Google: Retpoline schützt Cloud-Anwendungen vor „Spectre Variant 2“ ohne Leistungsverlust

Spectre und Meltdown haben in den letzten Wochen für Aufsehen gesorgt. So ziemlich jede CPU ist angreifbar, die entsprechende Lücke alles andere als einfach zu stopfen. Ein halbes Jahr haben sich Entwickler verschiedener Unternehmen mit dem Problem beschäftigt, bevor es dann veröffentlicht wurde. Wie groß das Problem ist, zeigt sich alleine schon daran, dass den Entwicklern mehr als 90 Tage zeit gegeben wurde, bevor Informationen zu Spectre und Meltdown veröffentlicht wurden.

Für Spectre Variant 1 und Meltdown gab es bereits Updates, Sorgen macht aber weiterhin Spectre Variant 2. Diese Lücke lässt sich zwar patchen, jedoch geht dies in der Regel mit einem Leistungsverlust einher. Von bis zu 30 Prozent war die Rede, Google scheint nun aber einen Weg gefunden zu haben, die Lücke zu stopfen und trotzdem weiterhin die volle Leistung zur Verfügung zu haben.

Das ist für den Privatanwender vielleicht nicht ganz so interessant, aber man muss nur einmal an die ganzen Cloudanwendungen denken. Da macht sich jedes Fünkchen mehr oder weniger Leistung bemerkbar. Bei Google ist es sogar so, dass die Nutzung bestimmter Anwendungen auch Auswirkungen auf die Leistung anderer Anwendungen haben kann.

Aber auch für dieses Problem hat man nun offenbar eine Lösung gefunden, Retpoline wurde sie von Google getauft. So konnten bereits im Dezember alle Google-Produkte gegen alle Spectre-Varianten abgesichert werden, ohne dabei spürbare Leistungseinbußen zu erfahren. Google ist der Meinung, dass Reptoline der bisher beste Ansatz ist, er kann nun von anderen ebenfalls eingesetzt werden.

Wer sich für die technischen Details interessiert, der sollte sich Googles Blogpost zu Retpoline durchlesen oder gleich in die Details einsteigen. Auf jeden Fall schon interessant zu sehen, wie aus einem „das kann nicht gepatcht werden“ ein „wir patchen das ohne Leistungsverlust“ werden kann. Auch wenn es in diesem Fall vielleicht ein bisschen länger gedauert hat und das nicht heißt, dass nun plötzlich alle Spectre-Probleme verschwunden sind.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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3 Kommentare

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  2. Der Leistungsverlust bei Cloud-Anwendungen ist doch dem Anwender herzlich egal, das trifft den Cloud-Anbieter, der die vereinbarten SLAs einhalten muss. Endlich mal ein ein Vorteil für Cloud-Benutzer, das ist selten.

  3. waren die 30% verlust nicht iirc eher das problem bei Meltdown? oder etwa auch noch bei spectre 2?

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