HP mit neuen Chromebooks für den Bildungssektor

Gleich fünf neue Chromebooks zaubert HP zum Jahresbeginn aus dem Hut. Zielgruppe: Der Bildungssektor mit Schülern, Studenten und Lehrkräften. Von diesen befinden sich aufgrund der andauernden Pandemie die meisten wohl zu Hause – Digitaler Fernunterricht ist bzw. sollte somit an der Tagesordnung sein.

Zum einen wäre da das neue HP Chromebook 14 G7, welches sich insbesondere an Lehrkräfte richtet. Integriert ist da ein 14-Zoll-Display. Weitere Bildschirme lassen sich jedoch mit HDMI oder USB-C anschließen. Ausgestattet ist das Gerät zudem mit einer weitwinkligen HD-Webcam sowie Dual-Mikrofonen für Videokonferenzen.

An Schüler und Studenten richtet man sich eher mit den folgenden Neuerscheinungen. Nennenswert ist bei diesen zudem, dass jene einiges an Fremdeinwirkung z. B. durch Flüssigkeiten abkönnen sollen. Zum einen hat man da das HP Chromebook 11 G9 EE und das HP Chromebook 11MK G9 EE parat, welches seinen Fokus auf die Akkulaufzeit legt: Bis zu 16 Stunden sollen da bei Schultagen für einen „langen Atem“ sorgen. Erstgenanntes Gerät setzt hierbei auf Intel-Prozessoren, letztgenanntes auf einen SoC von MediaTek.

Auch Convertibles hat man parat: Das HP Chromebook x360 11 G4 EE bzw. das x360 11MK G3 EE. Eine ähnliche Version zum erstgenannten Notebook mit Intel-Celeron-Prozessor steht auch mit Windows zur Verfügung. Letztgenanntes setzt wieder auf einen SoC von MediaTek. Bei beiden Geräten mit von der Partie: Ein 360-Grad-Scharnier.

Das HP Chromebook x360 11 G4 EE bietet neben der Touchscreen-Funktionalität auch eine Bedienung per Stift an. Integriert ist neben einer HD-Kamera auch eine 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus. Die Mikrofone sind zudem für das Abhalten von Videokonferenzen ausgelegt, für ordentlich Konnektivität soll aktueller Wi-Fi-6-Standard sorgen.

Preise? Da nennt HP noch keine. Wohl aber Verfügbarkeitsdaten der unterschiedlichen Modelle.

  • Das HP Chromebook 14 G7 ist voraussichtlich ab März verfügbar.
  • Das HP Chromebook x360 11 G4 EE ist ab April erhältlich.
  • Das HP Chromebook 11 G9 EE ist ab März zu haben.
  • Das HP Chromebook 11MK G9 EE ist ab Ende Februar im Handel verfügbar.
  • Das HP Chromebook x360 11MK G3 EE ist ab Ende Februar erhältlich.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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28 Kommentare

  1. Verstehe nicht, wieso Deutschland nicht generell bei Bildung auf Chromebooks setzt. Sind günstig, können alles und brauchen so gut wie keinen Support. Man muss keine Treiber installieren, man muss sich nicht um Software-Updates kümmern etc.

    • vielleicht weil es von Google kommt und die DSGVO damit Probleme hat 😉

      • Vermutlich nur weil es von Google kommt. Auch Google Workspace lässt sich DSGVO konform nutzen (sonst würden auch viele europäische Firmen das nicht nutzen können).

        Aber die meisten Lehrer kennen dieses Produkt nicht und nutzen daher eher andere Software oder Hardware, die sie kennen, die aber mit ganz anderen Problemen daherkommt (z.B. den Kosten, wenn es heißt, ab sofort braucht jedes Kind ein iPad).

