GRID Autosport für iOS verföffentlicht: Wer bremst, gewinnt!

Rennspiele zählen zu der Gattung, die auch mobil eine gute Figur machen können. Der Touchscreen ist da wenig hinderlich, zugute kommen können einem aber – wenn vom Entwickler sauber implementiert – die Lagesensoren, die eine Steuerung via Geräteneigung ermöglichen. Ich bin kein großer Fan dieser Steuerung, aber gerade in Rennspielen, die mehr auf Simulation statt Arcade setzen, kann man sich damit schon anfreunden. Zu diesen Simulationsrennspielen zählt auch GRID Autosport, der ein oder andere wird das Game vielleicht von der Konsole kennen.

GRID Autosport ist ab sofort auch für iOS verfügbar, kommt mit einem Preisschild, das 10,99 Euro trägt. Dafür erhält man aber auch das volle Game, keine Wartezeiten, keine zusätzlichen In-App-Käufe. Die beiden In-App-Downloads (über den App Store) beschränken sich auf ein DLC-Pack und ein HD-Texturen-Pack, beide können kostenlos geladen werden. Kauft man natürlich nicht so nebenbei, allerdings kann man auch nicht vorher ausprobieren.

Ich würde mich durchaus als Rennspiel-Fan bezeichnen, wobei ich keinen klaren Favoriten habe, was Arcade oder Simulation angeht. Beides hat seine Reize. GRID Autosport ist im Bereich Simulation angesiedelt, realistisches Fahrverhalten soll der Spieler geboten bekommen. Das Ganze in Konsolenqualität.

Diese Konsolenqualität zeigt sich direkt bei der Installation. 4 GB ist das Game schwer, dementsprechend dauert es ein Weilchen bis es auf dem iPhone oder iPad landet. Es geht aber ganz Konsolen-like weiter, denn startet man, kann man erst einmal das deutsche Sprachpaket (159 MB) herunterladen. Ist man dann noch nicht genervt, folgen das DLC-Pack mit 912 MB und das HD-Texturen-Pack mit 683 MB. Besser kann man „Konsole“ wohl nicht vermitteln.

Insgesamt wird mir GRID Autosport nach der Installation und den zusätzlichen Downloads in der Speicherübersicht mit satten 5,9 GB angezeigt – so viel Platz muss man auf einem iOS-Gerät auch erst einmal übrig haben.

Das Game selbst hält aber, was es verspricht. Die Grafik ist super (erschien 2014 für Konsole), der Sound – inklusive deutscher Sprachausgabe – ebenso. Lediglich die Ladezeiten könnten kürzer sein, das dauert selbst auf dem nicht gerade schwachbrüstigen iPhone X doch alles etwas lange. Davon merkt man während der Rennen aber nichts, diese laufen butterweich und sind richtig schön anzusehen.

Bei der Steuerung setzen die Entwickler auf eine Mischung aus Neigung und Touch. Das ist sehr gut umgesetzt und lässt sich tatsächlich gut bedienen, alternativ kann man aber auch mit einem GamePad spielen oder die Steuerung auf andere Touch-Varianten umstellen. Man gewöhnt sich in den ersten Rennen relativ schnell an die Steuerung und auch an das Fahrverhalten der Fahrzeuge. Denn permanent Vollgas ist keine gute Idee.

Vor Kurven muss gebremst werden, sonst fliegt man von der Strecke. Wer damit noch keine Erfahrung hat, kann diverse Hilfen aktivieren, sodass beispielsweise auch automatisch in die Kurven gebremst wird. Ist zu Beginn sicher hilfreich, nimmt aber viel vom Spielspaß. Man kann hier sehr gut justieren, wie realistisch das Fahrverhalten sein soll.

Das Game bietet verschiedene Inhalte, Mittelpunkt ist der Karrieremodus. Hier müsst Ihr Euch als Fahrer in unterschiedlichen Klassen beweisen, erhaltet immer wieder neue Rennziele. Bis man all die Cups und Turniere durch hat, wird einiges an Gummi auf der Strecke bleiben. Kann man auch am Stück wegzocken, denn Wartezeiten gibt es nicht.

