Hugo Barra erklärt, warum Xiaomi keine microSD-Slots in neuen Smartphones verbaut

Hugo Barra, seines Zeichens Ex-Googler und heute CEO von Xiaomi, hat in einem Interview erklärt, warum man keinen SD-Karten-Slot mehr in den Flaggschiff-Modellen des Herstellers vorfindet. Auch unter Android ist dies keine Seltenheit mehr, Google selbst setzt bei den Nexus-Modellen schon seit langer Zeit auf die Ausstattung mit fest verbautem Speicher. Dennoch gilt die Möglichkeit der Speichererweiterung bei vielen Nutzern noch als Vorteil von Android angesehen. Wer viele Daten speichert, vor allem Musik und Videos, kann heute immerhin zig GB mittels kleiner Karte nachrüsten.

Xiaomi

Hugo Barra erklärt nun also, dass man in High Performance-Geräten keinen microSD-Slot mehr verbauen wird. Der Grund ist einfach, Speicherkarten sind zu langsam und zu anfällig. Hinzu kommt, dass es bei Speicherkarten einen großen Anteil an Fälschungen gibt. Schlechte Karten, die dann noch schneller zu Problemen führen. Für diese Probleme werden dann oft das Smartphone oder Hersteller dessen verantwortlich gemacht, obwohl die Probleme von der Speicherkarte ausgehen.

Um dies zu vermeiden, setzt Xiaomi in seinen Flaggschiffgeräten, wie dem eben erst vorgestellten MiNote Pro, auf fest verbauten Speicher, der weniger anfällig ist. Der Kunde muss dann zwar mit der begrenzten Speicherkapazität leben, ist dafür aber auch ein Stück weit vor funktionalen Problemen geschützt. Barra geht davon aus, dass Speicherkarten immer mehr verschwinden werden. Samsung verzichtete beim Galaxy S6 / edge auch auf einen microSD-Slot, erntete dafür aber auch Kritik.

Für Menschen mit einem hohen Speicheraufkommen ist das natürlich keine schöne Entwicklung. Aber auch hier spielt Android wieder seine Vielfältigkeit aus. Man wird immer Geräte finden, die einen microSD-Slot haben. Außerdem gehen die Hersteller langsam dazu über, Geräte mit von Haus aus genügend Speicher zu verkaufen, das macht dann Speicherkarten automatisch überflüssig.

(Quelle: Engadget)

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*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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30 Kommentare

  1. Da wird mich wohl der nächste Smartphone Kauf wieder zu Apple ziehen.
    Mal schauen wie HTC da in den nächsten 2 Jahren vorgeht, wenn die es auch streichen gibt es nicht mehr wirklich viele Gründe um bei Android zu bleiben.
    Der Preis der Smartphones liegt auf Höhe von Apple mittlerweile, wenn zum Teil nicht sogar drüber, siehe Samsung zum Teil …

  2. „Außerdem gehen die Hersteller langsam dazu über, Geräte mit von Haus aus genügend Speicher zu verkaufen, das macht dann Speicherkarten automatisch überflüssig.“
    Naja dann sollten aber >=128GB Standart sein, da kostet ein Samsung S6 dann z.B. auch schon ±900€. (iPhone 6 geht schon für <800€ raus)
    Von den anderen Herstellern, habe ich ein entsprechend vernünftig mit Speicherausgestattetes Gerät noch gar nicht gesehen.

  3. Stimmt schon, der „normale“ Kunde kennt sich mit der Technik nicht halb so gut aus, wie viele, die hier schreiben und mitlesen. SD – SDHC, SDXC— egal, SD-Karte ist doch SD-Karte…. Geschwindigkeitsklassen – was ist das?
    Da wird dann die preiswerteste Karte genommen die man bekommen kann oder die, die im Supermarkt an der Kasse hängt.
    Bei Smartphones ist es aber auch so, dass viele vorher nicht unbedingt einschätzen können, wieviel Speicher man benötigt. Eigentlich wollte man zunächst keine Musik auf dem Handy oder nicht damit fotografieren und ein Navi hatte man auch separat…
    Dann bekommt man mit, dass es recht praktisch sein kann, alles in einem Gerät dabei zu haben – und plötzlich sind 16 oder 32 GB voll.
    Eine Kamera ohne Speicherkarte kann ich mir momentan überhaupt nicht vorstellen. Abgesehen davon, dass u.U. viele Giga in wenigen Stunden voll sind – wenn ich mehrere Karten benutze, ist es recht wahrscheinlich, dass wenigstens einige davon ganz bleiben bzw. nicht alle verloren gehen. Ich habe keine Problem, wenn eine Speicherkarte wider erwarten voll ist – so lange ich genügend Karten bei habe – wenn man z.B. abseits von PC und WLAN unterwegs ist.
    Beim Smartphone sehe ich das Problem nicht so: zur Not werden paar Titel oder Landkarten o.ä. gelöscht – aber eine Kamera mit vollem Speicher und keine Möglichkeit, den mal schnell zu tauschen/ersetzen – für mich ein wenig Horror.

  4. Sorry, ich verwende alle meine SD-Karten seit Jahren. Keine ging kaputt, keine führte zu Problemen auf den Telefonen. Von Sony, über Samsung bis LG hab ich alles mögiche benutzt. App2SD? Ja, dass ist auch ganz sicherlich der typische Anwendungsfall für normale Menschen die Telefone kaufen. Sorry, bei so mancher Argumentation hier greif ich mir an den Kopf. Angeblich ist der Käufer überfordert von einer simplen Karte, dann aber kann er App2SD Operationen irgendwo in den Tiefen des Systems vornehmen? Soll ich lachen?

