Graue Flecken: Telefónica Deutschland kooperiert mit der Telekom und Vodafone

Kommt einem direkt bekannt vor, wenn man die Informationen so liest: Telefónica Deutschland kooperiert nun mit sowohl der Telekom als auch Vodafone, um sogenannte „Graue Flecken“ in Deutschland zu beseitigen. Vor fast genau einem Jahr bestätigten die Telekom und Vodafone untereinander eine derartige Zusammenarbeit. Nun hat man sich aber eben jeweils auch noch Telefónica Deutschland ins Boot geholt.

Graue Flecken bezeichnen Areale, in denen grundsätzlich eine Abdeckung über ein Mobilfunknetz erreicht wird – aber eben nicht über alle Netze. Es geht also um Gebiete, in denen entweder Telefónica Deutschland oder aber die Deutsche Telekom / Vodafone Netz anbieten – der jeweils andere aber eben nicht. Dank des aktiven Networksharings kann man sich je nach Region gegenseitig aushelfen – und die Kunden sollen profitieren. Dann können etwa Kunden von O2 bei Grauen Flecken auf das Netz der Telekom oder Vodafone zugreifen – und umgekehrt.

Tausende solcher Grauen Flecken wollen die drei Mobilfunkanbieter durch ihre Partnerschaften gemeinsam schließen. Es geht hier um die 4G-Netzversorgung, noch nicht um 5G. Eine entsprechende Absichtserklärung haben die Unternehmen jetzt unterzeichnet. Die Parteien stehen bezüglich der geplanten Zusammenarbeit natürlich auch im Kontakt mit dem Bundeskartellamt und der Bundesnetzagentur.

Noch im Jahresverlauf solle die gegenseitige Nutzung der aktiven Netzinfrastruktur, also der Sendetechnik und Antennen, umgesetzt sein. An den entsprechenden Standorten bieten die Betreiber allen Kunden im Ergebnis dann 4G-Zugänge auf dem 800-MHz-Frequenzband.

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41 Kommentare

  1. Find ich top und nachdem o2 im letzten Jahr deutlich aufgeholt hat können auch Telekom und Vodafone davon profitieren. Vor einem Jahr hätte wohl nur o2 davon profitiert.

  2. Schön … damit hat man jetzt das nationale Provider Roaming was die BNetzA ja untersagt umgangen (obwohl sie vor Jahren schon versprochen haben das sies wieder zulassen wollen). Bin ich mal gespannt wie sehr man die Auswirkung merken wird.

  3. Ich finde, dass ist eine sehr positive Entwicklung.
    Besonders toll dabei, 1und1 wird draußen gelassen..
    Die wollten ja zu Dumpingpreisen das National Roaming bekommen und sind soweit ich weiss damit gescheitert?

    • Gilt das dann für alle sogenannten Discount-Anbieter wie Drillisch und co?

    • ob die wirklich außen vor sind? Immerhin hat 1&1 verpflichtenden Zugang zu 20/30 Prozent vom o2 Netz.

      • Dieser Zugang ist aber Drillisch zu teuer da sie >0% der Betriebskosten zahlen müssen. Die wollen wohl eine unbegrenzte Flat für <5EUR die man dann für 15 EUR an die Endkunden verkaufen kann. Anschließend wird dann das genutzte Netz in der Werbung als Schrott beschimpft.

    • Es ist verdammt gut so, das 1und1 da raus ist – die haben mit ihrer dämliche Aktion die Preis bei der Versteigerung unnötig hoch getrieben und wollten sich dann durch NationalRoaming für kleines Geld und ohne viel eigene Netzinfrastruktur ins gemacht Nest ( Netz ) setzen.
      Den sollte man lieber die Lizense für 5G entziehen.

      • Ja, so richtig geil. Nicht, dass der Staat daran Schuld ist, dass diese scheiß Lizenzen überhaupt ersteigert werden müssen, statt einfach einen flotten Ausbau zu fördern, oder besser noch selbst komunal zu machen…

      • Nicht 1&1 hat den Preis hochgetrieben sondern die Telekom. Knapp 100 Runden vor dem Ende gab es das gleiche Ergebnis wie am Ende. Einzig die Telekom hat immer wieder nachgelegt und neue Höchstpreise für die Lizenzen ausgerufen. Und das natürlich, da sie unbedingt 1&1 aus der Auktion raushauen wollten.