        • Es ist nicht nur die DSGVO, beim Datenschutz und Schule gelten auch die Datenschutzgesetze der Bundesländer und die Schulgesetze.
          Sogenannter Spezialitätengrundsatz.
          Solange nicht feststeht, wohin die Daten der Schüler abfließen wird sowas nicht freigegeben. Und mit jedem Update muss das wieder neu geprüft werden.
          Weltfremd? Ja und nein.
          Bei netzpolitik.org stand in den letzten Tagen ein guter Artikel eines zwölftklässlers zum Thema Office365. Habe den Link gerade nicht zur Hand.

          • Für alle Interessierten:
            https://netzpolitik.org/2021/microsoft-teams-oder-nichts/

            Ich kann diese Bedenken auch vollständig verstehen.
            Das Problem ist allerdings: Wir haben (bzw. können) keine Alternative zu diesen US-Anbietern.

            Kinder/Jugendliche werden in Microsoft Office geschult und kommen dementsprechend aus diesem System auch nicht mehr raus. Alternativen werden im Unterricht kaum bis gar nicht durchgesprochen.
            Wenn man den Schulen vorschlägt LibreOffice zu nutzen, vielleicht sogar noch auf Linux, gucken die Personen wie die Kuh wenns blitzt.
            Ich habe mit Informatiklehrern gesprochen die nicht mal wussten was LibreOffice ist. Es fehlt vollständig das Verständnis. Stattdessen soll man als Elternteil dann (mMn überteuerte) Apple-Produkte kaufen, damit „man die Aktivitäten der Schüler besser steuern kann“. An die Aktivitäten der Daten wird nicht mal gedach
            t.
            Ich glaube nicht das Google Chromebooks/Workspace die beste Alternative ist. Bei weitem nicht. Aber so wie es aktuell an den Schulen „läuft“ (wenn es denn mal läuft), ist es ganz sicher nicht zukunftsfähig.

            • Grundsätzlich sehe ich das Problem hier auch sicherlich beim Datenschutz. Google tracked bei den Chromebooks halt viel. Ansonsten ist es die kostengünstigste Lösung. An deutschen Schulen will man aber weiter auf Windows setzen oder schwenkt um auf iOS Tablet Klassen.

              Android Tablets und Chromebooks wären im Schnitt sehr viel günstiger und kompatibler. Man kann aber auch auf Apple setzen oder Surface oder Linux Geräte, wenn man das will. Wichtig wäre dann nur, dass die Technik für 11 Millionen Schüler als Großbestellung über den Bund einmal getätigt und in kommenden Jahren auch für jeden neuen Jahrgang um Kosten zu sparen und natürlich etwas auf die Geräte draufzahlt für Hartz4 Familien. Von einem Herstellermix hat man nur Nachteile, weil dann beim Einen eine Anwendung funktioniert und dem Nächsten wieder nicht.

              • Der deutsche Datenschutz ist einfach nur noch „falsch“. Einerseits zu restriktiv, andererseits zu offen.

                In Niedersachsen werde derzeit zwei Kinder wegen COVID-19 beatmet. Es wäre jetzt total wichtig, herauszubekommen, ob die 2 Kinder, die seit Wochen in der Statistik stehen, durchgängig dieselben sind — geht nicht. Datenschutz. Homeoffice mit Chat: Geht nicht. Die Wand hinter dem Videochat ist intim. Datenschutz. Infektionsketten per COvid-App nachvollziehen, WANN hat Wo denn WER WEN angesteckt — geht nicht, Datenschutz. Fassaden in Streetview: Ne, Datenschutz.

                Gleichzeitig ist aber Facebook, Analytics, Tracking, Dark Pattern der Consentbanner vollkommen OK, wird abgenickt, alles super. Ja, noch besser: Die Sites funktionieren nicht mehr mit Adblockern, weil die die Consentbanner mit wegfiltern, und die Sites ohne Consent nicht laufen…

                Der Bildungsbereich wird nicht mal eben wieder einfangen, was Handy-Hasser-Deutschland seit 25 Jahren an die Wand fährt.

