Googles Eric Schmidt empört über die NSA

Erst kürzlich machten Nachrichten die Runde, dass die NSA Datenzentren von Yahoo und Google angezapft haben könnte. Jeden Tag sollen Millionen Datensätze in ein Data Warehouse wandern, welches sich in Fort Meade befindet. Nur Metadaten sollen es sein, diese lassen Rückschluss auf versendete oder empfangene Mails zu, zusätzlich, ob der Inhalt Audio, Video oder Text ist.

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Nun gab Eric Schmidt dazu erste Statements. Eric Schmidt ist Google-Chairman und seit 2009 Mitglied im Technologie-Beraterteam von US-Präsidenten Barack Obama. Sofern die Behauptungen stimmen, wäre dies empörend. Dies sei nicht nur ein massiver Einbruch in die Privatsphäre der Nutzer, sondern ein Verstoß gegen geltende Gesetze.

Schmidt schließt ebenfalls nicht aus, dass nach den Enthüllungen von Edward Snowden noch mehr pikante Informationen an das Licht der Öffentlichkeit kommen. Das Wall Street Journal zitiert weiterhin, dass die Firma Google Beschwerde eingereicht hätte, sowohl bei Barack Obama persönlich, als auch bei der NSA und dem US-Kongress. Er findet, dass es ein Unding ist, 320 Millionen Menschen zu überwachen, um 300 zu finden, die eine Bedrohung darstellen.

Dies wäre nicht nur ein unmögliches Vorgehen, sondern vielleicht auch illegal. Die NSA selber hatte sich nach den neusten News zu einer Stellungnahme hinreissen lassen und teilte mit, dass die aktuellen Nachrichten die NSA in einem falschen Licht erscheinen lassen, zudem würde man nur Maßnahmen nutzen, die gesetzlich erlaubt sind.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

12 Kommentare

  1. Rainer Zufall says:

    Mit was erzielt Google nochmal seine Einnahmen?
    Wer im Glashaus sitzt …

    Ich zitiere mal aus dem Privacy-Handbuch:
    2.1.2 Datenhändler
    Die Datensammler (Facebook, Amazon, Twitter…) verkaufen Informationen
    über Nutzer an Datenhändler (z.B. Acxiom, KaiBlue, RapLeaf…), welche die
    Daten anreichern, zusammenfassen und umfassende Profile den eigentlichen
    Endnutzern wie Kreditkartenfirmen, Personalabteilungen großer Unterneh-
    men und Marketingabteilungen von Mikrosoft bis Blockbuster verkaufen.
    Acxiom konnte bereits 2001, noch bevor Facebook als Datenquelle zur
    Verfügung stand, auf umfangreiche Datenbestände verweisen. Als das
    FBI die Namen der angeblichen 9/11 Attentäter veröffentlichte (von
    denen noch heute einige quicklebendig sind), lieferte Acxiom mehr
    Daten zu diesen Personen, als alle Geheimdienste zusammen – inklusive
    früherer und aktueller Adressen, Namen der Mitbewohner usw. Im
    Rahmen der Zusammenarbeit mit FBI und CIA führten die Daten von
    Acxiom mehrfach zu Anklagen und Abschiebungen (nach Ausage eines
    leitenden Mitarbeiters).
    Acxiom protzt damit, präzise Daten über 96% der amerikanischen Bevöl-
    kerung zu haben. Jeder Datensatz hat 1.500 Datenpunkte (Stand 2010).
    Neben Daten zur Internetnutzung verarbeitet Acxiom auch Kreditkar-
    tenrechnungen, Apothekenrechnungen und andere Daten aus der realen
    Welt.
    … dem ist nichts hinzuzufügen.

  2. @Rainer: … danke für die Info… ich surfe grade auf deren Seite rum. Die sind ja in Deutschland auch daheim und auch da wissen die ziemlich viel. Sehr viel.
    Wenn man sich da das „Geo-Marketing“-PDF durchliest, können die einem präzise Daten aushändigen über die potenziellen Zielgruppen und deren Wohnohrt, etc. Wahnsinn…

  3. jaja der versucht doch jetzt nur etwas vertrauen zurückzugewinnen. der NSA direkt zugriff zu den daten zu geben ist fast noch schlimmer als wenn die abgegriffen werden.

