Intel möchte 3,5 mm Headset-Anschluss durch USB-C ersetzen und Audio digitaliseren

artikel_intelDem iPhone 7 wird der Wegfall des 3,5 mm Headset-Anschlusses nachgesagt, Audio soll künftig über den Lightning-Port oder direkt ohne Kabel ausgegeben werden. Das Aus für den Klinken-Anschluss? Mit Sicherheit nicht, aber er dürfte künftig seltener anzutreffen sein. Daran arbeitet nämlich auch Intel. USB-C soll auch für die Audio-Ausgabe genutzt werden, was in einer Vielzahl kommender Geräte mit USB-C für das Weglassen des Headset-Anschlusses sorgen könnte. Gleichzeitig könnte so der Übergang von analogem zu digitalem Audio beschleunigt werden.

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Denn Intel möchte nicht nur Analog-Audio über USB-C übertragen, was einfach möglich ist, sondern arbeitet eben auch an einer USB Type-C Digital Audio Technologie. Die Spezifikationen sollen später im 2. Quartal bekanntgegeben werden. Die USB Audio Device Class 2.0 Spezifikationen sollen in verschiedenen Bereichen angepasst werden, damit USB-C-Headsets genauso einfach genutzt werden können wie heutige Lösungen.

Die Verwendung von digitalem Audio würde Headsets eigene Verstärker, DACs und andere Komponenten ermöglichen; Komponenten, die heute in den Audioausgabegeräten verbaut sind. Gleichzeitig könnten die Headsets Software-Updates erhalten, die im Laufe der zeit neue Funktionen ermöglichen. Ob das allerdings als Vorteil für den Kunden zu werten ist, lasse ich offen, man kennt ja die Updatewilligkeit der Hersteller bereits aus verschiedenen Bereichen.

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Jedoch sind digitale Headsets auch teurer, zumindest noch. Denn auch das soll sich im Laufe der Zeit dann legen, vermutlich wird man – so sie denn kommen – derartige Headsets eh erst einmal im Premium-Bereich antreffen. Zumindest bis sich der Wegfall des 3,5 mm-Anschlusses breiter durchgesetzt hat und auch eine größere Käuferschicht für USB-C-Headsets vorhanden ist. Interessante Entwicklung, die den seit den 1960er Jahren runden Kopfhöreranschluss (der zwischenzeitlich natürlich technische Updates erhielt) durchaus verabschieden könnte.

Wer sich für die technische Herausforderung hinter USB-C-Audio interessiert, kann diese bei AnandTech nachlesen. Wie sieht es bei Euch aus, werdet Ihr so lange wie möglich Geräte mit 3,5 mm-Anschluss nutzen oder seid Ihr eher Fans von „einem Stecker für alles“?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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21 Kommentare

  1. Das wird die Kopfhörer sicherlich auch um einiges teurer machen, schließlich muss dann ja jeder einzelne einen eigenen DA-Wandler mitbringen. Finde ich keine gute Entwicklung.. Man sollte die digitale Lightning/USB-C-Audio-Optional lediglich als Zusatz zum analogen Ausgang anbieten.

  2. Ich sehe als Anwender keinen Sinn darin die D/A-Wandlungvom Smartphone/Tablet/whatever auf den Kopfhörer zu verschieben (mit Ausnahme von wireless). Damit verbunden sind zwangsläufig kürzere Kabellängen, höherer Energieverbrauch, schwerere Endgeräte etc….
    Aber ich bin mir sicher es wird sich durchsetzen, den Herstellern schafft das enorme Freiheiten im engineering Ihrer Geräte und de3n Herstellern von Headsets etc. neuen frischen Umsatz.

    Gruss maat

  3. Weihnachtsmann says:

    Optional wäre digitales Audio über USB-C wünschenswert. Einen 3,5 mm Anschluss hätte ich aber zusätzlich auch noch sehr gerne.

