Honor erteilt dem Megapixel-Wahn eine Absage: Lieber größere Pixel

Aktuell ist im Smartphone-Segment der Megapixel-Krieg ausgebrochen. Führend ist da bisher das Xiaomi Mi Note 10, welches auf einen Sensor mit stolzen 108 Megapixeln setzt – hier findet ihr meinen Testbericht. Selbst in der Mittelklasse sind außerdem Geräte mit 48 oder 64 Megapixeln nicht mehr ungewöhnlich. Bei der Huawei-Tochter Honor denkt man allerdings nun um. Statt auf höhere Megapixel-Zahlen bzw. Auflösungen will man lieber auf größere Pixel setzen.

Das ergibt aus meiner Sicht absolut Sinn: Etwa kann man zwar mit dem Xiaomi Mi Note 10 durchaus Fotos mit den vollen 108 Megapixeln knipsen, sie sehen aber nur bei extrem gutem Licht brauchbar aus. Ansonsten sind die regulären Aufnahmen mit zusammengelegten Pixeln ansehnlicher, weil das Licht pro Pixel besser aufgenommen werden kann. Größere Sensoren bzw. größere Pixel sind also der bessere Weg, um detailreichere Fotos zu erreichen.

Laut Honor werde man daher lieber auf jenem Pfad verbleiben. Denn eine Pixelgröße von 1 Mikrometer sei für Flaggschiff-Kameras laut Honor mindestens notwendig. Wolle man aber mit mehr als 100 Megapixeln operieren, müsste man auf 0,8 Mikrometer runtergehen. Zwar ließe sich im Marketing natürlich super mit mehr als 100 Megapixeln werben, wenn dies aber zulasten der Bildqualität gehe, dann wolle man laut Honors chinesischem Marketing-Manager Kailiang Shen eben doch lieber nicht mitmischen. Sony vertrete laut dem Honor-Manager die gleiche Ansicht.

Falls ihr euch fragt, warum nicht nur ich dann trotz dieser Argumentation dem Xiaomi Mi Note 10 so tolle Fotoqualität bescheinigt habe: Auch der Sensor des Mi Note 10 fällt überdurchschnittlich groß aus. Perfektion könnte man also am Ende mit besonders großen Sensoren kombiniert mit hohen Auflösungen erreichen.

Ob es da aber eben 108 Megapixel wirklich braucht, darüber kann man sich wirklich streiten – selbst Premium-Systemkameras wie die Panasonic Lumix S1H verbleiben in der Regel bei ca. 24 Megapixeln – nutzen aber eben im Vergleich mit Smartphones geradezu riesige Sensoren, wodurch sie bei der Bildqualität immer noch eindeutig vorne liegen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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14 Kommentare

  1. Mein S8 hat gerade mal 12 Megapixel, ich hab’s echt zu nix gebracht… 😉

    • Ja, ganz furchtbar! Deswegen wirst Du sicher ständig ausgelacht und so 😉
      Ich weiß grad gar nicht, wie viele Megapixel mein iPhone 6s hat. Auf jeden Fall genug, um hübsche Fotos zu machen.

  2. Sehr vernünftig! Von mir aus gerne 12 Megapixel, aber dafür lichtstark.

  3. oblivionevil says:

    Bitte echte 16 MP die 12 MP bzw. 48 MB meines oneplus 7 pros sind der letzte Dreck.
    Hab noch mein Oneplus 3t mit gcam dauert zwar lange ein Foto aufzunehmen aber dabei kommt wenigstens keine Weißgewaschene Drecks Optik raus.
    Wenn man mit beiden ein Vergleichsfoto macht sieht das vom 2016 Gerät viel besser aus dafür habe ich gerne 750 € ausgegeben für ein Downgrade !
    So ein Scheiss !

    • Oneplus hat einen guten Sensor… aber eine beschissene Optik/Linse. Dazu ist deren Software Kruscht.

    • Baki Güler says:

      Bin auch vom OnePlus 3 gewechselt auf das Google Pixel 3a. Die Lowl-Light Aufnahmen von Pixel 3a sind natürlich deutlich besser als die vom OP3, aber (!) die geringere Auflösung vom Pixel 3a mit 12MP ist sofort zu sehen. Das OnePlus 3 hat mit 16 MP deutlich mehr schärfe zu bieten.

  4. Quatsch. Nur Sensorgrösse ist wichtig. Umso grösser umso besser. Wieviel MP der hat ist wurscht. Hat er viel (Xiaomi) kann man zusammenlegen für bessere Nachtaufnahmen.
    Hat er aber wenig, kannst du nicht mehr Detail rausbekommen.
    Deswegen grosse Sensor mit viel MP. Tolle Details bei viel Licht. Tolle Bilder bei wenig.
    Sensor mit wenig MP = immer wenig Details.

    • Schwachsinn. Was zählt, IST die Pixelgröße. Du kannst einen TV-großen Sensor nutzen, aber wenn du ihn mit 0.8um winzigen Pixeln bestückst, wird die Qualität absoluter Mist sein. Allein was das Rauschen angeht, kommst du nicht an großen Pixeln vorbei. Smartphones produzieren deshalb vergleichsweise hohes Rauschen, liegt an den winzigen Pixeln.
      Die Reiner Megapixelzahl sagt zudem nichts über den Detailgrad aus. Apple hat das beim iPhone 11 mit Deep Fusion bewiesen. Obwohl es bei 12MP bleibt, steigt der Detailgrad ENORM an

      • Emanuele Forlì says:

        Ohje, noch so ein Apple Fanboy. Bei näherer Betrachtung können Fotos des iPhone 11 Pro noch nicht einmal mit dem 8 Jahre alten Nokia 808 mithalten. Es gab erst kürzlich zwei verschiedene Tests Nokia 808 vs. iPhone 11 Pro. Du verwechselst hier Details mit künstlich generierten Mustern, die aber absolut unnatürlich wirken.

        Und was das Pixel-Binning betrifft, liegt die Wahrheit in der Mitte: bei speziellen Quad-Bayer Sensoren sind vier zusammengefasste Pixel nahezu genauso gut, wie ein größeres – aber viel flexibler. So geht zum Beispiel Echtzeit-HDR auch bei Videos (jeder Subpixel kann unterschiedlich belichtet werden) und natürlich auf Wunsch auch mehr Auflösung, zumindest wenn die Lichtverhältnisse passen.

  5. Honor will beim Pixelwahn nicht mitmachen? Korrigiert mich, aber soweit ich weiß, war Honor einer wenn nicht sogar der Erste, der mit diesem Pixelwahn mittels 48MP-Sensor überhaupt erst angefangen hat…

    An sich unterstütze ich diese Aussage aber. Mir geht dieser Pixelwahn so auf die Nerven, da es schlicht nicht in besserer Qualität resultiert, obwohl durch die mittlerweile viel größeren Sensoren so viel Potential da wäre…

  6. Emanuele Forlì says:

    Also zwischen 0,9 und 1,0 Micron kann ich jetzt keinen Riesen Unterschied erkennen. Vielmehr scheint das von Honor eine Rechtfertigung zu sein, auf einen viel kleineren Sensor zu setzen und ihn dann „dank“ ebenfalls viel weniger Megapixel schön zu rechnen. Letztlich bietet der 108 MP Sensor aber eine viel größere Sensorfläche, was auch in besserer Bildqualität resultiert. Und mit dem speziellen Quad-Bayer Sensor kann man ja ebenfalls nativ bzw. auf Sensorebene mit einer geringeren Auflösung aufnehmen!

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