iSIM: Vodafone und Qualcomm zeigen Smartphone mit der Weiterentwicklung der eSIM

Bei der iSIM handelt es sich nicht um eine SIM-Karte aus dem Hause Apple, sondern vielmehr um die Weiterentwicklung der eSIM. Die eSIM (embedded SIM) findet mittlerweile Platz in zahlreichen Smartphones und vor allem Wearables. So setzt Apple beispielsweise auf eine physische SIM-Karte nebst eSIM, um Dual-SIM zu realisieren, bietet mit den neuen iPhone-13-Modellen aber auch die Möglichkeit, zwei eSIM-Profile parallel zu betreiben. Bei Smartphones von Samsung und Oppo habt ihr weiterhin zwei physische Steckplätze, wobei in vielen Geräten einer durch eine eSIM ersetzt werden kann. Vodafone, Qualcomm Technologies und Thales haben nun ein funktionierendes Smartphone mit iSIM gezeigt.

Die iSIM ist die technische Weiterentwicklung der eSIM und basiert auf der GSMA-Spezifikation ieUICC1. Die neue Technologie erlaubt es, die Funktion der SIM-Karte direkt in das SoC (Hauptprozessor) des Geräts zu integrieren. Quasi so, wie es auch bei GPU, CPU oder Modem der Fall ist. Dies wird künftig wohl weitere Geräte mit Mobilfunkanbindung erlauben.

Die in den Hauptprozessor eingebettete iSIM ermöglicht eine bessere Systemintegration, höhere Leistung sowie eine größere Speicherkapazität. Im Gegensatz zur eSIM ist bei der iSIM kein separater Chip mehr notwendig. SIM-Dienste beanspruchen keinen eigenen Speicherplatz und zudem weniger Platz. So dürften wir künftig wohl mehr Laptops, Wearables und Tablets mit direkter Mobilfunkanbindung sehen. Denkbar ist aber auch die Integration in IoT-Geräte und Virtual-Reality-Plattformen. Die bestehende eSIM-Infrastruktur wird dafür weitergenutzt und erlaubt die Remote-SIM-Bereitstellung.

Nach eigenen Angaben setzten, seit ihrer Einführung 2018 bei Vodafone, mittlerweile mehrere hunderttausend Vodafone-Kunden auf die eSIM. Mit wachsender Anzahl an kompatiblen Geräten wäre die Tendenz hier klar steigend. Was mit der eSIM ebenfalls wegfällt: Die Plastikkarten, die zwar in der Vergangenheit schrumpften, aber die nach wie vor wohl einiges an Müll produzieren.

Um das Proof of Concept zu zeigen, setzte man auf das Samsung Galaxy Z Flip mit dem Snapdragon 888 als Basis. Dieser Chipsatz verfügt bereits über ein integriertes Qualcomm Secure Processing Unit, auf dem das Betriebssystem für die iSIM läuft. Jenem Konzept-Smartphone verpasste man quasi ein eSIM-Profil von Vodafone.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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20 Kommentare

  1. Richard Rosner says:

    Na dann hoffe ich mal, dass man auch andere Unzulänglichkeiten beseitigt. Ich finde es schon für fragwürdig, wenn eine eSIM offenbar nicht per default auf beliebigen Geräten funktioniert, die eine eSIM unterstützen, sondern alle erst explizit unterstützt werden müssen. Macht schon echt wenig Sinn

  2. Ist ja schön und gut, löst aber nicht das Hauptproblem der eSIM aus Kundensicht, nämlich den erschwerten Gerätewechsel. Es sei denn das war von Anfang an das Ziel.

    Schließlich muss für jeden Gerätewechsel ein neues eSIM-Profil beim Anbieter beantragt werden. Bei einem Wechsel zurück auch, da dann das alte Profil deaktiviert wurde. Besonders umständlich ist das wenn man im Urlaub die deutsche SIM in ein Zweithandy verbannen möchte und noch kein Datenroaming/WLAN hat.

    • Das ist Providerabhängig, Telekom und o2 setzen auf Einweg-Profile. Vodafone erlaubt die mehrmalige Nutzung.

    • Vodafone kann das ohne Weiteres ohne neues Profil!

      • Richard Rosner says:

        Zeigt aber auch wieder die Probleme auf. Nicht jede eSIM von jedem Anbieter geht mit jedem Gerät und nicht jeder Provider setzt es kundenfreundlich um. Und den Grund für ersteres kann ich absolut nicht nachvollziehen. Wenn man schon eine eSIM macht, sollte die per default auf allen Geräten lauffähig sein und nicht erst angepasst werden müssen.

