Google zahlt wohl 15 Mrd. US-Dollar, um in Apple Safari die Standard-Suchmaschine zu bleiben

Google soll 2020 an Apple ca. 10 Mrd. US-Dollar gezahlt haben, um sich als Standard-Suchmaschine in dem Browser Safari zu halten. In diesem Jahr soll die Summe erheblich gestiegen sein: auf ca. 15 Mrd. US-Dollar. Geht man nach den Analysten von Bernstein, könnte Google 2022 sogar schon 18 bis 20 Mrd. US-Dollar an Apple abdrücken müssen. Allerdings wäre es möglich, dass diese exorbitanten Summen Google anregen, diese Investition zu überdenken.

Laut 9to5Mac zahle Google bisher die hohen Beträge, um in Safari die Standard-Suchmaschine zu bleiben, weil man nicht Microsoft dort das Feld überlassen wolle. Irgendwann wird es sich für Google aber freilich nicht mehr lohnen. Auch ist möglich, dass sich irgendwann Wettbewerbshüter das Abkommen noch einmal genauer anschauen. Dieser Prozess würde dann aber vermutlich sehr lange dauern.

Woher man die Summen überhaupt nimmt, wenn weder Apple noch Google sie offiziell bestätigen? Die genannten Analysten haben von Apple ausgewiesene Einnahmen einmal mit Googles TAC (Traffic Acquisition Costs) abgeglichen und wollen so jene Zahl herausgerechnet haben. Apple erhielt übrigens für diese Partnerschaft mit Google durchaus Gegenwind. So warf man Apple vor, dass sich das Unternehmen einerseits als Verfechter von Datenschutz und Privatsphäre hinstelle, andererseits aber der Datenkrake Google munter den Weg ebne.

Apple hatte das damit verteidigt, dass Google nun einmal aktuell die beliebteste Suchmaschine sei und man letzten Endes ja auch andere Suchmaschinen wie z. B. DuckDuckGo unterstütze.

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42 Kommentare

  1. So leicht kommt man zu 15 Mrd Dollars – ich wechsle schon für 40 Millionen zu Google bzw. behalte es Suchmaschine…

    Deal?

    • Es gibt ungefähr 1,6 Mrd aktive Apple Geräte, nehmen wir vereinfacht 1,5 Mrd. D.h. Google zahlt 10 Dollar für jedes aktive Apple Gerät. Wenn du also 4 Millionen deiner engsten Freunde auch mit zu Google ziehst / bei Google hältst, würde sich Google sicherlich interessiert an deinem Angebot zeigen.

  2. Wenn das 10/20% von den gesamten Einnahmen Googles auf Apple Plattformen ist so what ?

  3. Das wird sich unterm Strich schon deutlich für google lohnen, Geld hat niemand zu verschenken.

  4. Eigentlich müsste Apple wirklich mal eine eigene Suchmaschine starten. Apple ist eigentlich das einzige Unternehmen dem ich wirklich zutraue eine wahre und wirklich genutzte Alternative zu bieten (aufgrund der weiten Verbreitung). Ich denke es würde auch nicht an der Suchqualität scheitern. Da hat auch Google abgebaut, aber was Google einzigartig macht sind die vielen Rezessionen zu Restaurants und Cafés. Da kommt Apple mit seinen Yelp Daten nicht weit.

    • …hast Du mit den anderen Suchmaschinen Mal was nicht gefunden?
      Ernsthaft nutze ich Google schon seit Jahren nicht mehr (direkt).
      Startpage ist meine Präferenz und ich verlasse mich auf die Anonymisierung.
      Auch gefällt mir die nüchterne Optik.
      Sollte ich wirklich Mal in die Verlegenheit kommen, über Google.com zu suchen, erschlägt mich die Unübersichtlichkeit und mangelnde Sichtbarkeit zwischen Werbung und echten Suchergebnissen…sehr frustrierend.

    • Eine eigene Suchmaschine?! Apple schafft es ja nicht einmal, einen anständigen Kartendienst aufzuziehen. Das einzige zuverlässige an Apple Karten ist, dass es mich sehr zuverlässig enttäuscht, weil die hinterlegten Daten zu Firmen und Öffnungszeiten falsch oder veraltet sind. Google Maps forever, ich habe meine Lektion(en) gelernt.

      Aber bei der Suchmaschine bin ich seit einem Jahr bei DuckDuckGo und vermisse gar nix.

      • Sorry, ich glaube nicht daran, dass Apple fähig ist, eine ernsthafte Konkurrenz zu Google im Bereich der Suchmaschinen zu etablieren. Sie können gut Hardware und auch Software aber auch nur in ihrem Ökosystem. Google hat da einfach schon zu einen großen Vorsprung.

