Google Kamera-Autos: Sie cruisen wieder durch Deutschland, aber nur für Maps

google-street-view-autoIn Deutschland sorgte Google mit Street View vor etlichen Jahren für viele Kontroversen: Der eine fürchtete, sein Haus könnte durch Street View zum neuen Studienobjekt von Einbrechern werden, der andere wollte nicht beim Spaziergang mit rosa Bademantel in seiner Straße digital verewigt werden. Dazu kamen Querelen um die Erfassung von Wi-Fi-Netzwerken und andere Bedenken durch Datenschützer. Beliebt waren die Autos von Google Street View bei den Deutschen jedenfalls nicht. Nun fahren sie wieder, wie Google mitgeteilt hat. Allerdings sollen sie ausschließlich Daten für Google Maps zusammenraffen.

So sollen die Autos Informationen zu Straßennamen und -schildern, Streckenführungen und Informationen über Geschäfte und andere Orte sammeln, damit die Angaben in Google Maps verbessert werden. Ab dem 17. Oktober könnt ihr Googles spezielle Fahrzeuge somit wieder auf deutschen Straßen erspähen. Wo die Autos jeweils unterwegs sind, verrät euch Google ohne Umschweife auf dieser Website.

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Google will Kontroversen offenbar direkt vermeiden und erklärt deshalb gleich proaktiv: „Wir wissen, dass das Interesse an unseren Kamera-Autos groß ist. Es sind dieselben Autos, welche wir in der Vergangenheit genutzt haben, um Bilder für Street View aufzunehmen. Bei den kommenden Fahrten nutzen wir das Bildmaterial aber nur, um Google Maps zu verbessern und haben keine Pläne, dieses zu veröffentlichen.

Solltet ihr die Autos also in eurer Nähe sehen, holt nicht gleich die Mistgabeln und brennenden Fackeln heraus. In dieser Runde ist der Verwendungszweck der Aufnahmen insgesamt weniger Aufsehen erregend, als bei vorherigen Fahrten.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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22 Kommentare

  1. Klasse auf der Website finde ich ja, dass die Bundesländer englisch sind 🙂
    Lower Saxony zum schießen 😀

  2. ich versteh das Problem ehrlich gesagt nicht..
    jeder kann durch die Straßen gehen und Fotos von Häusern machen, ich sehe kein Verstoß gegen die Privatsphäre, wenn Google das tut.
    in wie fern Google Maps Einbrechern helfen soll, versteh ich auch nicht.. wenn er irgendwo einbricht, sieht er das Haus sowieso?

  3. AK, aber Google ist ein weltweit agierender Konzern und damit böse.:P

    Gesendet mit Google Chrome

  4. Missverständlich ausgedrückt, denn Google Streetview zählte damals (und für die meisten bis heute) zu Google Maps

  5. Man muss schon etwas weiter denken….Dank Streetview weiß ich wo die Reichen wohnen und erspare mir den Weg das auch noch selbst zu ergründen. Einfach hin, Einbrechen und dank Google Maps auf dem schnellsten Weg wieder weg. Vom Terror Rede ich noch nicht mal. Alles Gute hat immer was Schlechtes und andersrum. Ich verteufel Google nicht, aber wohl ist mir bei der Sache nicht.

  6. Mistgabeln und brennende Fackeln wären hier wohl eher angebracht, um eine Aktualisierung und Vervollständigung der Street-View-Daten in Deutschland zu erreichen. 🙂

  7. Also heute war so ein Wagen von HERE Maps in Duisburg unterwegs. Wusste gar nicht, dass es die noch gibt.
    Wenn wir also Google verteufeln wollen wegen des Abfotografierens unserer Straßen, müssen wir HERE Maps auch mit verteufeln.

    Ich finde die Aluhut-Fraktion übertreibt. Die Aufnahmen erleichtert Einbruch und Terrorismus wenn überhaupt nur geringfügig. Wer es sich in den Kopf setzt wird Mittel und Wege auch ohne Streetview finden. Jeder kann im Auto hinter getönten Scheiben eine Kamera anbringen und Fotos schießen. Einbruch und Terrorismus gab es (auch wenn ich nicht soo alt bin) sicherlich auch vor Google 😉 und wenn man das eigene Grundstück dort nicht haben will, kann man einen Antrag stellen.

    Für mich hat die Sache nur Gutes zu bieten.
    Freue mich auf aktuellere Aufnahmen.

