Honor Band 6 im Test: Ein gelungenes Fitness-Armband

In den letzten Wochen habe ich mich mal wieder mit einem Fitness-Armband beschäftigt: dem Honor Band 6. Das Wearable kostet aktuell im Handel 49,90 Euro. Es bringt unter anderem einen farbigen AMOLED-Bildschirm, einen Pulsmesser, SpO2-Erfassung und mehr mit. Im Test schaue ich einmal, ob das Honor Band 6 beispielsweise einem Xiaomi Mi Band 6 vorzuziehen sein könnte.

So wirkt der Funktionsumfang der beiden Fitnesstracker aus dem Jahr 2021 nämlich recht ähnlich. Unterschiede gibt es allerdings in der angebundenen App – bei Xiaomi ist das wie gehabt Mi Fit und bei Honor Huawei Health. Auch das UI der beiden Wearables weicht natürlich trotz ähnlicher Features stark voneinander ab. Doch blicken wir noch kurz auf die Eckdaten.

Technische Daten und Funktionen des Honor Band 6

  • Farbiges AMOLED-Display mit 1,47 Zoll Diagonale, 364 x 194 Pixel
  • Anpassbares Watchface
  • Pulsmesser und SpO2-Sensor
  • Maße / Gewicht: 43 x 25,4 x 45 mm / 29 g
  • Austauschbares Silikon-Armband
  • Accelerometer
  • Automatische Erkennung ausgewählter Workouts (Running, Walking, Elipsentraining, Rudern)
  • Tracken des weiblichen Zyklus
  • Workouts: Laufen (Outdoor, Indoor), Walking (Outdoor, Indoor), Radfahren (Indoor), Schwimmen (Pool), Ellipsentraining, Rudergerät, Free Style Workout
  • Schlaftracking, Erfassung des Stresslevels, Anzeige von Benachrichtigungen, Annehmen / Ablehnen von Anrufen, Steuerung der Musikwiedergabe, Schritt- und Kalorienzähler, Anzeige des Wetters, Atemübungen, Weckerfunktion, Timer, Stoppuhr
  • Akkulaufzeit: bis zu 14 Tage
  • Wasserdicht bis 5 ATM
  • Preis: 49,99 Euro

Ausstattung, Verarbeitung und Funktionen

Das Honor Band 6 lag mir für meinen Test mit einem Armband in der Farbe Koralle vor. So wie auch das Xiaomi Mi Band 6 ist auch das Honor Band 6 recht leicht und daher angenehm am Handgelenk zu tragen. Das Armband wirkt weder zu labberig noch zu fest und macht für den Gesamtpreis des Geräts einen guten Eindruck. Ich denke, dass dieses Wearable recht kompatibel zu den meisten Handgelenken sein wird, denn auch zierliche Personen können das Gerät dank moderater Größe und geringem Gewicht gut tragen.

Das Design ist dabei recht konventionell und unauffällig. An der Unterseite sitzen die entsprechenden Sensoren, an der rechten Seite ein breiter Button, der den Touchscreen aktivieren kann und Schnellzugriff auf die Optionen gewährt. Sauber gelöst und gut, dass der Knopf an der Außenseite sitze, also nicht innen zum Handgelenk gerichtet. Das ist nämlich beispielsweise an der Fitbit Sense für mich ein Problem gewesen, da ich den kapazitiven Button der Smartwatch teilweise versehentlich auslöste.

Auch das AMOLED-Display geht in Ordnung und ist ausreichend scharf und auch hell genug, um es draußen abzulesen. Das Watchface lässt sich anpassen, da gibt es über die App Huawei Health eine sehr breite Auswahl. Letztere arbeitet die Fitness-Daten für euch auf – in recht übersichtlicher Weise. Einzelne Diagramme zu Beispielsweise dem Tempo, dem Puls oder der Kadenz lassen sich auf Wunsch auch vergrößern und im Vollbild anzeigen. Insgesamt gefällt mir persönlich die Aufbereitung in der Zepp-App aber z. B. noch eine Ecke besser.

