Grindr verschwindet in China aus den App Stores

Grindr ist eine Dating-App mit Homosexuellen als primärer Zielgruppe. Das sollte im Jahr 2022 nichts Bemerkenswertes sein und das ist es z. B. in Europa wohl auch nicht. Anders sieht es in China aus. Dort ist die App sowohl aus dem Apple App Store als auch den dortigen Android-App-Stores entschwunden. Begonnen hatte das Procedere wohl schon am 27. Januar 2022.

Dass Grindr in China nun kaum noch zugänglich sein dürfte, liegt an der Politik der Regierung, die angekündigt hatte, härter gegen Inhalte vorzugehen, die in China als kontrovers angesehen werden. Dazu zählt auch Homosexualität. In China findet der Google Play Store unter Android offiziell keine Verwendung, aber die App wurde etwa aus den Plattformen von Tencent und Huawei entfernt. Ungewöhnlich ist, dass Konkurrenten wie Blued weiterhin verfügbar geblieben sind.

Grindr selbst hat die Angelegenheit bisher nicht kommentiert und auch Apple äußerte sich nicht. In China versucht man aktuell online etwas aufzuräumen, bevor dort die Olympischen Winterspiele 2022 stattfinden. Schon in den Wochen zuvor stießen Grindr-Nutzer in China auf Verbindungsprobleme und konnten teilweise keine Nachrichten mehr empfangen oder senden.

Grindr gehörte Jahre nach der Gründung in Los Angeles viele Jahre sogar einem chinesischen Eigentümer, nämlich dem Unternehmen Beijing Kunlun Tech Co. Die Plattform wurde aber 2020 an US-Investoren abgetreten, da es Auflagen aus den USA gegeben hatte, wo Grindr recht populär ist.

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10 Kommentare

  1. Da Videospiele in China ja nun verboten wurden, muss man ja auch nicht mehr grinden. Logisch, dass es die App nicht mehr gibt 😉 😉

  2. „Grindr selbst hat die Angelegenheit bisher nicht kommentiert und auch Apple äußerte sich nicht.“
    Und was ist mit den anderen AppStore Betreibern wie Google Huawei etc? Wieso nur Apple.

    • „In China findet der Google Play Store unter Android offiziell keine Verwendung, aber die App wurde etwa aus den Plattformen von Tencent und Huawei entfernt.“….da Tencent und Huawei chinesisch sind und Google dort keine Rolle spielt sollte sich das ja von selbst beantworten……..steht quasi auch im Text

  3. Zitat: „Grindr ist eine Dating-App mit Homosexuellen als primärer Zielgruppe. Das sollte im Jahr 2022 nichts Bemerkenswertes sein und das ist es z. B. in Europa wohl auch nicht.“

    Wirklich ?!

    https://www.datenschutz-notizen.de/bussgeld-in-millionenhoehe-norwegische-aufsichtsbehoerde-verhaengt-bussgeld-gegen-dating-app-betreiber-grindr-5733062/

    Also die App an sich ist ja nichtmal so unumstritten…

  4. Dahinter könnten hauptsächlich zwei Dinge stehen:

    Die chinesische Führung ist sehr konservativ und glaubt immer noch, das Freiheit für Homosexuelle Einfluß auf Geburtenrate und „traditionelle Familie“ hätte (was längst als ziemlicher Aberglauben entlarvt ist) und geht seit einiger Zeit gegen öffentliche „Homosexualität“ vor (so wurden Studentengruppen an Unis verboten).

    Die App ist nicht mehr chinesisch (wie Blued) und damit weniger kontrolierbar – und als Revance für ähnliche Maßnahmen der USA.

    Es scheint, die Idiotie im 21 Jahrhundert nimmt ungeahnte Ausmaße an.

    • Ja, und nicht nur in China. Man muss nur mal schauen, wie es um Homosexualität in Saudi Arabien, Russland oder Polen steht. China kann man für viele Dinge bashen, aber das Drama um die sexuelle Ausrichtung von Menschen ist ein globales Phänomen. Das ist Idiotie im 21. Jahrhundert und eine irre Form der Restauration. Darauf einen Metternich-Sekt…

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