HarmonyOS von Huawei vorgestellt

Auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz von Huawei hat das chinesische Unternehmen das Betriebssystem HarmonyOS offiziell angekündigt. HarmonyOS ist „das erste mikrokernbasierte Betriebssystem für alle Szenarien“, sagte Huaweis CEO Richard Yu. Die Plattform wird Open Source sein und alles mögliche unterstützen – Smart Speaker, Desktops, Autos, Smartphones und Wearables. Ebenso wird das System klassische Apps unterstützen, hervorgehoben wurden hier Linux-, Android- sowie HTML5-Applikationen.

Für Entwickler hieß es, dass diese auch Kotlin, Java, JavaScript, C sowie C++ nutzen können. Natürlich könnte man mit HarmonyOS auch Smartphones ausstatten, man wolle aber auch zukünftig mit Google arbeiten und das System Android auf den Smartphones nutzen – solle man aber nicht mehr Android nutzen dürfen, dann könne man wohl auf HarmonyOS umsteigen.

Erst einmal wird Huawei also für die anderen Geräteklassen arbeiten, beispielsweise den kommenden Smart TV Honor Vision. Die ersten Versionen sollen noch auf einem Linux-Kernel basieren, der eigene Kernel folge später. Ganz konkrete Details sind zur Stunde noch rar, wir werden dementsprechend Informationen nachreichen, sobald diese zur Verfügung stehen.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

21 Kommentare

  1. Richard Rosner says:

    Klingt wie FuchsiaOS 2.0

  2. PeterAuchLustig says:

    Logitech Harmony.

  3. TragedyOS powered by Huawei

  4. Knud Aagaard says:

    Wenn Harmony auf meinem alten Honor installiert werden kann, würde ich es gerne ausprobieren.

  5. Das Tizen der Chinesen… Ich schätze, die Amis brauchen sich da auch weiterhin keine Gedanken machen, denn bekanntlich surft Charlie nicht.

  6. Open Source ? Linux und Android-kompatibel ? Klingt doch spannend, mal schauen was draus wird.

    • Auf dem Papier ja. Es darf davon ausgegangen werden, dass das eine Frickellösung sein wird in Richtung Android Kompatibilität, sonst hätte man den Punkt viel deutlicher und klarer in Richtung „uneingeschränkte volle Kompatibilität zu Android Apps“ hervorgehoben.

      • Funktionalität von Google direkt wird man halt nicht 1:1 mappen könnten. Die eigentliches Android-Plattform lässt sich aber recht einfach übertragen.

        Und man darf ja auch nicht vergessen, dass die Googledienste in China z.B. keine wesentliche Rolle spielen.

        Schwerpunktmäßig für China hat man ja auch schon länger einen Google-kompatiblen App Store.

        Für den westlichen Markt gehe ich davon aus, dass sie hier mit zentralen App-Entwicklern auch schon Gespräche führen.

  7. Hört sich gut an, bis auf Windows und Mac/iOS Apps wird alles abgedeckt.
    Das könnte zusammen mit Chrome OS auch für Linux Apps einen weiteren Push geben.

    Das Problem für Huawei ist aber von Anfang an IMHO NICHT das OS gewesen; dieser Ansatz, der jetzt vorgestellt wurde, war so schon absehbar und ist auch eine gute Lösung. Zwar mit viel Aufwand verbunden, aber machbar.

    Das wirkliche Problem aber ist doch die Hardware, das heißt die Lizenz von ARM!
    Ohne die gibt es nur die Chance auf eine gänzlich andere Technik zu setzen.

    Also z.B. RISC-V. Was zwar den tollen Nebeneffekt hat, dass dies FOSS ist, und diese Technik dann ziemlich pushen würde.
    Aber meines Wissens müsste dann der ganze Software-Stack neu angepasst, umgeschrieben, optimiert und kompiliert werden, von weiteren potenziellen Hürden ganz zu schweigen.

    Daher ist das OS eher zweitrangig, denn wenn die ARM Lizenz weg ist, sieht es düster aus.

    Was aber IMHO umso mehr ein Grund ist, dass auch wir in Europa uns endlich technisch von der angelsächsischen Politik emanzipieren, und freie Alternativen wie RISC-V deutlich stärker fördern.