Einen kleinen Bug hatte ich bei den Benachrichtigungen: Das Honor Band 6 zeigte mir manche Benachrichtigungen immer wieder an – auf eine Telegram-Nachricht von Felix, die ich am Wochenende erhielt und zunächst entspannt ignorierte, wurde mir etwa über 10-mal am Armband ins Gedächtnis gerufen. Dafür funktioniert z. B. die Steuerung der Musikwiedergabe auch während des Sports. Das dürfte daran liegen, dass das Honor Band 6 selbst kein GPS mitbringt. Wer da also genauer seine Strecke erfassen möchte, muss das Smartphone zum Training mitnehmen.

Doch ich will nicht alles vom Praxistest schon hier vorwegnehmen. Das Honor Band 6 ist jedenfalls ein guter Einstieg in den Markt für Fitness-Wearables, was Ausstattung, Verarbeitung und Features betrifft.

Praxistest

Das Honor Band 6 bietet selbst kein GPS, ihr könnt aber natürlich in der Huawei-Health-App dennoch mit dem GPS eures Smartphones tracken. Startet ihr am Phone ein Training und habt euer Armband verbunden, wird auch dort die Erfassung gestartet, um etwa die Pulsdaten zu ermitteln. Das klappt ohne Verzögerung. Auch die Steuerung der Musikwiedergabe läuft hier einwandfrei. Die automatische Erkennung eines Workouts, habe ich beim Joggen getestet, dauert natürlich ein paar Minuten – klappt aber.

Phantomschritte zählte das Honor Band 6 bei mir beim Tippen nicht. Allerdings scheint mir der Schrittzähler insgesamt ungenauer zu sein als beim Mi Band 5 oder einer Amazfit T Rex Pro. Die beiden anderen Wearables zählten jeweils beim parallelen Tragen auf derselben Strecke deutlich mehr Schritte, als Honors Wearable. Auch die Messung des Blutsauerstoffgehalts genießt ihr besser mit Vorsicht, denn es handelt sich eigentlich nur um Schätzungen. Das ist aber ein Faktor, der nicht speziell das Honor Band 6 betrifft, sondern alle Wearables vom gleichen Schlag.

Ich hatte manchmal ein wenig Probleme mit der App: Trackt ihr etwas, dann schiebt sich die App nämlich am Phone arg aggressiv in den Vordergrund: Im Falle meines Xiaomi Mi 10 Pro auch auf den Sperrbildschirm, was das Entsperren des Geräts erschwerte. Da muss man dann nämlich erst wieder auf den „normalen“ Sperrbildschirm zurückschalten, um das Gerät freischalten zu können. Mich nervte das persönlich. Auch solltet ihr darauf achten unbedingt die App Huawei Health vom Energiesparmodus auszunehmen. Bei mir wurde das Tracking beim ersten Training mehrfach unterbrochen, weil MIUI sich einklinkte.

In Sachen Workouts seid ihr hier eben auf den Kern beschränkt – Laufen (Outdoor, Indoor), Walking (Outdoor, Indoor), Radfahren (Indoor), Schwimmen (Pool), Ellipsentraining, Rudergerät und Free Style Workout. Da bieten andere Geräte, auch von Honor selbst, mittlerweile mehr. Das Schlaftracking wiederum gefällt mir mit seinen Übersichten, die ich euch ja schon in den Tests der Honor Watch ES und Honor Watch GS Pro vorgestellt habe, sehr gut.

Die Übersicht mit den einzelnen Ringen, welche euch das Honor Band 6 feilbietet, erinnert natürlich sehr an Apple. Generell lässt sich das Armband aber jederzeit einfach bedienen: Ein Wischen nach unten ruft die Einstellungen auf, ein Wischen nach oben führt zu etwaigen Benachrichtigungen und Wischen nach Links / Rechts geht die anderen Bereiche wie das Wetter, die Pulsdaten, die Musiksteuerung und Co. durch – alles selbsterklärend.