            • Joe Appleby says:

              Ich möchte doch mal diesem „Lehrer wissen nicht, was Libre Office ist“ widersprechen. Meine Schule setzt nur auf Libre Office. Wir dürfen Microsoft Office nicht einsetzen, da der Berliner Datenschutzbeauftragte das nicht erlaubt. Einige Schulen machen es doch, die haben damit angefangen, bevor das Verbot kam.
              Als digitale Lernplatform nutzen wir die Landesmoodleplattform. Die hat immer noch Probleme, die Anzahl der Nutzer zu verkraften.

              • Ich habe nie gesagt, dass ich mit allen Lehreren der Welt gesprochen habe. Mit dir offensichtlich nicht 😉

              • …und das zeigt das Problem doch sehr gut: Software und Apps, die in fast jedem Haushalt genutzt wird und die fast jeder Computer/Handybesitzer nutzt, wird am Schultor blockiert.

                Fast ganz Deutschland hat ein Konto bei Facebook und WhatsApp — aber am Schultor wird Microsoft Office abgeblockt.

                Das ist absurd, und man fragt sich, wo das hinführen soll. In der freien Wirtschaft kommt Zoom zum Einsatz, Facebook Business und Googlekonten — und in der Schule dürfen die Kids nicht Videochatten, weil man die Tapete sehen kann. Und nach Unterrichtsschluss treffen sich die gleichen Kids dann in TikTok.

                • Joe Appleby says:

                  Mein Lieblingsbeispiel ist ja immer: die belgische Polizei benutzt Office 365. Die Landespolizei NRW nutzte Office 365 als es die Option der Deutschlandcloud gab. Ich weiß nicht, ob das noch immer so ist, davon würde ich mal ausgehen.
                  Mir konnte noch niemand erklären, warum es für die Polizei und deren Arbeit zulässig ist, für Schulen aber nicht.

    • Dafür müsste man sich in Deutschland erst mal auf eine Software einigen, mit der gearbeitet wird. Bei 6 Unterrichtsfächern habe ich 6 Lehrer die 6-8 unterschiedliche Dienste nutzen (Video/App/Kommunikationsplattform).
      Dazu kommen Emails in denen steht, dass Arbeitsblätter in der Schule liegen, abgeholt und bearbeitet werden müssen, anschließend abfotografiert und dann per Mail wieder hingeschickt werden sollen.
      Neuland …

  2. Ich sehe auf Grund von Preis/Leistung Chromebooks auch als gute Lösung für digitales Lernen an, aber ich weiß von einem Lehrer das es ein Kampf gegen Windmühlen ist, wenn man vom Standardweg iPads abweichen will. Da mussten wohl viele Leute in den Behörden überzeugt werden, da der Name Google Datenschutzbedenken hervorruft. An iPads wäre man wohl problemlos und viel schneller gekommen.
    Am Endeffekt hat man aber Chromebooks einsetzen dürfen und man ist mit dieser Lösung auch sehr zufrieden. Genutzt werden dort vorwiegend Acer Spin 11 Geräte.

  3. Das kleinste Bundesland Bremen macht da derzeit vieles richtig. Es wurden iPads für alle Schüler beschafft und zwar ohne Kosten für die Eltern. Zudem ist die online Plattform its learning bereits längere Zeit vorhanden und nun auch verpflichtend zu benutzen.

    • Hallo Chris,
      gab es diese kostenlos, oder warum glaubst du das Bremen alles richtig macht. Aus der Sicht der Schüler, alles gut, aber das Geld ist pfutsch.
      1X IPad=3X Chromebook Spin 311 von Acer.
      Das wäre richtig gewesen!
      Wenn die Kinder schon früh anfangen sollen (müssen) mit digitaler Hardware umzugehen, dann bitte auch mit vernünftigen und bezahlbaren Endgeräten.
      Wie kann es sein das unser Land unseren Schülern und Schülerinnen überteuerte Hardware anbietet und sich dann viele Eltern dann damit beschäftigen müssen, wie sie diese bezahlen oder finanzieren sollen??
      Warum wird in unseren Nachbarländern schon soviel mit Chromebooks in den Schulen gearbeitet??
      Das kann doch alles nicht so schwer sein!!

