Google: Boston Dynamics wird vermutlich an Toyota verkauft

GoogleLogo150Roboter sind nicht mehr die Zukunft, sie sind inzwischen seit geraumer Zeit schon Realität. Firmen ersetzen ganze Staffeln von menschlichem Personal mit elektrisch betriebenen Pendants und selbst in der Medizin helfen sie bei bockschweren Operationen aus, damit Ärzte sich beim Eingriff besser auf ihre Arbeit konzentrieren können. Für Alphabet Inc. – Googles Mutterkonzern – scheinen die Blechkisten allerdings zu wenig Einnahmen abzuwerfen und somit wird die Abteilung Boston Dynamcis verkauft. Voraussichtlich an das Toyota Research Institute, so heisst es nun in einer Meldung.

Es ist indes nicht neu, dass die Forschungsabteilung von Toyota an der Firma interessiert ist. Nachdem es bereits seit 2014 zwischen Google und Boston Dynamics kriselte, veröffentlichte der Hersteller wenig später ein Video, das die neueste Entwicklung, den Atlas, zeigte, wie er sich selbstständig den Weg raus aus den Produktionshallen quer über unwegsames Gelände bahnte.

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Das Video wiederum besiegelte für Google die Entscheidung, das Unternehmen wieder zu verkaufen. Zu gering die Chancen auf ein Produkt, das in näherer Zeit marktreif würde und endlich Einnahmen einbringen könnte. Schnell fanden sich Amazon und eben das Toyota Research Institute als mögliche Käufer. Dass die Entscheidung tatsächlich eher positiv für Toyota ausfallen könnte, war durchaus denkbar. Nicht nur, dass erst vor Kurzem einige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben, um für das Research Institute zu arbeiten, nein, auch die beiden führenden Köpfe hinter den Firmen, Gill Pratt als CEO beim Toyota Research Institute und Marc Raibert als Gründer und CEO bei Boston Dynamics, sind alte Bekannte. Sie arbeiteten bereits zusammen am MIT (Massachusetts Institute of Technology) bis Raibert ’92 die Universität verließ, um Boston Dynamics zu gründen. Demnach spricht man bereits von einer „freundschaftlichen Übernahme“.

Nicht zuletzt, ist es auch das Image, dass die entworfenen Roboter in der Presse und bei der Bevölkerung erlangt haben. Die Rede war häufiger von „gruseligen“ Entwicklungen und Technik, die Angst macht. Das veröffentlichte Video von „Atlas, The Next Generation“ dürfte die Empfindungen nicht unbedingt verbessert haben. Von so einem Bild möchte man sich bei Alphabet verabschieden. Es könne einem Unternehmen nicht gut tun, wenn man den eigenen Namen mit solchen Empfindungen in Zusammenhang bringen kann.

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Nordlicht, Ehemann und Vater. Technik-verliebt und lebt fürs Bloggen. Außerdem: Mail: benjamin@caschys.blog / Mastodon

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5 Kommentare

  1. Karl Kurzschluss says:

    Die Dinger sehen gruselig und klotzig aus. Für sowas brauche ich keinen Roboter. Und welche Operationen erfolgen mit Roboterunterstützung? Bitte um Aufklärung. So einer OP würde ich niemals zustimmen.

  2. Google doch

  3. @Karl Kurzschluss
    Interessante Meinung. Die Frage ist aber ob es überhaupt noch einen Arzt gibt, der dich ohne technische Unterstützung operieren will.
    Und nein, natürlich ist es nicht so ein rumhoppelnder Roboter von Boston Dynamics, sondern gesteuerte Roboterarme oder ähnliches.

  4. @Karl Kurzschluss, siehe hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Da_Vinci-Operationssystem
    Für jeden Chirurgen ist das Ding super, da es Operationen auf noch kleinerem Raum ohne Zittern mit geringerem Risiko ermöglicht.

  5. Ob das mal nicht ein riesen Fehler seitens Google war.

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