    Denn wir Deutschen stehen erklärtermaßen für die USA (Trump ist in diesem Punkt nur ein auswechselbarer Politiker, auch wenn viele sich in diesem Punkt täuschen lassen) ebenfalls neben China als einer der Hauptgegner im Handelskrieg.

    Dies wird sich auch ohne Trump nicht ändern, die USA werden auch ohne ihn Druck machen, um ihr Handelsdefizit mit uns zu beenden, bzw. sogar umzudrehen.

    Und was eine Eskalation für uns bedeuten würde als Export-Nation will man sich lieber nicht vorstellen.

    • Guter Kommentar. Huawei hat aber über eine Subfirma eine permanente Lizenz für ARMv8: https://en.wikipedia.org/wiki/HiSilicon
      Ich glaube auch nicht dass RISC-V eine Alternative ist. Wie du schon sagst müsste man den kompletten Software-Stack neu aufziehen. Und dann ist nichtmal Marketing, Ökosystem, usw abgedeckt. Daran ist selbst Microsoft gescheitert. RISC-V is eher was für integrierte System wo man komplette Kontrolle hat, so wie zBsp Western Digital das für Speichercontroller macht.

  8. Hans Meiser says:

    Aha, also das erste Mikrokernbasierte Betriebssystem für alle Kategorien, aber erstmal nur für paar Geräte und erstmal nur mit Linuxkernel… warten wirs mal ab!

  9. Wer sich mit dem Gedanken trägt sich solch einen verwanzten Müll zu installieren der kann auch sein privates Schlüsselbund
    bei der chinesischen Botschaft abgeben !

    • Jo und doch wird sich genug Fußvolk finden, die für ein paar Cent weniger alles aufgeben. Gibt ja derzeit auch wieder Mio, die nach Ägypten oder Türkei in Urlaub fahren. Man hat ja außer seinem billigen Leben nix zu verschenken.

      • Was soll denn der Vergleich mit dem Türkei Urlaub? Mit dem Verzicht baut den dortigen Urlaub triffst Du eine Menge Leute, aber sicher nicht die, die es verdient haben.

    • Und Google ist nicht verwanzt? XD Alle Dienste telefoniere nach Hause. Ob nun Google, Samsung und in gewissem Maße auch Apple. Die Grundlage des HarmonyOS hört sich zumindest vertrauenserweckend an. Open Source, Mikrokerne, kompatibel zu Android und Linux…

    • Es ist immer wieder amüsant zu lesen, wie der ein oder andere gleich Spionage bei den Chinesen vermutet. Aber selbst nutzt man dann bestimmt Windows 10, Facebook & WhatsApp, Amazon Alexa & Co. Ach stimmt ja, wenn die Amis spionieren dann macht das ja nichts. Die sind ja unsere Freunde…

      • Bob (der andere) says:

        @ MrNilsson:
        +++!

      • Wolfgang D. says:

        @MrNilsson „Es ist immer wieder amüsant zu lesen“

        …wenn jemand die offenliegenden Tatsachen ignoriert. Staatlich verordnete Beschränkungen, Zwangsapps, und dergleichen, auf Geräten in China. Dem wird sich Huawei bei keinem OS entziehen können, wenn die es in China verkaufen wollen.
        Google will mit meinen Daten dagegen „nur“ Geld verdienen. Dazu ist es wie immer Blödsinn, bei Kritik auf andere zu verweisen, die irgendwas angeblich auch machen sollen.

        Dazu kann ich bei meinem P20Pro den Bootloader nicht mehr entsperren, um eine weniger neugierige Alternative zu installieren – wird man sehen wie es bei kommenden OS Generationen ist.

        Zudem halte ich von der Aussage von Huawei bezüglich „Android kompatibel“ so gut wie nichts, nachdem ich sowas auf meinem SailfishX habe – da läuft so gut wie nix von dem, was ich gerne hätte. Mi Health, Garmin, WearOS, und die alten Pebble machen keinen Spaß mehr bei der nötigen Frickelei.

  10. Konkurrenz belebt das Geschäft. Finde ich super!

Schreibe einen Kommentar zu Newbie Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.