      Besten Gruß

      • Joe Appleby says:

        Solche Endgeräte sind Leihgaben der Länder.
        Meine Schule in Berlin hat S6 Tablets mit Tastatur cover ausgegeben. Die Schüler können sich nicht mit einem eigenen Account bei Android anmelden sondern werden zentral administriert. Genauso funktioniert das bei den iPads.

        Und Chromebooks sind nicht gewünscht, da Google.

        • Und genau das ist das Problem. Geräte kosten immer etwas — entweder direkt, oder über Steuern. Das wir überhaupt noch über „Plattformen“ reden!? Das gesamte Internet ist Cross-Plattform, Applikationen gehören in den Browser, und dann ist die Plattform egal. Ich erstelle beruflich Webshops — das ist mir völlig fremd, das Konten, Zahlung, Authentifizierung „auf irgendwas“ laufen müssten — Browser, fertig.

          Es ist doch völlig absurd, dass wir als reine Android-Familie ein für uns komplett nutzloses iOS-Gerät vorgesetzt bekommen und auch noch unser Konto in Apples Rachen geworfen wird, wenn der komplette Rest unseres digitalen Lebens bei Google stattfindet — nur, weil irgendein ITler irgendwo das nicht anders administriert kriegt? Wofür überhaupt muss irgendwas „administriert“ werden? Meine Tochter nutzt „iSurf“ und „Anton“ auf jedem System im Haus im Browser, fertig. …aber ich ahne es schon: Der Staat muss ja irgendwie irgendeinen Blocker auf die Geräte draufknallen, dass man auf keinen Fall p*rnhub aufrufen kann — als hätte nicht jeder 5.-Klässler ein Handy, auf dem er das tun kann, und wenn nicht er, dann sein Kumpel, oder zuhause stehen 4 Computer rum.

          Es kann nicht angehen, dass der Staat die Bürger zu einem Hersteller zwingt. Ich möchte aus gesellschaftlichen Gründen keine Firma unterstützen, die vernagelte Geräte herstellt. Ich engagiere mich für Freie Software, Rootrechte auf allen Devices und offene Ökosysteme, und das zwingt mich der Staat auf die übelste Plattform am Markt. Was kommst als nächstes? Kaufpflicht für Asbest, Sklaven und Waffen?

          Kopfschütteln…

          • Joe Appleby says:

            Man kann es auch übertreiben. Bist du in Bremen, dass es dich betrifft?

            Meine Schüler bekommen zur Hälfte Hartz IV. Von denen haben einige gar kein nutzbares Gerät zuhause. Ich bin scheißfroh, dass wir jetzt Tablets bekommen haben für diese Kinder.

            • > Man kann es auch übertreiben.
              Aha. und wenn meine Tochter nur mit NIKE-Schuhe zur Schule kommen dürfte? Das ist nichts anderes.

              > Bist du in Bremen, dass es dich betrifft?
              Ach so, man muss in Bremen wohnen, um eine Meinung dazu haben zu dürfen, dass der Staat einen Monopolisten fördert… aus der Microsoft-Geschichte nix gelernt?

              > Meine Schüler bekommen zur Hälfte Hartz IV. Von denen
              > haben einige gar kein nutzbares Gerät zuhause. Ich bin
              > scheißfroh, dass wir jetzt Tablets bekommen haben für
              > diese Kinder.

              Und wo ist jetzt der Widerspruch dazu, offene Systeme einzusetzen (wie z.B. die Schule meiner Tochter in Hamburg) und den Schülern statt eines Lifestyle-Bricks dann vernünftige Tablets zu einem Drittel des Preises besorgen, oder dann dreimal so vielen Schülern? Ist ja nicht so, dass man oberhalb von Hartz IV in Kohle schwimmen würde.

