Google bleibt Standard-Suchmaschine in Mozilla Firefox

Mozilla hat einen neuen Deal mit Google abgeschlossen bzw. den bestehenden verlängert: Google wird auch in den nächsten drei Jahren die Standard-Suchmaschine im Browser Firefox bleiben. Dadurch soll Mozilla von Google 400 bis 450 Mio. US-Dollar pro Jahr erhalten.

Da Mozilla aktuell finanziell nicht allzu gut dasteht, dürfte man über das verlängerte Abkommen sicherlich erfreut sein. Die Summen sind aber nicht offiziell bestätigt. Mozilla befindet sich aktuell im Wandel, denn man will sich weniger wie früher als Wächter des freien Internets verstehen und muss mehr an den Erhalt der Organisation und nachhaltige Einnahmemöglichkeiten denken.

Da ist Mozilla aktuell auch stark von Google abhängig, denn das Abkommen steht schätzungsweise für 75 bis 95 % der Einnahmen, die Mozilla jährlich verbuchen kann. Mozilla will nun weniger Energie in die Entwicklung offener Standards und Protokolle stecken und mehr auf Projekte schielen, die wirtschaftlich verwertbar sind – zumindest in naher Zukunft.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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16 Kommentare

  1. wes‘ Brot ich ess‘

    • Möglicherweise ist es aus Sicht von Google gar nicht so schlecht, einen schwachen Konkurrenten zu haben. Falls die Kartellbehörden Bedenken haben, kann man so auf Mozilla verweisen.

  2. Sehschlange says:

    Die Fortentwicklung von Firefox ist tatsächlich so teuer? Kann ich mir nicht vorstellen. Wo bleibt das ganze Geld?

    • Ein Großteil des Geldes wird genutzt um Linke Propaganda/Organisationen zu finanzieren und um unliebsame Quellen zu zensieren. Da bleibt nicht viel übrig für Entwickler.

    • Eine eigene Engine zu entwickeln, und für Teile davon eine eigene Programmiersprache vorzuhalten, ist teuer – ja. Gleichwohl ist es notwendig, um das Chromium-Monopol zumindest etwas zu stören (man erinnere sich an die IE-Monopol-Zeiten).

    • Würde Mozilla sich auf die wirklich wichtigen Kernaufgaben konzentrieren wäre die Finanzierung mit einem Bruchteil des Geldes möglich.

      Aber es ist schon fast ein Naturgesetz, je größer ein Unternehmen wird um so mehr unnötige Stellen entstehen und werden mitgeschleift.

      • Ja, lest mal diesen Artikel von der Mozilla Reorganisation 2005. Da hat man die Mozilla Corp gegründet. Mit 36 Mitarbeitern. Die Mozilla Foundation hatte drei Mitarbeiter.

        https://www-archive.mozilla.org/reorganization/

        Gut möglich, dass in den letzten 15 Jahren die Anforderungen an einen Browser gewachsen sind. Aber ob man dafür eine um Faktor 30 höhere Mitarbeiteranzahl benötigt, wage ich zu bezweifeln.

  3. Gut für Mozilla, allerdings weiß ich herlich gesagt nicht wohin die Reise gehen soll. Laut einem Tweet , indem Mozilla 1/4 seiner Belegschaft entlässt, trifft es ausgerechnet die Abteilung für Patches und Sicherheit.

    Bleibt also abzuwarten, ob sie sich jetzt weiter ihrem VPN Clienten widmen, oder sich andere Einnahmequellen suchen.

  4. Ich versteh nicht ganz. Lt. ZDnet betragen die jährlich vereinbarten Einnahmen durch Google 400-450 Millionen Dollar – das ist mehr als Mozilla in den letzten Jahren von Google erhalten hat, und das, obwohl die Anzahl der Firefox-Benutzer seitdem kontinuierlich gesunken ist.

    Entweder hat ZDnet falsche Zahlen oder Google ist bewusst großźügig, um Mozilla am Leben zu halten um die Kartellwächter gnädig zu stimmen.

    • „Entweder hat ZDnet falsche Zahlen oder Google ist bewusst großźügig, um Mozilla am Leben zu halten um die Kartellwächter gnädig zu stimmen“

      Das ist ziemlich wahrscheinlich. Eine Monopolstellung klingt erstmal gut, aber schafft auch massig Probleme und Regulierungen. Die Wirtschaftsabteilung hat sicher durchgerechnet das 450 Millionen Dollar preiswerter sind als wenn da die Kartellbehörden anfangen Regeln und Schranken aufzubauen.

  5. Thomas Höllriegl says:

    Und dann kann man nicht Mal sein Google-Konto mit dem Firefox verbinden, um seine Browser-Daten synchron (!) zu halten. Schade, irgendwie. Ich würde den Firefox ja auch verwenden, besonders unter Linux, wo er meist der Standard-Browser ist. Aber ohne der Möglichkeit, meine Browser-Daten synchron zu halten, für mich uninteressant.

    • Das funktioniert doch, mittels eines Firefox-Acccounts. Synchronisiert die Browser-Daten und erlaubt es, Tabs an andere Geräte zu senden. Funktioniert bei mir seit Jahren sehr zuverlässig.

      Wozu also soll ich mein Google-Konto mit Firefox verbinden? Für viele Anwender ist das Fehlen einer tiefen Google-Integration ein wesentliches Argument, den Firefox zu nutzen. Sonst könnte man ja gleich Chrome nehmen,

      • Thomas Höllriegl says:

        Ich habe alle Daten im Google-Ökosystem. Ich will also den Firefox-Account nicht dafür nutzen. Ich könnte aber gut damit leben, wenn sich die beiden Konten abgleichen würden. Alle zwei Stunden oder nur wenn man es manuell anstößt, würde schon völlig ausreichen.
        Das, was du beschreibst, kenne ich nicht. Ich habe nirgendwo eine Möglichkeit gefunden, meinen Firefox-Account mit meinem Google-Account synchron zu halten. Tabs an andere Geräte senden kann heute jeder Browser, zumindest jeder, den ich kenne. Nur, wie hilft mir das? Ich denke nicht, dass ich vom Firefox unter Linux eine Seite an Chrome in Android oder auf meinem Chromebook senden kann.
        Und ja, ich habe ja auch den Chrome installiert. Aber rein deswegen, weil er unter Linux eben ein Quasi-Standard ist und ich nicht gegen den Firefox habe, würde ich ihn gerne nutzen. Und wenn Mozilla schon so viel Geld von Google bekommt, könnten die beide ihre „Partnerschaft“ auch ein klein wenig vertiefen und zumindest eine Erweiterung raus bringen, welche die beiden Konten abgleicht.

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