Kabel Deutschland verteilt standardmäßig IPv6-Adressen

Ab sofort erhalten alle Neukunden von Kabel Deutschland, die im DOCSIS 3-Ausbaugebiet wohnen (also da, wo auch 100 MBit machbar sind), standardmäßig auch öffentliche IPv6-Adressen zugewiesen. Bestandskunden mit Kabelroutern von Compal und Hitron wurden bereits automatisch auf IPv6 umgestellt. Der Rollout für Kunden mit der Homebox (Fritz!Box 6360) soll in den nächsten Wochen an Fahrt aufnehmen. Aktuell setzt Kabel Deutschland auf die gleichzeitige Verwendung von IPv4 und IPv6, da noch nicht alle Dienste und Services im Internet IPv6 nutzen. IPv6 stellt insgesamt 340,28 Sextillionen öffentliche Internet-Adressen zur Verfügung.

Kabel Deutschland

Eine Sextillion ist eine 1 mit 36 Nullen – diese Anzahl sollte dann auch auf längere Sicht trotz eines weltweiten Anstiegs der internetfähigen Geräte ausreichen. Will man das vergleichen, so muss man sich die damaligen Postleitzahlen vorn Augen halten – durch die Wiedervereinigung kamen in Deutschland Gemeinden hinzu, sodass der vierstellige Raum nicht mehr reichte. Jedes Gerät wie PC, Notebook oder Tablet braucht eine eigene Adresse, um Verbindung zum Internet herstellen zu können und von dort aus angesprochen zu werden. Von den bisher genutzten öffentlichen IPv4-Adressen sind beinahe alle der zur Verfügung stehenden vier Milliarden vergeben. Mit der Verfügbarkeit dieser Adressen ist es übrigens möglich, jedem Anschluss dauerhaft eine feste, nachvollziehbare Adresse zu geben.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

24 Kommentare

  1. Japp, hab ich bereits seit einigen Wochen, leider hat es dadurch meinen SixXS Tunnel aus der Fritz Box gehauen und neu eintragen geht nicht, fliegt immer wieder raus :/
    Aber schön das KD auf Dual Stack setzt (zumindest mit der Fritz Box).

  2. Also ich hab auf meiner Homebox eigtl. schon ziemlich lange ne IPv6 Adresse von Kabel Deutschland.

  3. Habe schon seit Sommer (leider) ipv6 bei KD 100 Mbit (Hitron) in Kempten. War leider ein Fehler bei der Bestellung mit dem ich erst mal weiter das Netz nutze. In Lübeck mit der 6330 ipv6 mit 100 Mbit. Da kann man dann wenigstens noch Ports weiterleiten und freigeben. Mich würde mal interessieren, wie das unter ipv6 funktionieren soll.

  4. Bei Kabel und IPV6 kommt mir gleich DS Lite in den Sinn. Mit dessen CGN hat Tele Columbus es Mitte des Jahres geschafft, mich aller meiner eingehenden Verbindungen (VPN, FTP) zu berauben und mich damit gezwungen, mir einen Anschluss von der T-Com stellen zu lassen, weil es da noch echtes IPV4 gibt. Das wird sich hoffentlich auch erst mit einem vollständigen Cutover zu V6 ändern.

    Wie sieht die Umsetzung bei KD genau aus? Selbst wenn ich dort per IPV6 von außen grundsätzlich erreichbar bin, ist derjenige, der sich in einem Netz befindet, das nur V4 kann trotzdem angeschmiert, wenn der V4 Verkehr über ein CGN bei KD geht.

    Ich finds übrigens eine Frechheit, dass die Anbieter damit ungestraft die Zugänge kastrieren und zB das Betreiben eines VPN daheim auf der NAS oder im Router unmöglich machen.

  5. Christoph B. says:

    Problem ist wenn man dazu keine IPv4 Adresse bekommt.

    Hatte ich bei Unitymedia so.
    Dieses dual stack light fiel ständig aus was mir den Zugang zu sämtlichen IPv4-Diensten und Seiten verwehrte. Macht definitiv kein Spaß.

    Habe den Mist gekündigt. Lasst euch ja nicht von denen verarschen 😉

  6. In Lübeck meinte ich natürlich ipv4

  7. Doofe Frage:

    Als Durchschnittsuser ist das doch eher ein Nachteil für mich, oder nicht?

    Das hat zur Folge, daß NAT wegfällt und jedes meiner Geräte eine eigene IP Adresse im Netz hat und auch unter dieser sichtbar ist. Das war ja bisher durch NAT nicht der Fall.

    Gut, wenn ich jetzt daheim ein paar Serverdienste laufen habe, wird es einfacher. Aber das dürfte ja nur ein sehr geringer Prozentsatz der User sein, eher im Promillebereich.

  8. Ja ganz hübsch… ich habe meinen bestehenden Anschluss auf die 100 upgraden lassen und musste dafür dann den Kabelrouter austauschen.

