Google News könnte in Europa eingestellt werden


Google News ist für viele eine der besten Anlaufstellen, um über das Weltgeschehen informiert zu werden. Man sieht bei Google News einen kleinen Anreißer des Artikels, kann bei Interesse dann die jeweilige Webseite direkt anspringen. Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, gefällt dies nicht allen Webseiten, bzw. deren Betreibern. Sie fordern im Zuge des sogenannten Leistungsschutzrechts, dass Google für die Ausschnitte bezahlt.

Dass Google für diese Newsseiten auch ein Traffic-Bringer ist, wird dabei völlig außer Acht gelassen. Das ist auch kein Märchen oder so, sondern hat sich in Spanien schon gezeigt. Dort wurde nämlich ein entsprechendes Gesetz erlassen, woraufhin Google seinen News-Dienst eingestellt hat. Der Traffic der News-Seiten brach signifikant ein.

Aktuell wird über solche Zahlungen für die gesamte EU diskutiert. Und Google droht bereits damit, Google News in Europa einfach einzustellen, wenn das Gesetz tatsächlich so kommt. Zwar könne man jetzt noch keine endgültige Entscheidung treffen, da man erst abwarte, wie genau das Gesetz formuliert wird, aber es wird deutlich, dass Google keinesfalls bereit ist, für die Texthappen in Google News zu bezahlen.

Google und die EU sind generell nicht sehr gut aufeinander zu sprechen. Das sah man schon bei dem Hickhack um Android und die vorinstallierten Apps. Das Ende vom Lied ist hier, dass Android in Europa den Hersteller jetzt Geld kostet, wenn er bestimmte Google-Dienste verwendet. Was dann wiederum am Ende beim Käufer hängen bleibt.

Während Google aber mit der Nutzung von Android Geld verdient, sieht dies bei Google News anders aus. Das Angebot ist werbefrei, bringt dem Unternehmen keinen Profit. Dafür eine Linksteuer zu bezahlen, wäre wohl sehr unpassend. Man kann aber davon ausgehen, dass Google bei entsprechender Entscheidung der EU nicht lange fackelt und den Dienst einfach einstellt.

Google sieht aber nicht nur die Linksteuer als Problem, sondern warnt auch davor, dass durch die Einstellung von Google News auch weniger Auswahl bei Newsinhalten vorhanden sein wird. Kleinere oder neuere News-Seiten würden dann schwieriger von Nutzern gefunden, was die Auswahl einschränken würde. Weniger Auswahl ist natürlich auch gefährlich, so kann im Newsbereich viel einfacher manipuliert werden.

Durchaus spannend und es wird sehr interessant, wenn die EU tatsächlich so entscheidet, dass Angebote wie Google News etwas an die News-Seiten abtreten müssen. Vielleicht siegt ja in der EU doch noch die Vernunft und nicht die Gier der Newsseitenbetreiber, allen voran Springer und Konsorten.

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84 Kommentare

  1. Es ist einfach nur peinlich anzusehen, wie sehr Europa in Sachen Digitalisierung hinterherhinkt und mit Absicht versucht dies noch mehr zu beschneiden.

    • Bedankt euch bei der CDU und CSU, die mit Verlagslobbyisten (angeführt von Axel-Springer-Lobbyisten etc) u.a. dieses unsägliche „Leistungsschutzrecht“ durchgeboxt haben. Ihr habt sie gewählt.

      • „Es ist die Geschichte, wie sich die deutschen CDU- und CSU-Abgeordneten im Europaparlament zum politischen Arm von Axel Springer haben machen lassen“:

        http://m.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/leistungsschutzrecht-fuer-presseverleger-so-ein-quatschgesetz-a-1212697.html

      • Dieses gekaufte Gesetz hat die Verlagslobby sicher schon bereut. Sie sind ja sowieso schon weitgehend wieder zurück gerudert weil sie gesehen haben, dass sonst ihre Besucher weg bleiben.

        • Soll Google doch nen Filter setzen. Alles ausblenden was nicht gefunden werden will und mit den anderen Verträge zwecks Vergütung an Google für die erbrachte Werbeleistung abschließen.
          Mal sehen wie die SPD und CDU Medienunternehmen (einfach mal googeln) in der Versenkung verschwinden. Das Meiste bei denen sind sowieso nur eingekaufte und vom Staat subventionierte Agenturmeldungen,

          • Den Filter gibt es schon lange. Die Verlage wollen doch aber nur an das extra Geld.
            Darum will man ja auch das die Regierung dann per Gesetz verhindert das Google News oder ähnliches eingestellt wird in Europa. Viele News Seiten bekommen den grössten Teil ihrer Besucher über Google-News. Eigentlich müsste Google Geld von den Verlagen bekommen.

