
Der Vorteil der Lösung ist halt, dass die mit HomeKit verknüpften Smart Home-Gerätschaften über spezielle Apps explizit angesprochen werden können – es entfällt also der zwingende Einsatz einer Hersteller-App, stattdessen können ins HomeKit-Konto gebrachte Komponenten zentral aus einer App gesteuert und gegebenenfalls zusammengefasst werden.
Home oder Devices sind beispielsweise Apps für iOS, die HomeKit-Geräte wunderbar zusammenfassen und steuerbar machen. Mit iOS 10 könnte das Interesse an den Apps entfallen, denn Apple gibt ja die eigene App mit, die schlicht und ergreifend derzeit auf den Namen „Haus“ hört. Interessierte können – Entwicklerprofil vorausgesetzt – die App bereits jetzt mit der iOS 10 Developer-Version testen, alternativ kommt im Juli die öffentliche Betaversion von iOS 10.
Vorab, falls Probleme auftauchen:
Ich möchte hier ganz kurz einen Einblick auf die App geben, aber gleichzeitig vor dem Einsatz der Betaversion warnen, da unter Umständen Arbeit auf euch zukommt. Wer bereits ein vorhandenes HomeKit einsetzt, der wird unter Umständen feststellen, dass die Haus-App keinen Wohnort, bzw. ein eingerichtetes Haus findet.
iCloud und HomeKit ist hier gelegentlich zickig und gerade die Nutzer der iOS-Betas kennen vielleicht das Problem aus früheren Tagen. So kann es sein, dass Beta-Geräte nix in Sachen HomeKit finden – oder dass Final-Geräte kein über eine Betaversion eingerichtetes HomeKit finden. Das ist dahingehend ein Problem, weil es einen HomeKit-Reset voraussetzt.
Eben jenes lässt sich nicht einfach per Schalter umlegen, sondern es sind einige Arbeitsschritte notwendig. Wohlgemerkt: mit dem Ganzen solltet ihr nicht in Berührung kommen, wenn ihr eben keine Betas testet. Solltet ihr Betas testen und kein Haus finden – alternativ die Dauermeldung „iCloud-Daten werden synchronisiert“ bekommen, so geht wie folgt vor, um HomeKit zu resetten und neu einzurichten (Beschreibung für iOS 9.3.x):
[color-box color=“blue“ rounded=“1″]Nun ein Blick in die Home-App
Läuft HomeKit, dann merkt ihr dies, wenn ihr die „Haus-App“ startet. Apples eigene Lösung sollte euch nun alle Geräte anzeigen, inklusive der Szenen, die ihr in irgendeiner App mal hinterlegt habt.
In dieser Ansicht lassen sich Szenen und Geräte hinzufügen:
Unter den Szenen gibt es die standardmäßigen hinzugefügten, in meinem Falle die Lampengeschichte der Hue, mit der ich alles ein- oder ausschalten kann, wenn ich das Haus verlasse, heimkomme oder ins Bett gehe. Diese werden vorgeschlagen, alternativ kann man auch neue Szenen hinzufügen, die dann unter „Eigene“ auftauchen.
Visuelle Menschen können die einzelnen Räume auch mit einem eigenen Bild versehen, Namensänderungen sind natürlich auch möglich.
Eingeschaltete Geräte sind in der Übersicht visuell erkennbar:
Zu den Neuerungen gehört die iPad-Unterstützung als Hub. Normalerweise war es bisher so, dass man von Außen nur schwer – also über einen Apple TV – auf HomeKit-Geräte zugreifen konnte, da die Geräte als solches ohne Hub nicht angesprochen werden können – sie connecten normalerweise über Bluetooth mit dem in der Nähe befindlichen iPhone. Ein Punkt, den ich in meiner Eve-Review schon mal ansprach – hat Vorteile, aber eben auch Nachteile.
Wenn man also ein iPad hat – und keinen Apple TV – dann kann man auch dieses einrichten, damit man aus der Ferne – also außerhalb der vier Wände – die jeweilige HomeKit-Komponente überwachen kann. Mit dem Erscheinen von iOS 10 das für Nutzer sicherlich eine zwingende Voraussetzung, wenn man eben remoten will und kein Apple TV zur Hand ist. Mal schauen, wie die ganzen Hersteller das konkret lösen – Withings und D-Link haben schon HomeKit-Kameras angekündigt – hier muss man schauen, ob diese dann nur über HomeKit laufen – oder auch parallel dazu, wie Philips Hue.
Hersteller tun jedenfalls gut daran, sich ein Schlupfloch bei den großen Anbietern wie Microsoft, Google oder auch Apple freizuhalten. Sofern man auf Smart Home-Elemente setzt, ist es immer praktisch, auf einen Dienst setzen zu können, statt dem Nutzer x Apps zuzumuten. Im Bereich Smart Home ist bei den praktischen Lösungen noch extrem viel Luft nach oben, von diversen Universal-Geschichten wie Z-Wave mal abgesehen.