Google+: Pseudonyme und Google Apps-Nutzung

Gleich zwei mehr oder weniger wichtige Neuerungen könnten Einzug halten in Google+. Auf dem Web 2.0 Summit (einer Konferenz) kam zu Sprache, dass zum einen der Zugang für Benutzer der Google Apps-Variante bald möglich sein wird, zum anderen gab es Aussagen, dass man die Klarnamendiskussion damit beenden wolle, dass Pseudonyme erlaubt sind – besser gesagt wurde von „anderen Identitätsformen“ gesprochen. Das wird natürlich Diskussionen aufwerfen.

Wird man tatsächlich jedem, der anonym agieren will, die Tür öffnen? Ich denke, dass die, die Pseudonyme aus Angst vor Verfolgung, Repressalien & Co nutzen, in einer verschwindend geringen Minderheit sind – der Großteil wird ein Haufen Trolle oder Spammer sein. Bin gespannt wie Google das lösen will – denn woher will man wissen, was ein Pseudonym ist, was nicht? Ich für meinen Teil glaube nicht, dass die völlige Massen-Anonymität bei Google+ kommen wird, dies wäre wahrscheinlich das Ende der dort momentan herrschenden Gesprächskultur, die mir ausserordentlich gefällt. Und ihr so? Pro oder Contra Klarnamen in sozialen Netzwerken? Letztendlich könnte es egal sein. Kommentiert und postet WildeMaus80 immer gut & gesittet und interessanten Kram, dann werfe ich sie in meine Kreise, kommt ein Hans Meier daher daher und schreibt nur Bullshit, dann muss er eben draußen bleiben. Mich findet man übrigens hier bei Google+.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

20 Kommentare

  1. Ich denke eher mit „andere Identitätsformen“ sind andere arten von Personen gemeint, sprich Firmen, Bands usw. Die haben bisher ja kein Zuhause bei Google+, weil es das Fanseiten-Äquivalent zu Facebook noch nicht gibt. Dass die Klarnamenpflicht aufgehoben wird, glaube ich nach dem ganzen Brimbamborium nicht mehr.

  2. Google Profile (als Grundlage für G+ und diverse andere Dienste) wird schon seit Jahren für die Apps-Nutzer versprochen. Das glaube ich erst, wenn es wirklich da ist.

  3. Werde es auch intensiver nutzen, wenn endlich die Apps-Konten unterstützt werden.

  4. Die Sache mit den Pseudonymen ist auf jeden Fall sinnvoll, schließlich wird da auch viel Potential verschenkt. Ich denke Google wird es ähnlich wie Facebook so handhaben, dass es möglich sein wird für Unternehmen und Webseiten eine Art Fanpage einzurichten. Ich glaube nicht, dass sich jeder einfach so ein Pseudonym zulegen kann, dass würde, wie Du bereits erwähnt hast, die gute Gesprächskultur bei Google+ beeinträchtigen wenn nicht sogar zerstören. Der nächste Schritt dürfte dann die Integration von Werbeanzeigen sein… 😉

  5. Pseudonyme gibt es schon jetzt und wird es immer geben , nicht jeder Herr/Frau „Müller, Maier, Schmidt “ heißen auch im echten Leben so. Zudem gibt es ein Recht auf Anonymität, Twitter schaden Pseudonyme auch nicht.

  6. Die Apps-Nutzer blieben sehr lange außen vor. Vor ein paar Monaten wollte ich Google+ unbedingt nutzen, aber mein Enthusiasmus ist weg. Wenn es für mich als Apps-Nutzer verfügbar ist, schau ich es mir aber trotzdem offen an.

  7. OMG, sind wir hier bei einem CDU-Blog, wo das Internet als Hort des Bösen gesehen wird?

    Im Ernst: „diese Pseudonyme zerstören die Gesprächskultur“ finde ich unsinnig. Genau wie der Zwang zur Authentifizierung. Überlegen wir doch mal wie das im RL seit Jahrhunderten funktioniert. Da stellt man sich auch nicht bei jedem Gespräch in einer Taverne oder auf der Strasse mit vollem Namen vor und nennt gar auch noch Geburtsdatum und Adresse. Wenn man aber mit jemanden näheren Kontakt pflegt oder gar befreundet ist, ändert sich das womöglich. Am Ende muss man sich im Web, wie auch im RL, halt die Mühe machen zu selektieren. Es gibt immer Idioten und nette Menschen. Und dass man einen Menschen mit Namen kennt oder gar, weiss, wo er wohnt, macht ihn noch lange nicht zu einem netten Menschen, mit dem man gerne Umgang pflegt.

    Übrigens stimme ich Mika B. zu, wer will kann sich (fast) immer anonym bewegen und einen Hans Müller kann man auch nicht zur besseren Unterscheidung und zum Wiederfinden bei Google in Waschloliwski Yakamutimo Mulugli umbenennen, oder?

