Google Maps stemmt sich gegen gefälschte Geschäftsangaben

Google Maps ist nicht  nur bei Nutzern eine beliebte Plattform, sondern auch bei lokalen Geschäften. Wer ein attraktives Profil bei Google Maps für seinen Laden oder sein Restaurant betreibt, kann damit schließlich auch potentielle Kunden anziehen. Über die Jahre hat Google Informationen zu mehr als 200 Mio. Orten eingefügt. Leider gibt es auch immer wieder Missbrauchsversuche.

So gibt es Betrüger, die sowohl versuchen von Betreibern Gelder zu verlangen, für Dienste, die Google Maps gar nicht oder kostenlos anbietet, als auch Nutzer in die Irre zu führen, indem sie sich als Inhaber von Geschäften ausgeben. Teilweise wird auch versucht sich Profile zu realen Orten unter falschen Vorgaben zu sichern, um die Profile später an die eigentlichen Eigentümer zu verhökern.

Laut Google nerve das natürlich Nutzer wie Betreiber gleichermaßen. Man habe bereits viele Maßnahmen ergriffen, um die Betrügereien einzudämmen. Aber wie das eben so ist: Passt Google seine Taktik an, dann ändern die Scammer ihre. So ergibt sich ein Kreislauf, der immer weiter geht. Gleichzeitig sei es für Google ein Balanceakt: Man wolle ja sicherstellen, dass einerseits kein Betrug stattfinde, es andererseits für die Besitzer von Geschäften aber auch möglichst einfach sei, sich in Google Maps ein Profil zu sichern.

Innerhalb des letzten Jahres habe man laut Google Maps aber erhebliche Fortschritte beim Kampf gegen gefälschte Profile und andere Betrügereien bei Google Maps erreicht. Mehr als 3 Mio. gefälschte Profile habe man entfernt. 90 % davon nahm man offline, bevor sie jemals ein Nutzer aufrufen konnte. 85 % jener Profile konnte man dank seiner internen Filtermechanismen und Algorithmen herauspicken. Mehr als 250.000 Fake-Profile wurden zusätzlich von Nutzern gemeldet. Außerdem deaktivierte man mehr als 150.000 missbräuchliche Nutzerkonten – das sind 50 % mehr als 2017.

2019 habe man bereits neue Wege für Nutzer eingeführt, um gefälschte Profile zu melden und auch seine internen Mechanismen verfeinert. Zudem erlaube man natürlich weiter den Nutzer Profile mit einem Flag zu versehen, wenn sie betrügerisch erscheinen. Google prüfe solche Berichte anschließend sorgfältig. Monatlich werde Google Maps von mehr als 1 Mrd. Nutzer aufgerufen und deswegen sei die Pflege der App für Google eine hohe Priorität.

Seid ihr schon auf Betrüger in Google Maps gestoßen? Ich habe glücklicherweise bisher keine negativen Erfahrungen machen müssen. Auch wenn Googles Selbstlob im Bezug auf den Kampf sicher etwas übertrieben ist, scheint man nach meinem Eindruck durchaus gut davor zu sein.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. (Adresse gelöscht) Das dürfte in D zeitweise wohl der Ort mit den meisten Fakeeinträgen überhaupt sein… Alte Einträge verschwinden, neue kommen rein und das fast in täglichem Wechsel.

    • in dem Du die Adresse hier reinschreibst, wird es aber auch nicht besser.

    • Peter Brülls says:

      Und warum? Als die Adresse da noch stand, suchte ich sie kurz in Google Maps. Aber mir ist da nichts besonderes aufgefallen.

      • Da wohnt ein bekannter Youtuber / Younower, hat vor Jahren seine Adresse lauthals kund getan („kommt vorbei…“) und bekommt nun nahazu täglich den begehrten Besuch von seinen „Fans“ bzw. „Hatern“. Ob die Adresse nun hier steht oder nicht, die ist bekannt, macht längst keinen Unterschied mehr.

  2. Als Unternehmer kann man ja immer eine Verifikation per Anruf an die Festnetznummer oder den Postkasten Versand machen. Damit kann man ganz gut gegen den Profildiebstahl arbeiten. Schwieriger ist es z.b. für Gastronomen oder Ärzte die Profile der Vorgänger zu übernehmen oder zu ersetzen. Hat der Vorgänger Müll gemacht bleibt das ewig an einem kleben. Auch die zu einfachen Änderungsvorschläge durch User können einem oft die Informationen zerschlagen

  3. FriedeFreudeEierkuchen says:

    Ja, einer meiner Kunden hatte seinen automatisch erstellten Business-Eintrag nicht als Inhaber beansprucht. Daraufhin war ein Konkurrent so frech und hat seine eigene Website bei den Angaben hinterlegt. Seither rate ich allen die aus offiziellen Gründen einen myBusiness Eintrag haben (Firmen, Museen etc), sich als Besitzer zu registrieren.

  4. Kleiner Ted Talk zu dem Thema:
    https://youtu.be/5c6AADI7Pb4

  5. Was mich stört: JEDER kann die URL von Firmenseiten bei Google Maps (Google Places? K.a. wie der Bereich sich dort nennt) entfernen lassen. Die Mods winken scheinbar alles durch. Uns schon so oft passiert, immer wieder hat unser Eintrag keine URL mehr.

    • FriedeFreudeEierkuchen says:

      Das Ding nennt sich momentan „Google myBusiness“. Zur Sicherheit: Ihr habt jeweils den Eintrag als Inhaber beansprucht und trotzdem kann eine Angabe von Fremden geändert werden? Das sollte nach Beanspruchung der Inhaberschaft eigentlich nicht mehr gehen. Außerdem sollte Google doch über die Search Console und den Index genügend Indikatoren haben, damit die URL eindeutig zugeordnet werden kann.

      Nebenbei: Der Google Support für zahlende Kunden ist schon schlecht. Da kann man für kostenlose Angebote erst recht nichts erwarten. Da schaut wahrscheinlich erstmal kein „Mod“ drüber, das ist alles weitgehend automatisiert. Mit der „tollen“ Eigenschaft, dass Google intern oft der Algo Vorrang vor menschlichen Entscheidungen hat. Dann erzählt dir der Support allen Ernstes „Da kann ich leider nichts machen, das hat der Algo entschieden“.

  6. Ich finde die enorme Anzahl an gekauften Bewertungen bedenklich. Überall kann man solche melden, nur bei Google passiert nichts. Beispiel diese Pizzeria-Bewertungen hier: https://www.google.com/maps/place/Dayana%60s+Pizza/@47.4396265,7.5358808,17z/data=!3m1!4b1!4m11!1m5!8m4!1e1!2s104028725399588335139!3m1!1e1!3m4!1s0x4791c682e2206d79:0x8431aa0f8b0aad9d!8m2!3d47.4396229!4d7.5380695?hl=de-CH

    Melden kann man das so oft man will, es passiert nichts. Und auch die gefakten Profile, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur gekaufte Bewertungen verfassen, können das weiterhin überall tun.

    Dabei wäre es doch offensichtlich:
    1. Hat kein Imbiss in der Schweiz so viele Bewertungen
    2. Passiert es nie und nimmer, dass an einem Tag mehrere Dutzend Bewertungen eintreffen
    3. Ist „lecker“ ein Wort, das man in der Schweiz nicht verwendet.

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