Google Street View: Antrag auf Unkenntlichmachung ist online

Seit heute können Menschen, die ihr Haus nicht im Internet sehen wollen (bzw. nur verpixelt), die Unkenntlichmachung beantragen. Der Antrag auf Unkenntlichmachung in Google Street View fragt die Adresse ab und wie euer Haus beschaffen ist. Google fragt nach genaueren Infos, damit das zu verpixelnde Haus auch wirklich korrekt entfernt wird (oder ihr auf eine „spezielle Liste“ kommt ;)).

Neben der Anzahl der Stockwerke wird auch die Anzahl der Fenster, die Art des Daches und die Farbe des Hauses abgefragt. Hat man alle Schritte erfolgreich durchlaufen, wird man nach E-Mail-Adresse und Anschrift gefragt: per Post kommt ein Verifizierungscode zu euch, damit ihr nicht „aus Versehen“ das Haus des Nachbarn verpixeln lasst. Der logistische Aufwand muss phänomenal sein… – und wo finde ich Widerspruch gegen die anderen Dienste, die bereits seit langem Ähnliches praktizieren? GoogleSommerlochView!

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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130 Kommentare

  1. @Lukas .. wenn jemand ein Foto von meiner Familie macht und das ins Internet setzt, hat er gegen Deutsches Recht verstoßen weil ich als Person an dem Bild die Persönlichkeitsrechte halte.

    Und der Unterschied zwischen .. Es kann jeder vorbei laufen und es steht im Internet ist gewaltig. Für das eine muss man schon vor Ort sein und das machen vielleicht 1000 Leute im Jahr im Internet können es Milliarden sehen.

    Ich warte auf die Anwendung das ich höhere Krankenkassenbeiträge bezahlen muss weil irgendein Busch auf meinen Grundstück doch Gesundheitsschädigend sei.. Klingt heute absurd.. waren Fahrradhelme vor 20 Jahren aber auch.

  2. eine Gegenbetrachtung bzw. Gegenmeinung als Gastbeitrag auf dem Blog zu veröffentlichen

    Das setzt voraus, dass die Argumente des Gegenübers bekannt sind. So ist das witzlos.

  3. @Lukas
    Es gibt Sachen, die du darfst und es gibt Sachen, die du nicht darfst.
    Du darfst gerne an meinem Haus vorbeigehen, wenn es dir Spaßmacht, kannst du sogar ein Foto machen, wie ich bei der Gartenarbeit bin – ABER du darfst dieses Foto NICHT im Internet veröffentlichen. Es gibt in Deutschland – und nicht nur hier ne menge Gesetze. In diesem Fall ist das KunstUrhG (Gesetz betreffend das Urheberrecht an
    Werken der bildenden Künste und der
    Photographie) zuständig, genauer der §22 „Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich
    zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der
    Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Nach dem
    Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von 10 Jahren der Einwilligung der
    Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende
    Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein
    Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten.“

    Das weis auch google oder glaubst du die verpixeln freiwillig.

  4. Schön ausgeführt, aber das gilt für Personen, nicht für Häuser. Wir reden hier ausschließlich von Häusern.

  5. man kann einfach bei bing maps mit hilfe der birds eye view die farbe des hauses, die anzahl der stockwerke und die anzahl der fenster rausfinden und im prinzop jedes x-biliebige haus (zumindest in der großstadt) sperren lassen…google hat wohl seine konkurrenz nicht im sinn oder?!

  6. Schöner Text Tibor,
    gerade beim letzten Absatz konnte ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen.

    Ich lasse auch nichts verpixeln.

  7. Goolge soll ruhig kommen, vielleicht ist es gut fürs Geschäft ;-))

  8. @Kritiker der Kritiker:

    Wie wäre es einfach mal mit Toleranz? Kein Kritiker will euch verbieten, daß ihre eure Häuser online sehen könnt, warum müßt ihr aber den Kritikern Ignoranz, Dummheit und Paranoia vorwerfen? Das ist dermaßen intolerant und beleidigend eurer Verhalten. nur weil ihr nicht persönliche Ansichten verstehen könnt.
    Es gibt gute Gründe gegen Streetview. Nur weil euch die Gründe egal sind, müssen die Gründe schlecht sein. Ihr fahrt sicher auch Auto. Ich auch. Eigentlich sollte man es nicht, weil es die Umwelt verdreckt, dennoch machen wir es. Wäre es aber richtig die als dumm zu bezeichnen, die für sich beschlossen haben kein Auto mehr zu fahren? Sicher nicht. Ebenso ist es mit Streetview.
    Das einzige, was dazu zu sagen ist, ist das Widerspruchsverfahren Müll ist. Auf diese Weise entsteht eine Datenbank mit Adressen.

    @Willi:

    Leider darf man jedes Gebäude ablichten und veröffentlichen, sofern es von einem öffentlich zugänglichen Platz aus photographiert wurde. Strittig ist alleine die Frage, ob ein künstliche Erhöhung erlaubt ist, wie sie z.B. auf dem Auto von Google verwendet wird.