              • Joe Appleby says:

                Die Tablets (Galaxy S6) die Berlin beschafft hat waren preislich auf einem Level mit einem iPad. Gespart wurde also schonmal nicht. Und was die Eltern verdienen ist doch egal, wenn jeder Schüler ein Gerät bekommt, wie in Bremen geschehen und in ganz Deutschland geplant

                Zwecks Monopolisten: Berlin hat sich entschieden, verschiedene Anbieter für Hardware zu nutzen, um sich nicht an einen Anbieter zu ketten. Schulen werden aber sortenrein beliefert, damit ist es einfacher, Schülern und Lehrern die Geräte zu erklären. Das ist ein sinnvoller Vorgang. In Anbetracht der Anzahl der Hersteller sind das trotzdem mehr iPads als Bremen gekauft hat.

                Ob offene Systeme oder geschlossene ist absolut uninteressant, da die Geräte zentral administriert werden und für den User sehr geschlossene Systeme darstellen. Dies ist der angedachten Nutzergruppe geschuldet: Minderjährige. Da die Eltern hier nicht die Hoheit über das Gerät haben, werden diese von vornerein eingeschränkt.

                • > Die Tablets (Galaxy S6) die Berlin beschafft hat waren preislich
                  > auf einem Level mit einem iPad. Gespart wurde also
                  > schonmal nicht.

                  Ich übersetze mal: „BMW war so teuer wie Mercedes, es wurde also nix gespart.“
                  Ähm — wir haben hier ein mehrere jahre altes Medion für 200 Euro?

                  > Und was die Eltern verdienen ist doch egal, wenn jeder
                  > Schüler ein Gerät bekommt, wie in Bremen geschehen
                  > und in ganz Deutschland geplant

                  Ob der Staat eine bestimmte Summe ausgibt oder das vierfache ist mir nicht egal. Und ob er diese Summe in offene oder geschlossene Technik investiert ist mir auch nicht egal.

                  > Schulen werden aber sortenrein beliefert, damit ist es einfacher,
                  > Schülern und Lehrern die Geräte zu erklären.

                  Aus jeder, aber auch wirklich jeder Ecke dieses Satzes quillt die Behördendenke…
                  „Es ist einfacher“ (für die Behörde), man muss die Geräte ja auch jedem „erklären“ und „zentral administrieren“

                  Und jetzt sage ich dir mal, wie’s laufen sollte:
                  Jeder kriegt 300 Euro und kauft sich ein Gerät. Die Software läuft im Browser, Bedingung ist nur, dass auf dem Gerät ein aktueller Chrome, Safari, Firefox oder Edge laufen kann. Problemfamilien kriegen das Gerät über Gutschein, damit Papa das nicht in Alk umsetzt. Wenn dann die Diskriminierungsbeauftragte Weinkrämpfe kriegt, kriegen das eben ALLE über Gutschein, fertig. Serverseitig schliesst man alle Anbieter aus, deren Plattform nicht in obigen Browsern betreiben wird, sondern explizit irgendwelche „Apps, EXEs, Binaries“ brauchen.

                  Meine Erfahrung mit Homeschooling: Die Kids sind digital aufgewachsen und erklären den Lehrern grade das Internet, denn DIE haben 25 Jahre gepennt und grad das erste Mal was neueres als eine Schreibfeder in der Hand. „Administrieren“ brauch uns hier draussen keiner was — erstens arbeiten wir alle seit Jahrzehnten mit Rechnern, Tablets und Handys, und zweitens kann man jedes Gerät auf jeder Plattform mit Firmware-Reset fixen, Ende.

                  Und ob meine Tochter auf YouTube, P*rnhub oder TikTok rumsurft, könnten wir bei der Gelegenheit mal den Eltern überlassen, die das ja auch schon seit vielen Jahren auf allen anderen Geräten im Haushalt regeln. Und wenn wir grad dabei sind, die Jugendschutzbeauftragten in den Orkus zu kübeln, können wir die Datenschutztrullas gleich hinterherwerfen.

