IDC: Tablets brechen weiter ein, Detachables bleiben beliebt

Der Markt für Tablets ist im vierten Quartal 2017 weiter eingebrochen. Zu diesem Ergebnis kommen zumindest die Analysten der International Data Corporation (IDC). Demnach wurden zwar noch 43,1 Mio. reguläre Tablets im vierten Quartal 2017 ausgeliefert, die Nachfrage fiel aber 2017 gegenüber dem Vorjahr, also 2016, um rund 7,6 %. Im Gesamtjahr lieferten die Hersteller ca. 141,7 Mio. klassische Tablets aus. Als Ursache für die Stagnation macht die IDC aus, dass jene Tablets sich nicht zum Arbeiten eigneten, sondern vorwiegend zum Medienkonsum taugten. Hier gibt es wohl eine Verlagerung der Kundeninteressen – hin zu größeren Smartphones in Kombination mit Detachables / Convertibles oder eben regulären Notebooks.

Besser sieht es eben bei den Detachables aus. Hier gibt es tatsächlich Wachstum. 10,3 % waren es im vierten Quartal 2017 bei den Auslieferungsmengen. Im Gesamtjahr verzeichnet diese Sparte immerhin ein Wachstum von 1,6 % gegenüber 2016. Allerdings ging im Bereich Detachables letztes Jahr im Bezug auf den Ausbau des Marktes mehr: 2016 lag das Wachstum noch bei 24 %. Hier ruhen die Hoffnungen nun auch ein wenig auf Microsoft und einem Refresh der Surface-Modelle.

Die IDC glaubt, dass Detachables vor allem im zweiten Quartal 2018 wieder einen Aufschwung erleben könnten. Dann könnte es neue Premium-Modelle geben. Außerdem dürften neue „Windows on ARM“-Geräte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ein Problem sei laut den Analysten, dass in der Mittelklasse aber wenig passiere. Gerade jene sei für die meisten Kunden aber am interessantesten.

Bei den fünf größten Tablet-Herstellern, Apple, Samsung, Amazon, Huawei und Lenovo, ergeht es speziell dem Unternehmen aus Cupertino gut. Das iPad Pro soll weiterhin für Wachstum sorgen und visiert mit Geschäftskunden und dem Bildungsbereich Segmente an, in welchen andere Hersteller größtenteils weniger interessante Alternativen bieten. Amazon wiederum lag zwar im Gesamtjahr hinter Samsung, konnte im vierten Quartal 2017 aber vorbeiziehen. Die Verknüpfung der Sprachassistentin Alexa mit den Fire-Tablets birgt dabei für die Zukunft viel Potential.

Samsung wiederum ist stark bei den Detachables, verliert aber bei herkömmlichen Tablets an Boden. Speziell am Preis- / Leistungsverhältnis müssen die Südkoreaner noch feilen. Huawei erntet für seine Strategie im Bereich Detachables von IDC die Betitelung „halbherzig“. Die Chinesen profitieren eher von ihren Tablets mit LTE-Unterstützung zu attraktiven Preisen. Lenovo wiederum zehrt von seinem Ruf im PC-Markt. Außerdem punktet auch dieser asiatische Hersteller von starken Preis- / Leistungsverhältnissen.

Erwähnt sei, dass die IDC übrigens zwischen Detachables und Convertibles unterscheidet: Entscheidend ist der Faktor, ob das Display abnehmbar ist. Nun denn, spiegeln die Daten der Analysten auch eure eigenen Interessen wider? Ich selbst begnüge mich aktuell mit meinem Notebook und meinem Xiaomi Mi Mix 2. Ein Tablet passt wenig in meinen Nutzungsalltag.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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5 Kommentare

  1. Das läuft ganz so wie mit den Netbooks: ja, ganz toll. Super-leicht. Super-chic. Preisgünstig. Leider am Ende zu lahm, kaum Möglichkeiten für Erweiterungen und vor allem: viel zu klein.

  2. Das Problem ist, es gibt doch kaum noch brauchbare Tablets bis max. 200€.
    Und als reines „Konsumier“ Gadget, ist es den meisten vermutlich nicht mal das mehr wert.
    Ich habe schon 2013/14 ein Onda V972(?) 10″, mit 2GB RAM und 32GB Speicher für unter 200€ gekauft. Das Ding wurde sogar von Android 4.1-4.4 upgedated und hatte damals schon einen Bildschirm mit „Retina“ Auflösung.
    Und heutzutage … lahme Mediateks nur 1-2 GB RAM, keine Updates, OS bereits bei Kauf veraltet und trotzdem, verglichen mit damals, rel. teuer.

    Aber ich gebe Fakeram recht, die Dinger sind zu klein, ab 12″ beginnt es imho, halbwegs brauchbar zu werden.

  3. War abzusehen, auch wenn in meiner Familie 2017 der Tablet Boom ausgebrochen ist. 2 Samsung Tab A, ein Huawei M3 Lite und ein Asus 3s 10 kamen seit Weihnachten dazu. Alle sind bisher zufrieden und nutzen die Geräte zum spielen und surfen.
    Ich denke eher, dass der schwächelnde Markt an den Anbietern liegt. Samsung Tabs sind HW-seitig uralt. Huawei hat kein High End 10Zöller. Lenovo Tabs gibt’s in dem Bereich nicht, Sony ist mit dem überteuerten Z4 ausgestiegen. Seit Beginn der Tablets gab es nur bei Apple Geräte mit aktueller Ausstattung. Auch wenn das Groß an Verkäufen im Einstiegs- und Mittelklassebereich liegt, wird ein Produktportfolio doch leider häufig am besten Gerät des Herstellers gemessen. „Ist das beste Gerät eines Herstellers gut, machste mit dem Rest schon nichts falsch. “ Was aber, wenn die Hersteller keine konkurrenzfähigen High End Geräte anbieten?

  4. Wenn ich mir den Tablet-Markt so ansehen, dann hoffe ich, das mein täglich genutztes 12″ Samsung noch möglichst lange hält. „Mau“ ist ja gar kein Ausdruck…

  5. Wir nutzen aktuell 2 10″ Tablets für den abendlichen Medienkonsum, Surfen, und Spielen. Auch die meisten Bestellungen laufen auch über Tablets. Der PC wird eigentlich nur noch für Banksachen angemacht oder wenn die Bilder der DSLR-Kamera bearbeitet werden.
    Ein Tablet ist ein Uralt-Ding von Lenovo, läuft aber immer noch super. Das über das Teil keine Bestellungen oder andere sicherheitsrelevanten Aktionen laufen, stört es auch nicht, dass sowohl Firmware als auch Sicherheitsupdates nicht aktuell sind. Mein Samsung A10 ist auf Nougat und bekommt regelmäßige Sicherheitspatches. Also alles schick. Tablets werden bei uns (im Gegensatz zu Smartphones) wirklich nur gekauft, wenn sie physisch kaputt gehen.

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