        • Denke ich nicht. Kommen dann weniger Besucher vorbei, wird von Verlust geschwafelt und die Politik wird Google eine Zwangsabgabe drauf drücken, wegen Marktmacht.

          Die Verlage werden ihre Millionen schon bekommen.

      • Nein, ich nicht.
        Ich finde es aber peinlich wie eine alte deutsche Rentnertruppe Europa in den Abgrund reist, einfach weil man es nicht mehr rafft. Unabhängig von Alter, Parteizugehörigkeit und Geschlecht wird in Deutschland eine Politik der Gestrigen zu Gunsten einer veralteten Industrie gemacht, die dazu führt, dass sich die europäischen Nachbarn vom deutschen Europaismus abwenden.

        • Mit Verlaub, aber wer Reinhard heißt sollte sich nicht so abfällig über Rentner leisten, viele Jahre davon entfernt kannst du auch nicht mehr sein?! Das ist nicht gerade ein typischer Vorname für irgend jemand, der nach 1970 geboren wurde.

          Europapolitik beruht auf dem Mehrheitsprinzip, wer denkt, dass deutsche Vertreter unilateral der EU irgendwas aufdrücken könnten hat schlicht nicht die geringste Ahnung davon, wie die EU funktioniert.

          Es gab für dieses neue Recht eine breite Mehrheit quer durch das Gros der Mitgliedsstaaten. Die Gegner waren in der Minderheit. So funktioniert Demokratie. Und diese Mehrheit gewinnt man nicht durch abfällige Kommentare im Internet, sondern durch Diskussion und Appell. Finde raus wer dafür gestimmt hat, schreibe Briefe, ruf dort an etc und wenn das viele Leute machen, dann kann man was verändern.

          • Also ich habe vor einigen Wochen einem Ratsherrn einen über eine Seite langen Brief/E-Mail geschrieben und nie etwas zurück gehört. Wenn das schon auf lokalpolitischen Niveau so ist, dann darf man sich doch nicht wundern, dass Leute in Politikverdruss kommen. Man fühlt sich doch überhaupt nicht mehr ernst genommen oder respektiert. Bei der Bundes- und EU-Politik kommt dann noch eine zunehmende Abstraktheit und Verflechtung dazu. Das führt doch unweigerlich dazu, dass man den Frust dann äußert. Früher in der Stammkneipe, heute im Internet. Diese Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist nicht gut, daran sollte man arbeiten – egal welche Partei.

      • Jaja, die böse CDU, böse CSU und genau so böse SPD. Haben bestimmt alle auch Einfluss in Spanien ….. denn da gibt es so ein Gesetz ja schon. 😀 Und im Europaparlament haben CDU/CSU gerade mal 5% der Sitze. Aber ist ja immer recht einfach so ein Bashing zu betreiben.

        Ich finde es jedenfalls völlig korrekt, dass Google für Inhalte zur Kasse gebeten wird, die sie sich woanders „ausleihen“. Auch wenn es nur die Überschrift plus 2-3 Sätze ist. Viellen reicht das vielleicht ja schon aus. Ähnlich wie vor 2-3 Jahren als Google anfing Bücher einfach kostenlos ins Netz zu stellen.

        • Eigentlich sollte Google auch dafür Geld zahlen, dass die mein Unternehmen sichtbar machen, wenn danach gegooglet wird. Also MEINE Erlaubnis haben Sie dafür nicht bekommen…

          Bitte Ironietags frei verteilen,

        • @Andreas: Falsch.
          Die SPD ist nicht „genauso böse“, sondern die die Europa-SPD hat „geschlossen gegen Leistungsschutzrecht und Uploadfilter“ gestimmt.

          Das ganze Übel wurde vom CDU-Europaabgeordneten Axel Voss und seinen verbundenen Lobbyisten forciert. Genau genommen ist Voss inoffizieller Springer-Cheflobbyist. Die CDU/CSU (und auch die spanischen Konservativen) stellen die Fraktion der christdemokratisch-konservativen EVP im Europaparlament, die diesen Mist durchdrücken will.

