Google Tasks: Knapp ein Jahr später noch immer für viele unbrauchbar

Was macht eigentlich die Aufgabenverwaltung „Google Tasks„, die Google damals ins Rennen geworfen hat? In loser Reihenfolge schaue ich natürlich immer wieder rein – denn als man die neue App damals an den Start brachte, ist sie krachend bei anderen Nutzern und mir durchgefallen.

Seit meiner Kritik ist rund ein Jahr vergangen. Was hat sich also bei Google getan, welche Schritte hat man unternommen, damit Nutzer zur App greifen?

Interessant ist, dass die App erst +1.000.000 Installationen im Google Play Store hinter sich gebracht hat. Für eine ToDo-App ist dies sehr wenig, gerade wenn man bedenkt, dass die App von Google ist und wir von der Plattform Android sprechen.

Aber vielleicht ist es auch den Erinnerungen geschuldet, die Google im Assistant anbietet, aber auch in Google Notizen. Für viele Menschen sind Erinnerungen halt Aufgaben. Wer weiß, was Google da noch vorhat, schließlich schlägt Google Tasks mittlerweile vor, dass man Google-Erinnerungen importieren kann.

Auch lassen sich wiederkehrende Aufgaben erstellen. Dies hat Google aber unclever oder komplett falsch gelöst. Erstellt man eine wiederkehrende Aufgabe und hakt diese als erledigt ab so ist sie in den erledigten Aufgaben verschwunden. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Nun bin ich kein Raketenforscher, würde aber behaupten, dass jeder, der eine ToDo-App entwirft, eine wiederkehrende Aufgabe nicht abhakt, sondern nach Abhaken diese stehen lässt, aber mit dem nächsten Termin der Erledigung. Zumindest kenne ich dies aus allen Apps, die ich testete – und es waren zahlreiche.

Auch Unteraufgaben kann Google Tasks mittlerweile. Diese werden auch unterhalb eingerückt der Hauptaufgabe dargestellt, das Ganze kann aber unübersichtlich werden, denn die Hauptaufgabe lässt sich nicht zusammenklappen. Und was passiert eigentlich, wenn man eine Hauptaufgabe abhakt? Dann werden logischerweise auch die Unteraufgaben als erledigt markiert. Ihr habt aber eine Hauptaufgabe aus Versehen abgehakt? Dann müsst ihr auch alle Unteraufgaben wieder vom Erledigt-Haken befreien. Dumm nur, dass somit alle Unteraufgaben zu Hauptaufgaben werden. Da darf man wieder manuell sortieren.

Auch ein Jahr später heißt es für mich: Mit Google Tasks möchte ich nicht mal klitzekleine Aufgaben aus dem Privatleben verwalten. Da fehlt so viel und vieles ist einfach nicht smart gelöst. Und das von Google bei einer ToDo-App, die man auch in Gmail integriert hat, dem größten Maildienst der Welt. Mich beschleicht das Gefühl als habe man das Team von Google+ und Google Hangouts damals abgezogen und auf Google Tasks angesetzt.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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26 Kommentare

  1. Florian P. says:

    Ich bin von TickTick zu Google Tasks umgestiegen, kann aber alle oben aufgeführten Kritikpunkte bestätigen. Aber ich hoffe einfach, dass sich in den nächsten Wochen da was tut. Die Kalender-Integration am Desktop ist super, das würde ich mir auch mobil wünschen. Ich nutze sehr gerne (so gut wie alle) Google-Services und wünsche mir, dass sich Google Tasks in Zukunft verbessert..

  2. Tja, mit dem Entwicklerteam, das für Tasks zuständig ist, würde ich auch gerne mal sprechen. Wie hieß es im Video so schön? „Originale Nichtskönner“ 🙁

    Ich bin ja großer Fan von Todoist. Leider gibt es bis heute keine Möglichkeit, über Google Home Aufgaben zu speichern. Nur bei Google Erinnerungen. Und das ist dann wieder nirgends vernünftig integriert. Mann, Mann, Mann…

    • So leid es mir tut, Google Home ist das falsche Pferd! Genauso wie Google Tasks totaler Müll ist. Alexa hat keine Probleme mir Todoist Aufgaben anzulegen.

      • Das mag für den Fall tatsächlich so zutreffen! Auch bei anderen Themen (z. B. nativer Logitech Harmony Skill) liegt Alexa vorne. Im Google Universum jedoch nicht und genau da nutze ich einfach zu viel (Smartphone, Tablet, Wear OS) – es ist einfach saubequem z. B. „Hey Google – erinnere mich morgen um 8.30h an blablabla“ zu rufen. Und bei Trivialfragen liegt Google halt auch um Quanten vorne. Was als die Referenzsuchmaschine mit hohem KI-Anteil auch wenig verwunderlich ist.