  8. „Heise News-Meldung vom 18.10.2011 14:48

    Jeder zweite Personaler informiert sich über Bewerber im Internet“

    Ist damit die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Möglichkeit von Anonymität im Internet (und somit auch sozialen Netzwerken) endgültig beantwortet?

  9. Ich stelle mir das eher so vor, dass man dann sein Pseudonym verifizieren lassen muss… d.h. Der Carsten muss durch stadt-bremerhaven.de oder so beweisen, dass er allgemein unter „caschy“ bekannt ist, um sein Profil aufs Pseudonym zu schalten…

    Werde ich bei mir sobald wie möglich auch machen… Das Profil war nie für mich persönlich gedacht… Es sollte ja immer eins für paradonym.de sein… – Bis dahin :p http://www.gplus.to/paradonym 😀

  10. Ich wünschte mir Pseudonyme. Und ja, ich glaube auch dass die Gesprächskultur ganz maßgeblich an den (überwiegend…) echten Namen liegt.

    Aber das ließe sich lösen: Jeder muss sich mit Klarnamen anmelden. Sein Klarname ist aber nur jedem ersichtlich, der in seinen erweiterten Kreisen ist bzw. der denjenigen, bei dem kommentiert wird, in seinen Kreisen hat.

    Hieße:
    Mein Name ist mir und meinen Freunden ersichtlich. Wenn ich bei Caschy etwas kommentiere, dann kann auch er meinen Namen sehen. Und, darauf könnte man aber auch verzichten und das wäre vielleicht auch besser, andere die dort kommentieren sehen auch meinen Namen. Aber NICHT jedermann, der meinen Namen bei Google sucht!

    Die einzige Stelle, wo mich der Klarnamenzwang tierisch nervt, ist, dass Kommentare unter jedem (sinnvollerweise) öffentlich geschalteten Beitrag jedermann ersichtlich sind. Wer sich aber nicht in G+ mit Echtnamen anmeldet, der sollte auch keine Echtnamen zu Gesicht bekommen. Punkt.

  11. Wen stören denn die Trolle wenn sie nicht in meinen Kreisen sind. Auf Twitter folge ich auch nicht allen. Kann und sollte man alles selbst entscheiden dürfen. WildeMaus80 würde ich auch einkreisen. Mal sehen wie lange es dauert, bis es sie wirklich gibt. 😉

  12. @fritz: Du propagierst damit, Spuren im Internet seien per se schlecht.

    Was sagst du dazu:

    Personaler informieren sich. Und sie finden zum Beispiel viel gutes im Internet über einen. Sie stellen die Person ein.

    Oder: Sie suchen im Internet. Über den einen jungen Bewerber finden sie ein paar Party-Fotos, nichts krasses nur halt mit einer Bierflasche in der Handy auf einem Geburtstag. Über den anderen finden sie nichts. Gar nichts.
    Ich halte es für ein Gerücht, dass ein GUTER Personaler bei dem, über den er nichts gefunden hat, gleich denkt: boah, weiße Weste. Nicht automatisch jedenfalls. Abgesehen davon, dass Leute ohne eigenes Leben wenig erstrebenswerte Mitarbeiter sind – BurnOut vorporgrammiert.

    Nein, Saufbilder sollten nicht sein. Aber das kann man ja verhindern, indem man sich benimmt 😉 Und eine Firma, die mich nicht nehmen will, weil ich auf irgendeinem Foto irgendwie mal gefeiert habe, zu so einer will ich ganz ehrlich auch nicht. Was sind das für kranke Leute mit kranken Vorstellungen?

    Über mich gibt es einige Bilder. Keine „Saufbilder“, keine „Gelage“. Es gibt einzelne Bilder, die manche Leute schon „abgeschreckt“ haben: Wehrdienstzeit, in Uniform etwa. Oder solche, woraus man Partei- oder Vereinszugehörigkeit ablesen kann. Aber ich verstelle und verleugne mich doch nicht ein Leben lang, nur weil Intollerante es so wollen?

    Ein Schalker-Fan würde womöglich Caschy niemals einstellen. So what? In Gelsenkirchen will der eh nicht arbeiten, vermute ich… 😉

    Hört doch mal auf mit dieser Angst vor Netzidentität! Kontrolliert sie lieber, als sie zu vernichten zu suchen.

  13. @ JSG: „Nein, Saufbilder sollten nicht sein. Aber das kann man ja verhindern, indem man sich benimmt“

    Genau darum geht es: ich will nicht mein Verhalten ändern müssen, weil ich unter Beobachtung bin. Ich will auch im Netz Dinge tun können, die andere, vielleicht gar die Mehrheit, ablehnen ohne Konsequenzen zu tragen, die ich nicht abschätzen kann. Wenn ich im RL in den Puff gehe, muss ich damit rechnen, dass mich jemand dabei sieht aber ich muss nicht damit leben, dass es jemand aufzeichnet und zeitlich unbegrenz ans schwarze Brett hängt.