    Der Neue ist jetzt selbst schon ein Router, kann kein DynDns und besteht auf seiner 192.168.0… Adresse…

    Flexibel konfigurierbar wie eine Brechstange…

  9. Gibt es da ein Optout oder kann man das abschalten (lassen)? ich halte IPv6 für einen großen Privatsphärenvernichter, da weder Provider noch Webanbieter GEZWUNGEN sind, die IPv6 Picacy-Options zu setzen und ich als User das auch nicht kontrollieren kann.

  10. Bisher bekommt man DualStack, also auch noch eine IPv4 Adresse. Zudem kann man im Kundencenter auf V4 only umstellen. Also KD macht vieles falsch, aber das machen sie endlich mal richtig.

    @thefan: BridgeModus im Kundencenter aktivieren, dann isses nur noch nen Modem und due kannst dahinter pakcen was du willst!

  11. Richard: Quatschkram, die privacy-Option setzt Dein Rechner und kein Webseitenbetreiber.

    Viel interessanter als irgendwelche hinkenden PLZ-Vergleiche wäre die Info, ob man ein festes Präfix bekommt oder das ein dynamisches ist.

  12. @Peer: Das Problem mit DS Lite ist tatsächlich ein großes, wenn man von aussen auf sein Netzwerk zugreifen möchte.
    Du kannst das aber recht einfach lösen, indem du einfach bei deinem Anbieter (bei mir KBW) anrufst, und darum bittest das IPv4 wieder aktiviert wird.
    Das dauert ca. 5 Minuten für den Anruf, und bis zu 24 Stunden für die Umstellung auf IPv4.
    Und schon klappt alles wieder.

  13. Nirgends steht was zu den Leuten die ein Cisco-Modem von Kabel Deutschland haben 🙁 Hab leider noch keine IPv6.

  14. Mit Kabel Deutschland kann ich seit Wochen schon iTunes und Appstore nicht richtig erreichen. Soll anscheinend an den IPv6 Adressen liegen, was man so im Inernet liest.

  15. Ich bin vor einiger Zeit bei KD auf IPv6 umgestellt worden, habe dann gleich über die Webseite ein Supportticket geöffnet, dass ich eine Rückstellung auf v4 möchte. Das Ticket ist ohne Kommentar verschwunden.
    Ein Anruf bei der Hotline brachte dann Klärung, einzig durch die Umstellung des KD-Routers auf Bridgemode und einem eigenen Router dahinter verschafft einem IPv4. Hab ich gemacht, funktioniert auch, aber ist halt wieder ein Gerät mehr das Strom frisst.
    In der Regel ist IPv6 kein Problem, nur wenn man eigene Dienste (z.B. VPN, eigene Webseite) von zu Hause bereitstellt geht das mit dem murksigen Dual Stack Lite von KD nicht, da die nötige Portweiterleitung an deren Carier Grade NAT nicht eingerichtet werden kann.

  16. Fazit ist also, dass die derzeitige Umsetzung für versiertere User eher ein Schritt zurück ist, da die eingesetzten Übergangstechnologien Murks sind… Ich bin sehr gespannt, wie das weiter gehen soll.

  17. coriandreas says:

    Solange es die Möglichkeit gibt, nach Reconnect eine neue IP aus der Sextillion zu bekommen, ist mir das wurscht. Jetzt müsste man ja noch öfters reconnecten können, IP’s gibt es ja zur genüge!

  18. Damit man sich die 340,28 Sextillionen vorstellen kann: http://xkcd.com/865/

  19. Ich bin Kunde mit 100Mbit und Homebox. Ich betreibe per Portweiterleitung einige „Serverdienste“ wie VPN und einige Sachen auf meiner Synology. U.a. auch tinytinyRSS. Muss ich befürchten, dass es da nach Umstellung auf v6 Probleme gibt???

  20. Man kann sich problemlos über den Kundenservice wieder auf echtes ipv4 runterstufen lassen. Habe ich selbst so gemacht. Hatte mich gewundert, warum mein dyndns nicht mehr funktionierte bis ich schließlich die neue Firmware auf dem Hitron gerät bemerkt hatte, bei der auch nur noch ipv6 Forwardings einzutragen waren. Die ipv4 waren noch da, die Maske über die GUI aber nicht mehr erreichbar und mangels ipv4 Adresse nicht mehr nutzbar.
    Dauerte ca. 2 Tage, dann hatte ich wieder eine IPv4 Firmware und das Gerät hatte auch nur noch eine IPv4 Adresse.

    TL;DR
    Beim Support ein Ticket aufmachen, dann gibts auch wieder IPv4.

  21. Was muss ich mit v6 Zuhause beachten?

  22. Der Vergleich mit den Postleitzahlen ist wahrlich der schlechteste, den es gibt. Die Bundesrepublik hat sowohl bei dem Postleitzahlen und den Telefonvorwahlen das Gebiet der damaligen DDR mit berücksichtigt. Es war schon immer erklärtes Ziel der Bundesrepublik eine deutsche Einheit herbeizuführen und hat das überall berücksichtigt.

  23. Auch ein schöner Vergleich ist die Möglichkeit, 655.570.793.348.866.943.898.599 (6,5 x 10^23) Adressen für jeden Quadratmeter Erdoberfläche zur Verfügung zu haben. http://technet.microsoft.com/de-de/library/cc781652(v=ws.10).aspx