Google soll in Frankreich 100 Mio. Euro Strafe wegen Verletzung des Datenschutzes zahlen

Die Commission nationale de l’informatique et des libertés (CNIL) in Frankreich hat zwei Strafen gegen Google verhängt, die zusammen eine Summe von 100 Mio. US-Dollar ergeben. 60 Mio. Euro soll Google LLC zahlen, während Google Ireland Limited wiederum 40 Mio. Euro abdrücken soll. Ursache seien Verstöße gegen geltendes Datenschutzrecht.

In Frankreich ist die CNIL dafür verantwortlich Verstöße gegen den Datenschutz zu sanktionieren. Dieses Mal war der Stein des Anstoßes, dass Google französischen Nutzern seiner Suchmaschine (google.fr) Werbe-Cookies unterjubelte, ohne die Nutzer vorab um Erlaubnis zu bitten und transparente Informationen dazu zu übermitteln. Genau so eine Erlaubnis müsse aber eingeholt werden.

Google habe zwar am unteren Rand der Website einen Banner angezeigt, der einen „Privacy Reminder“ enthalten habe, jener habe aber keinerlei Informationen zu den Cookies enthalten, die zu dem Zeitpunkt bereits auf dem Rechner der Nutzer gelandet seien. Selbst wenn die Informationen abgerufen wurden und ein Nutzer über den Banner die personalisierte Werbung deaktivierte, verblieb ein Werbe-Cookie dennoch auf dem Computer und sammelte auch weiterhin Daten.

Google habe damit gegen den Artikel 82 des French Data Protection Act verstoßen. Erst im September 2020 habe Google diese Praxis auf google.fr eingestellt. Zuvor dürften signifikante Werbeeinnahmen erwirtschaftet worden sein. Selbst ein neuer Banner, der Transparenz schaffen solle, kläre aber nicht über die Cookies auf und informiere auch nicht über Möglichkeiten sie abzulehnen. Neben der erwähnten Strafe solle Google also auch in Zukunft deutlich über die eingesetzten Cookies informieren.

Drei Monate habe Google nun dafür Zeit. Sonst drohen für jeden Tag der Verzögerung Strafen von 100.000 Euro pro Tag.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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6 Kommentare

  1. 100 Mio….das ist N I X….besser wären hier 100 Mrd. damit es mal weh tut.

    • Google LLC (aka Google-USA) wird ihnen was husten – einzig Google Ireland Limited könnte belangt werden und das hat keine Milliarden Euros. Frankreich sollte sich nicht wundern, wenn in Kürze kein google.fr mehr vorhanden wäre und die franz.-sprachige Variante auf die kanadische Seite verweist.
      Denn so groß sind die Werbeeinnahmen in Frankreich nicht (sonst hätte CNIL viel mehr verlangen können)

  2. Apple wird ja fast aus dem selben Grund von Noyb verklagt. Beim iPhone wird eine Werbe ID beim Einrichten erstellt, bevor der Nutzer überhaupt gesagt hat, dass er personalisierte Werbung nutzen möchte.

    Wenn es gegen EU Rechte verstößt, muss man es wohl ändern.
    Ich fürchte nur, das all dies dazu führt dass man in Zukunft nichts mehr machen kann ohne einen Haufen Banner weg klicken zu müssen.
    Das Zeug nervt einfach nur.

    • Diese Zukunft haben wir doch schon längst. Du kannst doch heute keine Webseite mehr öffnen, ohne dass irgendwo ein Banner mit Hinweisen auf Cookies o.ä. auftaucht.

  3. Hallo Chris R., und genau dadurch ist dann der Sinn dieser Datenschutzverordnungen hinfällig: da es jeden und jede nervt , klicken alle einfach auf OK … wenigstens in den meisten Fällen oder selbst, wenn man es sich erst mal anders vornimmt irgendwann doch … also alles sinnfrei so wie es ausgestaltet wurde. Warum nicht einfach das Verbot der Weitergabe von Informationen an Dritte . Dann eben wie im normalen Radio oder auf der Plakatwand Werbung , die nicht personalisiert ist – damit kann man auch Geld verdienen. Die Werbung muß man ertragen wenn man kostenlos Dienste nutzen möchte , nicht aber die Verwergung personenbezogener Daten. Ich erlaube ja RTL & Co . ja auch nicht an meinem TV einen Registrator anzubauen welche Sendungen ich gucke oder nicht . Warum dürfen Google und Co dinge tun um sich zu refinanzieren die RTL & Co. nicht dürfen ?

  4. Alle möglichen Staaten bitten die großen Konzerne bei Fehltritten zur Kasse.

    Ausser in Deutschland zahlt man keine strafen. Oder lächerlich niedrige.

    Wir bestrafen dann nur unsere eigenen Unternehmen. Oder unsere eigenen besten Manager. Und nicht die ausländischen.

    Sehe nicht nur ich den Fehler?

    Das ist doch eigentlich ne Grundregel aus dem Tourismus. Die jeder kennen sollte. Fremde kassiert man immer doppelt und dreifach ab. Aber nicht die eigenen Leute.

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