        • Singing Unicorn says:

          Für die Nutzung von NICHTS (also: Frequenzen) Geld zu verlangen ist völlig hirnrissig. Das Geld hätten die Unternehmen in den Ausbau stecken können. Oder von mir aus in die eigene Tasche (ja: auch Aktionäre benötigen Geld).

          • Genau, der Staat hätte einfach Drillisch 70 % der Frequenzen geben können und den anderen drei jeweils 10 %. Wär definitiv besser. Und Drillisch hätte mit dem Geld, was es dann für NICHTS von den großen Drei verlangt hätte auch die eigene Infrastruktur schnell aufbauen können. WIN-WIN-WIN-WIN-Situation.

          • Hallo Singing Unicorn, Frequenzen sind nicht nichts. sie lassen sich nämlich an einem Standort nur einmal nutzen – sind also eine begrenztere Ressource als z. B. ein Leerrohr , in dem man viele Kabel- oder Flasfaserstränge parallel verlegen kann und damit die nutzbare Bandbreite vervielfachen. Mal den Begriff „Rautenplan“ gehört? Warum ist wohl Frequenzspektrum gerade im Bereich oberhalb 300 MHz so umkämpft? guck Dir mal Protokolle internationaler Funkverwaltungskonferenzen an, dann reden wir nochmal über das kostenlose Gut Frequenzen.

          • Ach und noch was Singing Unicorn: die Interessen von Aktionären gehen mir mit Verlaub gesagt an einem konvexen Körperteil vorbei. Es geht hier um den gesamtgesellschaftlichen Nutzen eines funktionierenden Kommunikationsnetzes für alle . Aktionäre sind leute die mit Geld Geld machen , nicht mit Arbeit, Geist , Intelligenz. ihre Geldmehrung beruht nicht auf Wertschöpfung zugunsten der Allgemeinheit.

    • Youtube wollte die Lizenzen für die Inhalte auch zu Dumpingpreisen haben (sagen zumindest die Lizenzgeber). Es steht hier halt Aussage gegen Aussage. Und keiner weiß wirklich, welche stimmt.

      Sieht für mich eher so aus, dass es der zweite Anlauf ist einen vierten Betreiber zu verhindern. O2 hat erfolgreich E-Plus gekauft um die Konkurrenz zu verkleinern. Nicht umsonst haben weder Telekom noch Vodafone diesen Schritt negativ kommentiert. Während O2 die billig-billig-billig Kunden abgreift, denen die Netzqualität egal ist und Vodafone und Telekom das Luxussegment unter sich aufteilen, wäre es nicht so gut, wenn sich ein vierter Betreiber mit einem guten Netz zu günstigen Preisen etabliert (also, das was auch der UPS von E-Plus war). Der zieht nämlich die Kunden von Telekom und Vodafone ab, die keine monatlichen Goodies und hervorragenden Service haben wollen und die von O2, die bereit sind, ein kleines bisschen mehr auszugeben, damit man nicht in jeder großen Menschenansammlung keine Datenübertragung mehr hat.
      Macht auch rein rechnerisch Sinn. Wo jeder Provider jetzt auf grob 33 % der Kunden sitzt, wären es bei einem stabilen 4. Provider nur noch 25 %. Das bedeutet einen Rückgang von 1/4 aller Kunden. Für die Telekom wären das ca. 4 Milliarden € Umsatzverlust und 250 Millionen € Reingewinnverlust. Pro Jahr. Bei den anderen beiden sehen die Ergebnisse sicher ähnlich aus.

  4. Das bringt aber bestimmt nix, wenn man mit Telefonica in div. Gebäuden keinen Empfang hat, mit Vodafone und Telekom aber schon, oder?

    • Ist da mehr dran als nur Gerüchte und Hörensagen? Denn ich habe sogar in der Tiefgarage Netz über o2 (Lte oh wunder).

    • In der Regel ist das eher andersherum. O2 hat besseren Empfang in Gebäuden. Weil o2 viel mehr Band 20 LTE (800 MHz) verbaut hat.

      Die Telekom verbaut zwar inzwischen viel Band 8 (900 MHz) womit man auch gut in Gebäude kommt, dort ist die Kapazität aber schlecht:

      5 MHz Band 8: 37,5 Mbit
      10 MHz Band 20: 75 Mbit
      Jeweils theoretisches Maximum.

      Änderung wird erst mit Band 28 kommen (weitere 10 MHz, also 75 Mbit), was beide gerade verbauen.
      O2 ist da allerdings schon deutlich weiter und kombiniert häufig Band 20 und 28. Was „auf dem Land“ also zukünftig bis zu 150 Mbit ermöglichen wird. bzw. 200 Mbit wenn man Nähe dem Mobilfunk Turm ist und moderne Antennentechnik verbaut sind.