      • Jooo….klingt als wäre das nur ein Problem der richtigen Partei. Du machst es Dir zu einfach!

      • Ja, aber zum letzten mal!

    • Ich glaube, Sie haben den Kern der seit langem betriebenen Scheibchenzensur nicht verstanden. Wie Sie sicher mitbekommen, erodiert das Machtgefüge der etablierten Parteien drastisch. Daran hängt sehr viel Geld für die Parteien. Die Wirkungsmechanismen des Arabischen Frühlings wirken überall, auch in Europa. Informiertheit aus unabhängigen Quellen stellt (offiziell natürlich nicht) eine Gefahr dar. Der öffentlich rechtliche Rundfunk mit seinen rund 100 Sendern, hat die Deutungshoheit seit langem verloren, die Menschen Informieren sich (auch) alternativ und daraus erwachsen teils erhebliche Fragen über die Art und Glaubwürdigkeit bestimmter, geförderter Medien. Warum zur Erfüllung der Pressefreiheit rund 100 ör Sender (davon über 20 TV) nötig sind, die alle die gleichen Nachrichten verkünden, erschließt sich nicht. Nur vor dem psychologischen Hintergrund, wenn man etwas oft hört, glaubt man es.
      Mittlerweile haben viele Newsseiten aus Haftungsgründen ihre Kommentarfunktion, Gästebücher etc. eingeschränkt oder ganz abgeschafft. So dämmt man kritische Nachfragen und kritischen Austausch ein. Klarnamenzwang, Überwachung und Verschlüsselungsverbote werden ihr Übriges tun. Klarnamenzwang zB ist wie geheime Wahlen abschaffen.
      Google News bietet sicher nicht nur aber dennoch auch kleinere Seiten mit anderen Blickweisen an. Das kann das Neue Deutschland, RT oder Caschys Blog etc. sein. Hier wird zB das Thema erörtert, dass Google als kostenloser Klickbringer für die Medien wirkt und damit für diese Einnahmen generiert. Das Argument vermisst man bei einigen anderen.
      Spiegel und Bild sehe ich dank Werbeblocker eh nicht mehr.

  2. Ich glaube man sollte hier nicht „Europa“ die Schuld geben, sondern den gierigen Verlagslobbysten die entsprechenden dahinter stecken. Desweiteren hängen einige immer noch an ihren Printmedien und sehen das Onlineangebote höchstens als Zusatz, was ein weiterer Grund sein könnte.

    • Doch genau deshalb muss man der „EU“ oder Europa die Schuld geben.

      Man muss ja nicht auf die Lobby anspringen!

      • „Die EU“ heißt in diesem Fall besonders Deutschland. Unsere Regierung treibt das besonders voran auf Betreiben von Axel Springer.

  3. Erschreckend wie viele glauben das Google im recht ist. Schade.

    • Ob Google im Recht ist oder nicht sei mal dahin gestellt. Das die Printlobbyisten hier einfach nur nen Dachschaden haben sieht man doch bereits am Beispiel Spanien wie im Artikel angeführt.

      Bei mir ist es 1:1 wie im Artikel beschrieben. Durch GoogleNews gehe ich auf Seiten kleinerer Printmedien oder lese auch mal Nachrichten welche ich bei SPON, Zeit, FAZ, etc. nicht gesehen hätte.

      GoogleNews ist ein tolles Produkt und bringt den Zeitungen Klicks ohne Ende weil die Leute mal eben schnell reinklicken.

      • Exakt. Durch Google News, ob es nun gut ist oder nicht, habe ich diesen und weitere Blogs überhaupt erst gefunden. Ich lese jeden Tag Nachrichten, die mich interessieren, weil ich diese nur wegen Google sehen kann. Aber das Problem trifft ja nicht nur Google News. Rein theoretisch darf jeder Suchmaschinenbetreiber nur den Link ohne Beschreibung angeben, denn der Inhalt der Website, der unter dem Link steht, ist ja auch urheberrechtlich geschützt. Das würde dafür sorgen, dass wir, was das Internet angeht, wieder in der Steinzeit sind. Außer die Webseitenbetreiber würden ihre Linkunterschriften Public Domain machen.