      • Seit wann ist ein Kartendienst dafür da, dir Öffnungszeiten anzuzeigen. Apple Maps macht was es soll, es ist mein Navi im Auto oder unterwegs. Warum sollte ich mir da Öffnungszeiten anzeigen lassen?

        • Ich bin das erste Mal in einer fremden Stadt und kenne mich Null aus.
          Wie komme ich vom Flughafen ins Hotel? Gibt es ein Restaurant in der Nähe für Allergiker? Ich hab Migräne, ob eine Apotheke in der Nähe offen hat?

          Mit Google Maps kann dir alles schnell und einfach ziemlich zuverlässig beantwortet werden. Mit Apples Dienst erfahrungsgemäß nicht.
          Wenn ich einfach nur ein Navi will, dann würde ich zu TomTom greifen

        • Es ist ein super und sehr verlässlicher Mehrwert die Gegend zu erkunden und Infos zu erhalten. Reines Navigationsgerät hätte ich auch im Auto, was zumindest bei meinem Auto (VW Caddy) schlechter ist als die Navigationslösung von Google

        • Beispiel 1: Ich suche die Adresse eines Werkhofs. Apple zeigt ihn an, offen bis 18 Uhr. Ich stehe um 17:30 da – geschlossen. Kontrollblick in Google Maps: ab 17 Uhr geschlossen.

          Beispiel 2: Ich suche eine Firma mit Apple Maps, komme an – aber da ist keine solche Firma. Kontrollblick in Google Maps: Dort wird die richtige Adresse angezeigt.

          Ich bin der Sache dann nachgegangen. Tatsächlich ist die Firma vor zwei Jahren umgezogen, aber diese Information ist nicht bis zu Apple Karten vorgedrungen.

          Ich könnte auch Beispiele nennen, bei denen ich nach einer Adresse (!) gesucht habe. Apple Maps kennt die Adresse nicht und nimmt ohne Rückmeldung oder Warnung einfach eine andere, die ganz woanders liegt. Kann man sich nicht ausdenken. Alles so passiert.

          Ich sag’s noch einmal: Google Maps forever!

        • Thomas Höllriegl says:

          Warum nicht? Ich finde es sehr praktisch, wenn man die Öffnungszeiten gleich dabei stehen hat. Hat mir schon öfters einen unnützen Weg erspart.

        • Seit wann ist ein Kartendienst ein Navi?
          Es soll mir nur die Karte anzeigen. /s

    • Da hat Apple keine Chance. Das haben schon andere versucht wie microsoft z.B. und Unsummen in das Projekt geschossen. Dennoch ist und bleibt Bing qualitativ meilenweit hinter google was den Funktionsumfang und vor allen Dingen die Qualität der Suchergebnisse betrifft.

  5. Bei Google können sie rechnen. Und wenn die Rechnung aufgeht, gehen sie den Deal ein. Mir persönlich ist schleierhaft, wie Google solche Summen erwirtschaftet. Aber die – aus meiner Sicht – dämlichen Werbekunden müssen es selbst wissen. Schön für Google. Schön für Apple. Alles gut.

    • Warum bist du dämlich? Du suchst etwas, auf die Keywords bieten Werbekunden und erhalten den Klick, obwohl sie in der Realität auf Seite 20 stehen würden. Im Umkehrschluss verkaufen sie dadurch mehr, vor allem bei umkämpften Keywords wo SEO dann teurer wäre als SEA.

  6. Und wie viel zahlt Apple an Google um die iCloud auf den Google-Servern zu hosten?

    • Die normalen Raten, evtl mit Rabatt

    • Nutzen zudem auch S3 von Amazon. Also die normale Verteilung. Warum die eigene eigenen Rechenzentren aufbauen, kapier ich aber auch nicht. Müsste sich allgemein doch rechnen, bei der Menge an Cloud-Date.

      • Apple ist quasi nur eine Designfirma, sie fertigen ihre Geräte ja auch nicht selber.

        • Nein, liebe Rosa, so ist es eben nicht. Apple entwickelt seine Software (iOS, Mac OS, usw.) und seine Hardware (i-Geräte, Notebooks, inkl. Chips der Serie A-, M-, usw.) selber. Die Produktion der Hardware wird halt durch Partner produziert.

          • Biff Tannen says:

            Und was genau ist der Unterschied zwischen Fertigung und Produktion?