      • Zusätzlich: Band 1, 3 und 7 verbauen alle Anbieter.
        Diese bringen zwar viel Geschwindigkeit (jeweils 150-200 Mbit, also in Kombination x 3), kommen aber nicht so gut/tief in Gebäude rein.

    • Ich habe genügend Orte, selbst in der City von München, wo meine privates O2 wunderbar selbst mit 4G funktioniert und mein dienstliches Vodafone jämmerlich versagt. Da geht teilweise noch nicht mal das Telefonieren.

    • Gleiches kann ich in Raum Frankfurt am Main berichten – O2 geht, wo mit Vodafone einfach nur gar nichts geht. Das ist einfach eine festgefahrene „Meinung“. Ich habe mich nun an Vodafone leider gebunden, weil die Gigakombi es attraktiv machte…aber oh boy, war das ein Fehler.

      Das gleiche gilt übrigens für den Support – mit jedem Anruf widerspricht ein Vodafone Mitarbeiter dem anderen. Von dem Chaos mit unitymedia will ich gar nicht erst anfangen. „Alles ist jetzt vodafone“ – purer Marketing Gag. Bei O2 habe ich deutlich mehr Kompetenz an der Strippe erfahren.

  5. Drillisch nutzt soweit ich weiß das O2 Netz. Dann müsste man doch bei einer Drillisch Marke von der Veränderung profitieren oder?

    • Drillisch ist 1und1.
      Und ich glaube nicht, dass die davon profitieren und würde es mir auch wünschen, dass die draußen bleiben.

      • Wolfgang D. says:

        @StefanLG „1&1/Drillisch: würde es mir auch wünschen, dass die draußen bleiben“

        Weil dann der völlig überteuerte Vertrag mit Smartphone dann so gar nicht gut aussieht? Oder weshalb wünscht man sich ausgeschlossene Konkurrenz? Keine Bange, O2 hat doch die Nutzungspreise für Drillisch angehoben.

        • Weil ich die Aktion von denen einfach nicht korrekt finde.
          5G Lizenzpreise hochtreiben und dann selbst kann Netz aufbauen wollen und dann zu Dumpingpreisen Nationales Roaming bekommen.

          Entweder macht es richtig, oder gar nicht. Und die sollten lieber nichts machen..

          • Es gehören immer zwei dazu, die es wollen. Ist ja nicht so, dass wir hier bei eBay sind, wo der eine Bieter nichts mit dem Artikel anfangen und sein Gebot dann auch noch zurückziehen kann. Und der andere ein Trottel vor dem Herrn ist, der noch nicht mal die Preise in anderen Online-Shops checkt. Die Telekom hatte ungefähr 100 Mal die Möglichkeit Drillisch mit der überteuerten Lizenz sitzen zu lassen. Aber irgendwie war es für sie das Band so wichtig, dass sie bereit waren auch so viel auszugeben.

          • Auch für dich nochmal: Die Telekom hat die Preise hochgetrieben und versucht Drillisch somit rauszuwerfen. Hat nur nicht geklappt, da Drillisch lange mitging bis die Telekom das Spielchen aufgab.

          • Wolfgang D. says:

            @StefanLG „Weil ich die Aktion von denen einfach nicht korrekt finde“
            Weil „die“ tatsächlich mal eine neue Idee haben, und etablierte Anbieter nicht?

            Wenn man sieht, dass etliche Hardware schon gar nicht mehr (wie die Mobilfunkmasten und deren Standorte, von Vodafone) dem „Mobilnetzanbieter“, vulgo Frequenzlizensierer, gehört, ist diese Idee von United Internet zu einem virtuellen Netz echt pfiffig und zukunftsweisender.

  6. 5G ist ja nett, aber ausser Telekom ist bei uns hier nichts zu sehen davon und selbst mit dem Telekom-%g hab ich schlechtere Bandbreiten als mit LTE

  7. chilibrenntzweimal says:

    Hab mit o2 keinen Empfang am Arbeitsplatz, ist dieser Arbeitsplatz auch ein grauer Fleck gemeint, normal versorgt o2 ja meine Stadt.
    Sollte ich mit o2 nun an meinem Arbeitsplatz via Telekom roaming wieder Netz haben, würde ich von der Telekom zu o2 wechseln. Warum soll ich an Telekom mehr bezahlen?