      • Ganz ehrlich, wenn Google News so ein tolles bereicherndes Produkt ist, macht es dann nicht Sinn dafür zu zahlen? Der Dienst selbst kostet Google doch in erster Linie Geld. Keine Werbung, aber sie analysieren dich und nehmen dein gesamtes Nutzerverhalten auseinander. Ist erschreckend wie gut die Vorschläge für mich sind, obwohl ich seit Jahren weder Chrome, noch Google verwende. Ganz ehrlich, wenn ich mich da als Premium Mitglied für 2€ im Monat aus der Analyse rauskaufen könnt und dann die Verlage mehr davon haben, gewinnen doch alle. Problem gelöst.

        • Google News ist erfolgreich weil es kostenlos und werbefrei ist.

        • Auch die News-Anzeigen sind personalisiert und deswegen so gut, wenn du dich da raus kaufst sind wieder nix mehr Wert, was soll das also?

        • Welches Nutzerverhalten denn? Welche News ich klicke? Kann so schlimm nicht sein, wenn ich immer wieder Nachrichten über dieses „Höhle der Löwen“ bekomme, was mich nun überhaupt nicht interessiert. Auch werde ich oft zu irgendwelchen Bezahlnews weitergeleitet. Die Nordwest-Zeitung wird jedenfalls ohne Google News einen Kunden weniger haben…

        • Warum glauben einfach immer noch viele Menschen, dass allein Google & Co das Übel der Welt sind. Die „althergebrachten“ Medien, Dienstleister und der Staat sammeln mindestens genauso fleißig und nutzen diese auch (auch kommerziell). Nur lässt es sich ja vortrefflich auf Google & Co schimpfen.

        • Universalgenie says:

          Phipps, wie bitte schön soll Google denn mi Google News alleine „dein gesamtes Nutzerverhalten“ auseinander nehmen? Ich hoffe, es steckt hinter dieser Aussage irgendein Wissen und Verständnis, und nicht nur ein „Google ist böse, weil es eben Google ist.“ Niemand ist gezwungen, Googles Seiten mit einem eingeloggten Google-Account zu nutzen.

      • Ganz ehrlich, wenn Google News so ein tolles bereicherndes Produkt ist, macht es dann nicht Sinn dafür zu zahlen? Der Dienst selbst kostet Google doch in erster Linie Geld. Keine Werbung, aber sie analysieren dich und nehmen dein gesamtes Nutzerverhalten auseinander. Ist erschreckend wie gut die Vorschläge für mich sind, obwohl ich seit Jahren weder Chrome, noch Google verwende. Wenn ich mich da als Premiummitglied für 2€ aus der Analyse rauskaufen könnt und dann die Verlage mehr davon haben, gewinnen doch alle. Problem gelöst. Ich weiß nicht warum Google derzeit droht all seine Dienste in der EU abzuschalten (Youtube, jetzt News), aber von mir aus können sie das tun. Die Lücke füllen andere und der Konzern verliert höhere Millionenbeträge.

        • Nein. Es ist „nice to have“. Aber zahlen würde ich dafür nie im Leben. Für was soll ich noch alles zahlen?

      • Stimmt

    • Ferenc Allmann says:

      Es geht um die Google News Mini und um den Zugang zu Informationen nicht um den Konzern. Aber bitte werfe doch Springer für Informationen immer den Rachen.
      Informationen sollten frei verfügbar sein.

      • Die Medienunternehmen haben ja die News nicht gemacht sondern „erzählen“ sie auch nur weiter. Was ist denn da mit dem Urheberrecht. Abgesehen davon, dass sie nicht selten tendenziell verstümmelt wurden.
        Wie Bild berichtet, wie die FAZ in ihrer heutigen Ausgabe meldet, XY sagte dem Stern im Interview
        Das müsste dann ebenso weg.

  4. Die Auswirkungen wären von meiner Seite in der Tat so wie von Sascha dargestellt.

    Durch Google News klicke ich doch immer mal auf einen Artikel von einem Anbieter den ich sonst eigenlich nicht besuchen würde – insbesondere die Einheitspresse (FAZ, SZ, Zeit und wie sie alle heißen).

    Ohne entsprechenden Hinweis eines News-Aggregatoren würde sich dies bei mir massiv reduzieren.

    Ich sehe es gelassen – es ist an der Zeit, dass die Einheitspresse auf ihr absteigendes Produkt hingewiesen wird.

    • Naja, wie viele Artikel wären ein Verlust, hättest du sie nie bemerkt?
      Ich finde, dass der 24h breaking news cycle einen nicht informiert, sondern irre macht. So erkläre ich mir auch, dass in Übersee inzwischen Internet-Trolle das politische Klima bestimmen, die USA sind uns ja immer ein paar Jahre bei Trends voraus…

      ich hab am Handy die Deutsche Welle App installiert. Werbefreier Journalismus mit den wichtigsten Meldungen und wenn ich mal Zeit und Muse habe kaufe ich den aktuellen Cicero..