  4. @Raíner

    Das ist doch zum Teil Bullshit da Google gar keine Identitäten verkauft sondern nur Zahlen die nicht deiner Adresse oder deinem Namen zugeordnet werden.

  5. @Rainer: Quelle?
    Und wenn man zeigen will, dass Google da auch mitmacht und Daten verkauft, dann kann man den Text nicht an der entsprechenden Stelle kürzen – vgl. „(Facebook, Amazon, Twitter…)“.

  6. Rainer Zufall says:

    Ich habe gar nichts gekrüzt, sondern lediglich diesesn Absatz aus dem Privacy-Handbuch zitiert. Version vom 12.05.2013, Seite 28. Mehr Informationen zu dieser Veröffentlichung sind leider nicht bekannt, der/die Ersteller will/wollen offenbar anonym bleiben. Sollte aber nicht schwer sein, sich ein Exemplar des Buchs zu besorgen, ist ja schleißlich kostenlos.

  7. @peter:

    Das hoffe ich auch, ich glaube es aber eigentlich nicht.

    Und der Ausdruck „Zahlen“ ist schon aus IT-Sicht nur mäßig richtig, im Kontext der Umgangssprache aber schlichtweg falsch und beschönigend.
    Natürlich werden „Zahlen“ verkauft, genau genommen Binärzahlen (außer die sind schon wesentlich weiter mit den Quantencomputern, als bekannt ist…). Aber diese 1en und 0en sind nun mal Daten, die decodiert (oder siehst Du diese Website als Binärcode?) und aus denen durchaus reale Informationen abgeleitet werden können.

    Und dass Google Unmengen an Daten hat, ist ja bekannt. Da können Interessen, Wünsche, aktuelle Situationen und grobes Alter schon aus den zahlreichen Suchanfragen abgeleitet werden (btw: schon mal jemand nach Kreditanbietern oder Infos zu Krankheiten gesucht ;)?) und mit Maps, Google+, Picasa, Chrome, Ortungsservices in Android, Ingress, Google Apps, Docs/Drive, Analytics für Webmaster und Co. bekommen sie noch viel mehr Daten. Was mich zu der Behauptung bringt: Schmeiß doch Namen und Adresse in die Tonne; man kann u.U. schon Personen anhand ihrer Browser+PC-Konfiguration ziemlich sicher wiedererkennen; zusammen mit den ganzen weiteren Informationen sind Name und Adresse eigentlich überflüssig.

    btt:
    Naja es ist sicherlich z.T. eine PR-Maßnahme, aber andererseits kann ich mir schon vorstellen, dass Google möglicherweise wirklich nicht erfreut ist, falls die NSA deren Rechenzentren anzapft.
    Egal was der Hauptgrund ist, wenn Google sich ernsthaft dagegen wehrt, ist das ansich ja schon mal zu befürworten.

  8. Ausgerechnet dieser unsympathische Eric Schmidt der noch vor dem NSA-Skandal behauptet hatte, wer etwas zu verbergen hätte solle keine Google-Dienste nutzen. Ich kann über diese „Empörung“ wirklich nur lachen. Ich kann diesen Mann nicht ernst nehmen.

  9. Außerdem in den Schlagzeilen: Capitaine Renault ist schockiert -SCHOCKIERT-, dass es Glücksspiel in Rick’s Café geben soll.

    Hier sind ihre Gewinne von letzter Nacht.

  10. Als der und sein Buddy Jared Cohen vom State Departement/CIA bei Assange waren, ging es auch nach Fort Meade garantiert die Freundin von Schmidt sitzt im CFR usw.

  11. Ich finde es auch noch einmal einen Unterschied, ob ich wissentlich meine Daten weitergebe, an Google oder Facebook oder was auch immer, weil ich mir damit einen eigenen Nutzen verschaffen kann, oder ob mich irgendein paranoider Geheimdienst bespitzelt, einfach weil er es kann. Er verstößt damit sogar gegen eigene Gesetze und das bleibt sehr wahrscheinlich auch ohne Konsequenzen.

    Wobei es eigentlich jedem klar sein müsste, wenn er sich einen aktuellen Film oder eine der vielen amerikanischen TV-Serien ansieht. Wenn man eine Begründung braucht um etwas illegales zu tun, dann zitiert man kurz den Patriot Act und hat eine Rechtfertigung für seine Vergehen.