        • Was für ein Tablet?

          Aber klar wenn du Google hast. Ich war da früher auch und hab alles entsorgt weil sie sich keine Mühe merhr geben und alles bis auf die Suche irgendwie alt und buggy wirkt.

          • Tablet? Nichts besonderes, ein Samsung Galaxy Tab und ein Lenovo Tab 4 Plus. Aber Du hast mich ehrlich gesagt zum Grübeln gebracht…man wartet und wartet und wartet. In Englisch geht ja bei GH viel, viel mehr. Gerade Harmony und Todoist würden mich echt reizen. Und da ich auch Ring Doorbell 2 und Ring Stick Up Cam habe, wäre ein Echo Device ebenfalls sinnvoll.

            Ich teste wohl mal mit einem Dot, was heute so geht. Google ist da echt enttäuschend, das muss ich leider so zugestehen 🙁

            • Ach so, kleiner Nachtrag: ich habe mit einem Echo intnensiv getestet. Einiges ist besser, einiges aber auch deutlich schlechter. Dealbreaker war, dass man an einem Echo nur ein Amazon-Konto verknüpfen kann. Wenn also meine Frau auch ihr Profil nutzen will, muss ich mich mit meinen (!) Zugangsdaten auf ihrem (!) Handy anmelden und sie hat auch Zugriff auf meine Daten. Ne, sorry, Amazon, so geht das nicht.

              Bei Google kein Problem, da mehrere Google-Konten sich anmelden können, schön sauber getrennt.

  3. Der, der beispielsweise unter https://stadt-bremerhaven.de/wunderlist-zeitplan-veroeffentlicht/ das seinerzeit völlig unbrauchbare Wunderlist abfeierte, nennt Tasks unbrauchbar. Made my Day.

  4. Genauso das Verhalten führt dazu das man sich nicht komplett auf Google verlassen kann und sich einige Dienste von Google nicht etablieren können.

  5. Stroboboom says:

    Das man sich wiederholende Aufgaben als erledigt markiert finde ich richtig, und auch gut.

    Allerdings sollte die nachfolgende Iteration dann sofort in der Planungsansicht wieder auftauchen.

    Das tut sie bei Google Tasks leider aber erst am Tag der nächsten Wiederholung. Das ist nicht clever gelöst, weil man so keine richtige Planung der kommenden Tage / Wochen hat.

    Ich nutze das Tool aber derzeit trotzdem und hoffe auf Verbesserungen in den nächsten Releases.

    • Ich beobachte den Mist seit Jahren …
      Such dir ein Tool was JETZT funktioniert und warte nicht auf so jemanden wie Google der den Dienst mit einem Fingerschnipp wieder einstellt.

  6. Ich Mochte das alte, gute „Keep“. Inzwischen hat man es aber mit so viel Funktionen und Zeugs zugeballert, dass ich es eigentlich nicht mehr gerne nutze. Und es mir schlicht zu viele Bugs hat.

    Wenn man mehrere Benachrichtigungen hat, und eine aus der Statusleiste schiebt/löscht, oder öffnet, erscheint einfach eine andere Erinnerung wieder und wird doppelt, teilweise sogar dreifach angezeigt. Ein Fehler, der seit Jahren existiert, und Google offensichtlich nicht in der Lage und gewillt ist, das endlich zu beheben.

    Und dieses ganze durcheinander in der Ansicht. Früher waren die Notizen chronologisch geordnet, jetzt ist es ein wildes durcheinander und uralte Benachrichtigungen landen ganz oben, wenn eine Erinnerung eingestellt ist – sorry, aber nervt das wirklich nur mich? Oder bei wiederkehrenden Erinnerungen, z.B. täglich. Da wird, obwohl die Erinnerung täglich angezeigt wird, dann teilweise noch „gestern“ als Erinnerung angezeigt, obwohl die Erinnerung heute auch (wieder) erfolgt. Und auch hier: die Notiz landet penetrant oben.

    Google Tasks ist heute das für mich, was Keep früher war, eine simple Ablage von Notizen. Aber Notizen hat man für mich persönlich mit zu viel Funktionen kaputt gemacht. Und übersichtlich finde ich es auch nicht wirklich.

