Google Play Store: Sicherheit soll in den kommenden Jahren Schritt für Schritt erhöht werden

So offen das System Android auch ist, so schnell landen auf entsprechenden Geräten auch mit Schadsoftware infizierte Apps. Leider passiert das nicht nur durch den Sideload über APKs, sondern auch immer mal wieder ganz offiziell über den Play Store. Google arbeitet hart gegen solche Apps an und nennt nun in einem neuen Blogbeitrag drei kommende Änderungen für den Store und die darin angebotenen Apps, die in den nächsten Jahren nach und nach in Kraft treten sollen.

Im Detail nennt Google folgende Schritte:

Ab der zweiten Jahreshälfte 2018 müssen neue Apps und App-Updates ein bestimmtes Android API-Level ansprechen, um weiterhin im Store zugelassen zu werden. Ab August 2018 müssen neue Apps demnach mindestens API-Level 26 (eingeführt mit Android 8.0) unterstützen. Ab November 2018 weitet sich diese Anforderung auch auf App-Updates existierender Apps aus. Ab 2019 sollen die Anforderungen dann regelmäßig aktualisiert werden. Neue Apps und Updates müssen dann innerhalb eines Jahres nach einem neuen Android-Release die entsprechend vorausgesetzten API-Level unterstützen.

Des Weiteren wird der Play Store ab August 2019 um eine weitere Anforderung erweitert. Ab dann müssen alle Apps und Updates, die auf native Bibliotheken setzen parallel zu ihren 32 Bit-Versionen auch eine 64 Bit-Variante anbieten. Das kann entweder direkt in der APK passieren oder aber über eine zusätzliche App-Version. Diese Anforderung basiert auf der Tatsache, dass immer weniger Geräte in der Zukunft auf die oft leistungsschwächeren 32 Bit-Versionen, sondern vielmehr auf 64 Bit-Only-Architektur setzen werden.

Als dritten Ansatz nennt Google die Lösung, APKs von Apps um ein paar spezielle Meta-Daten zu erweitern, um damit für den Nutzer garantieren zu können, dass die App über Google Play-Dienste bezogen worden ist. Diese Änderung soll bereits ab Frühjahr 2018 umgesetzt werden. App-Entwickler müssen laut Google hier in keiner Weise tätig werden. Google werde die maximal zulässige APK-Größe um die für die Meta-Daten nötige Menge erhöhen.

Die Änderungen betreffen also größtenteils vor allem die einzelnen App-Entwickler. Für den Endverbraucher kommt durch die Bemühungen seitens Google am Ende hoffentlich ein sichereres Erlebnis im Umgang mit dem Play Store heraus. Bisher war der Aufschrei doch meist ein großer, wenn eine vermeintlich sichere App aus dem offiziellen Store am Ende mit Malware oder ähnlichem Schadcode verseucht gewesen ist.

(via Android Dev Blog)

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Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

5 Kommentare

  1. > Ab August 2018 müssen neue Apps demnach mindestens API-Level 26 (eingeführt mit
    > Android 8.0) unterstützen. Ab November 2018 weitet sich diese Anforderung auch auf
    > App-Updates existierender Apps aus.

    Bedeutet dies, das über kurz oder lang die App für Versionen wie Kitkat oder Lollipop weniger werden bzw. gar nicht mehr verfügbar sind? Kitkat nutzt ja API 19, 20 bzw. Lollipop 21, 22

  2. Das mit der Mindest-Unterstützung mag am Anfang leicht falsch interpretiert werden. Gemeint ist damit nicht die niedrigste Android-Version, auf der die App dann laufen kann, sondern die Einstellung, auf Basis welcher Version die App kompiliert wurde. Alles andere kann sich Google eigentlich nicht leisten, denn dann müssten sich ja auch Android-Nutzer jedes Jahr ein neues Gerät kaufen, um überhaupt Apps aus dem Play Store installieren zu können. Denn wie wird der Anteil von Oreo im November 2018 aussehen? Bestimmt jenseits der 50%.

  3. Nutzer werden endlich nicht mehr mit Android 2.3 auskommen, wenn sie die neuesten Apps herunterladen wollen. Fragmentierung vs neues Smartphone.

  4. Wenn die Apps für eine höhere Androidversion Kompiliert werden, kann es dann passieren, dass Apps mit einer niedrigeren Betriebssystemversion Probleme haben können oder nicht mehr alle Features nutzen können? Das würde doch erstmal zu einem ziemlich starken Absacken in der Appqualität führen oder interpretiere ich das jetzt falsch?

  5. @jlelse „nicht die niedrigste Android-Version, auf der die App dann laufen kann, sondern die Einstellung, auf Basis welcher Version die App kompiliert wurde“

    Ich frag mich da, wie schon andere, ob das nicht Beschränkungen für die App Nutzer älterer OS Versionen bedeutet. Für mich liest sich das wie geplante Obsoleszenz (keine App Updates mehr), sobald der Gerätehersteller das OS ein Jahr nicht mehr aktualisiert hat.

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