Google: Epic Games und Match Group erheben neue Vorwürfe bei den Wettbewerbshütern

Die Match Group, der Konzern hinter den Dating-Plattformen OkCupid und Tinder, hatte sich bereits mit Google wegen der Zahlungsbedingungen im Play Store angelegt. Jetzt hat die Match Group erneut die Wettbewerbshüter eingeschaltet – und auch Epic Games holt zu einem weiteren Schlag aus. Beide Unternehmen monieren in einer Klage gemeinsam Googles Strategien wie „Project Hug“.

Letzteres bezeichnete intern auch eine Initiative, die später als „Apps and Games Velocity Program“ betitelt worden ist. Dabei soll Google Millionen von US-Dollar investiert haben, um sich die Apps renommierter Entwickler unter Android exklusiv für den Play Store zu sichern und die Veröffentlichung in Drittanbieter-Stores zu unterbinden. In den USA könnte dieses Verhalten den sogenannten Sherman Act verletzen. Zumindest lautet so der Vorwurf der Match Group und von Epic Games.

Der Sherman Act hält dabei wettbewerbswidriges Verhalten fest, bei dem die Kläger nicht mehr konkret nachweisen müssen, dass es dem Markt geschadet habe. Vielmehr handelt es sich um Strategien, bei denen allgemein anerkannt ist, dass sie dem Wettbewerb schaden. Beispielsweise fallen auch verdeckte Preisabsprachen unter den Sherman Act.

Gegenüber Engadget teilte Google mit, dass man die „unzutreffenden Vorwürfe“ von Epic Games und Match abwehren werde. Man gebe Entwicklern lediglich Anreize, damit sie Nutzern des Play Stores frühen Zugriff auf ihre Apps und Vorteile gewähren. Man halte sie aber nicht davon ab, ihre Apps anderswo zu veröffentlichen.

Wer da im Recht ist, müssen jetzt aber die Gerichte klären.

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7 Kommentare

  1. Peter Lustig says:

    Also wirft Epic Google genau das vor, was sie selbst mit ihrem EGS seit Jahren machen? Abmachungen mit Entwicklern treffen, Millionen investieren, nur damit Spiel X (zeit)exklusiv im eigenen (Epic Games) Store und nicht im Drittanbieter Store (*räusper* Steam) veröffentlicht wird. Da sollte man an Stelle von Epic mal lieber nicht mit Steinen werfen. Nichts für ungut aber mir wird Epic durch solche Aktionen, die vermeintlich immer im Sinne von Entwickler/Käufern stehen, es aber in Wirklichkeit nur um die Benachteiligung des eigenen Stores (und damit um den eigenen Verlust/Wegfall von Einnahmen) geht, immer unsympathischer.

    • Es überrascht dich jetzt daran? Der Rechtsweg ist genau so eine Geschäftsstrategie wie jede andere auch.
      Es geht doch nicht um Gerechtigkeit oder dem Dienst am Kunden.
      Man unterhält sich nicht umsonst umfangreiche Rechtsabteilungen im Unternehmen.

  2. > Dabei soll Google Millionen von US-Dollar investiert haben, um sich die Apps renommierter Entwickler unter Android exklusiv für den Play Store zu sichern und die Veröffentlichung in Drittanbieter-Stores zu unterbinden.

    Epic beschuldigt Google also das, was selber auch macht: Millionen von US-Dollar investieren, um sich die Spiele renommierter Entwickler exklusiv für den Epic Games Store zu sichern und die Veröffentlichung in Drittanbieter-Stores zu unterbinden?

    • André Westphal says:

      Der Unterschied ist aber, dass Epic keine ohnehin bereist dominierende Marktstellung hat, sondern eher der Newcomer ist, der sich hocharbeiten will / muss. Google dominiert hingegen im Bereich der Android Stores und hat eine ganz andere Marktmacht.

      • Peter Lustig says:

        Nur weil man kleiner als Google ist, rechtfertig es doch nicht das man genauso agieren darf und man andere, die genauso handeln wie man selbst, an den Pranger stellen muss. Wenn schon gleiches Recht für alle und dann muss sich Epic genauso an die eigene Nase fassen.

        • André Westphal says:

          Mit Verlaub ist das leider Quatsch und das sieht eben auch der Gesetzgeber völlig anders als du: Für Unternehmen, die eine marktbeherrschende Position haben, das gilt eben für Google in diesem Fall mit dem Play Store, gelten andere Regeln.

        • Nun ja, vor dem Gesetz sind alle gleich. Manche sind aber halt gleicher als andere.

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