Jolla möchte Tablet-Unterstützer auf Raten entschädigen

artikel_jollaEine traurige Crowdfunding-Geschichte, die Jolla mit dem Jolla Tablet auf Indiegogo hingelegt hat. Bereits Anfang Januar wurde bekannt, dass Jolla nicht alle Unterstützer mit einem Tablet beglücken können wird. Es sollte noch eine kleine Menge produziert werden, die dann an Unterstützer geht, der Rest schaut in die Röhre. Nun sieht es noch einmal anders aus, wie Jolla heute mitteilt, wird keiner leer ausgehen. Alle Unterstützer, die kein Tablet erhalten, werden Ihr Geld zurückbekommen. Allerdings wird sich diese Rückzahlung auf zwei Zeiträume aufteilen.

540 Tablets wird Jolla im Februar noch an Unterstützer schicken, somit wird nur ein Bruchteil der eigentlichen Unterstützer jemals ein Tablet erhalten. Ebenfalls ab Februar werden dann die Rückzahlungen starten, der zweite Teil folgt dann innerhalb eines Jahres. Vorausgesetzt die finanzielle Situation bleibt stabil. Betroffene erhalten automatisch eine E-Mail mit Anweisungen, wie sie ihr Geld zurückbekommen.

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Das klingt auf jeden Fall nach einem versöhnlicherem Ende der ganzen Geschichte als noch vor ein paar Wochen. Dass die Unterstützer ihren Finanzierungsbetrag zurückerhalten ist nett, auch wenn es nicht auf einmal passiert. Immerhin handelte es sich um ein Crowdfunding-Projekt, mit dieser Form des „Einkaufes“ sind für den Nutzer diverse Risiken verbunden, unter Umständen ist auch einmal der unterstützte Betrag futsch.

Aus den Kommentaren des letzten Jolla_Beitrags weiß ich, dass wir auch Betroffene unter den Lesern haben. Diese haben den „Verlust“ relativ cool weggesteckt. Freut Ihr Euch nun dennoch über die Rückzahlung? Oder habt Ihr eher das Gefühl, Jolla hätte genau dies auch vor 3 Wochen schon anbieten und kommunizieren können?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. turbinenreiter says:

    Ich bin furchtbar enttäuscht und wütend. Jolla hat miserabel kommuniziert und das Projekt stümperhaft versaut. Lag auch an einem strategischen Richtungswechsel inklusive Austausch des CEOs, auch wenn die das nicht zugeben wollen. Auch wenn diese Nachrichten jetzt eher positiv sind, wurde ich von denen schon zu oft enttäuscht. Ich glaub’s erst wenn ich das Tablet (für das ich Mitte Oktober schon tax+shipping gezahlt habe) oder das Geld wieder habe.
    Und mit Open Source schaut’s auch eher traurig ist – die UI ist geschlossen und damit machen sie jetzt Licensing-Business.

    Was mich am meisten nervt ist der CEO, der zeitgleich mit dem Scheitern des Tablet Projektes eine neue Unternehmung startet, wo er prahlt wie toll er nicht Hardware in Chine bauen und Investmentgeld aufstellen kann. Das ganze während er wegen fehlendem Investment daran scheitert, Hardware in China zu bauen. Auf der Slush Konferenz Ende des Jahres versprach er auch noch persönlich alle Tablets würden geliefert.
    Mir scheint die leben da in einer abgehobenen Start-up Blase, ziemlich weit entfernt von ihren Unterstützern, wo sie sich selbst als wilde Genies sehen.

    Dem letzen Blogpost nach sollte ich ja tatsächlich ein Gerät bekommen (Backer Nr. 240 -> da sieht man wie enthusiastisch ich damals noch war) – ich weiß nur nicht was ich damit machen soll. Wenn ich es ablehne und mein Geld zurückverlange werde ich darauf wohl wieder Monatelang warten, und dann ist es mir lieber das Gerät zu kriegen und auf eBay weiter zu geben – denn mit Jolla möchte ich nichts mehr zu tun haben. Der einzige Grund es zu behalten wäre der vorhandene Linux-Support, was bedeutet es wäre möglich irgendeine Linux-Distri darauf laufen zu lassen.

    Eine riesige Chance haben die da vertan. Das Licensing wird nicht funktionieren, eigen Hardware war deren einzige Chance.

  2. Wolfgang Denda says:

    Wenn die Versprechungen diesmal gehalten werden können. Zum Glück habe ich frühzeitig festgestellt, dass Jollaphone nichts für mich ist (Tastaturprojekt TOHKB gescheitert, Akkulaufzeit), und Tablets bei mir eh ungenutzt herumliegen.

    Hoffentlich wird diese Scheitern Konsequenzen auf die Crowdfunding-Landschaft haben. Wenn sogar solche Kleinteilehersteller wie ZNAPS noch bis Februar/März ’16 brauchen werden, um endlich liefern zu können…

  3. Ich bin zwar kein Unterstützer, aber ohne die Entschädigung hätte ich es als Sauerei empfunden, daß ein paar ein Tablet erhalten und der Rest nicht. Wenn man unterstützt, dann ist immer das Risiko des Schweiterns da. Dies sollte aber für alle gleichermaßen gelten. Sonst starte ich demnächst auch mal ein Projekt und finanziere so für mich und meine Freunde die Gegenstände, der Rest muß leider leer ausgehen. Kurz, alle oder keiner sollte das Motto sein. Scheitern für alle oder Erfolg für alle.

  4. Solche handelsüblichen Produkte – irgendwie ist ein Tablet, ein Smartphone etc. nichts anderes – unterstütze ich generell nicht. Einfach weil die auch andere Möglichkeiten haben, die wesentlich langfristiger angesetzt werden können, wenn auch mit kleineren Stückzahlen. Wird doch eh fremd produziert. Da sollte man sich professionelle Investoren suchen. Werden die nicht gefunden, sollte man – meiner Meinung nach – bei einem Produkt wie einem Tablet vielleicht noch mal in sich gehen, ob es nicht Potential für Verbesserungen gibt oder ob es überhaupt Sinn macht, ein xtes Tablet ohne riesigen Mehrwert zur Konkurrenz auf den Markt bringen zu wollen.
    Wenn die Profis schon kein Interesse haben, lasse ich die Finger auch davon.

  5. Generell habe ich den Eindruck, daß einige Indiegogo Kampagnien nicht rund laufen.
    Und erstaunlicherweise kommen aber immer wieder ähnliche Projekte, die es dann auch versuchen wollen.
    Ich bin mittlerweile sehr skeptisch, was viele Projekte auf Indiegogo angeht und der Support seitens Indiegogo ist, ehrlich gesagt, miserabel.

  6. Doof gelaufen, ich hätte das Gerät wirklich gerne gehabt. Grundsätzlich finde ich solche neuen Entwicklungen super und ich kann auch viele dieser Mainstream Sachen nicht mehr sehen.
    Das Risiko ist beim Crowdfunding leider immer dabei und die Kommunikation mit uns war wirklich unterirdische.
    Ich werde weiter auf Jolla achten, vielleicht machen sie ja ein Phone 2, dann aber bitte ohne Crowdfunding.!
    Jetzt gab es gerade das Dell Tablet günstig. Das habe ich nun gekauft und hoffe, dass ich das Geld von Jolla auf meinem Konto wiederfinden.
    Ich hätte so gerne ein Sailfish Tablet gehabt!!

  7. Wenn die Zulieferer Probleme bereiten, zerbricht halt die gesamte Kette. Da ja nicht gerade Anfänger bei Jolla sitzen, sollten die sich schon für solche Fälle abgesichert haben.

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