Google will angeblich 1 Mrd. US-Dollar in Lyft investieren

Google soll angeblich sage und schreibe 1 Mrd. US-Dollar in den Uber-Konkurrenten Lyft investieren. Das Prinzip ist bei beiden Anbietern identisch: Man vermittelt private Fahrer an Fahrgäste und kassiert dafür eine Gebühr. In Deutschland ist die ganze Angelegenheit höchst umstritten – teilweise, weil die Taxi-Lobby wenig angetan gewesen ist und teilweise auch, weil Anbieter wie Uber und Lyft in der EU wohl als Transportunternehmen gelten müssen. Davon lässt sich Google aber nicht abschrecken, falls die aktuellen Meldungen zutreffen.

Google selbst hat die Investition in Lyft bisher nicht offiziell bestätigt. An den Verhandlungen soll aber sogar der Alphabet-CEO Larry Page beteiligt sein. Der Schachzug wäre recht spannend, da Google vor den Rechtsstreitigkeiten mit Uber auch in jenes Unternehmen investiert hatte. Ob es aber wirklich dazu kommt, dass Google 1 Mrd. US-Dollar bei Lyft lässt, ist noch offen. Schwierigkeiten könnten drohen, da die japanische SoftBank abwägt in Uber zu investieren. Dafür will die Bank aber mindestens Anteile von 17,3 % am Unternehmen erhalten. Sollten diese Pläne scheitern, hatte Softbank angedroht in Lyft zu investieren. Das könnte wiederum Googles Pläne stören.

Bisher konnte Lyft ca. 2 Mrd. US-Dollar an Investitionen durch Partner wie General Motors, Carl Icahn, Andreessen Horowitz, Floodgate, Mayfield, Coatue Management, Founders Fund und Rakuten einsammeln. Googles Investition wäre demnach ein ziemlicher Coup. Aktuell haben aber eben weder Lyft noch Google derartige Pläne bestätigt. Somit heißt es abwarten, was am Ende wirklich dran ist.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Uber und Lyft sind von der Idee her eine gute Sache. Und die Taxi-Kutscher werden auch künftig gebraucht – aber eben weniger. Was an einer Art „Mitfahrzentrale de Luxe“ schlecht sein soll, verstehe ich nicht. Da müssten Steine AUS dem Weg geräumt statt IN den Weg gelegt zu werden. U- und S-Bahnen sind das Rückgrat von Mobilität in urbanen Gegenden, aber sie decken nicht alle Szenarien ab.

  2. @fakeram: Schlecht daran ist, dass es sich hier nicht um eine Mitfahrzentrale (= privat und gratis bzw. nur Spritgeld oder so) handelt, sondern um eine kommerzielle Dienstleistung, unter Umgehung von allen möglichen Dingen wie z.B. Versicherung, Sozialabgaben, Steuern, Arbeitsschutz etc., so dass Taxiunternehmer/n da überhaupt keine Chance haben mitzuhalten. Nicht dass da bei unserem momentanen Taxi-System alles dufte ist, aber Uber ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Mehr dazu z.B. hier: http://www.nachdenkseiten.de/?p=39877

  3. @Tim123 Es ist eine private Dienstleistung, die vergütet wird. Als Konkurrenz zum Taxi-Gewerbe ist das wohl kaum gedacht.

  4. Eine private vergütete Dienstleistung gibt es nicht (bzw. nennt sich dann höchstens Schwarzarbeit). Wenn ich da falsch liege, dann lasse ich mir demnächst alle Arbeiten legal von Handwerkern etc. hier privat machen und „vergüte“ die 🙂

    Und willst du wirklich behaupten, Uber und Lyft sind keine Konkurrenz zum Taxi-Gewerbe??

  5. Softbank ist keine Bank, sondern ein Technologie- bzw. Telekommunikationsunternehmen. Es gibt zwar einen Finanz-Zweig, doch TK ist Hauptbereich.

  6. @Tim123 Privatleute können untereinander selbstverständlich Geschäfte abschliessen, ohne daß der Staat seine gierigen Klauen nach dem Geld ausstreckt. Das war so, das ist so und das bleibt auch so.

  7. @Fakeram: Mit Verlaub, das ist Quatsch. Insbesondere, wenn das regelmäßig und kontinuierlich mit Gewinnerzielungsabsicht stattfindet (wie im Fall von Uber/Lyft-Fahrern), dann bist du verpflichtet das anzumelden und Einnahmen zu versteuern. Wir reden hier ja nicht davon, dass hier jemand seinen privaten Gebrauchtwagen verkaufst. Oder wie bei einer Mitfahrzentrale sowieso von A nach B fährt und nur jemanden mitnimmt. Selbst wenn du jeden Tag zur Arbeit jemanden mitnimmst und jedesmal mehr Geld als einen Unkostenbeitrag dafür nimmst, oder per Kleinanzeigen regelmäßig Krams ankaufst und teurer wieder verkaufst, musst du das bei der Steuererklärung angeben. Und je nach Gewerbeart gibt es nunmal noch zusätzliche Gesetze und Regelungen (Versicherungspflicht, Berufsgenossenschaft etc.).

  8. Taxen sind Teil des ÖPNV. Die Preise werden durch die Städte beziehungsweise Kreise – also politisch – vorgegeben.

    Zusätzlich ist das Taxigewerbe starken Regulierungen unterworfen, was Sicherheit und Fahrer angeht. Das ist selbstverständlich mit hohen Kosten verbunden und natürlich kann es keinen ausgeglichenen Wettbewerb geben, wenn sich andere taxiartige Gewerbe nicht an die Spielregeln halten.

    Wir können gerne das Taxigewerbe deregulieren, aber ob das für den Kunden wirklich vorteilhaft ist? Eben mal schnell mit dem Taxi/Uber/Lyft vom Bahnhof zum Hotel kann dann mal ganz schnell sehr viel teurer werden, wenn sich der Preis an der NachTaxen orientiert. Persönlich kann ich das verkraften und steig dann etwas weiter in den Bus oder gehe zu Fuß, aber was ist mit den vielen älteren Menschen, die zwingend auf diese Dienstleistung angewiesen sind?

  9. Was soll eigentlich das Argument mit der Taxi-Lobby? Das klingt wie die Aussage von jemandem, der sich nicht wirklich mit der Sache befasst hat. Wenn demnächst auf einer Großbaustelle der Zoll eine Razzia macht und 30 Schwarzarbeiter hops nimmt, dann nicht, weil teilweise die Maurer-Lobby was dagegen hat, sondern weil es schlicht illegal ist. Genau das macht Uber.

  10. Da stehen so unfassbar hohe Summen im Raum! Wozu benötigt ein simpler Vermittlungsdienst so viel Geld?
    Wissen die nichts besseres mit ihrer Knete anzufangen?

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