                  In Deutschland ist immer viel die Rede von Parallelgesellschaften. Hier ist eine: Das Kind zuhause auf WhatsApp, Youtube und Facebook mit einem Konto, das ich mit hoch-gelogenem Alter angelegt habe, um Zugangsbeschränkungen auszuhebeln — in der Schule der Lehrer, der sich beschwert, „Fachmann“ sein zu müssen für etwas, das meine 70jährige Mutter seit Jahren kann und nur auf einer geschlossenen, gesperrten Plattform agieren kann.

                  • Joe Appleby says:

                    Mehrere Jahre alte Geräte dürfen nicht beschafft werden, nur Neugeräte mit Garantie. Ich empfehle mal ein Blick in behördliche Beschaffungs- und Ausschreibungsrichtlinien.

                    Jeder bekommt €300 geht erst recht nicht. Die Geräte sind und bleiben Eigentum des Landes und werden als Leihgeräte vergeben. Verschenken ist keine Option, warum nicht? Frag die CDU.

                    >Meine Erfahrung mit Homeschooling: Die Kids sind digital aufgewachsen und erklären den Lehrern grade das Internet, denn DIE haben 25 Jahre gepennt und grad das erste Mal was neueres als eine Schreibfeder in der Hand.

                    DEINE Erfahrung. Meine Erfahrung ist leider so, dass ich mehr Schülern erkläre, wie deren Geräte und die Software darauf funktioniert als meinen Kollegen. Meine Schüler können Instagram und Whatsapp bedienen, und auch das nur bedingt. Eine Email schreiben überfordert da viele. Sich auf der Moodle Plattform des Landes anzumelden hat massive Probleme bereitet.

                    Wir sind alle in einer Bubble. Bis ich hier angefangen habe zu unterrichten, hätte ich bestimmt auch nur so wie du argumentiert. Ich kannte nur meine Mittelschichtumgebung am Gymnasium und an der Uni. Es gibt aber noch viel mehr Menschen in Deutschland, die nicht so wie wir mit Technik umgehen. Und dieser Teil der Bevölkerung ist auch sehr jung.

                    • > Mehrere Jahre alte Geräte dürfen nicht beschafft
                      > werden, nur Neugeräte mit Garantie.

                      Das habe ich auch nicht gemeint, sondern dass ein damals neues Gerät für 200 Euro von ALDI bei uns seit Jahren in intensiver Benutzung ist. Ich verstehe nicht, wieso Hersteller wie Medion nicht zur Wahl stehen sondern „Das Apple ist auch nicht teuerer als das Samsung“ — ja, genau, die beiden Apotheken am Markt.

                      > Jeder bekommt €300 geht erst recht nicht.
                      > Die Geräte sind und bleiben Eigentum des Landes
                      > und werden als Leihgeräte vergeben.

                      Von verschenken habe ich nichts gesagt, sondern dass die Eltern die Geräte wählen, nicht die Behörde.

                      Ach weisst Du, das sind so Sachen, die kennt jeder aus seiner Firma. Da sollen alle Mitarbeiter 300 Euro als Prämie kriegen, und der Chef will das aus steuerlichen Gründen nicht in Bar machen, sondern als Gutschein. Und dann schreit der eine, er würde alles bei Amazon kaufen, und der andere, das er nie was bei Amazon kaufen würde.

                      Dann gibt es eben vier Anbieter zur Wahl. Oder es gibt einen Gutschein für einen Meta-Gutscheinanbieter, sowas gibt es ja auch. Es gibt so viele Ansätze. Selbst der Staat kriegt solche Sachen hin wie eine Pendlerpauschale für Autofahrer ebenso wie für Radfahrer umzusetzen. Man muss halt nur wollen. Und hier will mal wieder keiner. Die Anbieter geschlossener Lösungen haben ihre Kumpels im Ministerium. Die IT will das billigste Budget. Die Lehrer haben Angst vor allem, wo Strom drin ist. Und wenn irgendwas entschieden werden muss, dann wird sowieso immer alls pädagogisch orientiert am fetten Marcel mit seiner Playstation statt an 25 normalen Kindern aus normalen Familien, genau so wie jetzt bei Corona „Wir müssen die Schulen schnell öffnen“ — ich kenne kein einziges Elternteil, das Schulen öffnen möchte, die möchten alle Homeoffice machen und können und dürfen nicht, und kein Tag, wo in der Presse nicht ein Drängelartikel zur Schulöffnung erscheint, wegen dem fetten Marcel, der zuhause hinter seiner Playstation nicht vor seinem Säufervater sicher ist. Und deswegen soll meine normale Tochter aus einer normalen Familie während einer tödlichen Pandemie schnellstmöglich wieder zur Schule. Die ham’se doch nicht mehr alle, ich arbeite sei über 300 Tagen zuhause, warum muss ein Schüler zur Schule?

