Google Suche soll aufwändige Reportagen würdigen

Google möchte in seinen Suchergebnissen Journalisten, die eigene Stories recherchieren und aufarbeiten, für ihre Arbeit stärker belohnen. Im Klartext will man Artikel besser würdigen, die eben nicht alles nur per Copy & Paste von anderen Seiten übernehmen, sondern mit viel Arbeit und eigener Recherche erstellt wurden. Das ist aber natürlich etwas, was sich schwer durch Algorithmen erfassen lässt – das weiß man auch bei Google.

Google hat jedoch nun in seinen Richtlinien und Rankings für die Suche getüftelt. Laut dem Unternehmen sei das Ergebnis, dass man innovative Artikel besser erkennen und letztendlich auch hervorheben könne. Auch sollen solche Artikel länger in den Suchergebnissen auf den vorderen Plätzen verbleiben. Als Folge sollen beispielsweise Originalquellen besser aufzufinden sein. Das käme also nicht nur euch als Lesern gelegen, sondern beispielsweise auch uns hier im Blog-Team. Denn es gibt durchaus Kollegen, die es mit den Quellverweisen leider nicht so genau nehmen.

Auch Google zeigt sich da selbstkritisch, da man in der Regel die neueste und ausführlichste Aufarbeitung eines Themas in den Suchergebnissen hervorhebe – das sei dann auch nicht immer die Ursprungsquelle. Durch Anpassungen an der Suche, die ab sofort international greifen, sollen aber eben jene Quellen nun besser und länger sichtbar bleiben. Parallel weist Google darauf hin, dass es keine allgemeingültige, unumstrittene Definition für „Original Reporting“ gebe, um das es hier gehe.

Tatsächlich kennen wir das ja auch: Meinetwegen gibt es einen Leak zu einem Bild – aber erst eine andere Website filtert dann bestimmte Details heraus und arbeitet sie auf. Wem ist dann die größere Bedeutung beizumessen? Der Site, welche die Bilder veröffentlicht hat, oder den Kollegen, welche sie ausführlich auf Details geprüft und daraus Schlussfolgerungen gezogen haben? Darüber kann man eben diskutieren.

Laut Google arbeite man nicht nur mit Algorithmen, sondern es gebe auch Mitarbeiter, welche Ratings vergeben, sodass jene helfen Content besser zu bewerten und auch die Automatismen auf lange Sicht zu verbessern. Man habe jene nun angewiesen Original-Geschichten die höchste Bewertung zu geben – „sehr hohe Qualität“. Das gilt natürlich nun nicht bei jedem Schmonz, sondern für Berichte, „die Informationen bereitstellen, die sonst nicht bekannt gewesen wären, hätte der Artikel sie nicht enthüllt.“ Damit will man würdigen, dass investigative Berichte viel Zeit und Aufwand benötigen.

Zudem sollen die Bewerter bei Google auch einfließen lassen, welchen Ruf ein Medium für seine exklusiven Geschichten hat. Platt gesprochen: Da dürfte dann wohl in Deutschland sicherlich ein Medium wie die FAZ besser wegkommen als die BILD. Seien wir einfach mal gespannt, ob wir die Auswirkungen im Alltag bemerken.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden.

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5 Kommentare

  1. Das ist echt positiv. Nur beängstigend, wie groß die Macht von Google und deren Vorgaben für den Algorithmus unsere Welt formen und verändern können.

  2. Das gefällt mir sehr gut. Wenn das richtig umgesetzt wird, sollten sich diese nervigen Clickbait Artikel ohne wirklichen Inhalt hoffentlich bald erledigt haben 🙂

  3. „Platt gesprochen: Da dürfte dann wohl in Deutschland sicherlich ein Medium wie die FAZ besser wegkommen als die BILD.“

    Bei Springer haben sie schon die Mistgabeln wieder ans Personal verteilt und die Fackeln ausgegeben, um das heiß und innig geliebte LSR zu schützen und zu stärken! Begründung stelle ich mir so vor: „Da bekommen wir ja nix von ab! Das geht so nicht!11elf!!!111!1“.

  4. Ich meine …was könnte schon schief gehen? 😉

  5. Wurde auch Zeit, momentan muss man immer „-warum -wie -was -wir -so -darum -unfassbar“ eingeben, damit nur echter Journalismus angezeigt wird.

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