      Google News repräsentiert für mich das Problem des digitalen Journalismus: Masse, statt Klasse.

  5. joshuabeny1999 says:

    Hoffe Google setzt die Schweiz dann nicht gleich mit der EU. Zum Glück ist die Schweiz da nicht dabei. Aber wenn US-Techgiganten dann einfach auch die Schweiz blocken, finde ich das unfair und einfach nicht nachgedacht.

    • Die Schweiz ist wesentlich näher an einer EU Mitgliedschaft als daran, unabhängig von der EU zu sein. Aber mitentscheiden darf die Schweiz, im Gegensatz zu einem Vollmitglied, nicht. Da kannst du dich bei dir selbst und Mitbürgern wie dir bedanken, die ernsthaft denken, dass solch ein kleines Land, umgeben von der EU, nichts mit der EU zu tun hat, bloß weil man kein Vollmitglied ist.

      Kleine Staaten haben in der EU übrigens besonders viel Gewicht, viele Dinge müssen einstimmig entschieden werden und bei Mehrheitsentscheidungen haben die kleinen Mitglieder wesentlich mehr Stimmen pro Million Einwohner, als zB die Bundesrepublik oder Frankreich.
      Wäre die Schweiz Vollmitglied in der EU hätte sie das neue Leistungsschutzrecht zB blockieren können. Jetzt gilt aber mitgefangen, mitgehangen. Durch die weitgehenden Verträge mit der EU wird sich das Leistungsschutzrecht auch in der Schweiz auswirken. Ohne, dass die Schweiz was daran ändern kann, man ist ja schließlich kein Vollmitglied.

  6. Wer Worte wie „Einheitspresse“ benutzt, offenbart schön, wessen Geistes Kind er ist.

    • Das ist aber toll! Wie leicht es ist Leute zu diffamieren!

      • Richtig, es ist in der Tat diffamierend, wenn jemand unterschiedliche Medien so über einen Kamm schert und pauschal als „Einheitspresse“ abtut. Ist ja leider, inzwischen auch hierzulande, nichts Neues. Aber was Google News angeht – nun ja. Klar, für manche würde die Welt untergehen, wenn es etwa die Google-Suche nicht mehr gäbe, weil sie nie etwas anderes genutzt haben. 😉 Aber News-„Aggregatoren“, ob nun automatisch oder nicht, gibt es natürlich auch andere, etwa https://spidr.today/?c=de oder https://newstral.com/de

        Vermutlich ist das Auftreten von Google in diesem Fall eher eine Drohgebärde. Allerdings vermag ich auch nicht einzusehen, warum Google News (bzw. Spidr o.ä.) nicht eine Headline und ein, zwei Sätze einer Meldung anzeigen sollen. Den Rest kann die betreffende Zeitung, wenn sie es für erforderlich hält, ja hinter einer Paywall verstecken.

        • Bei „Einheitspresse“ geht es vermutlich einfach nur darum das sie alle von dpa & Co abschreiben …

          Weil sie gierig sind gehen sie Google an …

    • >>Wer Worte wie „Einheitspresse“ benutzt, offenbart schön, wessen Geistes Kind er ist.

      So ist es. Jemand der sowas schreibt hat den Bezug zu Realität verloren oder sondert gerne Schwachsinn ab.

  7. Den Schaden, den die europäische Regierung derzeit anrichtet, wird uns in 5-10 Jahren teuer zu stehen kommen. Verantworten muss sich im Endeffekt aber natürlich niemand…

  8. Klar, Hauptsache mal auf die bös EU eingedroschen und Google über den grünen Klee loben.

    Erstens bedient Google News schamlos bei Inhalten, für die andere gearbeitet haben und verdient damit sehr viel Geld. Ohne das Gesetz jetzt loben zu wollen, aber da ist schon ein gewisses Grundproblem. Zweitens sind solche Meldungen und die kritiklose Wiedergabe in Blogs Teil einer eigenen Google-Lobbystrategie mit dem Ziel solche für sie nachteilige Regelungen doch noch zu verhindern.

    Wurde Google News in Deutschland eingestellt nachdem ein entsprechendes Gesetz kam? Nein!

