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Huawei: Frankreich entschließt sich gegen Ausschluss aus der 5G-Infrastruktur

Huawei ist aktuell ein viel diskutiertes Unternehmen, wenn es um den Ausbau der 5G-Infrastruktur in mehreren Ländern geht. Nun hat Frankreich Stellung bezogen: Man werde den Einsatz von Huawei-Equipment generell nicht untersagen, ermuntert Mobilfunkbetreiber aber dennoch, wenn möglich, auf Alternativen auszuweichen.

Die zuständige Cyber-Sicherheits-Behörde, ANSSI (Agence nationale de la sécurité des systèmes d’information) will Huawei also quasi nicht komplett herausschmeißen, positioniert sich aber trotzdem gegen Huawei. Betreiber, die ohnehin aktuell auf Huawei-Produkte verzichten würden, sollten dies nach Aussagen der ANSSI auch weiterhin in Frankreich so handhaben.

Hingegen dürfen demnach die Bouygues Telecom und SFR, zwei Mobilfunkanbieter aus Frankreich, aufatmen. Sie setzen bereits Equipment von Huawei ein und können es weiter verwenden bzw. erweitern. Dies will die ANSSI für drei bis acht Jahre erlauben. Orange wiederum will in Frankreich auf Technik von Nokia und Ericsson setzen. Dabei geben sich unsere Nachbarn diplomatisch. Man wolle China und Unternehmen aus dem Land nicht diskriminieren, sondern lediglich Risiken minimieren – was mit europäischen Partnern am besten gehe.

Anders läuft es da übrigens aktuell im Vereinigten Königreich: Demnach könnte Huawei dort komplett aus dem 5G-Netz ausgesperrt werden. Ironischerweise sollen die US-Sanktionen die Ursache sein. Da Huaweis Zugriff auf US-Technologien noch weiter eingeschränkt worden sei und das Unternehmen daher auf andere Lösungen setzen müsste, werde die Sicherheit fraglich. Somit steht nun zur Debatte Huawei gänzlich für den 5G-Ausbau zu meiden, weil das Risiko einfach zu hoch sei. Damit hätten die USA ihr Ziel dann natürlich erreicht.

Huawei selbst hatte diese Entwicklung mit Enttäuschung kommentiert und abermals die Einflussnahme der USA auf die Politik anderer Länder scharf kritisiert. Der chinesische Botschafter Liu Xiaoming schaltete sich ebenfalls ein. Er betonte, dass China eine diplomatische Freundschaft zu Großbritannien anstrebe. Sollte man sich aber lieber mit China erzürnen wollen, dann gelte es, auch die Konsequenzen zu tragen.

Eine heikle Situation für alle Beteiligten also, man darf gespannt sein, wie dieser Wirtschaftskrimi sich noch weiter entwickelt.

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