    Und was Du völlig ausblendest, ist die Möglichkeit, dass jemand z. B. Partei- oder Vereinstätigkeit ganz anders interpretiert und gewichtet als vielleicht Du. Vielleicht bist Du ja ein Mensch, den ich für einen untypischen Vermieter, Schützen oder Bänker halte, also gar sympathisch fände?

    Und warum schreibst Du in Deinem Blog nicht mehr über Dich als „Der Autor Ist Homo sapiens. Über zwei Jahrzehnte alt. Hat ein Y-Chromoson. Und studiert. An der ältesten Universität Deutschlands.“? Und wo ist das Impressum?

    Informationelle Selbstbestimmung ist nicht umsonst in Deutschland ein vom Bundesverfassungsgerichts bestätigtes Datenschutz-Grundrecht. Man sollte darauf bestehen und dafür kämpfen.

  14. Auch Klarnamen sind eigentlich Pseudonyme, solange keine Anschrift, Alter oder andere eindeutige Identifizierbarkeit angezeigt wird und wer möchte schon so etwas?
    Wie der besagte “ Hans Müller “ auch wenn der Name „Echt“ ist, ist der in Deutschland doch eher ein Pseudonyme wie ein Blick in ein Telefonbuch beweist.
    Zudem kommen mit der Klarnamenpflicht auch durchaus andere Probleme, wer sagt das es auf der Welt zb. nicht mehrere „Carsten Knobloch’s“ , Müller, Maier ect. gibt, die unter ihren Namen einen Techblog unter G+ betreiben wollen ?
    Wem gehört dann der Name (der dann zwangsläufig auch „Markenname“ ist) ein Blog oder das Google+ Profil?

  15. Angela Merkel says:

    Die Nutzung von Pseudonymen oder falschen Namen ist absolut inakzeptabel und ich persönlich werde mich in der nächsten Legislaturperiode dafür stark machen, dass man Spammern und ähnlichem Gesindel den Strom abstellt, wenn die sowas Schlimmes machen! Jawohl!

  16. Ich hab mal, zum Test, ein G+-Account angelegt und es wurde wegen meines falschen Namens nicht gemeckert. (So ohne Freunde dort scheint mir ein test aber nicht ganz priduktiv zu werden*g*)

    Eigentlich möchte ich ja sogar unter meinem echten Namen bei G+/FB sein, ABER nicht in lesbarer Form. Was bei Studi ja eigentlich zum Teil nervt, nämlich dass mann die wildesten Sonderzeichen in seinem Namen verwenden kann, ist für mich die beste Lösung. Zwar artet das so aus, das viele nur noch Sternchen und Herzchen in ihrem Namen haben, das ist die Kehrseite.
    Ich konnte dort aber meinen Namen mit Sonderzeichen so schreiben, dass er wiederrum für Menschen lesbar ist, ein Captcha sozusagen;)))
    Das er füllt meine 2 Bedingungen: Jeder, der mich kennt, soll mich finden, die anderen nicht…

  17. Die Gründe keinen Klarnamen zu verwenden sind mannigfaltig, viele wurden ja schon angemerkt. Aber den Fokus nur auf Pseudonym oder Alias zu legen scheint mir zu einfach; unter den Tisch fällt hier ganz klar der ‚Spitzname‘. Da ich persönlich einige ‚Identitätsfragmente‘ im E-Sport (schon zu Zeiten, wo es noch keine großen Preisgelder oder Sponsoren gab) benutz(t)e , will ich als Beispiel ebenfalls einen Spieler darbieten: Stefan ‚Effe / Tiger‘ Effenberg. Seinen Klarnamen zu rufen dauert – ein kurzes ‚Effe‘ hingeegen ist eindeutig zuzuordnen – der Tiger aber ist doch schon weit von der ‚Biometrik‘ entfernt und recht symbolisch. Da Herr Effenberg einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat, wird keiner seiner Spitznamen angeprangert werden und es wird auch problemlos ’nur‘ der Spitzname verwendet. Warum sollte es also nicht möglich sein, dass auch weniger ‚bekannte‘ Menschen ihre ‚Spitznamen‘ in sozialen Netzwerken benutzen? Denn meist wollen sie sich ja mit Gleichgesinnten ’sozialisieren‘, die sie früher oder später eh beim Spitznamen nennen.

  18. Im Rahmen des Web 2.0 Summits kündigte Gundotra an, dass „die Unterstützung von Pseudonymen in Zukunft“ geplant ist. Auch Spitznamen und „andere Formen der Identifizierung“ werden künftig bei Google+ erlaubt sein.

    Da haben die Verfechter des Klarnamenzwangs wohl verloren …. gut so.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.