    • Naja.

      Ohne Google bzw Suchmaschinen generell hätten manche Webseiten quasi keinen Traffic. Das ist also mehr oder weniger ksotenlose Werbung, die da passiert. Dafür Geld zu verlangen ist falsch.

    • Artikel gelesen? Google zeigt dort eben keine Werbung. Verdient also kein Geld.

      Die deutsche Version des Leistungsschutzrechts unterscheidet sich von dem in der EU auf Hauptbestrebens Deutschlands geplanten in wichtigen Details. So dürfen in Deutschland die Verlage ihre Inhalte kostenlos an Google Lizenzieren, was auch alle getan haben um den Traffic nicht zu verlieren. Ergebnis: Alles wie vorher nur mehr Papier. Dies dürfe so nach EU Planung nicht möglich sein.

      • Wenn es nur so einfach wäre. Google sammelt Daten über Anwender um gezielt Werbung (in anderen Diensten) schalten zu können. Dein Leseverhalten ist hochgradig interessant für Google. Mal abgesehen davon, dass nirgendwo ausgeschlossen wird, zukünftig auch diesen Dienst zu monetarisieren.

        Google (Alphabet) ist kein Wohlfahrtsverein!

    • Wie verdient Google mit einem werbefreien Dienst direkt Geld?

      Wurde Google News in Spanien eingestellt nachdem ein entsprechendes Gesetz kam? Ja!
      Warum nicht in Deutschland? Weil es ein Schlupfloch gab, wonach die Verlage einwilligen konnten das Google News kostenlos auf ihre Inhalte zugreifen konnte. Soll jetzt (wie in Spanien) nicht mehr möglich sein.

    • Sascha Ostermaier says:

      Erst lesen, dann kommentieren.

  9. @Cruiz
    Mich wüde da mal interessieren, wie oder woran Google bei der News-Seite Geld verdient. Das kannst Du mir doch sicher erklären, wenn Du es hier behauptetst.

  10. @Fbx, Patrick, Sascha:

    Puh, ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass Google damit kein Geld verdient?? Dass die Klicks auf Artikel nicht in einem großen Datenpool landen, zusammen mit den anderen Daten wie Suchverlauf etc.? Selbstverständlich verdient Google damit eine Menge Geld, die Daten werden natürlich genauso ausgewertet, an Werbetreibende verkauft und für zielgerichtete Werbung verwendet wie alle anderen Daten, die Google hat, auch.

  11. Auch meine Meinung!

  12. Google soll Google News einstellen, bin mal gespannt wer dann heult.

    • Leider eher die kleinen Zeitungen und Blogs. Die großen sind ja bekannt und werden direkt angesteuert. Auch wenn einige weniger Traffic haben werden, über kurz oder lang werden einige kleine aufgeben müssen und deren verbliebene Leser landen dann wieder bei den großen. Ich glaube die Befürworter wollen so auch die Konkurrenz ausdünnen.

      • Das kann man ganz einfach per Opt-In von Seiten Googles verhindern … dann kann sich jede kleine Zeitung und Blog bei Google News anmelden. Dann haben die großen keine Möglichkeit mehr Geld von Google zu verlangen.

  13. Connectivityyyy says:

    Ich war ja immer auch für die EU. Und das auch UK in der EU bleiben soll.
    Aber nach solchen Artikeln will ich ehrlich gesagt doch wieder raus aus der EU, die Innovationen blockieren versucht 🙁

    Für Wechsel-Akkus in Smartphone sorgt sie auch nicht.
    Die Geschichte mit dem Glühbirnen ist sie ohne Rücksicht angegangen.
    Nicht mal das Steckerchaos hat sie wirklich in Griff bekommt. Noch immer gibt es USB-B Micro und nur manchmal schon USB-C. Aber immer noch nicht einheitlich 🙁
    Mein Convertable hat zwar USB-C, doch laden ist damit nicht möglich. Hier brauch ich wieder ein Extra Netzteil. Hier bei den „Tablets“ hat die EU auch versagt.

    Letztendlich habe ich bei Google News keine schädliche Wirkung in irgendeiner weise bemerkt. *
    Es sorgt für eine Informationsvielfalt, wie nie zuvor.
    Ohne Google News sucht man sich wohl wieder nur ein Portal. Und denkt nicht mal darüber nach auch in anderen Nachrichtenquellen zu suchen. Besonders Lokale Inhalte werden darunter sehr leiden.