  8. Ich hätte gerne ganz Deutschland mit Street View ausgestattet. Wie es in den anderen Ländern auch der Fall ist. Keiner regt sich da auf. Aber da kann der Bildzeitung hier und den Rentnern, gibt es das hier nun nicht. Vielen Dank auch. Immer schön im Mittelalter bleiben in Deutschland. Ja nicht innovativ sein und neue Technik begrüßen. Haben wir ja damals auch nicht gebraucht…. 🙁

  9. Also das mit den Mistgabeln und Fackeln ist ein guter Tipp. Der „Volkszorn“ könnte ja die Voyeure*innen aus ihren Karren zerren und sie Teeren und Federn 🙂 Was sind das bloß für Menschen, die sich dazu herablassen für Google ihre Mitmenschen zu „bespitzeln“. Vor solchen Leuten kann man nur ausspucken. Diese amerikanischen Konzerne glauben derweil das ihnen Deutschland gehört und mit TTIP und CETA wollen sie das manifestieren. Höchste Zeit, das wir die zum Teufel jagen.

  10. Jan Seewald says:

    Ich finde es sehr schade, wie Street View hier in Deutschland so sehr verteufelt wird, denn ich glaube nicht, dass der Nachteil durch „mehr“ Einbrüche etc. den Vorteilen überwiegt, was ich ebenfalls für Quatsch halte. Einbrecherbanden sind so oder so organisiert, und brauchen schon mehr Informationen vom Haus als nur das Bild.
    Und als einen der vielen Vorteile sehe ich die Rückblick-Funktion! Als ich in Kanada im Haus meiner Gastfamilie gewohnt habe, habe ich kürzlich die Zeit einfach mal bis 2008 zurückgespült und gemerkt, dass da einfach ein komplett anderes Haus stand. Das wünschte ich mir auch von Deutschland, sodass man verschiedene Jahre vorm Hausbau bis zum fertigen Bau z.B. nachvollziehen und so ganze Straßenzüge in ihrer Entwicklung sehen kann. Und das auch noch nachträglich!

  11. Einen besseren Vorwand die Streetview-Daten aufzufrischen findet man nicht, oder?
    Ich bastel mir jetzt mal ein „Durchfahrt verboten“ Schild und hebe es hoch wenn ich ein Google-Auto sehe… Just for fun…

  12. Deafdumbblind says:

    Schade, dass die Bilder nicht aktualisiert werden.

  13. Wenn Häuserfassaden so schlimm sind und zur Planung von Einbrüchen genutzt werden können, was ist mit Satellitenfotos bei jedem Kartendienst? Da sieht man viel mehr und kann gleich den Fluchtweg planen. Das ist alles Bullshit. Häuserfassaden sind öffentlich.

    Dazu kommt noch dass nicht nur Hausbesitzer sondern auch Mieter einen Antrag auf Unkenntlichmachung stellen konnten bis Google die Schnauze voll hatte.
    Grund war die ständige Panikmache auf bedrucktem Scheisshauspapier (Bild und Konsorten). Die Medien brauchten für den Sommer ein Thema, also hat sich jeder drauf gestürzt.

  14. Habe mir gerade nochmal unser Dorf mit Bing (Karten) zum Vergleich angeschaut. Erstaunlich wie viele Swimmingpools es da gibt (lol). Bei Bing gibt es nur Luftbild oder Vogelperspektive, wobei letzteres auch schon ausreichend Einblicke vermittelt. Im Prinzip müsste man die dann auch verteufeln. Es gibt in der Tat einige „Gruppierung“ die sich für das Aussehen eines Wohngebiets eg. Objekts genauer interessieren um dies dann in irgendeiner Weise für sich auszuschlachten. Die Vor- u. Nachteile abwegen ist da schon mühsam. Tja, schwierig. Ich finde es irgendwie cool. Die Nachteile müssen sich erst mal zeigen. Bisher noch nichts bemerkt und wenn dann ist es eh zu spät (ggg) Mist erwischt grrrrr….

  15. Die grundlegende Frage, die hier in einigen Kommentaren heraussticht, ist ja nicht ob dadurch tatsächlich mehr Einbrüche oder Straftaten entstehen. Dies ließe sich ausschließlich durch eine Zulassung und Messung dieser Straftaten herausfinden.

    Die Frage, die im seit der ersten Touren Googles mit ihren StreetView Autos im Raum steht ist das Problem der Digitalisierung von allem. Sind diese Daten erst einmal gemacht, dann kann sie das Unternehmen dass diese hat verwenden. Und das über Jahrzehnte.

