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ICANN warnt vor Angriffen auf die DNS-Infrastruktur des Internets

Die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) macht sich aktuell Sorgen: So haben laut der Organisation größer angelegte Angriffe auf die DNS-Infrastruktur des Internets stark zugenommen. So habe es in den letzten Monaten verstärkt Attacken gegeben, welche wohl auf Hacker aus dem Iran zurückgehen. Allerdings gibt es auch länger zurückliegende Angriffe, die man wohl erst jetzt entdeckt hat.

Über die DNS-Infrastruktur werden numerische Internetadressen, die sich freilich kein Mensch merken wollen würde, in konkrete Domain-Namen übertragen. Genau an diesem Punkt setzen eben nun verstärkt Cyber-Kriminelle an. Dabei kommen laut ICANN unterschiedliche Methoden zum Einsatz. Zuvor hatten bereits Sicherheitsexperten und auch manche Regierungen ähnliche Warnungen ausgesprochen.

Die erwähnten Hacker aus dem Iran etwa hatten im Iran großflächig DNS-Daten gekapert, um auf eigentlich seriöse Web-Adressen Umleitungen zu legen. So wollte man die Nutzer auf eigene Server ziehen, um ihnen z. B. Passwörter zu stehlen. Man visierte damit aber nicht unbedingt Otto-Normalverbraucher an, sondern vielmehr z. B. die Regierungen im Libanon und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch US-Behörden sollen aber Opfer der Angriffe geworden sein.

Laut dem leitenden technischen Verantwortlichen der ICANN, David Conrad, haben es die Hacker derzeit auf die Internet-Infrastruktur an sich abgesehen. Man ruft Domain-Besitzer daher dazu auf DNSSEC zu verwenden – sicherer als DNS und schwieriger zu manipulieren. Allerdings verläuft die Adaption sehr schleppend und liegt bei den größten Websites offenbar im niedrigen, einstelligen Prozentbereich. Auch Google versucht DNSSEC voranzutreiben und die Einbindung zu erleichtern.

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