Huawei bastelt eigenen Sprachassistenten (nur für China)

Digitale Assistenten zählen aktuell zu den ganz großen Interessengebieten vieler Hersteller: Viel Rummel gab es etwa in den letzten Wochen um Samsungs Bixby, der das Galaxy S8 smarter machen soll. Auch Google hat schon einigen Wirbel um seinen Assistant veranstaltet. Jetzt gibt es neue Gerüchte, laut denen auch Huawei an einem eigenen Assistenten für seine mobilen Endgeräte bastele. Allerdings soll jener digitale Begleiter wohl zunächst nur für den chinesischen Markt gedacht sein. Derlei hatte Huaweis CEO, Richard Yu, bereits auf der CES 2017 bestätigt.

In anderen Regionen, wie eben auch Europa und damit Deutschland, wolle Huawei sich laut Yu wohl eher auf Partnerschaften fokussieren – mit z. B. Amazon (Alexa) oder Google. In China wiederum stehen Alexa und der Google Assistant beispielsweise nicht zur Verfügung, so dass es für Huawei Sinn ergibt dort eine eigene Alternative zu etablieren. Hier scheint der Hersteller schlichtweg pragmatisch zu denken.

Mehr als 100 Mitarbeiter sollen für Huawei aber aktuell an dem digitalen Assistenten für den chinesischen Markt basteln. In den USA hatte der Hersteller aber beispielsweise Amazon Alexa auf sein Mate 9 gehievt. Das zeigt deutlich, dass man intern sehr stark nach den jeweiligen Marktbedingungen abwägt, wie man mit dem Thema Assistenten verfährt.

Langfristig könnte es natürlich dennoch irgendwann sein, dass Huawei seinen Sprachassistenten auch außerhalb Chinas etabliert. Das dürfte aber sehr davon abhängen, wie die Annahme in China verläuft und wie gut man mit der Konkurrenz von Amazon, Google, Samsung und Co. im Bezug auf die Funktionalität Schritt halten kann.

(via The Verge)

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

2 Kommentare

  1. Bei sowas frag ich mich ja, was den Hersteller dazu bewegt? So eine Entwicklung und die Pflege/Weiterentwicklung kostet viel Geld.
    Bezahlt jemand mehr Geld für das gleiche Gerät, wenn da neben Google ein weiterer Assistent drauf ist?
    Oder entscheiden sich mehr Leute für ein Gerät von denen, nur wegen der Extrasoftware?

    Und sind nur mit Aufpreis und Mehrverkäufen diese Entwicklung zu refinanzieren? Irgendein Manager erwartet das ja offensichtlich, diese Kalkulation würd ich gern mal sehen… (und das ist nicht ironisch gemeint, sondern ernsthaftes Interesse)

  2. Für eine Sprache die so ganz anders ist als unsere westeuropäischen Sprachen und die ganz anderen Regeln folgt, ergibt es durchaus Sinn, etwas speziell dafür zu entwickeln, insbesondere wenn es um so einen riesigen Markt geht wie China. Wer dort die Marktführerschaft für sich mit beanspruchen will, muss mit zu den ersten und besten gehören, die so etwas in chinesisch anbieten können.