Google muss Street View-Daten in Brasilien abgeben, bekommt Zusammenarbeit mit der NSA vorgeworfen

Das hatte sich Google sicher alles ganz anders vorgestellt mit Street View. In einigen Ländern führte der Mitschnitt von privaten WLAN-Daten zu Gerichtsprozessen, die durch Zahlung verhältnismäßig kleiner Summen aus der Welt geschafft wurden. In Brasilien urteilte ein Gericht nun auf die Herausgabe der privaten Street View-Daten, weigert sich Google, werden pro Tag 50.000 Dollar fällig. Peanuts für Google, der Grund für die Anordnung durch das Gericht ist aber schon fast spektakulär.

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[werbung] Das Brazilian Institute of Computer Policy and Rights (IBDI) beschwert sich, dass Google mit dem Street View Programm persönliche Kommunikationsdaten sammelt und eben die WLAN-Daten abgreift. So weit, so gut, das sind die gleichen Beschwerden, wie sie seit Jahren kommen. Wäre da nicht der in Brasilien aufblühende NSA-Späh-Skandal.

Das IBDI wirft Google nämlich vor, ein Teil der NSA-Verschwörung zu sein, um die Daten der Brasilianer, inklusive der der Präsidentin Dilma Rousseff, auszuspionieren. Google stellte sich in der Öffentlichkeit immer gegen die NSA und auch Eric Schmidt findet klare Worte, was das Abhörverhalten der NSA angeht. Wie man beim IBDI auf diese Idee kommt, wird leider nicht verraten. Google erklärte dem Gericht, dass das Sammeln von Daten Jahre her ist und die Fälle in anderen Ländern abgeschlossen seien.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Es muß heißen: der Präsidentin Dilma Youssef

  2. Dilma Roussef natürlich, verflixte Autokorrektur.

  3. Sascha Ostermaier says:

    @Florian: Thx. 🙂

  4. „Wie man beim IBDI auf diese Idee kommt, wird leider nicht verraten.“

    Naja, mann muss ja nicht alles offensichtliche detailliert erklären. Es ist bekannt, dass Google Daten an die NSA herausgeben muss und gegeben hat (letzteres hat Google übrigens mindestens dadurch zugegeben, indem sie PR-Wirksam fordern, die Anfragen offenlegen zu dürfen und sagen, dass sie es bisher nicht dürfen). Weitergehend wird auch noch spekuliert, ob die NSA direkt die Rechenzentren anzapft.
    Und man weiß ja nun, dass die NSA erstmal alles sammelt und nicht nur gezielt Daten zu bestimmten Personen o.ä.

    Es ist IMHO also eher unwahrscheinlich, dass die versehentlich(?) mitgeschnittenen Daten aus dem StreetView-Projekt nicht ihren Weg zu den Geheimdiensten finden.

  5. Ich bin kein Freund abstruser Verschwörungstheorien, aber Gerüchte um Google und US-Geheimdienste gibt es doch schon seit dessen Gründung.
    Alternativ kann man sich z.B. da ranhängen: http://english.pravda.ru/opinion/columnists/17-06-2013/124841-google_cia_nsa-0/

  6. Karl Schneider says:

    Sehe es ähnlich wie @dadri, aber:
    „Google stellte sich in der Öffentlichkeit immer gegen die NSA und auch Eric Schmidt findet klare Worte, was das Abhörverhalten der NSA angeht.“

    Na und? Traust du Eric Schmidt und dem Konzern Google so sehr? „Wie man […] auf die Idee kommt […]“ – das hört sich für mich schon so an, als wärst du sehr Pro-Google.

  7. Denke dass die Brasilianer das völlig richtig machen. Wenn man weiss, was Google alles rausgeben musste – schlimm. Und wenn man noch sieht, dass sich die NSA direkt ins Google-interne Netz reinhängt und alles mitliest, dann hat Google entweder eine verdammt schlechte Security-Truppe – oder ist eben nicht Opfer, sondern Mittäter. Kompliment nach Südamerika!

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