  9. @Conne: nee, geht nicht, denn der Bestätigungscode wird an die zu verpixelnde Adresse geschickt, also musst Du dort auch die Post abfangen. Viel Spass dabei.

  10. man kann einfach bei bing maps mit hilfe der birds eye view die farbe des hauses, die anzahl der stockwerke und die anzahl der fenster rausfinden und im prinzop jedes x-biliebige haus (zumindest in der großstadt) sperren lassen…google hat wohl seine konkurrenz nicht im sinn oder?!

    Das Ausfüllen des Formulars setzt nur den Verifizierungsprozess in Gang. Du bekommst anschließend Post mit einem Code drauf. Und erst dann wird verpixelt.

  11. @Josef: bei dir isses zu wünschen.

  12. @Fraggle: was sind denn die guten Gründe gegen Streetview? Das was von den meisten (nicht allen) Kritikern derzeig vorgebracht wird, zeugt leider meist nur von Unwissenheit und Paranoia und (besonders bei den Herrschaften Politikern) von Geltungssucht.

    Das ist meine Meinung und ich halte mich nicht für intolerant.

  13. FishyBrigand says:

    Schon seit einigen Tagen fühle ich mich im Zusammenhang mit der Berichterstattung über GSV mehr und mehr daran erinnert wie im vergangenen Herbst in ähnlicher weise über die Schweinegrippe berichtet wurde. Deutschland und seine Leitmedien scheinen sich dieses Themas dankbar angenommen zu haben und Zeitungsseiten und Sendeminuten zu füllen. Dabei verzichtet man gerne auf das wiedergeben von Fakten, sondern begnügt sich mit Stimmungsmache. So wie viele Bildleser wohl mittlerweile glauben dass GSV Livebilder ihrer Wohnung bzw. Hauses rund um die Uhr ins Internet streamen wird.

  14. @FishyBrigand: ein wahres wort. Stimme voll zu. Siehe auch http://www.bildblog.de/21374/die-schlechtesten-gruende-gegen-street-view/

  15. @Andreas:
    Der beste Grund ist der, daß sich jemand in seiner Privatssphäre gestört wird. ob das stimmt oder nicht ist irrelevant. Denn die Gegenfrage lautet, was hat die Allgemeinheit für Schaden, wenn mein Haus nicht gezeigt wird? Keinen. Du mußt Deine Argumentationsweise mal umdrehen. Warum sollte Dein Wunsch über dem des Kritikers stehen.

    Irgendwie konnte keiner die Bereicherung der Allgemeinheit an meinem Haus erklären, warum sollte ich also erklären, warum ich mein Haus nicht in Streetview sehen möchte?
    Mir ist neu, daß ich Gründe liefern muß, wenn etwas von mir nicht publik sein soll. Aber genau das verlangen die, die die Kritiker kritisieren.

  16. Typisch Deutschland…

  17. @Flashybrignad:
    Sicher ist, was Bild macht, falsch. Deine von Dir verlinkte Seite ist aber nicht besser. Sie macht das gleiche, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Ich muß aber gestehen, ich kennen keine Seite, die objektiv Pro und Contra dargestellt hat. Der Sensationsjournalismus ist zu weit verbreitet als das sich jemand anscheinend traut den Leser wirklich mal selber entscheiden zu lassen in dem alle Fakten gezeigt werden. Wenn Du so eine Seite kennst, die wäre es wert zu verlinken 🙂

  18. @Fraggle: ein Foto von Deinem Haus berührt nicht Deine Privatsphäre. Das hat ja das BGH bereits 1990 in einem Urteil zur „Panoramafreiheit“ bestätigt (siehe http://www.tibormaxam.de/2010/08/17/google-street-view-subjektiv-betrachtet/).

  19. FishyBrigand says:

    @Fraggle
    Die Fassade deines Hauses ist eben nicht Teil deiner Privatsphäre, sondern des öffentlichen Raumes. Und eine Hausfassade hat, anders als eine Person kein Recht am eigenen Bild, wie hier schon jemand meinte.

  20. Kampfschmuser says:

    Wer hier ist 3m groß? Niemand! Die Sicht aus 3m ist eine völlig Andere und man hat viel mehr Einblicke. In manchen asiatischen Ländern musste Google die Kamera tiefer hängen. Nicht ohne Grund.

    Wer von euch wohnt in einer schlechten Gegend? Macht ihn das direkt zum schlechten Menschen? Stell dir vor du arbeitest im Außendienst und musst Aufträge an Land ziehen um deine Familie zu ernähren. In Zukunft schaut der Kunde nach wo du wohnst um dich u.a. besser einschätzen zu können. Damit ist der Auftrag futsch. Herzlichen Glückwunsch. Und dafür gibt es viele Beispiele.

    Schaut mal über den Tellerrand und seht nicht euer Universum als das Einzige an.

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