Weitere Auffälligkeiten? Die Akkulaufzeit des Honor Band 6 ist mit 14 Tagen sogar eher konservativ angegeben. Ihr könnt je nach Nutzung auch deutlich länger hinkommen. Und ja – auch Duschen und Schwimmen kann dem kleinen Fitness-Helfer nichts anhaben.

Fazit

Das Honor Band 6 ist ein Einstiegs-Wearable, das tut, was es soll. Mit 49,99 Euro finde ich das Gerät aber mindestens 10 Euro zu teuer, denke ich da so an die Preise, für die man etwa das Xiaomi Mi Band 5 mit sehr ähnlichen Features bekommt. Zumal Honor sich da auch selbst Konkurrenz macht: In Angeboten gab es die Honor Watch ES mit GPS beispielsweise auch schon für um die 60 Euro. Da wäre die GPS-Funktionalität die 10 Euro Aufpreis in jedem Fall wert, zumal auch das Display der Watch ES unter anderem größer ist.

Tatsache ist, dass der Markt für Einstiegs-Fitness-Armbänder hart umkämpft ist und Xiaomi sich da mit seinen Mi Band eine treue Anhängerschaft erarbeitet hat – allerdings ziehen auch die Chinesen die Launch-Preise an. Ein wenig könnt ihr euch da auch danach richten, welche App euch mehr zusagt. Mich störten da ein paar Kleinigkeiten an Huawei Health, Mi Fit ist aber auch nicht perfekt – Geschmackssache eben.

Insgesamt ist das Honor Band 6 durchaus ein gelungenes Fitness-Wearable für Einsteiger und insbesondere Menschen, die nach einem leichten Armband suchen, das am Handgelenk nicht stört.

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5 Kommentare

  1. Hi André!
    Ist der Vergleich auf ein Mi Band 5 oder 6 bezogen? In der Einleitung schreibst du vom 6er, weiter unten vom 5er. Danke!

  2. Sorry, OT, aber vielleicht kann mir doch wer helfen:
    Ich suche einen Nachfolger für mein Mi Band 1s. Einfach ein „Armband“, OHNE Display, nur um benachrichtet zu werden, wenn auf dem SP ein Anruf oder eine Nachricht eingeht. Also möglichst schlicht und schmal. (Ich bin noch klassischer Uhrenträger.)
    Fitbit hatte mal so was, nur mit schlechter Akkulaufzeit. Aber das finde ich auch nicht mehr.
    Und ja, ich habe mir schon überteuert ein neues 1s bestellt, aber das ließ sich nicht mit meinem SP koppeln. Vermutlich zu lange im Regal gelegen …

    • Christian says:

      Pack das Ding Mal über Nacht in den Kühlschrank. Hatte selbiges Problem bei 2 Mi Band 1s. Danach konnten sie wieder geladen und verbunden werden. Der Akku scheint irgendwann nicht mehr normal zu funktionieren, aus dem Stand. Bei meinem MiBand mit Display ist das Display mittlerweile so dunkel das ich draußen überhaupt nichts mehr erkenne.

  3. Das S1 wurde lange Zeit bei den Chinashops für 3-4 € mit Versand verkauft. Die 3-4er Reste gibt es auch regelmäßig für 8-10€ das 5er um die 15-20€. Es wird auch nicht lange dauern bis das 6er vom Preis fällt. Ich habe jetzt schon Angebote um die 22€ bekommen.
    Solange mein 4er noch gut funktioniert sehe ich aber keinen vernünftigen Grund das 6er zu Kaufen.

  4. Torge Budzorski says:

    Mich haben bislang zwei Dinge an den Band genervt: die Einrichtung/Registrierung ist unglaublich kompliziert und nicht gerade datenarm. Und auf der Huawei-Webseite ist eine deutlich aktuellere Version der App als im Play Store. Mit diesen Erfahrungen würde ich nicht noch einmal zu diesem Band greifen.

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