  4. Ich verstehe den Sinn auch nicht ganz, warum man ein Signal, was zwangsläufig analog als Schallwellen endet, digital zu den Kopfhörern übertragen muss. Man könnte sicher über andere (vor allem kompaktere) Stecker als den Headsetanschluss reden, aber digital halte ich bei Audio auf dem Übertragungsweg von Smartphone zu Kopfhörer für sinnlos. Zumal man dann wahrscheinlich wieder irgendwelche Adapter braucht, wenn man gleichzeitig laden und Audio ausgeben will. Das ist doch alles Pfusch.

  5. @ Zapp21
    Nicht wenn analog über’s USB-Kabel kommt. Dann fällt nur die Klinkenbuchse weg und man braucht für die meisten Kopfhörer einen passiven Adapter. Das geht auch jetzt schon mit USB.

    Den DAC in den Kopfhörer zu bauen bringt auch kaum Kosten oder Gewicht mit sich. Halbwegs gute USB-Audio-Codecs kosten ein Euro. Der hier ist bei Anandtech verlinkt und ist massenhaft in USB-Klinkenadaptern verbaut: http://www.semiconductorstore.com/cart/pc/viewPrd.asp?idproduct=48867

    Davon abgesehen gehe ich jede Wette das noch 10 Jahre oder länger Geräte mit nem guten DAC und 2,5 Klinke ausgestattet werden. Selbst wenn digitales Audio über USB-C oder Lightning an Fahrt aufnimmt. Ich habe drei bessere Kopfhörer für zuhause und werde die über kurz oder lang nicht ersetzen. Das wird bei den meisten so sein. Das wissen auch die Hersteller der Geräte.

  6. Über den Unsinn wurde hier schon genug Richtiges geschrieben. Von mir nur noch ein Statement an die Hersteller:

    Ein Smartphone, Tablet oder Laptop ohne 3,5mm Klinke werde ich NIEMALS kaufen! Basta!

    PS: Nicht nur wegen analoger Kopfhörer, die Buchse ist ja auch Mikrofon-Eingang

  7. Dann werden wohl die kleinen, billigen in-ears aussterben.
    Bei den größeren on- oder over-ears passt die Elektronik ja problemlos rein bzw. ist wegen Bluetooth so wieso schon enthalten.

  8. Ich finde es macht Sinn den DAC in den Kopfhörer zu verschieben.
    Heute kann ich mir einen super guten und teuren Kopfhörer kaufen und der Klang wird trotzdem schlecht sein, solange das Abspielgerät nicht auch auf einem hohen Niveau ist.
    In Zukunft kommt Audio dann digital ohne weitere Verluste beim Kopfhörer an. Und dort kann dann was qualitativ hochwertig enthalten sein.

  9. Und wieso in jeden einzelnen Kopfhörer nen hochwertigen DAC einbauen wenn einer im endgerät reichen würde? Der einzige Vorteil für die hersteller währe der Wegfall des klinkrnanschlusses. Da die breite Masse nach eie vor mp3 hört(ich auch) ist ne Qualitätssteigerung faktisch sowieso nicht möglich.

    PS ne adapterlödung fänd ich ok. Alles andere geldmacherei

  10. Was ich mich frage ist, was dann mit dem internen Lautsprecher wird? Der braucht doch weiterhin einen internen DAC. Es geht den Herstellern wohl doch um die Buchse.

  11. Also ich bin da durchaus offen für neues. Habe vor ein paar Tagen den Philips Fidelio M2L gekauft, der war im Angebot. Ich brauche also schon jetzt keine Audioklinke mehr am iPhone. Jetzt hoffe ich, dass Apple bei Lightning in den iPhones bleibt – und nicht zu USB C wechselt. Wobei: ihren proprietären Anschluss haben sie ja vorher auch schon behalten und einen Adapter verkauft.