  7. Alles richtig in diesem Artikel! Ich finde Tasks hat durchaus Potential, aber vieles ist einfach völlig unausgereift. Im Google Kalender am Desktop hat Tasks ja mittlerweile die Erinnerungen ersetzt, aber in der mobilen App, im Assistent und in Keep gibt es die „alten“ Erinnerungen noch. Auch eine zurückgestellte Mails in Gmail erscheint nicht als Erinnerung (wie damals bei Inbox). Der Umgang mit Unteraufgaben nervt kolossal – wenn ich eine Hauptaufgabe auf einen Tag terminiere, erscheinen die Unteraufgaben zum Beispiel nicht an dem Tag, sondern als eigene Hauptaufgabe ohne Datum. Sehr unübersichtlich…

    Ich würde ja gerne mal bei einem Meeting des Tasks-Teams dabei sein. Wenn die selbst mit ihrem Produkt arbeiten, müssten denen doch die ganzen Unzulänglichkeiten auffallen. Und mit einem Blick auf die Konkurrenz müssten die doch merken, dass sie so aktuell keine Chance am Markt haben. Sehen die das nicht? Oder wollen/sollen die nicht?

  8. Da bei Google der Lebenszyklus oftmals 1-2 Jahre je Phase beträgt, mit Phase 1 Reifung bdim Nutzer, Phase 2 verwendbar und aktualisiert, Phase 3 noch da, aber nicht mehr weiterentwickelt, Phase 4 wird abgeachaltet, ziehe ich eigene Dinge vor. Als da wären Aufgaben als Teil des Mailproviders im Mailclienten oder auf Webspace oder auf der NAS. War es bei zuvir Owncloud mit Notizen teste ich gerade von Synology DS Notes, das hat sich ja ganz schön gemacht.

  9. Ja! Genau die in deinem Artikel genannten Punkte halten mich auch nach wie vor davon ab die Google App als Erinnerungsliste zu nutzen. Obwohl ich gerne als Nutzer der G-Suite diese nutzen würde… Beim aktuellen Zustand geht das aber mal gar nicht klar.

  10. Wie man seine Tasks einem US-amerikanischen Unternehmen anvertrauen kann, wird mir immer ein Rätsel bleiben. ‍♂️

    • Was soll denn das ach so böse US-Unternehmen damit anfangen, wenn du dir merkst den Müll raus zu stellen oder das Auto in die Werkstatt zu bringen? Die Planung einer Kriminalität sollte dann aber nicht nur US-Unternehmen interessieren.

      Man kann das Aluhut-tragen aber auch übertreiben.

  11. Wirklich großer Mist. Die alte Web-Oberfläche sah zwar nicht mehr gut aus, war aber für mich sehr gut nutzbar. Deutlich besser als die aktuelle Integration in Gmail oder den Kalender.

    Und die inoffizielle Tasks-App (zuletzt Version 1.5.3) ist auch aus dem Play Store verschwunden, ganz toll.

  12. Ich kann mit den Programmen wie Google Task einfach nicht anfreunden, irgendwie fehlt mir immer was.
    Ich probiere immer mal wieder aus, und lande doch wieder bei Papier und Bleistift.

  13. „Mich beschleicht das Gefühl als habe man das Team von Google+ und Google Hangouts damals abgezogen und auf Google Tasks angesetzt.“
    YMMD :-))))

  14. Ich weiß ernsthaft nicht was ich damit anfangen soll. Termine/Erinnerung kommen in den Kalender, und Notizen in Notizen. Was soll ich da mit noch einer App. Außerdem weiß man ja nie wann Google die nächste App begräbt, da halte ich es lieber simpel. Mail und Kalender wird hoffentlich immer da sein.

    • Aufgaben =/ Termine. Erwachsene Tools wie Todoist bieten zwar eine Kalenderintegration, aber hier sollte man klassischerweise schon sauber trennen.

    • Mal davon abgesehen das Google Tasks Müll ist ist eine App für Aufgaben sehr sinnvoll. Aufgaben können auch kein Datum/Termin haben. Aufgaben kann man auch in Gruppen zusammenfassen, Taggen, jemanden zuweisen …

  15. Daniel Gschößer says:

    Ich nutze eine Mischung aus Google Assistant, Calendar, Erinnerungen und Tasks. Grundsätzlich erstelle ich die Erinnerungen im Calendar auf der Android App oder am Desktopbrowser. Unterwegs (im Auto) erstelle ich die Erinnerungen über den Sprachbefehl am Handy mit „Hey Google, erstelle eine Erinnerung“. Danach importiere ich die Erinnerungen nach Tasks (lösche die Erinnerungen nicht, lasse sie stehen). So habe ich den Vorteil, dass ich zu Hause von den Google Assistant Lautsprechern erinnert werde (über die Erinnerungen) und die Uhrzeit erfassen kann, wann ich einen Task erledigt habe (über Tasks). Das Ganze hat zwar einen höheren Verwaltungsaufwand, habe mich jetzt daran bereits gewöhnt und kann so nachrecherchieren, wann ich was erledigt habe. Weiters habe zusätzlich die Sprachassistenz in Verwendung was mir sehr wichtig ist.

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