    * Bei den Verlagen dürfte das natürlich die Bosse anders sehen. Können diese sich natürlich nicht über einen Treuen Kundenstamm freuen, die immer nur in deren Portal stöbern. – Das Problem dürfte wohl mehr die Werbung auch sein. Die Umsätze brechen sicher weiter wegen immer mehr Adblocker ein. Daran sind die aber auch selbst schuld, wenn die Werbung immer aufdringlicher wird. – Trotzdem: „Datenkrake Google ist schuld“ – wie so oft.

  14. Habt ihr Statistiken wie viel traffic ihr von Google News bekommt?

  15. Viele Artikel in meinen Google News sind dann auf der jeweiligen Webseite nur gegen ein Plus-Abo oder ähnliches zu lesen. Die Verlage machen hier offenbar dicht. Da ich nicht bei jedem einzelnen Verlag ein extra Abo machen möchte (das macht arm), wäre meiner Meinung nach ein Abo über Google News sinnvoll, bei den dann die jeweiligen Verlage pro Klick etwas abbekommen. Soll ja keiner für lau arbeiten, und trotzdem wären damit Vielfalt und Wettbewerb unter den Verlagen gegeben.

  16. Google verdient selbstverständlich Geld mit Google News! Allerdings nur mittelbar: Google weiß, wer (nicht von allen, aber von einer ganzen Menge Leute schon) was liest, welche Seiten ansurft, wonach sucht, welche Nachrichtenthemen und -quellen angeklickt werden usw. Auf einer Menge Nachrichtenseiten ist Werbung, die wiederum zu nicht unwesentlichen Teilen von Google gespeist wird. Google hat also ein ureigenes Interesse, den Seiten Traffic zuzuführen.

    Nun haben wir mehrere Wahrheiten:
    – Google bringt den Verlegern Traffic
    – Google erhält dadurch, dass viele Leute via Google News zu Nachrichtenseiten gehen, sowohl „mehr Analysedaten“ und „mehr Traffic zu den durch sie geschalteten Anzeigen“
    – Es schient den Newsseiten mehr weh zu tun, weniger Traffic zu haben, als Google selbst, denn sonnst hätte Google in Spanien „damals“ nicht den Stecker gezogen, woraus sich eine entsprechende Verhandlungsmacht ergibt.

    Natürlich sitzt da keiner bei Google rum und schaut, was Erika Mustermann so treibt, das sind wir alle nur eine ID-Nummer.

    Was aber bleibt ist IMHO die Tatsache, dass man weder von den guten oder bösen Verlagen und dem guten oder bösen Google sprechen kann. Mir kam bislang nicht zu Ohren, dass es mal ein Treffen zwischen Vertretern von Contentanbietern, Werbenetzwerken und Google gab. Man sprach also eher über- als miteinander.

    Was will ich nun sagen? Hmm, gute Frage! Eigentlich nur, dass das Thema leider nicht mal ebenso zu klären ist. Und ich befürchte, am Ende gibt es auf allen Seiten nur Verlierer :-/

  17. Google News ist kein Verlust, die ursprüngliche App News & Wetter war bedeutend besser. Seit es die App nicht mehr gibt und Google News bei mir im Test durchgefallen ist, lese ich nur noch ein wenig über die Google App aus Langeweile.

  18. Ich lese gerne euer Blog, aber dieser Artikel ist doch leider sehr einseitig und tendenziös.

    „Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, gefällt dies nicht allen Webseiten, bzw. deren Betreibern. “
    Wer sind denn diese „Webseiten“ bzw diese „Betreiber“? Und sind „nicht alle“ wenige oder viele?
    Viel zu schwammig formuliert.

    „Dass Google für diese Newsseiten auch ein Traffic-Bringer ist, wird dabei völlig außer Acht gelassen.“
    Ich glaube schon, dass Menschen, die für Nachrichten bzw. Nachrichten-Webseiten verantwortlich sind, genau wissen, wie viel Traffic zu ihnen über Google News kommt. Oder, um meinen Schwiegervater zu zitieren: Wer denkt, dass andere nicht nachdenken, denkt nicht nach.
    Es stimmt aber, das die Auswirkungen eines ähnliches Gesetzes in Spanien eher negativ gesehen werden:
    New study shows Spain’s “Google tax” has been a disaster for publishers
    https://arstechnica.com/tech-policy/2015/07/new-study-shows-spains-google-tax-has-been-a-disaster-for-publishers/