            • Thomas Höllriegl says:

              Fertigen ist das Bearbeiten eines Rohteils, meist zur Wertsteigerung. Also z. B. ein Zahnrad aus einem Aluminium-Rundrohr fräsen.
              Produktion ist ein übergeordneter Begriff, der Fertigung, Montage und andere Verfahren umfasst. Im Grund ist es die Herstellung von Waren. Also z. B. das Zusammenbauen eines Smartphones durch die diversen dazugehörenden Arbeutsgänge.

              • Biff Tannen says:

                Ich würde ja mal ganz dreist behaupten, Fertigung kommt von fertig 🙂
                Du hast in deiner Ausführung natürlich Recht, aber mir ging es eher um die Argumentation von Florian, die ich in diesem Zusammenhang nicht verstehe bzw. für falsch halte.

  7. Es scheint also gut Kohle zurückzuspielen. Wer bei solchen Summen immer noch sagt, Google sei kostenlos, hat es nicht gerafft. Unsere (Such-)Daten sind pures Gold.

  8. Wahnsinn, was für eine Summe nur um die Standardsuche zu sein, die man leicht wieder ändern kann. Dabei hat man nicht einmal die Garantie, dass die Nutzer auch wirklich die Google Suche verwenden. An Googles Stelle würde ich es einfach mal wagen, ein Jahr lang diesen Vertrag nicht zu verlängern und schauen, wie viele suchanfragen man verliert. Welche Suchmaschine soll Apple stattdessen vorinstallieren? Etwa Bing?
    Wieviele Kunden werden selbständig die Google Suche instalieren oder Google als Startseite einstellen? Wahrscheinlich nicht wenige. Ich habe zwar Duck installiert, aber Google als Startseite eingerichtet, weil ich manchmal doch Google benutzen muss.

  9. Browser und Suchmaschine sollte nmicht vorinstalliert sein dürfen.
    Da sollte es immer eine Auswahl geben beim ersten Start.
    Sonst setzen sich immer die durch, welche am meisten die User tracken und mit fremden Daten Geld verdienen.

    • Sebastian Veit says:

      Aber wie lädt man sich einen Browser herunter wenn man (mangels Browser) nicht ins Internet kommt?

      • apt-get install, wie sonst?
        SCNR 🙂

        • Thomas Höllriegl says:

          Ich habe den Smiley gesehen. Aber was denkst du, wie viele User nun überhaupt wissen, was damit gemeint ist? Und selbst wenn, wie viele wüssten, wie sie nun weiter vorgehen müssen? Ein User will usen, nicht coden.

          • Ganz ehrlich?
            Vor 10 Jahren hattest Du Recht…da ist es mir beim Ausflug in die Linuxwelt ebenso ergangen.
            Vor 2 Wochen habe ich dann Linux Mint installiert.
            Als eingefleischten Windows User hatte ich null Probleme, alle Standard Software meine Win 10 Rechners zu finden:
            Bitwarden
            Firefox
            Thunderbird
            VLC
            Skype
            Teams
            etc.

            Das Programm dafür nannte sich, oh Wunder, Software Manager.

            Ich will nicht sagen, das es 1:1 das Gleiche ist…aber Dein Argument mit apt-get ist weit überholt 😉

            • Thomas Höllriegl says:

              Man kann sagen, dass apt-get überholt ist, aber ich habe mich lediglich auf deinen Kommentar bezogen. Nicht mein Argument ist überholt, du hast apt-get ausgegraben. 😉

            • Thomas Höllriegl says:

              Sorry, nicht du hast apt-get ausgegraben, war jemand anderes. Aber immer noch bezog ich mich auf dieses Argument.

              • apt-get oder pacman usw gibt es in Linux mittlerweile als grafisches Softwarecenter, somit nicht mehr unbedingt manuell nötig.
                Das wäre auf anderen OS ein guter Weg. Und warum eigentlich nicht Linux, Manjaro ist z.B. um Welten fortschrittlicher und Datenschutzfreundlicher als Win.

                • Thomas Höllriegl says:

                  Ich nutze Windows nur noch beruflich. Privat bin ich zu Chrome OS und Android gewechselt. Linux Manjaro wäre meine erste Wahl, wenn ich einen Linux-Rechner nutzen würde.

      • Mit einem Installer, das geht auch ohne Browser und wäre für jedes OS umsetzbar.

  10. Ein Schnäppchen wenn man bedenkt welche Marktmacht dadurch entsteht. Alternativen haben so gut wie keine Chance, alleine schon wegen der hohen Summe. Mir geht auf den Keks das Google immer mehr zensiert, bei DuckDuckGo findet man meist Dinge die bei Google noch nicht mal gefunden werden können.

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