Neben dem Karrieremodus gibt es auch Extra-Meisterschaften, Individuelle Cups, Zeitfahren und Schnelles Rennen. Man kann also durchaus auch einmal eine Runde zwischendurch fahren, ohne gleich seine Karriere aufs Spiel zu setzen. Außerdem kann man seine Fahrzeuge auch tunen und mit Verbesserungen versehen. Es ist wirklich sehr viel geboten.

Ich bin nur kurz ein paar Rennen gefahren, werde aber definitiv weitere hinzufügen. Meiner Meinung nach ist GRID Autosport die neue mobile Rennspielreferenz. 10,99 Euro mögen viel klingen, das würde bei Games wie Real Racing 3 aber gerade einmal zwei „normale“ In-App-Käufe bedeuten, die dann auch nur temporär nützlich sind. GRID Autosport ist ein Vollpreis-Titel ohne wenn und aber, soweit wie man sie heute nicht mehr allzu oft sieht.

Das Game bietet in den Einstellungen außerdem einen Energiesparmodus. Sollte man vielleicht in Erwägung ziehen, falls man abseits einer Steckdose spielen möchte. Das Game zieht ordentlich am Akku, grob geschätzt dürfte nach 1,5 bis 2 Stunden Feierabend sein (auf dem iPhone X). Auf einem iPad sollte das nicht ganz so tragisch sein.

Rennspiel-Fans sollten sich das einmal anschauen, sie werden sicher nicht enttäuscht sein. Allerdings sollte man auch die Geräteanforderungen im Auge behalten. Dazu der Punkt der Entwickler:

„GRID Autosport benötigt ein iPhone SE, ein iPhone 7 oder ein neueres Modell, ein iPad (2017) oder ein beliebiges iPad Pro sowie iOS 11 oder eine neuere Version. Du benötigst 6 GB freien Speicherplatz, um das Basisspiel und alle kostenlosen DLC-Pakete zu installieren. Wir empfehlen mindestens 8 GB freien Speicherplatz, um Probleme während der Installation ausschließen zu können.“

GRID™ Autosport
GRID™ Autosport
Preis: 10,99 €+
  • GRID™ Autosport Screenshot
  • GRID™ Autosport Screenshot
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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. „Der Touchscreen ist da wenig hinderlich, zugute können einem aber – wenn vom Entwickler sauber implementiert – die Lagesensoren, die eine Steuerung via Geräteneigung ermöglichen.“

    Könntest du mir den Satz bitte erklären? Den hab ich nach zehnmal lesen immer noch nicht verstanden 😀

  2. @Stephan
    Irgendwo im Satz fehlt das Wort ‚kommen‘. Die Sensoren (Gyro und Accelerometer) erkennen Lage und Neigung des Geräts und damit lässt sich dann steuern. Soll heissen, du drehst das Gerät nach links: Auto lenkt nach links, du drehst das Gerät nach rechts: Auto lenkt nach rechts. Gut umgesetzt kann man damit besser lenken als mit Controller.

  3. Noname ist auch einer says:

    Kaufe keine so teuren Handyspiele mehr..Civilization Revolution 2 ist seit dem neuen iOS nicht mehr spielbar und 2k weiß noch nicht wann es angepasst wird..Civilization Revolution 1 wird gar nicht mehr supportet und wird niemals mit dem neuen iOS kompatibel..

    Ich kann auf meinem pc per Emu spiele aus den 80ern spielen aber auf nem iPhone kein Spiel das nichtmal 6 Jahre alt ist…

  4. Hallo, kennt jemand den Release Termin für Android?

  5. kann man das spiel auch am apple tv (4k) spiegeln und ‚groß‘ zocken ?

  6. Das da oben zeigt die Grafik im Spiel auf dem Handy? Ist ja gigantisch gut!

  7. Tolles Spiel, nur ob iphone oder ipad, beide Geräte werden ganz gut warm auf der Rückseite, ob das so gut ist?

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