Google Glass: keine Gesichtserkennung gewünscht

Die Datenbrille Google Glass kommt natürlich immer ins Gespräch, wenn es um Datenschutz und ähnliche Dinge geht. Viele befürchten, dass sie fotografiert werden, ohne dass sie es merken. Auch in Sachen Gesichtserkennung ist die Sorge große. Eben jene ist derzeit von Google nicht gewünscht. Auf der offiziellen Projektseite teilte man mit, dass man das Projekt mit einigen Teilnehmern startete, damit diese mit daran arbeiten die Zukunft dieser Technologie für die Allgemeinheit zu gestalten.

Google Glass Bedienung

Man teilte mit, dass man in den letzten Jahren keine Gesichtserkennung in Produkte eingebaut hätte, wenn diese nicht strenge Auflagen zum Schutz der Privatsphäre erfüllten. Mit Hinsicht auf diese Aussage werde man momentan keine Apps offiziell zulassen, die Gesichtserkennung bieten. Wie das später in der Realität aussieht? Google Glass basiert auf Android, einem offenen System. Hier wird es sicherlich möglich sein, nicht autorisierte Apps zu installieren. Denkt euch euren Teil.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

13 Kommentare

  1. Innerhalb von G+, FB, Linkedin, Xing & Co sehe ich da wenig Probleme, da die Sichtbarkeit der Fotos und von allem weiteren bei diesen Diensten ja mit den dortigen Privatsphäreeinstellungen gut abstufbar ist. Sprich; Foto -> das ist dessen G+-Profil. Problematisch wäre ggf. eine Bilderkennung mit einer internetweiten Bildersuche; das bist du auf diesem Stalkerfoto von diesem russischen Webboard da.

  2. Ich denke, dies wird zu neuen sozialen Problemen führen, die auf den Mangel an Gesicht führen zu Angesicht Kommunikation

  3. IMHO bescheuert, Gesichtserkennung könnte einer der Major-Sellingpoints sein, man denke an Leute mit Alzheimer oder ähnlichen Erkrankungen, für die wäre es eine enorme Hilfe.

    Google hat irgendwo schon gesagt, die Kamera-LED wäre in Hardware verknüpft, soll keinen Weg geben, sie auszuschalten – damit wäre es also nicht so einfach möglich, heimlich Aufnahmen zu machen; mal ganz davon abgesehen, dass man in der Öffentlichkeit sowieso dauernd gefilmt wird.

  4. Wo ist der Unterschied zwischen:
    Ich gehe auf die Straße, mach ein Bild einer Person, lad es z. Bsp. in die Google Bildersuche und lass mir die gefundenen Infos anzeigen.
    und
    Ich geh auf die Straße, mach mittels der Brille ein Bild einer Person und lasse mir direkt die gefundenen Infos anzeigen ?

    Welche Fehlertoleranz hat die Gesichtserkennung eigentlich und auf welche Daten wird zurückgegriffen ? Sind die Daten, die sich dadurch finden lassen nicht eh alle Öffentlich?

  5. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied ob ich heimlich mit der Brille Fotos mache oder offen mit einem Fotoapparat.

  6. @Cashy

    Der letzte Satz ist ziemlich tendenziös.
    Schon heute ist es möglich, ein mit dem Smartphone oder der MiniDV-Kamera aufgenommenes Video oder Foto durch Gesichtserkennungsalgorithmen zu schicken. Die Software dazu existiert seit Jahren und wird ständig weiterentwickelt.

    Da Google Glass aus rein technischen Gründen schon kein AlwaysOn-Device ist, ist das Problem auch gar nicht bei Glass zu suchen, sondern wie die Daten anschließend weiterverarbeitet werden.
    Gesichtserkennung – dazu noch in Echtzeit – geht derzeit auch gar nicht. Die Datenmenge zur Analyse kann nur auf einem Server liegen – niemals auf dem Smartphone selbst. Also müssen erst mal biometrische Daten erhoben werden, das kann Glass (eigentlich das Smartphone) in der Praxis schon ganz gut (bspw. bei Face2Unlock), diese Daten müssten dann aber zum Server, dort ausgewertet werden und anschließend zurück zur Brille. Allein die Datenverbindung braucht dafür mehrere Sekunden pro Gesicht. Wer sich über die Gesichtserkennung bei Google oder FB mal ein unbewegtes (!) Familienfoto hat auswerten lassen, weiß, dass es teilweise ganz schön lange dauert. Die Serverkapazitäten sind halt aktuell noch nicht so weit, allein schon die Erkennung in Echtzeit hinzubekommen – wenngleich dies nur eine Frage der Entwicklung ist.
    An der Datenübertragung selbst scheitern solche Konzepte allerdings und würden nur funktionieren, wenn auf dem Smartphone selbst schon die biometrischen Daten, wenigstens die der eigenen Kontakte, liegen würden.
    Da selbst Google dies nicht anbieten wird, dürften 3rd-Party-Apps vor entsprechenden Hürden stehen.