  12. Schröppke says:

    Vorteile gäbe es schon. Ein guter Kopfhörer hätte dann auch immer einen guten Wandler davorgeschaltet, mit zB. wenig Rauschen. Oder es könnte ein Signalprozessor integriert werden, für Equaizer etc. Und kosten würde sowas heutzutage auch fast nix mehr.

  13. Schröppke says:

    @Markus Einen DAC kriegste heute hinterhergeworfen.

  14. Warum? Die Industrie schustert sich gegenseitig neue Verkaufsargumente zu. Klinke ist stabil, leiert nicht aus (zugegeben, USB-c kenne ich noch nicht persönlich, aber bei Ladekabeln für mini-USB (oder war es Mikro, ich meine den aktuellen Standard) leiert die Kabel relativ schnell aus. Wenn aber der Anschluß geändert wird, muß man kurz oder lang einiges austauschen, weil es nicht mehr paßt. In Einzelfällen mag das ok sein, aber übertragt mal die EInzelfälle auf verschiedene Produkte. Hier mal was keines ändern, dort etwas und so kommt man auf eine ganze Stange an Änderungen. Dafür reicht das Budget nicht bei allen.

  15. germanrooster says:

    LeEco hat übrigens letzte woche schon 3 Geräte ohne Klinken-Anschluss vorgestellt 😉

  16. Nicht jeder technologische Fortschritt ist eine Verbesserung für den Nutzer!
    Noch ist es möglich GLEICHZEITIG einen kabelgebunden Kopfhörer zu benutzen und das Smartphone zu laden.
    Das bedeutet auch, das solange mein Smartphone Strom hat funktioniert auch mein Kopfhörer.
    Ich habe nicht die geringste Lust ständig beim Musik hören einen aktiven Sender und Empfänger in meinem Gehörgang zu haben noch dazu wo alle Bluetooth Kopfhörer ein vielfaches an Gewicht und Größe als bei kleinen In-ears mit sich bringen. Ebensowenig ist es Anwenderfreundlich wenn man sich in Zukunft auch noch Gedanken um den Ladezustand seine Kopfhörers zu machen.
    Vielleicht sollte man sich auch zuerst mal Gedanken über einen gut funktionierenden und klingenden Bluetooth Kopfhörer machen bevor man den Klinkenstecker Anschluss über Bord wirft, nur um noch 1 mm flacher bauen und somit Material einsparen kann.
    Die aktuellen Probleme des mit vielen Vorschußlorbeeren bedachten Bluetooth Kopfhörers „The Dash“, lassen mich jedoch schlimmeres befürchten.
    Es mag ja durchaus Situationen geben wo ein Bluetooth Kopfhörer Sinn macht, aber ständig und nur noch? NEVER!

  17. Alles schön und gut. Nur noch ein Anschluss bedeutet flachere Designs. Dadurch bleiben wieder die Akkus auf der Strecke teilweise. Man sitzt dann im Zug und muss überlegen, höre ich Musik / schaue Film oder lade ich lieber mein Gerät auf, wo ich dann nicht mehr Film schauen kann oder weil mal wieder Speicher knapp und micro SD fehlt, ich auch nicht per USB OTG auf den Stick zugreifen kann. Natürlich gibt es ne Lösung, ordentliche teure Bluetoothkopfhörer. Hier werden wieder Fakten geschaffen und Verbraucher muss sehen, wie er klar kommt.

  18. Oooh, du armer Verbaucher. Nehmen dir die ollen Konzerne deine «Geiz-ist-geil»-Mentalität. Gebt dem arme Bub ein Taschentuch, damit er sich seine Tränchen wegwischen kann.

  19. savantorian says:

    Smartphone Kids hören den Unterschied nach ner Disko- / Festivalphase nicht mehr, Erwachsene erst recht nicht. Also alles umsonst 😉

  20. Wenn das Gerät dann mehrere USB-C-Buchsen hat, meinetwegen. Wenn ich mich aber zwischen Musik hören und Laden entscheiden muß, dann ist das ein Ausschlußkriterium.

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