recht hohen Strombedarf erzeugen. Von der technischen Machbarkeit bei den bestehenden Lösungen mal abgesehen.

      • Aber die Anbieter können ja Updates verteilen und eben die Auswahl auf sagen wir mal max. SD bei mehr als 10 Teinehmer und bis 10 auch gar HD zulassen oder ähnliches. Problematisch wär dies ja nicht einzurichten, außer es ist ein schlechtes Prog…

    • Da wird meist schon clientseitig maximal HD gesendet. Alles andere ist auch absurd. Mag mit gar nicht vorstellen wie ein Meeting mit 20 Full HD Übertragungen laufen soll.

  7. gucke sowieso nur die Simpsons, da stört es mich weniger

  8. Es Stört mich seit seid dem erstem Tag und habe es sofort gesehen. Nutze jetzt einen VPN und hoffe das es sich bald wider ändert!!

  9. Schon krass, wie da momentan runtergeschraubt wird. Mit dem Info-Button auf meiner Remote vom alten LG kann ich bei der Netflix-App auch die jeweils aktuellen Daten einsehen. Anfang 2019 streamte Netflix ihren Vision/Atmos content noch mit 26mbit/s. Dann kurz vor Corona waren’s noch 14mbit/s, meine ich. Und momentan kommen nur noch 7,62mbit/s durch’s Kabel.

  10. Sonst habt ihr keine Sorgen? Dann ist ja alles gut! Beruhigt mich irgendwie… *augenroll*

  11. Ich weiß ja auch wie das ist, Vertrag ist Vertrag und man möchte schließlich auch bekommen, wofür man bezahlt. Jedenfalls, wenn man bezahlt, und das dürfte bei vielen im Moment nicht der Fall sein. Das ändert natürlich nichts an den vertraglichen Verpflichtungen des Anbieters, macht es aber doch leichter, die Einschränkungen zu ertragen. 😉

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