Intel: Kauft Apple die 5G-Sparte für eigene Modems?


Intel, Apple und Qualcomm, da gab es in den letzten Tagen spannende Neuigkeiten. Erst einigten sich Qualcomm und Apple bezüglich der seit Jahren andauernden Streitigkeiten über Lizenzzahlugen. Praktisch direkt im Anschluss gab es dann von Intel die Neuigkeit, dass man 5G-Modems (Apple galt als Abnehmer) nicht mehr weiter entwickeln werde, während man fast gleichzeitig eine Korrektur der für dieses Jahr zu erwartenden Geschäftsergebnisse nach unten bekanntgab.

Das Wall Street Journal hat nun neue Details veröffentlicht. Demnach soll Intel Interesse daran haben, die Sparte für 5G abzustoßen. Denn jene macht pro Jahr eine Milliarde Dollar Verlust, mit der Aufgabe von 5G ergibt eine solche Abteilung auch nicht wirklich Sinn. Nun ist die Frage, wer da zuschlagen könnte. Glaubt man dem WSJ, soll Apple ganz vorne mitmischen, sich diesbezüglich bereits seit letztem Jahr in Gesprächen mit Intel befunden haben.

Denn Apple hat natürlich großes Interesse daran, sich nicht von einem Hersteller wie Qualcomm abhängig zu machen. Warum also nicht die entsprechende Abteilung von der Konkurrenz kaufen und selbst an Modems arbeiten? Apple dürfte zwar der Interessent mit dem größten Portemonnaie sein, allerdings gibt es auch andere Kandidaten, die Interesse haben könnten, zum Beispiel Broadcom Inc., ON Semiconductor Inc., Samsung Electronics Co. oder Unisoc Communications Inc.

Dass Apple zuschlagen wird, ist alles andere als sicher. Denn während es zwar letztes Jahr bereits Gespräche gab, sollen diese aktuell auf Eis liegen. Was aber natürlich nicht heißt, dass sie nicht wieder aufgenommen werden können, jetzt da die Katze aus dem Sack ist und Intel nicht mehr zwingend ein Konkurrenzmodem zu Qualcomms Angebot liefern muss/kann.

Man dürfte relativ schnell erfahren, wie es mit der 5G-Abteilung von Intel weitergeht. Denn aktuell kostet diese nur Geld, ohne Aussicht auf Profitabilität. So etwas möchte man als Unternehmen ja auch nicht ewig mitschleppen.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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5 Kommentare

  1. Intel Modems sollen führend in Süddeutschland und Österreich entwickelt werden. Den Bereich hat Intel mal von Infineon gekauft. Das war es wohl für ein Teil der Arbeitsplätze dort… Warum soll Apple die Mitarbeiter dort kaufen, wenn man davor einen dicken Deal mit Qualcomm gemacht hat?

    • Weil man auch weiterhin nicht für immer auf Qualcomm angewiesen sein will.

      • Es gibt ja auch noch Huawei *räusper* *hust* 😉
        Oder den anderen bösen Chinesen Mediatek… 😀
        Oder den Erzfeind Samsung… Wobei, wäre ja nicht die erste Samsung Komponente im iPhone…

  2. War die Qualcomm Pille letzten Endes doch zu bitter für Apple, trotz neuer Verträge mit „Sonderkonditionen“?

    • GooglePayFan says:

      Daran ändert dann aber auch nichts mehr, wenn man sich eine Firma kauft, die derzeit gar keine Modems bauen kann…

      Ist halt immer blöd, wenn man 5G Modems nur bei drei Firmen bekommen kann, von denen eine einen nicht beliefern will, die zweite einen nicht beliefern kann und man die dritte gerade auf 30 Mrd. $ verklagt hat…

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