
HTC fährt mit seinen Smartphones aktuell zweigleisig. Normale Smartphones, wie man sie von anderen Herstellern kennt, in Richtung Flaggschiff, hat man da aber schon länger nicht mehr wirklich gesehen. Und da gibt es noch das HTC Exodus, ein Smartphone, das gleichzeitig Hardware-Wallet für Kryptowährungen ist. Durchaus interessantes Smartphone, wenngleich die potentiellen Nutzer noch nicht allzu weit verbreitet sind.
Vielleicht ändert sich das aber mit dem nun vorgestellten Exodus 1s. Das kommt nämlich quasi als Einsteiger-Smartphone, wird aber gleichzeitig das erste Smartphone sein, das als Full Node für Bitcoin dienen kann. Heißt also, dass der komplette Bitcoin-Ledger auf dem Smartphone gespeichert wird, das Smartphone Transaktionen verifizieren kann – es wird Teil des dezentralen Bitcoin-Netzwerkes.
Der Bitcoin-Ledger misst aktuell rund 260 GB, so viel Speicher bietet das HTC Exodus 1s aber nicht. Deshalb benötigt man noch eine ordentlich dimensionierte Speicherkarte, 400 GB bieten sich hier an, kostet noch einmal rund 50 Euro.
Als Smartphone betrachtet ist das HTC Exodus 1s eines, das eigentlich keine Erwähnung finden bräuchte. Ein 5,7 Zoll Display (tolle Größe mal wieder!), das allerdings nur 720p auflöst, ein Snapdragon 435, 4 GB RAM, 64 GB Speicher, hinten wie vorne eine 13 Megapixel Kamera und einen 3.000 mAh starken Akku. Android 8.1 kommt als System zum Einsatz – wer also auf die aktuelle Version von Googles Betriebssystem hofft, wird enttäuscht, es reicht nicht einmal für Android 9. Alte Hardware mit alter Software.
Spannend wird das Exodus 1s aber erst durch TEE, das Trusted Execution Environment. Es sorgt zum Beispiel dafür, dass Eingaben an der Tastatur nicht geloggt werden können. Es sorgt auch dafür, dass beim Signieren von Transaktionen das System abgekoppelt wird, sprich es sorgt für eine Menge Sicherheit. Es schützt auch die Private Keys, sodass man hier in der Tat ein Smartphone mit Hardware-Wallet hat, sich nicht auf Drittanbieter verlassen muss, wenn man mit Kryptowährungen hantiert.
Das Zion Wallet kann mit unterschiedlichen Kryptowährungen umgehen, neben Bitcoin, Litecoin und Stellar Lumen werden auch Ether sowie ERC-20 und ERC-721 Tokens unterstützt. All das eben nicht nur über ein Software-Wallet wie Trust, sondern als Hardware-Wallet. Das Trusted UI sorgt zudem dafür, dass man auch gleich einen Web3-Browser zur Hand hat, über den man dann dApps (Blockchain-Anwendungen) nutzen kann.
Technisch ist das Smartphone im Bezug auf Kryptowährungen, insbesondere um als Bitcoin Full Node zu agieren, völlig ausreichend ausgestattet. Als Smartphone betrachtet ist es aber eher eine lahme Nummer, auch zum ausgerufenen Preis. 219 Euro möchte HTC dafür haben, bezahlen kann man natürlich auch mit Kryptowährungen. Ich habe mir das aus Interesse mal bestellt, 1,411455 Ether kostete der Spaß inklusive Gebühren – ohne Bank dazwischen. Nach aktuellem Kurs waren das 223,01 Euro, das passt schon. Fehlt nur noch die microSD-Karte.
Alle Infos zum HTC Exodus 1s findet ihr auf dieser Seite, da könnt ihr das Smartphone auch gleich bestellen, solltet ihr das vorhaben. Natürlich gibt es auch noch den „großen Bruder“, das Exodus 1.