    Das Problem sucht wohl seine Ursachen eher im persönlichen Nutzungsverhalten von App-Messies. Die müllen jedoch 16GB genau so zu wie 32, wie 64 und irgendwann eben auch 128. Wer App2SD nutzt, dem ist klar das er etwas im System verbiegt, dass kann bei einer Softwareplattform wie Android und hunderten von verschiedenen Hardware Ansätzen zu Probleme führen. Das ist be Windows, ebenfalls einer Softwareplattform mit hunderten Hardware Varianten, wenn ich den Installationspfad auf andere Partitionen als C verbiege,eben auch nicht anders. Schaffen wir deswegen externe Platte, oder die zweite eingebaute Festplatte ab?

    Ausnahmslos alle „Normalos“ in meiner Umgebung verwenden SD Karten wie ein Windows User seine externe Festplatte, d.h. zum speichern von Fotos, MP3s, Dokumenten und das wars meist auch schon. App2SD ist denen schlicht unbekannt. DIe Probleme die hier angeblich so einige mit SD´s haben, basieren aber meist darauf.

    Auf die PC Welt übertragen kann man das genau so. Na, wie gefällt die Vorstellung das man Netbooks, Laptops oder stationäre Rechner nur noch mit gekapselten Festplatten bekommt, die fest mit dem System verbunden sind und nicht erweiterbar. Weder durch USB noch per Einbau einer neuen Patte? Weil Euch muss schon klar sein, die meisten Anwender überfordert das total wenn sie so eine Datei von C auf D schieben wollen. Und die Geschwindigkeit leidet ja auch enorm. Vor allem aber leidet der Cashflow der Hersteller, die mit propitären Lösungen auf Hardware-Ebene Kunden abzocken!

  5. Mich kotzt am meisten an, dass die Hersteller darüber befinden, was für den Kunden gut und richtig sein soll, und dass bestimmte Dinge einfach als schlecht eingestuft werden, obwohl der Kunde das durchaus anders sieht. Aber Hauptsache, die Gewinnmarge maximiert… Widerlich.

  6. @John: „Das Problem mit den Karten ist auch hausgemacht. FAT32 kann man zb unter Win 7 gar nicht mehr Formatieren.“

    Komisch, wie hab ich dann gestern unter Win7 eine 16GB-SD-Karte mit FAT32 formatiert? Ach ja, mit Bordmitteln?
    Lösung: Bei Wechseldatenträgern geht das mit Bordmitteln. Schwierig wirds mit Massenspeichern, sprich externen USB-Festplatten. Da geht dann nur noch NTFS, das stimmt.

  7. @Dina

    „Vor allem aber leidet der Cashflow der Hersteller, die mit propitären Lösungen auf Hardware-Ebene Kunden abzocken!“

    /sign

    Klar wird genau der auf unserer Seite sein… gg

    Geschätzte 70% ziehen Vorteile daraus, geschätzte 5% haben Nachteile dadurch. Deswegen schafft er den Slot uns zuliebe ab! hahahaha

  8. coriandreas says:

    Ich habe bisher keine Probleme mit Speicherkarten gehabt (außer die von Aldi!). Vielleicht kaufe ich auch keine Biligware und auch nicht bei unerfahrenen und Dumping-Händlern. Was soll ich zu diesem Problem nur sagen? Vielleicht das: Mit ein bischen gesunden Menschenverstand wäre das alles nicht passiert! Aber unter der blinden Gier müssen alle intelligenten Menschen leiden. Wann kann man sich denn endlich sein eigenes Smartphone ausdrucken oder zumindestens kostengünstig modular fakturieren lassen? Dafür verzichte ich auch gern aufs schicke Design! (aber bitte dann mit USB 3.1 und SDXC und UHS-II)

  9. coriandreas says:

    Und wenn hier jemand behauptet, die Geräte werden von Haus aus mit genügend Speicher verbaut, den verweise ich an mein heimisches Speichervolumen (ohne Backups!) auf jenseits 10 TByte. Sollte ein handelsübliches Smartphone dann tatsächlich 100 TB verbaut haben, wie HP es mit dem Memristor bis 2018/19 ankündigte, dann soll es mir recht sein! Aber auch nur dann! Mit 64 GB lass ich mich nicht abspeisen!

  10. Herrlich, genug Speich kann man ja nie haben! Das ich nicht lache!
    Ein Smartphone ist mit 32 GB mehr als ausreichend ausgestattet. Mehr kann man ohnehin nicht verwalten – Leute, die behaupten > 32GB zu brauchen kann man nur belächeln.

    Jetzt mal ehrlich: Was wollen die Leute mit soviel Platz? MUSS ich ständig meine gesamte Foto oder Musik oder Filmsammlung mit mir rumschleppen?! WOFÜR?

    Beachtrachtet man die Möglichkeiten dieser mobilen Abspieler, dann fällt schnell auf, dass es keine Software gibt um derartige Bibliotheken sinnvoll zu nutzen oder verwalten.

    Völliger Unfug!

    Demzufolge kann ich @Matze nur zustimmem. Weniger ist mehr (wenn es richtig funktioniert)

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