Google weist Kartell-Vorwürfe der EU offiziell zurück

Google App Artikel LogoEs ist ein seit Jahren andauernder Streit zwischen den EU-Regulierungsbehörden und Google. Es geht um die Anzeige von Shopping-Ergebnissen in der Google-Suche. Google drohen empfindliche Strafen, eine Einigung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil, Google hat nun sogar die Vorwürfe der EU offiziell zurückgewiesen. Den Grund hierfür nennt Google Justitiar Kent Walker, die Anschuldigungen seien schlichtweg nicht gerechtfertigt. Google hat niemals die Qualität oder Relevanz der erhaltenen Daten beeinträchtigt, im Gegenteil, sie seien sogar verbessert worden. Das sei keine Bevorzugung von Daten, sondern ein auf die Nutzer hören. Außerdem hat die Europäische Kommission nie die Konkurrenz durch Amazon, Facebook oder auch Social Media-Plattformen wir Pinterest mit in die Überlegungen einbezogen.

Google hat gleichzeitig den Vorschlag abgelehnt, Anzeigen der Konkurrenz zu einem geringen Preis anzeigen zu lassen, was einem Cent pro Anzeige entsprochen hätte. Nun ist die EU wieder am Zug, muss entschieden, wie man weiter vorgehen wird. Google drohen Strafen in Höhe von 7,4 Milliarden Dollar oder 10 Prozent des globalen Umsatzes, wie Reuters berichtet.

Die Europäische Kommission wird nun entscheiden wie vorzugehen sei, Pläne oder gar eine Einschätzung zum Ausgang des Ganzen gibt es laut Sprecher Ricardo Cardoso diesbezüglich noch nicht. Allerdings droht auch schon die nächste Reiberei, denn Google hat sich auch wegen Android mit der EU in den Haaren. In den kommenden Tagen wird sich Google zu diesem anderen Fall äußern, wie Walker wissen lässt. Nach diesem Fall kann man wohl davon ausgehen, dass Google auch in Sachen Android nicht einfach klein beigeben wird. Spannende Geschichte, bleibt nur zu hoffen, dass am Ende nicht irgendwann der europäische Nutzer der Leidtragende ist.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

3 Kommentare

  1. Wenn jetzt aber jemand besonders aktiv nach Shops googled die kein Affiliate-Programm oder kein Werbepartnerprogramm haben, dann zeigt Google die Artikel aus eben jenen Shops auch nicht an.

    Das ist mal wieder typisch Google-Pressesprecher-Textbaustein, „wir machen ja nur Verbesserung, und der Kunde will Verbesserung, also will er diese Änderung / Aspekt XY / diese Vorgehensweise auch.“ und dank der Marktmacht sagen die Kunden eben entweder „ach, sowas machen die?“ oder „ist mir eigentlich auch egal…“ und Google hat damit sogar Kunden-Rückendeckung.
    Nicht dass ich Google schlechtreden möchte, idealo und co versuchen die Preise der Shops die ein attraktiveres Affiliate-Programm haben aktiv nach unten zu treiben, damit Kunden über Idealo kaufen – das ist eine Stufe härter, aber auch Idealo wird sich da á la „wir empfehlen den Shops ja nur, die Shops machens ja selbst“ rausreden können.

  2. @Konstantin: Worauf stützt du die Behauptung, Preisvergleiche treiben aktiv Preise nach unten? Klar, jeder Shop hat ein Interesse, durch niedrige Preise weit oben zu stehen. Aber es wird ja keiner dazu genötigt, unrealistisch geringe Preise zu verlangen. Und selbst wenn Shops sich dazu verleiten lassen, dann ist das für den Kunden doch allemal besser als nur zu Amazon oder Otto zu gelangen, weil die Google die höchsten Anzeigenpreise zahlen können. Für die meisten kleinen Shops sind Preisvergleiche die einzige Möglichkeit, überhaupt sichtbar zu sein. Zumal sie hier qualitativ bessereren Traffic als über Anzeigenklicks bekommen, und das sogar billiger. Und für die User sind Vergleicher die einzige Chance, auf eine wirklich breite Palette von Händlern zu stoßen.
    Fakt ist, in dem Moment wo Google seinen Preisvergleich gepusht hat, sind fast alle anderen aus dem Blickfeld verschwunden, und sie werden stetig weiter aus dem sichtbaren Bereich verdrängt. Wenn das Zufall ist oder ausdrücklicher Userwunsch, dann gibts auch den Weihnachtsmann 🙂 Kann mir nicht vorstellen, dass die EU Googles hanebüchene Argumentation glaubt.

  3. @Konstantin

    Google ist ja angeblich eine Suchmaschine.

    Bloss kommen die ersten echten Suchergebnisse oft erst nach Scrollen und auf Platz 9 oder 10, weil vorher 3x Google Adwords ist und 6x Google Places oder Google Shopping.

    Das gleiche passiert auch wenn man ein Hotel sucht. Gerade getestet: google.de => hotel berlin:

    3x Google Adwords Anzeigen
    1x Google Maps mit Hotelkarte
    3x Google Hotels
    darunter noch ein Link zu Alle Hotels (natürlich Google intern) mit Google Map Hotels.

    Dann kommt das erste echte Suchergebnis: auf Platz 9 !! Man muss schon richtig scrollen um das zu sehen.

    Mit Suchmaschine hat das nicht mehr wirklich so viel zu tun.