Instagram ist ein soziales Netzwerk, in dem die Selbstinszenierung auf Fotos dominiert. Wer hat welches kunterbunte Obst zum Frühstück gegessen (oder es zumindest dekorativ auf dem Teller fotografiert), wer grinst am debilsten mit seinen Freunden in die Kamera und wer macht die beste Figur, wenn er im Fitnessstudio vor den Trainingsgeräten posiert, statt sie zu benutzen. Es gibt aber auch eine noch düsterere Seite im sozialen Netzwerk. Und da will Instagram nun umsichtiger vorgehen: Darstellungen von Selbstverletzungen.
Psychisch kranke Menschen, Teenager mit Problemen oder einfach Menschen, die in einer schweren Phase ihres Lebens stecken: Manche machen sich selbst verantwortlich, entwickeln Autoaggressionen und verletzen sich selbst. Manchmal knipsen die Betroffenen auch Bilder davon, stellen sie auf Plattformen wie Instagram ein. Letztere haben nun klargestellt, dass sie explizite Bilder von Selbstverletzungen nicht mehr zulassen.
Harmlosere Darstellungen, etwa verheilte Narben, will man zwar noch generell zulassen, aber nicht mehr im Explore Tab, in der Suche oder in Hashtags hervorheben. Als Grund dafür, dass man jene Bilder nicht auch komplett entfernt bzw. verweigert, nennt Instagram, dass man die Stigmatisierung nicht noch verschärfen wolle. Denn Instagram wandelt da natürlich auf einem schmalen Grad. Schließlich gilt hier nicht „aus den Augen, aus dem Sinn“. Vielfach posten Betroffene solche Bilder als Hilferuf – teilweise auch unbewusst.
Wie kann man da aber als Unternehmen sinnvoll helfen? Instagram gibt an, dass man mehr Mitarbeiter dafür bereitstelle gezielt derartige Postings zu prüfen und die Betroffenen an Organisationen weiterzuleiten, die vielleicht unterstützen könnten. Außerdem intensiviere man seine eigene Zusammenarbeit mit psychologischen Experten. Denn schließlich müsse man nicht nur an diejenigen denken, die sich selbst verletzen, sondern auch an jene, welche die Fotos zu Gesicht bekommen. Es dürfe nicht so sein, dass man Nachahmer inspiriere.
Instagram gibt an, dass es hier schwierig sei für alle den richtigen Weg zu finden. Man dürfe weder ein Podium bieten, um Selbstverletzungen quasi „zu bewerben“ noch dürfe man das Thema einfach unterschlagen und Betroffene im Stich lassen. In Zukunft hoffe man, dass man die Ansprüche der Community besser erfüllen könne und sich auf einem guten Weg befinde.