    Es gibt ja sogar schon Apps, die per Google Glass eine Gesichtserkennung ermöglichen. Die haben nur einen großen Nachteil, sie sind sehr langsam und funktionieren in einer 3G/4G-Umgebung nicht mehr zuverlässig.

    Dabei ist anzumerken, dass diejenigen, die ein irgendwie geartetes politisches Interesse an solchen Daten hätten, solche Techniken längst einsetzen können und überdies Zugriff auf weit professionellere Technik hätten.
    Jemanden von der anderen Straßenseite aus unbemerkt zu filmen, ging schon, als Camcorder noch 10 Kilo wogen.

    Bei Google Glass sieht man hingegen eindeutig, wenn die Brille aktiv ist. Nämlich an der roten LED und im Prisma sieht man von außen (nur spiegelverkehrt) dieselben Informationen wie der Träger von Google Glass.
    „Unbemerkt“ und „Heimlich“ sind da nicht die Vokabeln, die tatsächlich auf die Situation zutreffen.

  7. Ich finde kein „Unbemerkt“ und „Heimlich“ – sondern schreibe: viele befürchten. Das ist schon ein Unterschied.

  8. @felixlittle666:
    Also rein rechtlich könnte ein Problem in der Automatisierung des Vorgangs liegen: Es macht dabei einen Unterschied, ob du einen die Gesichtserkennung selbst anstoßen muss oder iob sie ohne dein Zutun „von selbst“ geschieht.

    @Mike&indah:
    Gerade für Personen mit Beeinträchtigungen des Gedächtnisses oder der Gesichtserkennung (Prosopagnosie) wäre das sicher von Vorteil. Und von (kongenitaler) Prosopagnosie sind mehr Menschen betroffen, als man glaubt – Schätzungen reichen bis an 5% der Bevölkerung heran – immerhin bis zu 4 Millionen Menschen.

  9. Ich finde es nicht weiter tragisch. Sobald man unterwegs ist egal wo hin gibt man seine Daten, Standorte usw. preis, wird von Kameras gefilmt und alles andere. Auch kenne ich einige Menschen denen ein Programm zur Gesichtserkennung nicht schaden würde. Da sich die Leute kein Gesicht das Sie nicht mindestens 10x gesehen haben merken können.

  10. grounded says:

    Leuten mit einer Behinderung unterstelle ich erst einmal keinen Missbrauch der Technik, hier Gesichtserkennung etc. Sie sind auf solche Hilfen angewiesen und es wäre in der Tat eine Bereicherung ihres Lebens. Sorgen macht mir die andere Abteilung, die gewiss alles ausschöpfen wird was die neue Technologie hergibt. Und da habe ich massive Bedenken, ob wir uns auf dem richtigen Pfad befinden. Abzuwenden ist die Entwicklung bestimmt nicht, diese Büchse ist geöffnet. Jedoch werden sich Datenschützer und Rechtsgelehrte sicherlich intensiv mit der Materie auseinandersetzen müssen und ich bin jetzt schon auf die ersten Klagen wegen Verletzung der Persönlichkeistrechte usw. gespannt… Ich möchte jedenfalls nicht ständig begoogleglasst werden…

    Gruselt sich grounded

  11. Wird offiziell nicht supported? Interessiert mich nicht, sobald ich ein Glass in die Finger bekomme wird auch Gesichtserkennung implementiert ;).

  12. Sebastian says:

    @kasoki: Auch wenn es rechtlich nicht erlaubt ist? 😉

  13. @Sebastion Hmmm… gute frage^^