
Google soll Kunden bezüglich der Verwendung von Standortdaten getäuscht haben. Zumindest wirft man das dem Unternehmen derzeit in den USA vor. Eingereicht wurden mehrere Klagen in Columbia, Texas, Washington und Indiana. So soll Google irreführende Angaben zum Datenschutz machen und das bereits seit 2014. Mit Design-Kniffen würde Google die Kunden dazu drängen, ihre ortsbasierten Daten zu teilen, auch wenn das ihnen eigentlich wenig bzw. nichts bringe.
Generalstaatsanwälte werfen Google vor, seine Produkte wie Maps absichtlich so gestaltet zu haben, dass der Nutzer immer wieder angeregt werde, mehr und mehr seiner Standortdaten bereitzustellen. Irgendwann würden dann viele Kunden alleine aus Frustration zustimmen. Google selbst ist sich keiner Schuld bewusst. Man gibt an, dass die Klagenden unzutreffende Behauptungen aufstellen würden. Gegen die falschen Aussagen werde man sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vor Gericht verteidigen.
Vorgeworfen wird Google auch, ohne Aktivierung des Standortverlaufs im Hintergrund diverse ortsbezogene Daten zu speichern und auszuwerten. Dabei würden die Nutzer möglichst im Unklaren darüber gelassen, da jene Daten für Google wirtschaftlich wertvoll seien. Es bestehe daher kein Interesse daran, transparente Aufklärung zu betreiben. Daher werfen die Staatsanwälte Google vor, absichtlich nur vage und unvollständige Erklärungen der Einstellungen für die Nutzer bereitzustellen.
Man stört sich auch daran, dass Google selbst bei deaktiviertem Standortverlauf viele ortsbasierte Daten durch etwa Wi-Fi- und Bluetooth-Scans erhebe. Auch jene würden dann mit Marketing-Partnern geteilt. Von 2014 bis 2019 habe Google zudem falsche Angaben darüber gemacht, welche Informationen konkret erfasst werden, selbst wenn der Standortverlauf deaktiviert sei. So gab Google damals nicht offen an, dass dennoch Standortdaten über Web- und App-Aktivitäten erfasst wurden. Hier lautet der Vorwurf, dass Google die Nutzer ungerechtfertigt in Sicherheit gewogen habe.
Weitere „dunkle Machenschaften“ seien, dass Google Nutzer immer wieder hinweise, dass einige Apps nicht korrekt funktionieren, wenn das Teilen des Standortes deaktiviert werde. Dadurch würden Kunden so lange genervt, bis sie die Freigabe schließlich erteilen. Am Ende kann man aktuell aber nur abwarten: Die folgenden, rechtlichen Auseinandersetzungen können sich Jahre hinziehen.
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