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Googles Android-Rekordstrafe: Wer zu spät kommt, den bestraft die EU


Letzte Woche hat sich Google eine neue Rekordstrafe der Europäischen Kommission eingefangen. Android und die Zwangsinstallation von Apps, wenn Hersteller auch Google-Dienste anbieten möchten, war der Stein des Anstoßes. Das ganze Verfahren hat sich über Jahre gezogen und wurde unabhängig von anderen Verfahren gegen Google behandelt.

Wie Bloomberg nun berichtet, hätte es aber gar nicht zu so einer Strafe kommen müssen, denn Google war durchaus bereit für Veränderungen an Android, um den Forderungen der Europäischen Kommission gerecht zu werden. Allerdings kam dies wohl einfach zu spät. Denn Google hat diese Annäherung erst letztes Jahr angestrebt, nachdem man die Strafe wegen der Shopping-Ergebnisse eingefahren hatte (seinerzeit ebenfalls eine Rekordstrafe).

Diese Bemühungen kamen aber mindestens ein Jahr zu spät, so Margrethe Vestager in einem Interview. Die Vorschläge hätten direkt nach der ersten Beschwerde kommen müssen, um Beachtung zu finden. Das war nicht der Fall, folglich wurde der Fall bearbeitet, wie er nun eben bearbeitet wurde.

Google ging davon aus, dass Vestager noch eine Tür offen gelassen hat, als 2017 das Urteil im Fall der Shopping-Ergebnisse verkündet hat und seinerzeit eben keinen Bezug auf Android nahm. Ein Irrglaube, da eben jeder Fall einzeln betrachtet wird.

Google wird bekanntlich gegen die aktuelle Strafe in Berufung gehen. Google sieht sich auch etwas benachteiligt, dass man eben nie eine formelle Reaktion auf die eingereichten Vorschläge erhalten hat. Man habe nur von Offiziellen gehört, dass es für eine Einigung eben zu spät sei. Allerdings sahen EU-Offizielle die Bemühungen wohl als „zu wenig und zu spät“.

Vestager ist der Meinung, dass ein solcher Einigungsvorschlag bereits 2016 hätte kommen müssen. Auf gut Deutsch: Die Fronten sind verhärtet und es wird wohl noch eine Weile mit den Streitigkeiten weitergehen. Erfolgreicher ist Google in Russland, in einem sehr ähnlichen Fall konnte sich Google einigen und kam mit einer zusätzlichen Strafe in Höhe von 7,8 Millionen Dollar davon.

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