Googles modulares Smartphone „Project Ara“ wird wohl eingestellt

artikel_araSeit 2013 kitzelt Google uns mit dem Gedanken bald mit modularen Smartphones herumspielen zu können. Auch wenn die Idee dahinter toll ist, es gab immer Zweifel an der tatsächlichen Ausführbarkeit und ob es überhaupt einen Markt dafür gibt. Modular, das kennt man heute vom Selbstbau-PC, einzelne Teile lassen sich austauschen oder aufrüsten, man muss nicht jedes Mal ein komplett neues Gerät kaufen. Bei Project Ara sollten sich so Akku, Kameramodule, Audiomodule und andere Teile austauschen lassen. Dieses Jahr wurde dann bekannt, dass Project Ara weniger modular wird als ursprünglich geplant. Und nun steht das Projekt offenbar komplett vor dem Aus.

Reuters berichtet nun, dass Alphabet Project Ara einstellen wird, allerdings könnte man die bereits entwickelte Technik lizenzieren und so an andere Hersteller abgeben. LG und Lenovo haben bereits ihre eigene Interpretation der Modularität präsentiert, die eher ernüchternd ist, bei LG sind es die LG Friends, bei Motorola die Moto Mods für die Moto Z-Serie.

Man wird also vorerst keine Möglichkeit haben, sein Smartphone durch den einfachen Austausch von einzelnen Komponenten auf aktuellem Stand zu halten oder gar einem Upgrade zu unterziehen. Das ist zwar etwas schade, gerade bei der Kurzlebigkeit von Smartphones, allerdings ist ja auch nicht gesagt, dass Project Ara ein großer Erfolg gewesen wäre. Auch preislich dürfte ein solches Konzept nicht unbedingt günstiger sein als ein komplettes Smartphone zu kaufen.

projectara_2016

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

9 Kommentare

  1. Hat irgendjemand etwas anderes erwartet?

  2. Wolfgang Denda says:

    Ich schätze, die Modularität wie beim Fairphone 2 ist das höchste, was man als Nutzer erwarten sollte. Einfach zerlegbar, leicht zu reparieren. LG und Motorola wollen einfach nur zusätzliche Kohle beim Käufer freibaggern, mit fragwürdigem Nutzen für den Anwender.

    @Andreas
    Wie recht du doch hast.

  3. Nein.
    Ist auch nicht im Sinne der Industrie nur Teile auszutauschen. Kauft gefälligst ein komplett neues Smartphone – kostet den Verbraucher mehr, ist aber günstiger herzustellen.

  4. @Andreas
    Das war auch mein erster Gedanke. Es hat sich ja schon seit langem abgezeichnet, dass dieses ambitionierte Projekt mit den aktuellen Stand der Technik schlicht nicht praxistauglich und sinnvoll umsetzbar ist.

  5. Hotti hat es perfekt kommentiert. Immerhin kann man so ein komplettes Smartphone mit Super Duper 100.000 MP Kamera verkaufen, anstatt nur den Kern oder Speicher auszutauschen, was sinnvoller wäre (>6 MP sind i.d.R bei der Sensorgröße kontraproduktiv.)

  6. War von anfangan absolut unsinnig!
    Unüberwindbare Hürden vs. nicht vorhandenen Nutzen!
    Hier ein kleiner Rant von mir zu dem Thema aus 2014. http://disq.us/p/lwmg8e
    Damals waren ja noch alle ganz begeistert und fanden dass super toll!

  7. @Hotti: Der Modul-Hersteller würde die Teile aber nie für so einen kleinen Preis bekommen wie die Smartphone-Hersteller. Einfach weil diese viel weniger von den Bauteilen kaufen würden und durch die Anpassungen würde der Preis noch einmal ansteigen. Letztlich kaufst dann ein Display oder eine neue SoC für 200€. Da kannst getrost zu einem neuem Smartphone greifen.

    Halb-OT: Google hätte es einfach so machen Müssen wie die Bastler Zeitschriften. Das erste Modul ist quasi geschenkt und ab dann muss man alles extrem Teuer einkaufen 😀

  8. Das ist einfach zu nerdig. In der Praxis ist mir ein wasserdichtes Smartphone lieber als ein modulares.

  9. @Tidi: Mein Nexus 5 Display + Toucheinheit + Stecker habe ich für 20 Euro und mein Nexus 7 Display + Toucheinheit + SteckerModul für 30 Euro neu gekauft!