    „Das Angebot ist werbefrei, bringt dem Unternehmen keinen Profit. Dafür eine Linksteuer zu bezahlen, wäre wohl sehr unpassend.“
    Google ist kein selbstloses, uneigennütziges Unternehmen: alles was du via Google News liest, wird natürlich deinem Profil zugeordnet. Du „bezahlst“ für den Google News“-Service mit deinen Daten: Person X liest Artikel über Politik in eher linken Medien? Lokale Nachrichten aus Aachen über Veranstaltungen für Homosexuelle?
    Natürlich bekommt Google diese Daten aber nur, weil es die Nachrichten anderer kostenlos zusammenfasst und nett aufbereitet darstellt. Insofern profitiert Google von der Arbeit anderer.

    „Vielleicht siegt ja in der EU doch noch die Vernunft und nicht die Gier der Newsseitenbetreiber, allen voran Springer und Konsorten.“
    „Newsseitenbetreibern“ werden hier wieder in einen Topf geschmissen – wer sind die denn überhaupt? Linke, rechte, unabhängige, alternative, große, kleine? Worte wie „Gier“ und „Konsorten“ sind auch ziemlich unglücklich gewählt. Die meisten Nachrichten-Webseiten müssen Geld verdienen, um ihre Angestellten zu bezahlen und ihre Ausgaben zu finanzieren. Ihnen deshalb generell „Gier“ zu unterstellen, ist tendenziös. Und „Konsorten“ ist abwertend – ohne zu sagen, wen du meinst oder warum, ist dies nur eine leere Phrase.

    (Falls jemand Zeit/Interesse hat, empfehle ich einen interessanten Artikel auf netzpolitik.org:
    Citizen Google: Wie ein Konzern den Journalismus dominiert
    https://netzpolitik.org/2018/citizen-google-wie-ein-konzern-den-journalismus-dominiert/ )

    • Klar erhebt Google Daten über die ausgewählten Artikel. Aber viele Seite verwenden Google Analytics und ist es so ein großer unterschied ob Google sieht was ich auf Google News mache, oder im Nachrichtenportal X? Alternativ kann sich jeder einen Nachrichtenanbieter suchen der keine/möglich wenig das Verhalten seiner Nutzer sucht. Aber ob man dann die Auswahl hat …

      • Für mich besteht aber doch ein Unterschied, ob Zeitung X weiß, was ich bei ihr lese, und -unabhängig davon- Zeitung Z, was ich dort lese. Die führen diese Daten bestimmt nicht so gut zusammen (wenn überhaupt), wie Google. Außerdem könnte ich versuchen, Google Analytics (oder ähnliche Tracker) auf den Seiten zu blocken – innerhalb Google News wird aber bestimmt jeder Klick erfasst. Google kennt so halt mein gesamtes Leseverhalten innerhalb Google News und verknüpft dies auch noch mit unzähligen anderen Daten (Suchanfragen, Gmail, Google Flights, etc.). Ob einen dies stört, ist natürlich jedem selbst überlassen.
        Allerdings ging es mir in meinem Kommentar auch eher um den tendenziösen Stil des Artikels, nicht unbedingt nur um die Datensammlung seitens Google.

        Hierzu gibt es aber einen interessanten Artikel:
        Was genau sammelt Google wie wo wann an Daten?
        Google Data Collection, August 2018 (english)
        https://digitalcontentnext.org/wp-content/uploads/2018/08/DCN-Google-Data-Collection-Paper.pdf

    • Guter Link, toller Artikel, vielen Dank dafür. Sollte sch jede mal durchlesen als Ergänzung zu dieser Nachricht.

  19. Man kann ja das Auswerten von Surfdaten nicht nur durch Werbeblocker verhindern, sondern durch das Blocken von Trackern. Da nenne ich mal das Addon Privacy Badger. Doch gibt es schon Seiten, die nicht nur das Deaktivieren des Adblockers fordern, sondern auch das Zulassen der Tracker, da wäre zu nennen der Spiegel.

  20. Was gibt’s denn für Alternativen? Ich würde Geld bezahlen für einen richtig guten News und/oder RSS Feed Reader.
    Aber das gibt’s nicht. Oder? Was nutzt ihr um eure persönlichen Quellen übersichtlich mobil dargestellt zu bekommen? Oder verlasst ihr euch auf Dienste wie Watson oder Flipboard, die Nachrichten für euch auswählen?

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