    • Richard Rosner says:

      Also das ist eigentlich kein Problem. Das Problem ist eher zu wissen, dass man für die Aktivierung ein Gerät haben muss, dass SMS für die Nummer empfangen kann. Darüber muss man den Wechsel bestätigen. Wenn man das weiß, ist das in ca 5 min fertig. Zumindest bei O2 hatte ich damit keine Probleme (außer dass sie im Shop behaupten, der Code währe wiederverwendbar, was er nicht ist)

    • Also bei der Telekom war der Gerätewechsel bei IPhones/Apple Watches gar kein Problem. Hat alles während der Übertragung funktioniert

  3. the customer says:

    Wir bewegen uns gefühlt zurück in der Zeit. Die Amis hatten Verizon, wo die Endgeräte keine SIM hatten und der Provider die Endgeräte freischalten musste. Man war also auf den guten Willen angewiesen. SIM ist die Freiheit und nun kommt mit eSIM oder iSIM wieder die Rückkehr, weil das nicht vernünftig für den Endnutzer implementiert wurde:
    Ich kann nicht mal eben die Karte in ein anderes Gerät stecken und bei Defekt wird es noch schlimmer.

    Dass es anders geht, zeigt Simquadrat aber die großen Player sind eher darauf aus, den Nutzer zu ärgern. eSIM braucht Regulierung die bei der SIM so nicht notwendig war.

  4. Ich dachte auch, dass ich mir mit der eSIM mehr als den fummeligen Kartenwechsel erspare.
    Aber scheint ja mit dem umständlichen Profilwechsel komplizierter als das Plastikteil zu tauschen.

    • Hatte bei o2 noch nie Probleme mit.
      Ging immer zügig.

    • Sehe ich gar nicht so. eSIM im Kundencenter beauftragen, eID des Endgeräts eintragen und alles andere passiert auf dem Endgerät innerhalb weniger Minuten automatisch – viel besser, als – wie früher – mehrere Tage auf den Brief mit der SIM zu warten.

      • Richard Rosner says:

        Bei welchem Anbieter? Ich kann nur von O2 berichten, da kann man in der App ein neues Profil beantragen, wenn es da ist, muss man es aber noch mit einem Code, den man per SMS bekommt, damit man an den QR Code bzw den Code für das manuelle einrichten kommt. Das funktioniert natürlich nur so lange, wie man dem Shop nicht glaubt ihr versucht, die Codes mehrfach zu verwenden und dann versucht, es zum Laufen zu bekommen, indem man auf dem alten Gerät das Profil löscht…

        • Mein Beispiel war bei der Telekom, ich habe das genau so erst dieses Wochenende durchgeführt – dauert nur wenige Minuten und geht weitestgehend automatisch.

      • Sorry, alles andere als einen QR-Code abzuscannen ist nicht nutzerfreundlich. Und der QR-Code muss beliebig oft nutzbar sein. Dass die eSim dann wirklich nur auf dem neusten aktivierten Gerät nutzbar ist, versteht sich. Als ich damals von Pixel 3 auf 4 aktualisiert habe, bin ich fast wahnsinnig geworden bei der eSim (Telekom). Das Ergebnis war, dass ich jetzt wieder eine physische Sim habe.

      • the customer says:

        es geht nicht um das einmalige einlegen der SIM-Karte. Das fand ich auch klasse mit der ESIM bei Simqudard: Ausweis ans Handy halten, authentifiziert und schon geht es los.

        Es geht um das schnelle Wechseln, wenn man z.B. kurzzeitig das Endgerät wechselt. Z.B. für Sport ein anderes Gerät nimmt (weil robuster) als für den Tag. Das geht derzeit mit ESIM überhaupt nicht und es ist bei weitem nicht so, wie es sein sollte: ESIM auf Gerät A deaktivieren, ESIM auf Gerät B aktiveren und vice versa.

    • In vielen Fällen dürfte der Wechsel der SIM-Karte immer noch mehr Aufwand erfordern. Das scheitert bei aktuellen Smartphones oft schon daran, dass die Leute kein „Öffnungswerkzeug“ zur Hand haben, um überhaupt an die SIM heranzukommen.

      • the customer says:

        Das ist jetzt aber schon konstruiert. Büroklammer liegt immer irgendwo rum und wenn man das häufiger macht, dann liegt auch das passende Werkzeug in der Nähe.

        • Das ist nicht konstruiert, sowas erlebe ich regelmäßig. Man mag sich wundern, aber das ist die Realität, und das sehr viel öfter, als man meinen mag. Und „häufiger“ macht der gemeine Nutzer das nicht, entsprechend ist auch das passender Werkzeug in aller Regel nicht griffbereit. Viele wissen nicht einmal, dass sowas zusammen mit dem Smartphone in der Verpackung ist, und das vor allem deshalb, weil sie es nicht selber machen, sondern oft eine andere Person dafür „zuständig“ ist.

          • Wennn das Wichtig für dich ist, dann kauf zB ein Sony Smartphone, da geht es ohne Werkzeug. Halte das Ganze aber auch für zu Konstruiert und nur auf dein Umfeld beschränkt.

    • Haha, genau so ist es. Bei Gerätewechsel ist der Supportanruf von Tante Erna garantiert. Der physische SIM-Wechsel war da schon deutlich einfacher.

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