Hasso-Plattner-Institut: Neuer Touchscreen erkennt Fingerabdrücke

Forscher des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben nach eigenen Angaben den weltweit ersten Touchscreen entwickelt, der auf der Bildschirmfläche Fingerabdrücke erkennt. Der aktuelle Prototyp „Fiberio“ ist groß genug, um zwei Benutzer gleichzeitig arbeiten zu lassen. HPI-Masterstudent Sven Köhler stellte das mit Glasfaser-Technologie und Rückprojektion arbeitende System am Mittwoch in Hannover der Öffentlichkeit vor.

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„Fiberio ist ein völlig neuer Ansatz, Benutzer sicher mit ihrem System interagieren zu lassen“, sagte Köhler. Zusammen mit Holz verzichtete er auf Tastaturen zur PIN-Eingabe und auch ein separater Fingerabdruckscanner wie im neusten iPhone findet sich nirgendwo. Der Grund: Fiberio-Benutzer melden sich nicht mehr an: „Während Anwender mit Fiberio wie mit einem ganz normalen Touchscreen interagieren, erkennt das System deren Fingerabdrücke und stellt dadurch sicher, dass die Benutzer entsprechende Zugriffsrechte haben,“ erläuterte Köhler. Die Notwendigkeit, sich einzuloggen, entfalle bei Fiberio vollständig – trotzdem sei eine Benutzung durch Unbefugte ausgeschlossen, ergänzte der Potsdamer.

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Nach seinen Worten löst die Innovation das Problem bestehender Systeme, dass sich Unberechtigte Zugang zu Daten verschaffen konnten, indem sie sich in einem unbeobachteten Moment des Geräts bemächtigten. Das Problem liege in der automatischen Zeitsperre, die heute durchgängig von PCs, Notebooks und Mobilgeräten verwendet werde. „Das sind dann zum Beispiel zehn Minuten, in denen das System offen und damit unsicher ist. Doch Fiberio macht genau diese Zeitsperre überflüssig“, sagte Köhler.

Die biometrische Authentifizierung macht es zum Beispiel möglich, mehrere Nutzer mit unterschiedlichen Kompetenzen an einem gemeinsamen Arbeitsplatz sicherheitskritische Dokumente bearbeiten zu lassen. Fiberio erlaubt es beispielsweise in Banken allen Mitarbeitern, Kundendaten einzusehen. Zahlungsanweisungen oberhalb einer bestimmten Wertgrenze hingegen darf nur ein Manager freigeben. „Fiberio weiß, wer welche Rechte hat und erlaubt oder sperrt den Zugriff – unsichtbar und im Hintergrund“, ergänzte der HPI-Masterstudent.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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5 Kommentare

  1. guter und richtiger Gedanke, jedoch lässt sich dieses Konzept wohl nicht viel weiter übertragen. Funktioniert aber leider nur in wenigen Einsatzszenarien. Das geht nicht auf einem Tablet, nicht auf einem Handy und nicht in einem normalen Multitouchmonitor, denn es ist ja erforderlich, dass die bildgebende Fläche von hinten abgefilmt werden kann. Schade.

  2. Bei Tschibo gibt es jetzt Handschuhe für den Touchscreen zu kaufen.

    http://www.tchibo.de/touchscreen-handschuhe-p400041725.html

    http://www.tchibo.de/touchscreen-handschuhe-p400041520.html

    Wer keine weitere Spionage dulden will, einfach anziehen.
    Hält wahrscheinlich zudem den Bildschirm sauber.

  3. Der letzte Satz ist echt der Hammer! Sorry, aber jedes System mit ordentlicher Security Role arbeitet unsichtbar im Hintergrund und weiß genau wer was wie wo darf – nach Anmeldung und Autentifizierung. Wie diese hier geschieht – dass ist einzig und allein was neues….

  4. Wieso lässt sich das Gerät nicht genauso überlisten, wie der Sensor im iphone?

  5. @hans Wer sagt, dass dies nicht auch einmal in ein Tablet kommt?
    Man muss nur eine entsprechende Optik verbauen, die das ganze dünn werden lässt.
    Natürlich ist das nicht leicht, aber unmöglich? Keinenfalls!

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