Google Play Services 6.1 bietet zahlreiche versteckte Neuerungen

Die Google Play Services werden seit kurzer Zeit verteilt. Wie so oft verstecken sich auch Hinweise auf mögliche kommende Features, die noch nicht ganz fertig sind. Android Police hat die APK der Google Play Services 6.1 einmal genauer untersucht und einige interessante Features entdeckt. Eine Garantie, dass diese Features auch tatsächlich in das System einfließen gibt es freilich nicht, die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr hoch, meist ist es nur eine Frage der Zeit.

Google Office

Autorisierung
Bereits im Februar tauchten erstmals Anzeichen für neue Autorisierungs-Mechanismen in den Google Play Services auf. Diese wurden über die letzten Monate erweitert, sodass es nun ein etwas klareres Bild von der Geschichte gibt. Die Autorisierungs-Methode soll die Einrichtung eines neuen Gerätes erleichtern, während sie gleichzeitig einen besseren Schutz bietet, da über ein anderes gerät bestätigt werden muss.

Easy Unlock
Dieses Feature wurde von Google auf der I/O schon gezeigt. Befindet man sich in der Nähe eines Chrome OS-Geräts, kann dieses automatisch entsperrt werden. Gleiches gilt für die Kombination Smartwatch und Smartphone. Trägt man eine Smartwatch, muss man sein Smartphone nicht entsperren, solange es eine Verbindung zur Smartwatch hat. Der Grundstein für diese Funktion wurde in Google Play Services 6.1 nun gelegt, unter Chrome OS sind entsprechende Codezeilen bereits länger vorhanden. Nutzbar sollen übrigens auch normale NFC-Tags sein, generell wird von autorisierten Geräten gesprochen.

Backup zu Google Drive
Will man unter Android ein vollständiges Backup machen, ist man fast gezwungen, sein Gerät zu rooten und auf ein Backup-Tool zu setzen. Das könnte sich bald ändern, Google plant anscheinend ein Komplett-Backup zu Google Drive. App-Daten, installierte Apps, App-Einstellungen, Passwörter, quasi alles, was man bei einem Restore wieder haben möchte. Das Backup wird dabei nicht auf das verfügbare Speichervolumen bei Google Drive angerechnet. Wie genau das Backup aussehen wird, ist unklar.

Account-Transfer bei Gerätewechsel
Ein neues Android-Gerät einzurichten, kann eine Weile dauern. Schneller könnte es mit diesem Feature gehen. Die FUnktionsweise sieht so aus, dass Daten auf ein neues gerät übertragen werden, indem man die beiden Geräte einfach aneinander hält. NFC und Bluetooth sorgen für die Übertragung von Accounts, Daten, Einstellungen, etc. Also im Prinzip das, was Motorola mit der Migrieren-App schon anbietet, nur eben als System-Option. Könnte vor allem für die Verkäufer von Geräten eine große Hilfe sein, wenn sie dem Kunden direkt das neue Gerät einrichten können. Aber natürlich auch für Menschen, die häufiger Geräte wechseln.

Werbung mit Zugang zu Kalender und Galerie
Werbung ist meist nicht gerne gesehen. Insofern wird dieses Feature sicher mehr Kritik als Lob ernten, obwohl es auch durchaus praktisch sein kann. Werbung erhält – nach Bestätigung durch den Nutzer – Zugriff auf den Kalender oder die Galerie, kann dadurch Bilder speichern oder Kalendereinträge erstellen. Android Police hat hier ein schönes Beispiel, um den positiven Effekt zu demonstrieren. Sieht man eine Werbung für ein Konzert, könnt man den Termin direkt in seinen Kalender übernehmen, um rechtzeitig wieder daran erinnert zu werden. Im Fall der Galerie könnte man beispielsweise Gutscheine abspeichern. Natürlich wird dies trotzdem dafür sorgen, dass Google besser Werbung verteilen kann, aber man muss ja nicht immer alles gleich negativ sehen.

Nearby
Nearby ist ebenfalls schon länger im Gespräch, aktuell ist es aber noch ohne Funktion, kann dem Nutzer nichts anzeigen. Das Nearby-Feature wird sich auch für Multiplayer nutzen lassen. Um Menschen in der Umgebung zu finden, wird nicht nur der Standort abgefragt, sondern auch die Umgebung beobachtet, zum Beispiel über WLANs oder Umgebungsgeräusche.

Es gibt noch weitere Kleinigkeiten, die in den neuen Google Play Services zu finden sind, diese sind aber sehr vage. Die entsprechenden Strings zu den Features findet Ihr bei Android Police, falls Ihr Euch dafür interessiert. Wann die Features tatsächlich an den Start gehen, ist nicht bekannt. Allerdings steht Android L vor der Tür, da wird es sicher einige neue Funktionen geben, die uns dann schon einmal über den Weg gelaufen sind.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

8 Kommentare

  1. „Werbung mit Zugang zu Kalender und Galerie“

    Ein Grund mehr für Root und Adaway…

  2. Ich glaube nicht das Google viel Werbung in den Programmen zeigen wird. Dies würde den Business von Android erheblich im Weg stehen. Oder vielleicht kommt Werbung bald und wenn man keine sehen will muss man ein Abo kaufen welche die Werbung entfernt.

  3. Sobald im System selbst Werbung auftaucht,…

  4. Aber das nlpwakelock Problem ist zumindest auf dem Moto G weiterhin vorhanden. Mit Root, dem Xposed framework sowie dem Modul unbounded bekommt man dies, sowie weitere nervige wakelock allerdings bestens in den griff

  5. Für die ganzen Schwarzmaler:
    Bitte genau lesen! Die Werbung wird / soll nicht automatisch Zugriff erhalten, sondern nur nach Bestätigung dur den User! Was auch in den Strings gut nachvollzogen werden kann. Das Beispiel zeigt doch auch eine nützliche Situation.

  6. Nearby und Umgebungsgeräusche: während Meetings dann besser in Zukunft auch das Handy in den Offline Modus versetzen sonst zeigt Google mir anschließend Werbung von Mitbewerbern? 🙂

  7. Pantoffelknilch says:

    Das “Easy Unlock“ ist eine super praktische Sache, nutze ich schon länger mit der Pebble und der App “Pebble Locker“. Wenn das fest im System vorgesehen wirdre das super.

    Vor allem auch die Möglichkeit, das Handy durch NFC-Tags zu entsperren, hab ich auch schon mit einem NFC-Ring ausprobiert. Aber das erfordert bisher Bastelarbeit, weil Android normalerweise NFC erst nach dem Entsperren einschaltet. Von daher finde ich das immer sehr spannend, wenn solche Sachen direkt ins System integriert werden.

  8. Pantoffelknilch says:

    “…vorgesehen wird, wäre das super.“ soll der Satz natürlich heißen 😉