Google Stadia: Google wird dem Dienst Zeit geben


Google Stadia wird nächsten Monat an den Start gehen. Nicht in vollem Umfang, aber man wird Googles Gamestreaming nutzen können. Google hat zur Vorstellung bereits verkündet, dass man große Pläne habe. Eigene Game Studios und vor allem soll Stadia Möglichkeiten bieten, die man bislang bei Games nicht hat. Denn die Hardware-Limitierung bei den einzelnen Nutzern existiert mit Stadia ja nicht mehr, Entwickler können Googles Hardware und er Cloud völlig ausreizen und es kommt trotzdem bei allen an.

So etwas stampft man natürlich nicht von heute auf morgen aus dem Boden, das weiß auch Google. Googles VP and Head of Stadia Games & Entertainment Jade Raymond hat sich in einem Interview mit Gameindustry.biz nun etwas genauer zu Googles Plänen mit Stadia geäußert, ohne dabei allerdings auch allzu konkret zu werden.

Google möchte demnach mehrere First-Party-Game-Studios auf die Beine stellen, das erste wird in Montreal eröffnet, quasi in Nachbarschaft zu Ubisoft und EA. Mit diesen Game Studios möchte Google Titel erschaffen, die in dieser Form eben nur mit Stadia möglich sind. Sei es im Bereich Multiplayer oder aber auch bei Physik-Engines, die in Spielen genutzt werden.

Außerdem möchte man diese First-Party-Titel auch dazu nutzen, um die Möglichkeiten von AI in Games zu demonstrieren. Zum Beispiel in dem NPCs in Games nicht einfach bei jedem ihre Aufgaben wiederholen, sondern das Ganze via Google Duplex zu einem echten Gespräch wird. Aber auch die YouTube-Integration sieht Jade Raymond als großen Pluspunkt für Stadia. So könnte man zum Beispiel in einer Doku über Videospiele eben jene tatsächlich spielbar machen.

Nun ist es so, dass Stadia nächsten Monat startet und Google jetzt erst so langsam die First-Party-Game-Studios ans Laufen bringt. Schaut man sich Entwicklungszeiten an, wird man schnell feststellen, dass das nicht zusammenpasst. Auch das weiß Google natürlich und legt Stadia deshalb auch langfristig an. Über Jahre soll das System gedeihen. Zu Beginn wird es hauptsächlich Games von Drittanbietern geben, eventuell mit kleinen Extras, die exklusiv mit Stadia möglich sind. Danach werden dann Second-Party-Studios folgen, die schon mehr auf Stadia speziell zugeschnitten sind. Und dann eben die Google-eigenen Produktionen. Mehrere pro Jahr werden in Aussicht gestellt, man wird keine 4 Jahre auf einen Titel warten müssen.

Auch geht man mit Stadia verschiedene Wege, setzt eben auf unterschiedliche Ziele, die man auch zeitlich unterschiedlich verfolgt. Spannend ist hier natürlich, dass Google Stadia anscheinend von vornherein viel Zeit geben möchte. Man kann als Google-Nutzer durchaus skeptisch sein, wie lange Google an etwas festhält, zu oft haben wir schon gesehen, dass Google Projekte einfach wieder einstampft. Da Stadia aber direkt langfristig angelegt ist und sich die Technologie dahinter in den nächsten Jahren ja auch weiter entwickeln wird, kann das durchaus etwas werden.

Was Google dabei allerdings nicht aus den Augen verlieren darf: Solche Games zu kreieren, die die Nutzer auch spielen wollen. Gesucht wird quasi das nächste Fortnite und das dürfte gar nicht so einfach werden.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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17 Kommentare

  1. phrasemongerism says:

    Und wenn sie ihm Zeit gegeben haben werden sie ihn wie jeden anderen Google Dienst außer ein paar wenige erfolgreiche genauso schnell wieder einstampfen wie sie ihm aus dem Boden gestampft haben.

    • Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, wieso Google das macht. Mittlerweile bekomme ich echt Bauchschmerzen, bei Google was längerfristig nutzen zu wollen, weil alles urplötzlich wieder verschwinden kann. Ich verstehe ja, wenn nicht alle Dienste immer bestehen aber so viel, wie Google einstampft, ist echt krass.

      Ich habe damals auch kein Google Home, sondern Alexa gekauft, weil ich bei Google Home immer im Hinterkopf hätte, dass das jederzeit wertlose Hardware sein könnte.

    • Oh wie treffend!

  2. Wer ist Nadia? 🙂

  3. Das schau ich mir erstmal in Ruhe als Zuschauer an. Ich geb doch kein Geld für Spiele und Hardware aus, wenn das ganze dann am Ende doch wieder eingestampft wird oder nicht wie erhofft funktioniert.

  4. Wieso sollte ein Weltkonzern wie Google mit Zillionen $ im Rücken NICHT sofort die First Party Studios engagieren? Ich würde hier sofort ein fertiges, perfektes Produkt erwarten. Was spricht dagegen? Außerdem ist die Hardware immer noch viel zu teuer (anderes Thema)

  5. Ist das Konzept immer noch auf Abo ausgelegt? Meine, das war ja so gedacht.
    Schöner fände ich es, könnte man die Plattform als Shop quasi gratis nutzen und müsste die Spiele einzeln mieten oder könnte sie gar kaufen. Ähnlich wie bei Steam. Konto anlegen, schauen was es so gibt und bei Bedarf eben der eigenen Bibliothek hinzufügen und spielen.
    Alternativ kann man die Preise fürs reine Streaming nach Auflösung, Tonqualität oder nach Anzahl der verbundenen Geräte und/oder deren Größe staffeln. So ein Konstrukt kostet schließlich schon Geld. Dann wäre ich evtl. auch dabei, weil ich dann ggf. die teuren Grafikkarten im Rechner weglassen kann. Macht eben schon einen Unterschied, ob ich 250,- oder >500,-€ für eine Grafikkarte ausgebe, oder evtl. gar nichts. Und statt eines Abos dann eben mal ein paar Euro für gelegentliches Spielen ausgebe. Ein Abo schließe ich dafür nicht ab.

      • Höhö! Ja siehste! Danke dir! Alles, was ansatzweise mit Abo zutun hat, landet auf meiner Interessen-Skala bei maximal 8. Die Skala geht von 1 bis 10. Zehn ist uninteressant. Daher auch nicht nach Informationen gesucht. 🙂
        Dann rangiert das Thema Stadia jetzt auf 7 und kann sich nächstes Jahr mal zu Gemüte geführt werden, wenn das schon eine Weile läuft.

    • Das ist genau das Konzept von Stadia. Zum early access launch für vorbesteller im November gibt es das ps+ ähnliche abomodell (4k60 und 5.1 sound möglich und ca. 1 spiel pro monat für die Dauer des abos) und zum normalen launch nächstes jahr gibt es auch eine kostenlose Option (1080p60 und stereo). Ein gamepassähnliches abo ist es nicht, Spiele müssen gekauft werden.
      Allerdings können publisher ihre spieleabos auch für Stadia veröffentlichen (uplay+ macht das z. B.)

  6. Kann denen einer mal sagen das die da Star Citizen einbauen sollen. Dann funktioniert das vielleicht auch =)

  7. Naja, dann läuft der Dienst immerhin 3 Jahre. Bei dem Hardwarepreis lohnt das ja fast

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