                      Ja, ich hab’nen Hals.

                      > Meine Schüler können Instagram und Whatsapp bedienen.
                      > Eine Email schreiben überfordert da viele.

                      Was ja auch kein Wunder ist. In der Firma haben wir Mails schon vor Jahren abgeschafft und nutzen Messenger. Privat auch. Wieso habt ihr noch so’n alten Krempel am Start wie Emails?
                      Selbst mit Oma und Opa sind wir nur noch über WhatsApp in Kontakt.

                    • Joe Appleby says:

                      Könntest du mal aufhören, alle Lehrer über einen Kamm zu scheren? Nicht alle Lehrer haben Angst vor allem, was mit Strom zu tun hat. Bei mir an der Schule mit ca. 80 Kollegen waren das drei. Und selbst die haben mittlerweile erkannt, dass die Welt sich weiterdreht. Geht auch gar nicht anders, jeder Raum hat bei uns ein Smartboard.

                      Und es gibt nicht 25 normale Familien. Was ist normal? Hier sind es die Hartz IV Empfänger, woanders die Anwaltskinder. Im Bildungssektor sprechen wir von heterogenen Klassen. Keiner ist gleich. In meiner Klasse habe ich alles, Flüchtlingskinder aus dem Heim, Hartz IV Empfänger, für die sich selbst RTL 2 schämen würde und dann auch die Kinder von Managern.

                      Ich habe nicht nur Email erwähnt. Alles was nicht Whatsapp und Instagram ist, überfordert manche Schüler. Hier waren schon Schüler beim ausfüllen eines Formulars auf einer Webseite überfordert am Anfang. Ich habe zum Glück mit den Schülern den Umgang mit der Lernplattform geübt, als noch Präsenzunterricht war.

                      Warum wir keine Messenger nutzen? Die großen Anbieter, die das für Schulen kostenfrei anbieten (MS, Google, jeweils für Schulen konzipierte Angebote), sind nicht datenschutzkonform laut der Datenschutzbeauftragten. Ähnlich auch für andere Anbieter, sowie Schülerdaten betroffen sein könnten, ist alles was nicht 100% open source und in Deutschland gehostet ist böse. Und die Ministerien lassen fleißig eigene Cloudsysteme entwickeln, die nichts anderes machen als Geld zu verbrennen.
                      Alternativen, die die Schule selber hostet scheitern am fehlenden Budget für Schul-IT.

  4. Effizientes Arbeiten ist spätestens seit der DSGVO nicht unmöglich, aber dennoch erheblich erschwert worden, nicht nur in diesem Bereich.

    • Die DSGVO baut auf den deutschen Datenschutzgesetzen auf und ist im Prinzip nichts neues. Vorher gab es nicht diese leicht zu merkende Abkürzung für Datenschutz.

    • @Per: Nicht, dass es vorher kein Datenschutzrecht gab, aber hier und da hat sich schon etwas verändert bzw. wurden die Vorgaben verschärft. Es ist nicht nur ein neuer Name, und es gründet sich auch nicht allein auf deutschen Datenschutzgesetzen, sondern ist ist eine europaweite Vorgabe. Abgesehen davon ändert das aber auch nichts an meiner Aussage, ich habe ja ausdrücklich geschrieben „spätestens“.

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