    Entsprechend der voranschreitenden Technologie hat Google bisher diese Daten benutzt um den Menschen StreetView zu geben, aber auch um die Hausnummernanzeige von Google Maps zu verbessern. Wenn die OCR-Erkennung von Google bei den Hausnummern nicht funktionierte, dann ließ Google dies Menschen erledigen über deren Dienst ReCaptcha. Dieser wird, da er kostenlos ist, gerne von vielen Blogs, Nachrichtenseiten, etc. verwendet. Dies hat ja auch seine Berechtigung, da Google nun mal gute Software entwickelt und selbst einen hohen Qualitätsanspruch hat.

    Wenn man nur dies als Beispiel nimmt ist die Sammlung dieser Daten für Google eine Investition in die nächsten 10 bis 15 Jahre. Die Kameras sind besser geworden, die WLAN-Scanner bestimmt auch. Diese Informationen werden gesammelt, gespeichert und jedes Fünkchen an potentiellen Informationen herausgepresst. So wird die Bilderkennung Googles jedes Element welches durch die Fenster sichtbar sind indizieren, und entsprechend der WLAN-Daten einem Nutzerkreis zuordnen. Sicherlich werden sie auch sagen können welchem Google-Nutzer dies gehört. Entsprechend wird Google dir vorschlagen einen neuen BIlderrahmen zu kaufen, wenn der im StreetVIew Bild nicht mehr modisch ist, oder dir neue Modellautos vorschlagen. 🙂

    Bei dieser Geschichte mag der eine oder andere sagen, dass ich ein Schwarzmaler sei. Fakt ist jedoch dass die Vergangenheit zeigte, dass Google jedwede gesammelte Information verwendet hat um ihre Dienste und ihr Wissen über die Nutzer zu vervollständigen.

    Viele Grüße! 🙂

  16. Ich hab mein Haus unkenntlich machen lassen. Guck aber immer ob die Pension in der ich unter der Woche leben muss in einem Assiviertel steht.

  17. Vor Allem wünsche ich Google viel Glück dabei, es irgendwie zu schaffen, unverpixelte Sicherungskopien von aktuellen Bildern sicher in der USA zu versenden. Ich habe mehrmals gelesen, dass hierzulande die Privatsphäre so weit geht, dass es gar keine Veröffentlichung bedarf, um sie zu verletzen – es reicht, wenn die Bilder nach der Erstellung nicht unwiderruflich unkenntlich gemacht werden. Ich wünsche den Datenschützern von Deutschland, dass sie keinen wirksamen Mechanismus haben, diese Regelung umzusetzen und ich wünsche Google genug Vernunft, um zu verstehen, dass selbst wenn diese unverpixelte Sicherungskopien illegal sind (bin ich mir nicht sicher), werden sie nachträglich legalisiert, als die alten Bildern historischen Wert erhalten und die Menschen vielleicht doch noch umdenken würden. Und dann wäre heutiger „Datendieb“ zu „Helden“ umgestuft.

  18. Christoph B says:

    Einer von mehreren Gründen sich als Deutscher zu schämen. Richtig traurig. Als einziges Land…

    @Gravity, ich glaube auch ganz fest dran.

    Diese Google-Verteufelei – lächerlich, und während Google dann nicht darf, machens andere einfach unbemerkt?!

    Und das alles aus Angst vor personalisierter Werbung, Respekt.

  19. @Christoph B auch good old Austria ist nicht mittels Street View zu besichitigen :-((

  20. @Arno Nym
    Selten so einen Dünnpfiff wie deinen gehört und gelsen.

  21. Fast nur OT Kommentare hier, damals wie heute redet man sich die Köpfe heiß, sowas nenn ich typisch deutsch.
    Nur einer hier erwähnt Birdview auf Bing, was ja alle Kririk an Streetview lächerlich macht.

    Google scheinr ja gemerkt zu haben dass die von den LVAs praktisch geschenkten Daten allmählich vergessen können.
    OSM werden sie jedenfalls niemals einholen können, was mich ziemlich freut :mrgreen:

  22. Google StreetView ist eindeutig legal. Es gibt in der Literautur schlichtweg keinen Hinweis darauf, dass Einbrecher Bildmaterial nutzen um zu planen. Es gibt seit Jahren online Immobilienportale die wie StreetView funktionieren. Es ist German Angst, weil der Deutsche dem Staat mehr vertraut als Konzernen, doch der Großteil der Menschen wurde stets vom eigenen Staat ermordet in den vergangenen Jahrhunderten.

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