  8. Wolfgang D. says:

    Grundsätzlich ist diese Zusammenarbeit schon lange überfällig, aber weshalb erst jetzt, wo die Ein-Netzanbieter-Orte (vermutlich) selten geworden sind?

    Bin ja seinerzeit vom E Netz weg, als das damalige Roaming Abkommen mit der DTAG auslief und dann im Industriegebiet Wellsee (für Nicht-Ortskundige: T-Systems Sitz Kiel) schon kein Empfang mehr war. Mittlerweile läuft es aber so ziemlich, im Haus sind bei mir beide D Netze schlechter, und hab auch wegen Multicard jetzt mit LTE Empfang wieder einen Vertrag bei O2.

    Dagegen hilft das jetzige Roamingabkommen nichts dagegen, dass man in nicht mal vier Kilometern Entfernung *gar kein* Netz hat, sobald man die Haustür hinter sich schliesst. Weshalb diese Kunden dort schon längst eine günstige Alditalk im O2 Netz mit WLAN Call Nutzung haben, das ist aber eine andere Geschichte.

    • Es ist kein Roamingabkommen, schon gar kein generelles.

      Anbieter A und Anbieter B identifizieren eine gleiche Anzahl an Standorten, wo jeweils der andere Anbieter ein Funkloch hat. Über diese selektierten Standorte werden dann in Zukunft auch die Netzkennung des anderen Anbieters ausgestrahlt. Aus Sicht des Smartphones sieht es so aus, als wäre das eigene Netz verfügbar.

      Zwischen Telefonica und den anderen beiden Standorten soll es sich jeweils um ein paar hundert Standorte handeln. Zwischen Telekom und Vodafone war von jeweils etwa 2000 Standorten die Rede.

  9. Wie muss man denn das Smartphone konfigurieren, damit man das nutzen kann?

    • Wolfgang D. says:

      Automatische Netzwahl, wie es bei jedem unverfummelten Smartphone als Standard ab Werk voreingestellt ist. Also, nichts verstellen, alles gut.

      Die Zugangsfreigabe macht der Funkmast und nicht das Handy, bzw. die Technik dort, sobald die Server entsprechend konfiguriert sind. Vermutlich sendet der Mast dann alle drei Netzkennungen, selbst wenn nur einer der Anbieter vorhanden ist.

  10. Naja das mag hier und da helfen, aber am grundsätzlichen Problem von O2 und Vodafone ändert das nichts. Ihre Karten sind großteils falsch und beruhen nur auf Computermodellen.

    Ich sollte zum Beispiel in meinen Haus von allen drei Anbietern 4G haben. Tatsächlich steht nur die Telekom in ausreichender Stärke es bereit. Bei den beiden anderen vielleicht an einer Stelle im 2 Stock.
    Bei Vodafone ist es so schlimm, dass die halbe Ortschaft keinen lte Empfang hat obwohl alles abgedeckt ist laut Karte.

    Und gerade in den Mittelgebirgen ist das normal.

    Augenwischerei diese Meldungen.

  11. „Graue Flecken“? Ist das die aktuell politisch korrekte Bezeichnung für das, was man früher einmal „weiße Flecken“ nannte? In der Netzwerktechnik hat man die bisher gebräuchliche Nomenklatur „Master“ und „Slave“ ja auch abgeschafft.

    • Weiße Flecken sind Bereiche, in denen nichts geht. Graue Flecken sind Bereiche, wo man schon noch 2G hat, aber eben kein 4G. Darum geht es ja, dass man die 4G Netze teilt. Telefonie geht ja bei allen mittlerweile überall, zumindest bis auf wenige schlichtweg kaum zu erreichende Stellen.

    • Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Das solltest du vielleicht auch mal versuchen.

      Zitat aus dem obigen Artikel: „Graue Flecken bezeichnen Areale, in denen grundsätzlich eine Abdeckung über ein Mobilfunknetz erreicht wird – aber eben nicht über alle Netze.“

      Anders ausgedrückt handelt es sich um Bereiche, in denen der Kunde des einen Anbieters neidisch beobachtet, wie der Kunde des anderen Anbieters fröhlich telefoniert, während er selbst keinen Empfang hat.

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